Wie wird ein Firmenwert bilanziert?

Gefragt von: Anette Freitag-Schumann
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Ein Firmenwert (Goodwill) wird bilanziert, indem man ihn auf der Aktivseite der Bilanz unter dem Anlagevermögen als immateriellen Vermögenswert erfasst, wenn er entgeltlich erworben wurde (z.B. beim Unternehmenskauf). Er entsteht, wenn der Kaufpreis höher ist als der Wert der erworbenen Einzelvermögensgegenstände minus Schulden (Kaufpreis - Reinvermögen). Ein selbst geschaffener Firmenwert darf nicht bilanziert werden, und der erworbene Wert wird planmäßig (oft über 10 Jahre) abgeschrieben.

Wie berechnet man den Firmenwert in der Bilanz?

Wie wird der Firmenwert berechnet? (Mit Beispiel)

Dieser ergibt sich aus dem Wert des Betriebsvermögens abzüglich der Summe aller Schulden und anderer Ausstände. Beide Werte können der aktuellen Bilanz entnommen werden. Damit sind sie verbindlich und in ihrer Höhe verlässlich.

Wie wird der Firmenwert in der Bilanz erfasst?

Um den Firmenwert in der Bilanz auszuweisen, muss der Erwerber ihn als immateriellen Vermögenswert unter „Vermögen“ aufführen . Erwirbt beispielsweise Unternehmen A Unternehmen B für 500.000 US-Dollar und beträgt der Verkehrswert des Nettovermögens von Unternehmen B 400.000 US-Dollar, so berechnet sich der Firmenwert wie folgt: 500.000 US-Dollar - 400.000 US-Dollar = 100.000 US-Dollar.

Wie buche ich einen Firmenwert?

Ein entgeltlich erworbener (derivativer) Geschäfts- oder Firmenwert hingegen ist als Vermögensgegenstand sowohl in der Handels- als auch in der Steuerbilanz zu erfassen. Insoweit besteht Übereinstimmung. Die Buchung erfolgt auf das Konto "Geschäfts- oder Firmenwert" 0035 (SKR 03) bzw. 0150 (SKR 04).

Wie wird der Firmenwert in der Steuerbilanz ausgewiesen?

Ein selbst geschaffener (originärer) Geschäfts- oder Firmenwert darf weder in der Handelsbilanz noch in der Steuerbilanz ausgewiesen werden. Ein entgeltlich erworbener (derivativer) Geschäfts- oder Firmenwert hingegen muss als Vermögensgegenstand sowohl in der Handels- also auch in der Steuerbilanz ausgewiesen werden.

Derivativer Geschäftswert oder Firmenwert, Reinvermögen | Externes Rechnungswesen

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Was bedeutet das Wertaufhellungsprinzip in der Buchführung?

Damit ist das Prinzip der Wertaufhellung Teil des Vorsichtsprinzips. Es besagt, dass alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, auch berücksichtigt werden, selbst dann, wenn sie erst nach dem Bilanzstichtag, aber vor der Bilanzerstellung bekannt werden.

Wie kann ich den Firmenwert im Steuerrecht abschreiben?

Im Steuerrecht wird der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) als immaterielles Wirtschaftsgut behandelt und muss linear über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben werden, basierend auf § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG. Selbst geschaffene Firmenwerte sind grundsätzlich nicht abschreibungsfähig (Aktivierungsverbot), nur erworbene Werte können geltend gemacht werden, was zu steuerlichen Vorteilen führt, wenn sie aktiviert werden.
 

Wie kann man einen Firmenwert abschreiben?

Sowohl im Handelsrecht als auch im Steuerrecht kann ein selbst geschaffener Firmenwert nicht aktiviert und somit nicht abgeschrieben werden (Aktivierungsverbot). Also darf man nur einen entgeltlich erworbenen Firmenwert ansetzten und abschreiben. Dabei gilt dies sowohl im Handelsrecht als auch im Steuerrecht.

Ist Firmenwert Anlagevermögen?

unterliegen dahingegen einem Aktivierungsverbot. Nach steuerrechtlichen Bestimmungen ist der entgeltlich erworbene Firmenwert zu aktivieren (steuerrechtliche Aktivierungspflicht). Der Firmenwert gehört zu den abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens und ist mit einer Nutzungsdauer von 15 Jahren abzuschreiben.

Wie ermittelt man den Wert einer Firma?

Um den Wert einer Firma zu ermitteln, verwendet man verschiedene Verfahren wie das Ertragswertverfahren (zukünftige Gewinne), das Substanzwertverfahren (Vermögenswerte abzüglich Schulden) und Marktvergleiche (Multiplikatoren auf Basis des EBIT), wobei oft eine Kombination angewendet wird, um einen realistischen Wert zu bestimmen, der über einfache Kennzahlen wie den Marktwert (Aktienanzahl * Kurs) bei börsennotierten Unternehmen hinausgeht. Es ist wichtig, die Bilanz zu "bereinigen", um versteckte Werte zu heben und Einmaleffekte zu korrigieren, und bei Personengesellschaften einen kalkulatorischen Unternehmerlohn einzubeziehen.
 

Ist die Bilanzsumme der Firmenwert?

Die Aktivseite der Bilanz ist ein Verzeichnis des Vermögens des Unternehmens. Wir könnten also sagen, dass die Bilanzsumme der Wert des Unternehmens ist. Tatsächlich handelt es sich bei der Aufstellung dieser Vermögenswerte um den so genannten Buchwert, mit dem diese „in den Büchern“ stehen.

