Wird Steuerrückzahlung auf Kindesunterhalt angerechnet?
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Die Steuererstattung wird in dem Jahr zum Einkommen hinzugerechnet, in dem sie dem Unterhaltsverpflichteten tatsächlich zufließt (Zuflussprinzip; BGH v. 24.10.1984 – IVb ZR 43/83, FamRZ 1985, 155, Rdnr.
Werden Steuerrückzahlungen beim Unterhalt angerechnet?
Steuererstattungen bzw. Steuernachzahlungen sind grundsätzlich bei der Bestimmung des unterhaltsrelevanten Einkommens und somit bei der Unterhaltsbemessung zu berücksichtigen. Sie wird monatsweise dem Einkommen im Jahr des Zuflusses zugerechnet.
Ist eine Steuerrückzahlung ein Einkommen?
Bei der Auszahlung einer Steuererstattung durch das Finanzamt handelt es sich um Einkommen im Sinne des § 11 Abs. 1 S. 1 SGB II. Die monatliche Anrechnung mit jeweils 1/12 des Erstattungsbetrags ist rechtlich nicht zu beanstanden.
Warum Steuerbescheid für Unterhaltsberechnung?
Mit der Vorlage des Einkommensteuerbescheides hat der Unterhaltspflichtige in der Regel seine Pflicht zur Auskunft über sein Einkommen noch nicht erfüllt. Erst in Verbindung mit der Einkommensteuererklärung kann der Unterhaltsberechtigte das unterhaltsrelevante Einkommen berechnen.
Was kann man als Vater vom Kindesunterhalt abziehen?
Abzugsfähig sind z.B.: Arbeitskleidung, Arbeitsmittel, Beiträge zu Berufsverbänden, vom Arbeitgeber nicht erstattete Fahrtkosten (0,42 Euro pro gefahrenem Kilometer hin und zurück, bei mehr als 30 Kilometern einfache Strecke 0,28 Euro für die Mehrkilometer), Gewerkschaftsbeiträge.
Unterhalt für volljährige Kinder - Kindesunterhalt ab 18
Was reduziert den Kindesunterhalt?
Kindesunterhalt wird reduziert, wenn das Kind eigenes Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung) hat, der Unterhaltspflichtige hohe berufsbedingte Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel) hat, er sich erheblich an der Betreuung beteiligt (nur bei Minderjährigen), oder wenn das Einkommen des Zahlenden grundsätzlich zu niedrig ist, um den vollen Betrag zu decken (nach Abzug von Selbstbehalt und Einkommensminderungen). Wichtig sind auch Abzüge für berufsbedingte Aufwendungen (Pauschale oder Einzelnachweis) und anrechenbare Schulden.
Was mindert das Nettoeinkommen bei Kindesunterhalt?
Der Kindesunterhalt wird praktisch wie folgt berechnet: Vom Nettoeinkommen jedes Elternteils werden dessen berufsbedingten Aufwendungen abgezogen. Das sind pauschal 5% des Nettos, es sei denn man kann im Einzelfall höhere Kosten für Arbeitsweg, Arbeitskleidung, Bürobedarf und ähnliches geltend machen.
Wie oft kann das Jugendamt den Unterhalt prüfen?
Das Jugendamt (oder der Unterhaltsberechtigte) darf den Unterhalt grundsätzlich alle zwei Jahre neu prüfen lassen, indem es Auskunft über Einkommen und Vermögen verlangt. Eine frühere Prüfung ist nur bei glaubhaft gemachten wesentlichen Einkommensänderungen möglich, z.B. bei einem Jobwechsel oder deutlich höherem Verdienst; das betrifft sowohl das Kindes- als auch das Ehegattenunterhaltsrecht.
Was zählt zum Einkommen bei Unterhaltsberechnung?
Grundsätzlich zählt für den Unterhalt all solches Einkommen, welches aus Arbeitsverhältnissen oder anderweitigen Einnahmen bezogen wird. Dennoch ist es gesetzlich nicht gesondert definiert, was genau für einen Kindesunterhalt herangezogen wird. Im Regelfall handelt es sich um besteuerbare Einnahmen.
Wird Kindesunterhalt bei der Steuererklärung berücksichtigt?
Wenn Sie gesetzlich verpflichtet sind, jemandem Unterhalt zu zahlen, dann können Sie diesen Unterhalt von der Einkommensteuer absetzen als "außergewöhnliche Belastung". Das kann zum Beispiel der Unterhalt sein für Ihre Eltern, Ihre älteren Kinder sowie geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehepartner.
Ist eine Steuererstattung eine Einnahme?
Eine Steuererstattung wird im laufenden Bürgergeld-Bezug immer als einmalige Einnahme im Sinne des § 11 Abs. 2 SGB II zum Zeitpunkt des Zuflusses angesehen und voll als Einkommen angerechnet.
Gilt die Einkommensteuererstattung als Einkommen?
Die Einkommensteuererstattung gilt nicht als Einkommen und unterliegt keiner Steuerpflicht. Sie wurde bereits bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigt und wird daher nicht als Einkommen angerechnet und ist nicht steuerpflichtig.
Sind Steuererstattungen Einkünfte?
Seit einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) aus dem Jahr 2010 werden Erstattungszinsen steuerlich als Einkünfte aus Kapitalvermögen behandelt. Das bedeutet, dass sie grundsätzlich der Einkommensteuer unterliegen.
Sind Steuerrückzahlungen Einkommen?
