Woher bekomme ich eine Bescheinigung für chronisch krank?

Gefragt von: Anni Schmitt
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Eine Bescheinigung für chronische Krankheit (meist für die Zuzahlungsbefreiung) bekommen Sie von Ihrem behandelnden Arzt, der das offizielle Formular „Muster 55“ ausstellt. Sie müssen diese Bescheinigung zusammen mit anderen Unterlagen (Einkommensnachweise) bei Ihrer Krankenkasse einreichen, die dann die Befreiung prüft und gewährt, wenn die Belastungsgrenze (1 % des Bruttoeinkommens) erreicht ist.

Wer stellt eine Bescheinigung über eine chronische Erkrankung aus?

Befreiung von Zuzahlungen

Der Nachweis über die Krankheit wird vom Vertragsarzt (z. B. Ihrem Hausarzt) ausgestellt, muss aber direkt von Ihnen als Versicherter bei der Krankenkasse eingereicht werden.

Wie weise ich eine chronische Erkrankung nach?

Der Nachweis einer chronischen Erkrankung erfolgt meist über eine ärztliche Bescheinigung (oft auf dem speziellen Muster 55 der Kassenärztlichen Vereinigung), die Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen, um eine Zuzahlungsbefreiung zu erhalten, da Sie dann schon bei 1 % statt 2 % des Bruttoeinkommens eine Grenze erreichen. Als chronisch krank gilt, wer wegen derselben schwerwiegenden Krankheit seit mindestens einem Jahr in ärztlicher Dauerbehandlung ist und zusätzliche Kriterien wie einen Pflegegrad oder einen Schwerbehindertenausweis (GdB mind. 60%) erfüllt, was die Kasse prüft. 

Wann gilt man bei der Krankenkasse als chronisch krank?

Sie gelten als schwerwiegend chronisch krank, wenn Sie sich in einer ärztlichen Dauerbehandlung befinden. Also, wenn Ihre Krankheit mindestens ein Jahr lang mindestens einmal im Quartal ärztlich behandelt wurde. Sie sind chronisch krank, wenn Sie sich in ärztlicher Dauerbehandlung befinden.

Wie hoch ist die zumutbare Belastung für chronisch Kranke?

Für chronisch Kranke liegt die jährliche Belastungsgrenze für gesetzliche Zuzahlungen bei 1 Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, statt der üblichen 2 Prozent; dies muss bei der Krankenkasse mit einer ärztlichen Bescheinigung (Muster 55) beantragt werden, um eine teilweise oder vollständige Befreiung zu erhalten. Die Berechnung berücksichtigt Familieneinkommen und Freibeträge, und der Nachweis erfordert eine durchgehende Behandlung und bestimmte Merkmale der Erkrankung. 

Jung & krank. Wie lebt man mit chronischer Erkrankung? | Helge Kösling | TEDxOldenburg

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Welche Krankheiten gelten als chronisch krank?

Chronische Krankheiten sind lang andauernde (meist über ein Jahr), schwer heilbare Leiden, die eine kontinuierliche Behandlung erfordern, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, KHK), Diabetes, Asthma/COPD, rheumatische Erkrankungen (Arthritis/Arthrose), psychische Störungen (Depressionen, Angststörungen), entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) und neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose). Sie können die Lebensqualität stark einschränken und erfordern oft eine langfristige Betreuung.
 

Was kann ich beantragen, wenn ich chronisch krank bin?

Wenn Sie chronisch krank sind, können Sie verschiedene Anträge stellen, um finanzielle Entlastung und Unterstützung zu erhalten, darunter eine Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse (ab 1 % Bruttoeinkommen), Leistungen der Pflegeversicherung, ein Persönliches Budget, steuerliche Entlastungen und je nach Situation eine Erwerbsminderungsrente oder Leistungen wie Krankengeld; auch der Schwerbehindertenausweis ist ein wichtiger Antrag, der weitere Vorteile bringt. 

Was sind Beispiele für chronische Erkrankungen?

Atemwegserkrankungen wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthritis, Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) und Lupus sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich Bluthochdruck (Hypertonie).

