Wird die Riester-Rente auf die Grundrente angerechnet?

Gefragt von: Herr Prof. Dr. Igor Gerlach
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Ja, die Riester-Rente wird grundsätzlich auf die Grundrente angerechnet, da sie als Einkommen zählt, aber es gibt erhebliche Freibeträge: Seit 2018 bleiben mindestens 100 € monatlich vollständig anrechnungsfrei, und von dem Betrag, der diese 100 € übersteigt, werden zusätzlich 30 % nicht angerechnet. Diese Regelung soll die private Altersvorsorge fördern, indem sie einen größeren Teil der Riester-Rente als zusätzliches Einkommen ermöglicht, bevor die Grundsicherung gekürzt wird.

Wird die Riester-Rente auf die gesetzliche Rente angerechnet?

Nein, die Riester-Rente wird nicht direkt von der gesetzlichen Rente abgezogen, sondern ist eine zusätzliche private Altersvorsorge, die zu Ihrer gesetzlichen Rente hinzukommt, um die Rentenlücke zu schließen. Sie erhalten beide Rentenarten parallel. Bei Bezug von Grundsicherung im Alter wird die Riester-Rente seit 2018 jedoch nur noch teilweise auf die Grundsicherung angerechnet (ein Freibetrag von 100 € plus 30 % des Mehrbetrags). 

Was wird für die Grundrente angerechnet?

Bei dem Grundrentenzuschlag werden das zu versteuernde Einkommen, der steuerfreie Teil der Rente sowie Kapitalerträge angerechnet. Der Grundrentenzuschlag selbst zählt nicht zum Einkommen.

Was zählt nicht zur Grundrente?

Nicht zu den Grundrentenzeiten zählen: Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld I und II, Zeiten der Schulausbildung, die sogenannte Zurechnungszeit (fiktiv verlängerter Lebenslauf zur Erhöhung einer Erwerbsminderungsrente) sowie freiwillige Beiträge.

Ist eine Riester-Rente von 100 Euro monatlich anrechnungsfrei?

Wer im Alter auf staatliche Grundsicherung angewiesen ist, hat Anspruch auf einen Freibetrag für eine Riester-Rente. Seit 2018 bleibt eine Rente in Höhe von mindestens 100 Euro monatlich anrechnungsfrei.

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Welche Abzüge gibt es bei der Auszahlung der Riester-Rente?

Wie alle Renteneinkünfte wird auch die Riesterrente bei Auszahlung besteuert. Der Umfang der Besteuerung richtet sich danach, ob Ihre eingezahlten Beiträge durch die Altersvorsorgezulage und/oder den zusätzlichen Sonderausgabenabzug gefördert oder nicht gefördert waren.

Was passiert mit Riester, wenn ich sterbe?

Bei Tod des Riester-Sparers geht das Guthaben an Begünstigte, meist Ehepartner oder Kinder, wobei Zulagen erhalten bleiben, wenn das Kapital in einen eigenen Vertrag fließt; ansonsten müssen Förderungen an den Staat zurückgezahlt werden; in der Rentenphase sichert eine vereinbarte Rentengarantiezeit die Weiterzahlung an den Partner, was idealerweise einen Witwen- oder Waisenrentenanspruch ersetzt, aber auch ohne Garantie vererbt werden kann, wenn die Bedingungen erfüllt sind. 

Wann entfällt der Grundrentenzuschlag?

80 Prozent des Durchschnittsverdienstes sind im Jahr 2023 zum Beispiel rund 2.876 Euro brutto im Monat. Liegt das durchschnittliche Einkommen des gesamten Berufslebens bei 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes oder darüber, kann der Grundrentenzuschlag nicht gezahlt werden.

Welche Einnahmen zählen als anrechenbares Einkommen?

Anrechnung von Einkommen und Vermögen

  • Arbeitslosengeld.
  • Krankengeld.
  • Erwerbseinkünfte.
  • Einkünfte aus Selbstständigkeit.
  • Kindergeld.
  • Renten.
  • Unterhaltszahlungen.
  • Steuererstattungen, Zinseinkünfte.

Wie hoch ist die Grundrente, wenn man noch nie gearbeitet hat?

