Wird Altersteilzeit staatlich gefördert?

Gefragt von: Frau Prof. Emmi Hecht B.Sc.
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Es gibt keinen direkten staatlichen Zuschuss mehr für die Altersteilzeit seit Ende 2009, aber eine indirekte Förderung über Steuervergünstigungen (Progressionsvorbehalt) und steuerfreie Arbeitgeber-Zuschüsse zur Rentenversicherung, die den Übergang in die Rente finanziell absichern sollen. Der Arbeitgeber zahlt mindestens 20 % des Entgelts auf, zahlt zusätzlich Rentenversicherungsbeiträge (auf 80 % des Vollzeitgehalts), was steuer- und abgabenfrei ist, um Rentenverluste zu vermeiden.

Wird Altersteilzeit vom Staat gefördert?

Nein, die staatliche Förderung für neue Altersteilzeit-Verträge gibt es in Deutschland seit 2010 nicht mehr; die Bundesagentur für Arbeit unterstützt nur noch Altfälle, die vor 2010 begonnen wurden. Heute basiert Altersteilzeit auf freiwilligen Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, oft geregelt durch Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen, wobei der Arbeitgeber den Mehraufwand trägt, um einen gleitenden Übergang in die Rente zu ermöglichen.
 

Was zahlt der Staat bei Altersteilzeit?

Wie berechnet sich das Gehalt bei der Altersteilzeit? Bei der Altersteilzeit wird das Gehalt halbiert und vom Arbeitgeber um 20 Prozent des reduzierten Gehalts aufgestockt. Der Aufstockungsbetrag ist steuer- und sozialabgabenfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt 1 .

Ist Altersteilzeit gefördert?

Ein Teil des Gehalts, das sogenannte Altersteilzeitgeld, doch durch das Arbeitsmarktservice (AMS) finanziert. So erhalten Unternehmen, die ältere Mitarbeiter in Altersteilzeit schicken, bis zu 30 Prozent des bisherigen Gehalts gefördert.

Wer finanziert die Altersteilzeit?

Bei Altersteilzeit zahlt der Arbeitnehmer ein reduziertes Gehalt, aber der Arbeitgeber zahlt einen Lohnzuschuss (Aufstockung) und stockt die Sozialversicherungsbeiträge auf (mind. 80 % der Beiträge zur Rentenversicherung), damit die Rentenansprüche nicht zu stark sinken, während der Arbeitnehmer nur die Hälfte der Arbeit leistet. Der Aufstockungsbetrag des Arbeitgebers ist steuer- und beitragsfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. 

Altersteilzeit - Wieviel weniger Rente?

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Was kostet dem Arbeitgeber die Altersteilzeit?

Für Arbeitgeber bedeutet Altersteilzeit eine finanzielle Mehrbelastung durch die volle Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) auf Basis des Vollzeitentgelts und einen Aufstockungsbetrag (mind. 20 % des Teilzeitgehalts), der steuer- und abgabenfrei ist, aber dem Progressionsvorbehalt unterliegt. Die wichtigsten Kostenpunkte sind Rentenversicherungsbeiträge (Arbeitgeberanteil + Arbeitnehmeranteil werden aufgerundet) und der Gehaltszuschuss, wodurch Renteneinbußen reduziert werden, aber die direkten Kosten steigen, zusätzlich zum reduzierten Lohn des Arbeitnehmers.
 

Welche Nachteile hat die Altersteilzeit?

Die Hauptnachteile der Altersteilzeit sind geringere Rentenansprüche durch niedrigere Beiträge, trotz Aufstockung, und reduzierte Nettogehälter im Vergleich zur Vollzeit, was finanzielle Engpässe verursachen kann; zudem sind Arbeitgeber nicht zur Altersteilzeit verpflichtet, und es gibt steuerliche Fallstricke durch den Progressionsvorbehalt, der höhere Steuern auf das übrige Einkommen bedeuten kann. 

Welche Kosten trägt der Arbeitgeber bei Altersteilzeit?

Höhe der Sozialversicherungsbeiträge

Die Arbeitgeber:innen entrichten die Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung) auf Grundlage der Arbeitszeit vor Beginn der Altersteilzeit.

Wann wird die Altersteilzeit abgeschafft?