Wer bestimmt, ob ich chronisch krank bin?

Ab wann von einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung gesprochen werden kann, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) festgelegt.

Welche Krankenkasse ist die beste für chronisch Kranke?

Für chronisch Kranke gibt es nicht die eine beste Kasse, aber Testsieger wie die Techniker Krankenkasse (TK), Barmer, HEK, und die AOK-Kassen überzeugen oft mit Zusatzleistungen und DMP-Programmen, während die BKK firmus oder HKK durch niedrigere Beiträge locken; entscheidend ist eine Kasse mit guten DMP (Disease-Management-Programme) und Schulungen, wie die TK mit speziellen Angeboten oder die BKK MedPlus für bestimmte Krankheiten. 

Wie beantrage ich chronisch krank?

Um einen Antrag für chronisch Kranke zu stellen, beantragen Sie bei Ihrer Krankenkasse eine Zuzahlungsbefreiung, indem Sie Ihre chronische Krankheit mit dem ärztlichen Vordruck Muster 55 nachweisen, welcher die verringerte Belastungsgrenze von 1 % Ihres Bruttoeinkommens ermöglicht, da Sie dadurch weniger Zuzahlungen leisten müssen, wenn Sie regelmäßig in ärztlicher Behandlung sind und bestimmte Kriterien erfüllen. Sie müssen Ihre Krankenkasse kontaktieren, um den genauen Ablauf zu klären und die nötigen Unterlagen (Einkommensnachweise, Zuzahlungsbelege) einzureichen. 

Wie bekomme ich eine Bescheinigung vom Arzt?

Um ein Attest vom Arzt zu bekommen, musst du meistens einen Termin vereinbaren, entweder persönlich, telefonisch oder per Videosprechstunde (besonders bei Online-Diensten), wobei der Arzt deinen Zustand beurteilt, um eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) oder ein anderes Attest auszustellen, das dann digital (eAU) an die Krankenkasse und den Arbeitgeber geht. Wichtig ist, dass du bei akuten Beschwerden eine Online-Sprechstunde nutzen kannst, aber bei bekannten Ärzten oft schon eine telefonische Krankschreibung möglich ist.
 

Was ist die häufigste chronische Erkrankung?

Chronisch krank

Am weitesten verbreitet sind psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen unter denen 22 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen leiden. An zweiter Stelle folgen mit 16 Prozent Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wie heißt das Formular für chronisch kranke?

Ein Formular für eine chronische Erkrankung ist meist das Muster 55 ("Ärztliche Bescheinigung zur Feststellung einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung"), das Sie bei Ihrem Arzt erhalten, um bei Ihrer Krankenkasse eine Zuzahlungsbefreiung zu beantragen, da Sie dann statt 2 % nur 1 % Ihres Bruttoeinkommens für Zuzahlungen zahlen müssen. Der Arzt füllt es aus, bestätigt die Dauerbehandlung und relevante Merkmale (z.B. Pflegegrad oder GdB), und Sie reichen es zusammen mit Einkommensnachweisen bei der Krankenkasse ein.
 

Was ist der Unterschied zwischen einem Attest und einer ärztlichen Bescheinigung?

Ein Attest ist der Oberbegriff für jede Art von ärztlicher Bescheinigung, die einen Gesundheitszustand dokumentiert, während die ärztliche Bescheinigung synonym für das Attest verwendet wird; die bekannteste Form ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), die nur die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit bestätigt, während ein Attest auch andere Sachverhalte wie Sportunfähigkeit oder Reisefähigkeit bescheinigen kann und oft außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung liegt und kostenpflichtig ist. 

Welche chronischen Krankheiten gelten als Behinderung?

Chronische Krankheiten wie Diabetes, Rheuma, Multiple Sklerose, schwere Asthma- oder Herz-Kreislauf-Leiden, chronische Schmerzen (z.B. Rücken), Krebs, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, schwere Hautkrankheiten (z.B. Neurodermitis) und psychische Erkrankungen (Depressionen, PTBS) können als Behinderung anerkannt werden, wenn sie langfristig die Teilhabe beeinträchtigen; entscheidend ist der Grad der Behinderung (GdB), der je nach Schwere von 20 bis 100 reicht und die Lebensqualität einschränkt. 