Nicht zum Einkommen zählen: 30 Prozent des Einkommens aus selbstständiger/nichtselbstständiger Tätigkeit, höchstens 50 Prozent der Regelbedarfsstufe 1. Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz.

Wie viel Rente darf man haben, um die Grundrente zu bekommen?

Vereinfacht gesagt kann eine Grundrente gezahlt werden, wenn die ausgezahlte Rente nach 45 Jahren Beitragszahlung aus Erwerbstätigkeit unter 1.280 Euro liegt, bei 40 Beitragsjahren unter 1.144Euro. Eine genauere Beschreibung zur Berechnung ist in der folgenden Antwort erläutert.

Welche Jahre zählen für die Grundrente?

Für die Grundrente zählen mindestens 33 Jahre ("Grundrentenzeiten"), in denen Sie Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld bezogen haben, oder Wehr-/Zivildienst geleistet haben. Diese Zeiten werden aufsummiert, um einen Zuschlag zu erhalten; ab 35 Jahren gibt es den Zuschlag in voller Höhe. 

Wie hoch ist der monatliche Grundbedarf für Rentner?

Je nach Familienstand und Haushaltsführung gibt es drei in der Höhe unterschiedliche Regelbedarfsstufen. Alleinstehende und Alleinerziehende erhalten ab dem 1. Januar 2024 monatlich 563 Euro, wenn sie einen eigenen Haushalt führen. Das entspricht der Regelbe darfsstufe 1.

Was sind die Nachteile der Riester-Rente?

Die Hauptnachteile der Riester-Rente sind hohe Kosten, geringe Rendite aufgrund dieser Kosten und Inflation, geringe Flexibilität (Kapitalbindung bis zur Rente) sowie die nachgelagerte Besteuerung im Alter, die oft die staatlichen Zulagen schmälert, wobei Verträge kompliziert und die Kündigung verlustreich sein kann. Viele Kritiker sehen sie als ineffizient und nicht mehr lohnenswert an, besonders im Vergleich zu Alternativen wie ETFs. 

Wird die Riester-Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet?

Durch den neuen Freibetrag in der Grundsicherung lohnt sich die Riester-Rente nun auch für Geringverdiener*innen, denn die monatliche Riester-Rente wird nicht mehr komplett auf die Grundsicherung angerechnet: 100 Euro Ihrer Riester-Rente sind grundsätzlich anrechnungsfrei.

Kann ich mir die Riester-Rente komplett auszahlen lassen?

Nein, eine vollständige Auszahlung der Riester-Rente ist grundsätzlich nicht möglich, da sie als lebenslange Rente konzipiert ist; Sie können sich aber bis zu 30 % als Einmalzahlung auszahlen lassen und der Rest wird verrentet, es sei denn, die monatliche Rente wäre eine Kleinbetragsrente (unter 1 % der Bezugsgröße), dann geht auch eine vollständige Auszahlung. Eine vorzeitige Kündigung vor Rentenbeginn ist möglich, aber förderschädlich, da alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen, was oft zu Verlusten führt.
 

Welches Einkommen wird nicht angerechnet?

Renten und andere Einkommen

Einige Einkommen werden dagegen nicht auf das Bürgergeld angerechnet. Dazu zählen beispielsweise die Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz, das Blindengeld oder das Pflegegeld bei Vollzeitpflege.

Welches Einkommen zählt für die Rentenberechnung?

Das indiviudelle Jahreseinkommen wird durch das durchschnittliche jährliche Einkommen aller Versicherten geteilt. Dieses Durchschnittsentgelt liegt aktuell bei 50.493 € brutto im Jahr. Wer im Schnitt liegt, erzielt pro Jahr einen Entgeltpunkt (1,0). Hiermit werden Zu- und Abschläge bei Ihrer Rentenberechnung berechnet.

Ist die Kfz-Versicherung für Grundsicherungsempfänger anrechenbar?