Wann muss ein Firmenwert aktiviert werden?

Geschäfts- oder Firmenwert in der Handelsbilanz

Ein entgeltlich erworbener Firmenwert muss gemäß § 246 HGB aktiviert werden. Der Wert ergibt sich aus dem Kaufpreis abzüglich der materiellen und immateriellen Einzelwerte des Unternehmens.

Wie werden Bilanzwerte ermittelt?

Der Bilanzwert eines Vermögensgegenstand oder einer Schuld berechnet sich aus den Anschaffungs- und Herstellungskosten und ändert sich durch nutzungsabhängige Abschreibungen bzw. Zuschreibungen.

Wie wird der Firmenwert berechnet?

Den originären Firmenwert entsteht primär durch selbst geschaffene immaterielle Werte wie Reputation, Kundenstamm, Know-how oder Marke. Er darf nach den maßgeblichen Rechnungslegungswerken IFRS, HGB und US-GAAP nicht aktiviert werden und erscheint somit nicht in der Bilanz.

Welche Beispiele gibt es für Firmenwert?

Firmenwert berechnen

Das Käuferunternehmen zahlt also für das Nettovermögen in Höhe von 80.000 € (200.000 € Vermögen abzgl. 120.000 € Schulden) 200.000 €. Der Differenzbetrag in Höhe von 120.000 € ist der Geschäfts- oder Firmenwert.

Wie berechnet das Finanzamt den Firmenwert?

Hierbei wird der Unternehmenswert berechnet, indem man das durchschnittliche Ergebnis vor Steuern und Zinsen (der sog. „EBIT”) der letzten drei Jahre bestimmt, dieses um eine fremdübliche Kostenstruktur bereinigt und mit einem Multiplikator (dem sog. „Multiple”) der jeweiligen Branche multipliziert.

Wo wird der Firmenwert bilanziert?

Begriff. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist ein immaterieller Vermögensgegenstand im Anlagevermögen auf der Aktivseite (Aktiva) der Bilanz.

Wie wird der Firmenwert eines Einzelunternehmens ermittelt?

Der Firmenwert eines Einzelunternehmens ist der immaterielle Mehrwert, der über die reinen Sachwerte hinausgeht (Kundenstamm, Ruf, Organisation) und wird oft durch Faustformeln (Gewinn x Multiplikator) oder professionelle Bewertungsmethoden (Ertrags-, Substanzwertverfahren) ermittelt, um eine faire Bewertung für Kauf, Verkauf oder Nachfolge zu finden, wobei subjektive Faktoren eine große Rolle spielen und es keinen einzigen „objektiven“ Wert gibt. Beim Verkauf kann ein Freibetrag von 45.000 € (bis 180.000 € Verkaufspreis) steuerliche Vorteile bringen.
 

Wie wird der Geschäfts- oder Firmenwert berechnet?

Ein Geschäfts- oder Firmenwert (GoF) ist die Differenz zwischen dem Betrag, den der Unternehmer bereit ist zu zahlen und der Summe aller Vermögensgegenstände abzüglich aller Schulden (§ 246 Abs. 1 Satz 4 HGB).

Wie wird der Firmenwert abgeschrieben?

Die Abschreibung des Firmenwerts (Goodwill) ist steuerlich grundsätzlich über 15 Jahre (§ 7 EStG) vorzunehmen, während sie handelsrechtlich oft über 10 Jahre oder eine geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben wird, was zu Unterschieden (latente Steuern) führen kann. Es dürfen nur entgeltlich erworbene Firmenwerte aktiviert und abgeschrieben werden (keine selbst geschaffenen), und eine außerplanmäßige Abschreibung bei dauerhafter Wertminderung ist möglich.
 

Wie bucht man Firmenwert?

Ein entgeltlich erworbener (derivativer) Geschäfts- oder Firmenwert hingegen ist als Vermögensgegenstand sowohl in der Handels- als auch in der Steuerbilanz zu erfassen. Insoweit besteht Übereinstimmung. Die Buchung erfolgt auf das Konto "Geschäfts- oder Firmenwert" 0035 (SKR 03) bzw. 0150 (SKR 04).

Wie lange dauert die Abschreibung eines Firmenwerts?

Für den entgeltlich erworbenen Firmenwert besteht steuerrechtlich nach § 5 Abs. 2 EStG Aktivierungspflicht. Dabei handelt es sich um ein abnutzbares Wirtschaftsgut des Anlagevermögens (15 Jahre Nutzungsdauer).

Wie wirkt sich Abschreibung auf die Bilanz aus?

Auf der Aktivseite der Bilanz verringern Abschreibungen den Posten des Anlagevermögens, denn die Restbuchwerte der Vermögensgegenstände schrumpfen jährlich um die Abschreibungsbeträge. Der Wertverlust schmälert die Bilanzsumme.

Ist der Firmenwert abnutzbar?

Der Firmenwert ist nicht abnutzbar, sondern kann wie andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer nur außerplanmäßig abgeschrieben werden (Impairment only-approach). Die Werthaltigkeit wird durch den Impairmenttest überprüft.

Wie steuert man den Verkauf einer GmbH durch eine Holdinggesellschaft?

Verkauf der GmbH durch eine Holdinggesellschaft

Wird die Tochtergesellschaft (also die GmbH) von der Holding verkauft, greift eine besonders günstige steuerliche Regelung: 95% des Veräußerungsgewinns bleiben steuerfrei, und nur 5% müssen auf Ebene der Holdinggesellschaft versteuert werden.