Welche Krankheiten zählen als chronisch krank?

Zu chronischen Krankheiten zählen lange andauernde, oft nicht heilbare Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit), Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus), Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD), Muskel-Skelett-Erkrankungen (Arthritis, Arthrose, Rheuma) und viele psychische Erkrankungen (Depressionen), die eine wiederholte Behandlung und dauerhafte Betreuung erfordern. Auch Krebs, Demenz und chronische Darmerkrankungen gehören dazu, wobei die Definition oft auf die Notwendigkeit einer mindestens einjährigen, regelmäßigen ärztlichen Behandlung abzielt.
 

Wann ist die Bescheinigung chronisch krank?

Voraussetzung für eine Chronikerbescheinigung zur Zuzahlungsbefreiung ist eine schwerwiegende chronische Erkrankung bei dauerhafter (mind. 1 Jahr, mind. 1x pro Quartal) ärztlicher Behandlung UND eines der folgenden Kriterien: Pflegegrad 3-5, Grad der Behinderung (GdB) oder Grad der Schädigungsfolgen (GdS) von mind. 60, oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mind. 60 %. Alternativ gilt die Bedingung, dass eine kontinuierliche medizinische Versorgung notwendig ist, um eine lebensbedrohliche Verschlechterung oder dauerhafte Einschränkung zu verhindern. Die Bescheinigung (Muster 55) stellt der behandelnde Arzt aus. 

Wer schreibt mich chronisch krank?

An den DMP können chronisch Kranke freiwillig teilnehmen. In den Programmen arbeiten Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen und Versorgungssektoren sowie andere Heilberufe koordiniert zusammen.

Was sind zum Beispiel chronische Erkrankungen?

Zu chronischen Krankheiten zählen lange andauernde, oft nicht heilbare Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit), Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus), Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD), Muskel-Skelett-Erkrankungen (Arthritis, Arthrose, Rheuma) und viele psychische Erkrankungen (Depressionen), die eine wiederholte Behandlung und dauerhafte Betreuung erfordern. Auch Krebs, Demenz und chronische Darmerkrankungen gehören dazu, wobei die Definition oft auf die Notwendigkeit einer mindestens einjährigen, regelmäßigen ärztlichen Behandlung abzielt.
 

Was definiert eine chronische Krankheit?

Chronische Krankheiten sind lang andauernde Leiden, die sich oft schleichend entwickeln, nicht vollständig heilbar sind und eine langfristige medizinische Betreuung erfordern, wie z.B. Diabetes, Asthma, Herzerkrankungen oder Depressionen; sie sind durch ihre Dauerhaftigkeit und die Notwendigkeit kontinuierlicher Behandlung gekennzeichnet.
 

Was sind chronische Gesundheitsschäden?

Sie sind auch bekannt als chronische Krankheiten, da sie sich langsam entwickeln und lange andauern. Zu den fünf häufigsten NCD gehören Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes und Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Wer kann mir bestätigen, dass ich chronisch krank bin?

Die schwerwiegende chronische Krankheit und die notwendige Dauerbehandlung müssen die Versicherten gegenüber der Krankenkasse durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen.

Was bekommt der Hausarzt für chronisch kranke?

Für den ersten Besuch des chronisch kranken Patienten erhält der Hausarzt zusätzlich zur Besuchspauschale pro Quartal einmal 14,28 Euro. Für den zweiten Besuch wird pro Quartal zusätzlich eine weitere Pauschale von 4,39 Euro bezahlt. Für weitere Besuche im gleichen Quartal erhält der Hausarzt kein Geld mehr.

Haben chronisch kranke Steuervorteile?

- Je nach Schwere der chronischen Krankheit wird ein Grad der Behinderung anerkannt. Damit besteht Anspruch auf einen weiteren Steuervorteil: den Behinderten-Pauschbetrag.