Bei Grundsicherung (SGB XII) werden die Beiträge zur KFZ-Haftpflichtversicherung als Einkommensabzug berücksichtigt, ähnlich einer Pauschale, wodurch das Einkommen für die Berechnung der Leistung niedriger ausfällt – das Sozialamt zahlt es quasi indirekt. Das Auto selbst gilt als Schonvermögen, wenn es als „angemessen“ eingestuft wird (oft bis ca. 7.500 € Verkehrswert, aber Einzelfallprüfung möglich), und wird nicht verwertet, was auch die Finanzierung der Versicherung erleichtert. 

Wird die Grundrente jedes Jahr neu überprüft?

Wie die Deutsche Rentenversicherung mitteilt, wird zum 1. Januar jedes Jahres neu geprüft, ob sich die Höhe des Grundrentenzuschlages aufgrund des anzurechnenden Einkommens verändert.

Kann eine bestehende Rente gekürzt werden?

Ja, eine bestehende Rente kann gekürzt werden, aber nicht einfach pauschal oder aus der Haushaltslage des Bundes; Kürzungen erfolgen nur im Einzelfall bei Fehlern, bei der Verrechnung von Krankenkassen-Zusatzbeiträgen oder bei bestimmten Vorsorgeeinrichtungen (Pensionskassen), die freiwillige Erhöhungen zurücknehmen müssen. Die gesetzliche Rente selbst ist durch die Rentengarantie geschützt und kann nicht wegen der Haushaltslage gekürzt werden. 

Ist es möglich, die Grundrente mit 63 Jahren zu beziehen?

Ja, eine Grundrente ist auch bei einem Rentenbezug mit 63 möglich, aber meist mit Abschlägen verbunden (Altersrente für langjährig Versicherte, 35 Jahre Wartezeit) oder unter bestimmten Voraussetzungen (Altersrente für besonders langjährig Versicherte, 45 Jahre, steigt schrittweise an). Die Grundrente selbst ist ein Zuschlag auf die Rente, den man bekommt, wenn man lange gearbeitet, aber wenig verdient hat, und wird automatisch von der Deutschen Rentenversicherung geprüft und gezahlt, wenn die Voraussetzungen (33+ Jahre „Grundrentenzeiten“, Einkommensgrenzen) erfüllt sind – unabhängig vom Renteneintrittsalter, solange man die 35 Jahre Wartezeit erreicht hat. 

Was soll ich mit meiner Riester-Rente machen?

Was Sie mit Ihrer Riester-Rente machen, hängt von Ihrer Situation ab: Sie können sie beitragsfrei stellen, den Anbieter wechseln, in eine Immobilie investieren (Wohn-Riester), den Vertrag ruhen lassen, kündigen (oft nicht empfohlen, da Förderungen wegfallen) oder in der Auszahlphase 30 % als Einmalzahlung entnehmen und den Rest als lebenslange Rente beziehen. Am besten prüfen Sie Ihre Optionen bei Ihrer Anbieter-Hotline oder einer Verbraucherzentrale, besonders im Hinblick auf künftige Reformen (wie z.B. förderfähige Altersvorsorgedepots, siehe). 

Was steht mir als Ehefrau zu, wenn mein Mann stirbt?

Wenn Ihr Mann stirbt, stehen Ihnen als Ehefrau die Witwenrente (groß oder klein), das Sterbevierteljahr (Sofortzahlung) und ein gesetzlicher Erbteil zu, der je nach Situation (Kinder, Zugewinngemeinschaft) variiert, wobei die Witwenrente meist 55 % der Partnerrente beträgt, nach den ersten drei Monaten aber eigenes Einkommen angerechnet wird. 

Was passiert mit meiner Riester-Rente, wenn ich vor Rentenbeginn stirbe?

Stirbt man bei der Riester-Rente in der Ansparphase, geht das Guthaben an die Erben, aber die staatlichen Zulagen und Steuervorteile müssen meist zurückgezahlt werden, außer bei einer förderunschädlichen Übertragung auf den Ehe- oder Lebenspartner in dessen eigenen Riester-Vertrag (der auch neu abgeschlossen werden kann). Kinder können unter bestimmten Voraussetzungen (als Waisenrente) die Förderung behalten. Werden keine Vorkehrungen getroffen, geht das Guthaben an andere Erben oder es verfällt ggf. an die Gemeinschaft.