Wird die Privatinsolvenz ab Juli 2025 wieder auf 6 Jahre verlängert?

Gefragt von: Frau Prof. Martina Beier B.A.
sternezahl: 4.2/5 (19 sternebewertungen)

Nein, die Privatinsolvenz wird nicht wieder auf 6 Jahre verlängert; die Verkürzung auf dauerhaft 3 Jahre gilt seit dem 1. Juli 2025. Die frühere Befristung auf 2025 ist ausgelaufen, und die Bundesregierung hat beschlossen, die 3-Jahres-Regel beizubehen, die seit Oktober 2020 gilt. Ausnahmen bestehen für Zweitverfahren (5 Jahre) oder wenn Restschuldbefreiung nach dem 30. September 2020 erteilt wurde (5 Jahre).

Was ändert sich 2025 bei der Privatinsolvenz?

Für 2025 bleibt die Verkürzung der Privatinsolvenz auf 3 Jahre bestehen, entgegen früherer Diskussionen über eine Rückkehr zu 6 Jahren; die Befristung der 3-Jahres-Regel für Verbraucher endete zwar am 30.06.2025, aber das Gesetz wurde angepasst, sodass die verkürzte Dauer auch danach gilt. Wichtig ist auch die Erhöhung des Pfändungsfreibetrags zum 1. Juli 2025 auf ca. 1.559,99 €. 

Wird die Privatinsolvenz wieder verlängert?

Im Juli 2024 hat die Bundesregierung endgültig bestätigt, dass die Dauer der Privatinsolvenz in Deutschland dauerhaft bei drei Jahren bleibt. Die zwischenzeitliche Diskussion über eine mögliche Verlängerung ist damit vom Tisch.

Wie lange dauert die Privatinsolvenz 2025?

Die Dauer der Privatinsolvenz beträgt seit der Reform 2020 in Deutschland in der Regel 3 Jahre für Verfahren, die ab dem 1. Oktober 2020 beantragt wurden, und diese Verkürzung bleibt auch 2025 bestehen, entgegen mancher Unsicherheiten. Sie müssen in dieser Zeit die „Wohlverhaltensphase“ durchlaufen, in der Sie Ihren Pflichten nachkommen (Erwerbsobliegenheit, Abgabe des pfändbaren Einkommens) und können bei besonders gutem Verhalten sogar schon früher schuldenfrei werden.
 

Was passiert, wenn die 6 Jahre Insolvenzphase vorbei ist?

In den meisten Fällen dauert die Wohlverhaltensphase der Privatinsolvenz 6 Jahre. Was passiert nach diesen 6 Jahren? Wenn sich der Schuldner während des gesamten Verfahrens redlich verhalten hat, erteilt ihm das Insolvenzgericht die Restschuldbefreiung. Dann ist er nach diesen 6 Jahren schuldenfrei.

Wird die Insolvenz von 3 auf 6 Jahre verlängert? Stimmt das oder Fake News?

15 verwandte Fragen gefunden

Wann bekomme ich nach einer Privatinsolvenz wieder einen Kredit?

Nach der Restschuldbefreiung kann man grundsätzlich wieder Kredite aufnehmen, aber erst nach einer gewissen Wartezeit, da die Schufa-Daten erst nach 6 Monaten gelöscht werden und der Vermerk über die Restschuldbefreiung noch 3 Jahre bestehen bleibt, was zu schlechteren Konditionen führt, aber Kredite mit gutem Einkommen und geringen neuen Schulden sind oft schon früher möglich, wobei von neuen, unnötigen Krediten abgeraten wird, um eine erneute Insolvenz zu vermeiden. 

Wie viele Jahre müssen zwischen zwei Insolvenzen liegen?

Sollte eine zweite Insolvenz beantragt werden müssen verlängert sich die Laufzeit auf fünf Jahre. Die Frist einen neuen Antrag stellen zu können, verlängert sich von 10 auf 11 Jahre.

Kann eine Privatinsolvenz verlängert werden?

Ja, die Dauer eines zweiten Verfahrens verlängert sich, wenn die Restschuldbefreiung bereits einmal erlangt worden ist. Für Zweitverfahren gilt eine Dauer von 5 Jahren, wenn dem Schuldner auf Grundlage eines nach dem 30. September 2020 gestellten Antrags bereits einmal Restschuldbefreiung erteilt worden ist.