Zählen Steuerrückzahlungen zum Einkommen? Hat der Unterhaltspflichtige gegen das Finanzamt Anspruch auf eine Steuerrückzahlung, zählt die Steuererstattung zum unterhaltspflichtigen Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Die Steuererstattung erhöht das verfügbare unterhaltsrelevante Einkommen.
Wird die Inflationsprämie beim Kindesunterhalt angerechnet?
Eine Inflationsausgleichsprämie ist monatsanteilig als Einkommen zu berücksichtigen. [1] OLG Brandenburg, Beschluss v. 14.4.2022, 9 UF 155/21, NZFam 2022, 975. [2] vgl.
Was ist die Unterhaltsbemessungsgrundlage?
Als Unterhaltsbemessungsgrundlage wird grundsätzlich das tatsächliche Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen nach Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern herangezogen. Andere Ausgaben des Unterhaltspflichtigen werden nur ausnahmsweise einkommensmindernd berücksichtigt.
Was kann ich beim Kindesunterhalt alles abziehen?
Beim Kindesunterhalt können Sie von Ihrem Bruttoeinkommen Steuern, Sozialabgaben und berufsbedingte Kosten (z.B. Fahrtkosten, Arbeitskleidung) abziehen, sowie angemessene Altersvorsorge (Riester, Betriebsrente), Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und bestimmte Schulden (z.B. ehebedingt), um das bereinigte Nettoeinkommen zu ermitteln, das die Basis für die Berechnung bildet; auch Kinderbetreuungskosten können berücksichtigt werden, oft mit einer Pauschale, wenn keine Mehrkosten anfallen.
Was zählt nicht zu Unterhaltszahlungen?
Im Normalfall sind die Düsseldorfer Tabelle (für Kinder) oder ähnliche Bedarfssätze für den laufenden Unterhalt gedacht, die nicht enthalten sind: unerwartete, außergewöhnlich hohe Kosten (wie plötzliche Zahnarztkosten, spezielle medizinische Behandlungen) sowie Mehrbedarf durch besondere Talente, Privatschule oder längere Auslandsaufenthalte – diese fallen unter Sonderbedarf oder Mehrbedarf und müssen zusätzlich gezahlt werden. Auch Kosten für Urlaub, Möbel, Musikinstrumente oder spezifische Sportvereine sind meist nicht abgedeckt.
Werden Einmalzahlungen beim Unterhalt berücksichtigt?
Ja, Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld werden beim Unterhalt in der Regel angerechnet, indem sie auf die letzten 12 Monate umgelegt werden, um das durchschnittliche Einkommen zu ermitteln; nicht regelmäßige Zahlungen (z.B. Jubiläumsprämien) sind oft ausgenommen, während spezielle Zahlungen wie der Kinderbonus anders behandelt werden können. Es kommt immer auf den Einzelfall und die Art der Zahlung an, ob und wie sie den Unterhalt beeinflusst.
Kann man Kindesunterhalt privat regeln?
Kann man Unterhalt privat regeln? Selbstverständlich dürfen Sie nach Ihrer Trennung oder Scheidung den Unterhalt auch privat regeln. Sie können im gegenseitigen Einvernehmen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin vereinbaren, dass und in welcher Höhe Sie Unterhalt fordern bzw. was Sie an Unterhalt zahlen.
Kann das Jugendamt mein Konto einsehen?
Zunächst gilt, dass Jobcenter und Sozialämter keinen direkten Zugriff auf die Bankdaten haben. Aus diesem Grund werden Sie bei der Antragstellung aufgefordert, Ihre Bankkonten usw. anzugeben und – wie zuvor dargelegt – Ihre Kontoauszüge vorzulegen.
Welche Auskunft kann das Jugendamt über den Unterhalt verlangen?
Das Jugendamt kann schriftliche oder mündliche Auskunft über das Einkommen und Vermögen des Unterhaltspflichtigen verlangen (§ 1605 BGB). Der Unterhaltspflichtige ist gesetzlich verpflichtet, diese Auskunft zu erteilen.
Wie viel Unterhalt muss ich zahlen, wenn ich 2000 € netto verdiene?
Bei 2.000 € Nettoeinkommen hängt der Unterhalt vom Alter des Kindes ab (Düsseldorfer Tabelle), liegt aber oft bei ca. 400-500 € für jüngere Kinder (nach Kindergeldabzug), während für den Ehegattenunterhalt der Selbstbehalt von ca. 1.600 € (bei Erwerbstätigkeit) berücksichtigt wird, sodass dann nur ein Restbetrag (ca. 400 €) gezahlt werden müsste, wenn der Unterhaltspflichtige arbeitet.
Kann man Kredite vom Kindesunterhalt abziehen?
Ja, bestimmte Kreditkosten können beim Kindesunterhalt vom Einkommen abgezogen werden, aber nicht alle; Zinsen für notwendige Darlehen (z.B. für selbstgenutztes Eigenheim bis zum Wohnvorteil, ehebedingte Schulden), berufsbedingte Kosten (z.B. Kfz-Kosten zur Arbeit) und Altersvorsorge sind abzugsfähig, um das zu versteuernde Einkommen zu mindern, wobei immer der Mindestunterhalt sichergestellt sein muss. Kreditraten für neu aufgenommene Kredite (z.B. nach Trennung) werden oft nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigt.
Was passiert, wenn ich zu wenig verdiene, um Kindesunterhalt zu zahlen?
Kindesunterhalt – Zahlungsverpflichtung trotz fehlenden Einkommens. Wer zum Kindesunterhalt verpflichtet ist, kann auch dann zur Zahlung verurteilt werden, wenn er nichts verdient. Anmerkung Maes zum Beschluss des OLG Hamm vom 10.04.2018, Az.