Nein, Altersteilzeit (ATZ) wurde nicht komplett abgeschafft, aber die staatliche Förderung endet schrittweise und der gesetzliche Anspruch läuft aus, weshalb sie seltener wird und nur noch individuell mit dem Arbeitgeber vereinbart werden kann, oft über Tarifverträge (wie im öffentlichen Dienst, wo Regelungen auslaufen). In Österreich wird die geblockte ATZ bis 2029 abgeschafft. Für Anträge in Deutschland ist der 31. Dezember 2025 die Frist.
 

Was ändert sich bei der Altersteilzeit ab 2026?

Ab 2026 gibt es in Österreich deutliche Änderungen bei der Altersteilzeit: Die maximale Bezugsdauer wird schrittweise auf 3 Jahre verkürzt, der staatliche Lohnausgleich sinkt vorübergehend von 90 % auf 80 %, und es gilt ein strengeres Verbot für Nebentätigkeiten, was zu erheblichen Kürzungen der Leistungen und Rückforderungen führen kann, wenn die neuen Regeln missachtet werden. Auch die Zugangsvoraussetzungen (Beschäftigungsjahre) werden angehoben. 

Was ist besser, Altersteilzeit oder Rente mit 63?

Besser ist nicht pauschal zu sagen, es hängt von Ihren individuellen Voraussetzungen ab: Die Rente mit 63 ermöglicht einen früheren, aber oft mit Abschlägen verbundenen Start in die Rente, während die Altersteilzeit einen sanfteren Übergang bietet, bei dem Sie die Arbeitszeit reduzieren und der Arbeitgeber Rentenbeiträge aufstockt, was geringere Rentenkürzungen oder sogar eine abschlagsfreie Rente ermöglichen kann, besonders bei 45 Beitragsjahren. Die Altersteilzeit ist vorteilhaft, wenn Sie die Zeit bis zur abschlagsfreien Rente überbrücken wollen, die Rente mit 63 ist besser, wenn Sie die volle Flexibilität wollen und nötige Jahre (45) erfüllt haben, um Abschläge zu vermeiden.
 

Wie viele Rentenpunkte gibt es bei Altersteilzeit?

Mit dem Durchschnittsverdienst hat er vor der Altersteilzeit jährlich genau einen Entgeltpunkt (im Folgenden: EP) in der gesetzlichen Rentenversicherung erworben. Mit Beginn der Altersteilzeit sinkt der zukünftige Zuwachs an Entgeltpunkten auf 90% des bisherigen Niveaus (d.h. von 1 EP auf 0,9 EP jährlich).

Wie lange darf man bei Altersteilzeit krank sein?

In der Arbeitsphase der Altersteilzeit gilt zunächst die normale 6-wöchige Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber; danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld, das jedoch niedriger ist, da es nur auf dem halbierten Entgelt (ohne Aufstockung) basiert. Längere Krankheiten können die Arbeitsphase verlängern und die Freistellungsphase verkürzen, wenn die Differenz (oft die Hälfte der Krankheitstage) nachgearbeitet werden muss, es sei denn, der Arbeitgeber stockt freiwillig auf, um die Altersteilzeit ohne Verschiebung zu ermöglichen. Eine Krankheit in der Freistellungsphase hat keine Auswirkungen auf das Guthaben. 

Welche Form der Altersvorsorge ist staatlich gefördert?

Wenn Sie sich für eine Altersvorsorge in Form einer Riester-Rente oder Rürup- bzw. Basis-Rente entscheiden, können Sie vom Staat eine Förderung erhalten.

Ist Altersteilzeit zu empfehlen?

Ja, Altersteilzeit lohnt sich oft, besonders wenn der Arbeitgeber aufstockt, da sie einen sanften Übergang in die Rente ermöglicht mit nur geringen Renteneinbußen und mehr Freizeit, da Arbeitnehmer fast das volle Gehalt (ca. 70-90%) erhalten, während Rentenbeiträge auf Basis des Vollzeitgehalts gezahlt werden, was langfristig besser ist als eine Rente mit Abschlägen. Es erfordert jedoch eine genaue Planung, da der Arbeitgeber zustimmen muss und es individuelle Vor- und Nachteile gibt. 

Wie wirkt sich Altersteilzeit auf die gesetzliche Rente aus?

Die Altersteilzeit muss so vereinbart werden, bis von der Altersteilzeit ein Übergang in eine – auch geminderte – Altersrente (zumindest theoretisch) möglich ist. Welche Altersrente in Anspruch genommen werden kann, hängt von den Voraussetzungen für die Rente ab.

Wie lange wird es noch Altersteilzeit geben?