Wie viele Privatinsolvenzen gibt es 2025?

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 gab es insgesamt 57 824 Verbraucherinsolvenzen. Das waren 8,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Im September 2025 wurden 6 123 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Das waren 7,9 % mehr als im September 2024.

Wo erfahre ich, ob ein Insolvenzverfahren abgeschlossen ist?

Mit einem Abschluss des Verfahrens ist erst in mehreren Jahren (nicht vor Ende 2017) zu rechnen. Entscheidungen des Insolvenzgerichtes werden im Internet (www.insolvenzbekanntmachungen.de) veröffentlicht und können dort eingesehen werden.

Was passiert nach dem Schlusstermin der Privatinsolvenz?

Nach der Privatinsolvenz kommt die Restschuldbefreiung, die nach einer dreijährigen Wohlverhaltensphase erteilt wird, wobei die meisten alten Schulden erlassen werden, Gläubiger diese nicht mehr einfordern können und Sie finanziell neu starten können, aber der negative Schufa-Eintrag noch eine Weile bleibt und Ausnahmen wie Geldstrafen oder neue Schulden bestehen bleiben. 

Kann man ein zweites Mal Privatinsolvenz machen?

Ja, man kann mehrmals in Privatinsolvenz gehen, da es keine gesetzliche Höchstgrenze gibt, aber es gelten strenge Sperrfristen, insbesondere bei einer erneuten Restschuldbefreiung nach der ersten – meist 11 Jahre nach der ersten Restschuldbefreiung, und die Wohlverhaltensphase im zweiten Verfahren dauert länger (5 Jahre). 

Ist es möglich, die Dauer einer Privatinsolvenz zu verkürzen?

Um die Privatinsolvenz zu verkürzen, gibt es zwei Hauptwege: Entweder durch einen Insolvenzplan, der eine Entschuldung in 6-12 Monaten ermöglichen kann, oder durch die neue Regelung, die alle ab dem 01.10.2020 beantragten Verfahren auf drei Jahre verkürzt, ohne dass eine Mindestquote gezahlt werden muss. Für ältere Verfahren (vor 2020) gelten andere Regeln, bei denen eine 35% Quote oder die Verfahrenskosten oft notwendig sind, um auf 3 oder 5 Jahre zu verkürzen. In jedem Fall muss ein Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung beim Insolvenzgericht gestellt werden. 

Wie hoch ist der Selbstbehalt bei Privatinsolvenz 2025?

Der Selbstbehalt bei der Privatinsolvenz (Pfändungsschutz) wurde zum 1. Juli 2025 auf 1.555 € (für Ledige ohne Unterhaltspflicht) bzw. 1.560 € (P-Konto) erhöht, wobei für Unterhaltspflichtige höhere Beträge gelten (z.B. 2.149,99 € für die erste unterhaltsberechtigte Person). Dieser Betrag ist der monatliche Grundfreibetrag, der dem Schuldner zum Leben bleiben muss, bevor Einkommen gepfändet werden darf. 

Was passiert mit laufenden Verträgen bei Insolvenzverfahren?

Wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, bestehen offene Vertragsverhältnisse zwischen dem Insolvenzschuldner und seinen Gläubigern. Der Regelfall sieht so aus, dass lediglich der Vertragspartner seinen Teil des Vertrages bereits erfüllt hat, wohingegen der Schuldner seine Vertragspflicht noch schuldet.

Wo finde ich die Pfändungsschutztabelle für 2025?

Die Pfändungstabelle 2025 wurde zum 1. Juli 2025 angepasst: Der grundlegende unpfändbare Betrag (Sockelbetrag) für eine Einzelperson ohne Unterhaltspflichten stieg von 1.499,99 € auf 1.559,99 € (oft auf 1.560 € gerundet), mit zusätzlichen Freibeträgen für Unterhaltsberechtigte. Diese Tabelle, gültig bis 30. Juni 2026, legt fest, wie viel vom Nettoeinkommen bei Lohn- oder Kontopfändungen geschützt ist, wobei höhere Einkommen zu einem steigenden pfändbaren Anteil führen.
 

Wie hoch ist die Insolvenzprognose für 2025?

Aktueller Stand: +13,4 % mehr Regelinsolvenzen im Juli 2025 als im Vorjahresmonat. 2.197 Unternehmensinsolvenzen im Juli (höchster Wert seit 2013) Prognose 2025: über 22.000 Insolvenzen insgesamt – rund 60 pro Tag.

Wo sind die meisten Privatinsolvenzen in Deutschland?

Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 10,1 Fällen. Danach folgte das Baugewerbe mit 8,9 Fällen sowie das Gastgewerbe mit 8,2 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Wie oft kann man Privatinsolvenz sein?

Grundsätzlich: Ja, eine zweite Privatinsolvenz ist möglich!

Nach deutschem Insolvenzrecht ist es nicht ausgeschlossen, erneut Privatinsolvenz anzumelden. Es gibt jedoch Wartefristen, die darüber entscheiden, wann eine erneute Restschuldbefreiung überhaupt beantragt werden kann.

Welche Neuregelungen gibt es 2025 für Privatinsolvenz?

Einkommen zwischen der Freigrenze und dem Höchstbetrag wird nur anteilig gepfändet. Jeder Euro, der über dem Höchstbetrag liegt, wird dann jedoch vollständig gepfändet. Die Pfändungsfreigrenze 2025 liegt seit dem 01.07.2025 bei € 1.559,99. Der Freibetrag wird am 01.07.2026 erhöht werden.

Kann eine Privatinsolvenz länger als 6 Jahre dauern?

Dezember 2020 beschlossen, dass Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre zu verkürzen. Ab sofort dauern Privatinsolvenzen und Regelinsolvenzen daher für alle nur noch maximal drei Jahre!

Welche Schulden werden bei Privatinsolvenz nicht erlassen?

Bei einer Privatinsolvenz werden hauptsächlich Schulden aus vorsätzlichen unerlaubten Handlungen (wie Betrug), Geldstrafen und Bußgelder, vorsätzlich nicht gezahlter Unterhalt sowie alle neuen Schulden, die nach der Insolvenzeröffnung entstehen, nicht erlassen. Auch bestimmte Steuerschulden, wenn sie aus Steuerstraftaten resultieren, bleiben bestehen. 

Kann man die Dauer eines Privatinsolvenzverfahrens verlängern?

Verfahren und Voraussetzungen zur Restschuldbefreiung

- Nach dem Motto: nichts ist umsonst, sind andere Regelungen verschärft. Der Zeitraum, der zwischen dem abgeschlossenen Insolvenzverfahren und einer erneuten Insolvenz liegen muss, ist auf 11 Jahre verlängert (nach altem Recht waren dies 10 Jahre).

Ist es möglich, ein zweites Mal Privatinsolvenz zu beantragen?

Ja, eine zweite Privatinsolvenz ist in Deutschland grundsätzlich möglich, aber an strenge Sperrfristen gebunden, die je nach vorherigem Verfahren (erfolgreich beendet oder Restschuldbefreiung versagt) variieren: Nach einer erteilten Restschuldbefreiung muss man oft 10 bis 11 Jahre warten, bis man erneut einen Antrag stellen kann, und das zweite Verfahren dauert dann 5 Jahre statt 3. Bei Versagung der Restschuldbefreiung sind die Fristen kürzer, meist 3 oder 5 Jahre. Wichtig: Es gibt keine Höchstanzahl, aber Sperrfristen verhindern eine sofortige Wiederholung.
 

Kann ich nach einer Privatinsolvenz bei der Sparkasse einen Kredit aufnehmen?

Nach einer Privatinsolvenz kann eine Kreditaufnahme bei der Sparkasse (oder anderen Banken) möglich, aber anfangs schwierig sein, da negative Schufa-Einträge bestehen bleiben, bis sie nach der Restschuldbefreiung nach etwa 6 Monaten gelöscht werden. Wichtig sind ein geregeltes Einkommen, die Vorlage eines soliden Finanzplans (Haushaltsrechnung) und eventuell ein Bürge, um die Bonität zu stärken, wobei die Sparkasse die Kreditwürdigkeit genau prüfen wird.