Die Möglichkeit zur Inanspruchnahme von Altersteilzeit wird bis zum 31. Dezember 2025 verlängert. Das bedeutet, dass Beamt*innen, die erwägen, in Altersteilzeit zu gehen, sich im Laufe des Jahres 2025 entscheiden müssen. Denn für eine Altersteilzeit ab dem Jahr 2026 ist der Antragszeitpunkt endgültig auf den 31.

Kann ich mit 63 Jahren in Altersteilzeit gehen?

Ja, mit 63 können Sie in Altersteilzeit gehen, wenn Ihr Arbeitgeber dies anbietet und Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen (mind. 55 Jahre alt, mind. 3 Jahre in den letzten 5 Jahren versicherungspflichtig beschäftigt gewesen) und die Altersteilzeit bis zum frühestmöglichen Rentenbeginn (oft mit 63 oder 64) läuft; allerdings drohen dann Rentenabschläge, da Sie vor der regulären Regelaltersgrenze (oft 67) in Rente gehen, es sei denn, Sie haben die Wartezeit für die abschlagsfreie Rente erfüllt (oft 45 Jahre). 

Was ändert sich bei der Altersteilzeit 2026 in Deutschland?

Für Deutschland gibt es 2026 keine großen, plötzlichen Umwälzungen bei der Altersteilzeit, sondern eher die Fortführung des Trends zur Flexibilisierung und die Anpassung an die Rente mit 63/67. Wichtige Änderungen betreffen das Betriebsrentengesetz, wonach ab 2026 der Anspruch auf eine Betriebsrente auch bei Bezug einer Teilrente (statt nur Vollrente) bestehen soll, was mehr Flexibilität schafft. Zudem gibt es in einigen Sektoren (wie bei der Telekom) Endpunkte für Anträge, während die schrittweise Verkürzung der Altersteilzeit in Österreich eine Parallele darstellt, die auch die deutsche Debatte beeinflusst. 

Was sind die Nachteile von Altersteilzeit?

Die Hauptnachteile der Altersteilzeit sind geringere Rentenansprüche durch niedrigere Beiträge, trotz Aufstockung, und reduzierte Nettogehälter im Vergleich zur Vollzeit, was finanzielle Engpässe verursachen kann; zudem sind Arbeitgeber nicht zur Altersteilzeit verpflichtet, und es gibt steuerliche Fallstricke durch den Progressionsvorbehalt, der höhere Steuern auf das übrige Einkommen bedeuten kann. 

Wie lange gibt es noch Altersteilzeit?

Die Dauer der Altersteilzeit (kontinuierliches Altersteilzeit-Modell) wird somit von 5 auf 3 Jahre reduziert. Die Reduktion erfolgt schrittweise: Im Jahr 2026 sind noch 4,5 Jahre möglich, 2027 noch 4 Jahre, 2028 noch 3,5 Jahre und ab 2029 schließlich 3 Jahre.

Hat Altersteilzeit Auswirkungen auf die Pension?

Auf die Höhe von Abfertigung und Pension hat Altersteilzeit keine Auswirkungen (im Gegensatz zu einer „normalen“ Teilzeitbeschäftigung). Denn die Beiträge zur Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung werden vom Dienstgeber in der bisherigen Höhe weiterbezahlt.

Wie hoch ist der Verlust bei Altersteilzeit?

Zweiter finanzieller Vorteil der Altersteilzeit

Der Verlust von 1,8 Entgeltpunkten und damit von rund 65,- € brutto bei der Regelaltersrente hält sich also in Grenzen. Würden nur Rentenversicherungsbeiträge für 50 % des Vollzeitentgelts gezahlt, läge der Verlust bei rund 162,- € brutto.

Ist Altersteilzeit ab 50 Jahren möglich?

Fazit: Altersteilzeit bietet nahtlosen Übergang

Die Altersteilzeit bietet einen gleitenden Übergang von der Vollzeitbeschäftigung in den Ruhestand, indem Sie Ihre Arbeitszeit auf 50 Prozent reduzieren können. Diese Regelung steht Ihnen ab dem 55.

Welche Alternativen gibt es zur Altersteilzeit?

Als Ersatz für die ehemalige Altersteilzeit hat der Gesetzgeber 2009 mit dem Flexi-II-Gesetz die Möglichkeit von Zeitwertkonten geschaffen. Mit Zeitwertkonten* kann Arbeitszeit über einen langen Zeitraum angespart und später als Freizeit genutzt werden.