Woher weiß das BAföG-Amt, wie viel ich verdiene?
Gefragt von: Herr Prof. Dr. Hermann Peterssternezahl: 4.6/5 (21 sternebewertungen)
Das BAföG-Amt erfährt von deinem Einkommen durch deine eigenen Angaben im Antrag, die du mit Belegen wie Lohnabrechnungen nachweisen musst, und durch den automatisierten Datenabgleich mit dem Bundeszentralamt für Steuern, der auch dein Vermögen und Kapitaleinkünfte prüft. Falsche Angaben führen zu einer Nachforderung, da das Amt bei Verdacht auch andere Stellen (z.B. Banken) befragen darf, um die Wahrheit herauszufinden.
Wie kann man Einkommen nachweisen beim BAföG?
Bitte belegen Sie die jeweiligen Einnahmen anhand von Kopien der Bewilligungsbescheide, Leistungsnachweise oder Bescheinigungen der auszahlenden Stelle. Falls Sie Kranken geld bezogen haben, weisen Sie bitte den Nettobetrag nach.
Welches Gehalt zählt für das BAföG?
Beim BAföG zählt grundsätzlich alles, was du (oder deine Eltern/Ehepartner) steuerpflichtig verdienst – also Lohn, Gehalt, Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte. ABER es gibt Freibeträge (z.B. für Nebenjobs bis ca. 556 €/Monat), und Einkommen wie Elterngeld, Waisenrente (mit Freibetrag) oder bestimmte Stipendien (bis 300 €) werden speziell behandelt. Entscheidend ist meist das Einkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr (bei Eltern) oder das aktuelle Einkommen (bei dir als Studierende(r)), wobei bei wesentlicher Einkommensminderung ein „Aktualisierungsantrag“ gestellt werden kann, um das aktuelle Einkommen anzusetzen.
Woher weiß ich, wie viel BAföG ich bekomme?
Damit Du Gewissheit hast, musst Du einen offiziellen BAföG-Antrag stellen. Mit dem offiziellen Bescheid des BAföG-Amts erfährst Du dann die genaue Höhe Deiner monatlichen Förderung.
Kann das BAföG-Amt mein Konto einsehen?
Ja, das BAföG-Amt darf Ihr Konto einsehen, allerdings nicht direkt Ihre Kontobewegungen oder aktuellen Stände ohne Grund, sondern durch einen automatisierten Datenabgleich mit dem Finanzamt (§ 93 Abs. 8 Abgabenordnung), um die Existenz Ihrer Konten zu prüfen und verstecktes Vermögen zu entdecken. Es geht primär um die Existenz von Konten und Stichtags-Stände zur Vermögensprüfung, nicht um tagesaktuelle Bewegungen, aber bei Verdacht können auch Kontoauszüge angefordert werden.
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Wie hoch darf der Kontostand bei BAföG sein?
Beim BAföG darfst du bis zu 15.000 € eigenes Vermögen haben (ab 30 Jahren sogar bis zu 45.000 €), ohne dass es deine Förderung kürzt; darüber hinaus gehende Beträge werden anteilig auf deinen BAföG-Satz angerechnet. Was als Vermögen zählt, sind Sparguthaben, Bausparverträge, Wertpapiere, aber auch Autos (ab einem bestimmten Wert) und Immobilien.
Kann das BAföG-Amt auf mein Konto gucken?
Mittels des Kontenabrufverfahrens können die BAföG-Ämter nämlich auch herausbekommen, wo du welche Konten besitzt. Kontostände oder Kontobewegungen werden über das Verfahren nicht ermittelt, das BAföG-Amt darf dich dazu aber befragen.
Wie viel darf man neben BAföG verdienen?
Neben BAföG dürfen Sie derzeit bis zu 556 € brutto pro Monat verdienen (Stand 2025), ohne dass Ihr BAföG gekürzt wird – das ist die Minijob-Grenze. Ab 2026 erhöht sich diese Grenze auf 603 €. Dieser Freibetrag wird jährlich geprüft und liegt bei 6.672 € pro Jahr. Bei Überschreitung wird der Betrag über dem Freibetrag vom BAföG abgezogen.
Wann wird das BAföG abgelehnt?
BAföG wird abgelehnt, wenn das Einkommen der Eltern/des Ehepartners/des Antragstellers zu hoch ist, eigenes Vermögen die Grenze überschreitet, man zu alt ist (meist über 45 bei Beginn), in Teilzeit studiert, die Regelstudienzeit überschreitet (nach dem 4. Semester), es sich um ein Zweitstudium handelt oder wichtige Unterlagen fehlen/Fehler enthalten sind, wie zu alte Kontoauszüge oder falsche Angaben. Auch Fehler im Antrag oder das Nichterfüllen von Zulassungsvoraussetzungen können zur Ablehnung führen.
Was ist anrechenbares Einkommen?
Anrechenbares Einkommen
Grundsätzlich werden alle regelmäßigen oder einmaligen Einnahmen in Geld angerechnet, z.B.: Einnahmen aus einer Beschäftigung, z.B. Arbeitseinkommen und Gewinne bei Selbständigkeit. Unterhalt. Arbeitslosengeld.
Welches Einkommen wird beim BAföG nicht angerechnet?
Der grundsätzliche Freibetrag für eigenes Einkommen von 353 Euro im Monat erhöht sich damit pauschal auf die aktuell geltende Minijobgrenze von 556 Euro. Diesen Betrag darfst Du hinzuverdienen, ohne dass Dein Bafög gekürzt wird.
Welche Einnahmen zählen als Einkommen?
Was zählt zu Einkommen und wie wird mein Einkommen angerechnet? Zum Einkommen (§ 11 SGB II) zählen sämtliche Einnahmen in Geld oder Geldwert, die Ihnen oder den Mitgliedern Ihrer Bedarfsgemeinschaft während des Bezugs von Leistungen zufließen.
Wann habe ich kein Anrecht auf BAföG?
Man bekommt kein BAföG, wenn das Einkommen der Eltern oder eigenes Einkommen zu hoch ist, man die Altersgrenze (meist 45 Jahre, mit Ausnahmen) überschreit, die Regelstudienzeit stark überschreitet, bereits einen ersten Hochschulabschluss hat (z.B. Master nach Bachelor), Teilzeit studiert, bestimmte Vermögensgrenzen überschreitet oder die nötigen Leistungsnachweise nicht erbringt. Auch bei Nichtbestehen der Zwischenprüfung ohne anerkannte Gründe kann die Förderung entfallen.
Welche Einnahmen muss man beim BAföG angeben?
Beim BAföG zählt grundsätzlich alles, was du (oder deine Eltern/Ehepartner) steuerpflichtig verdienst – also Lohn, Gehalt, Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte. ABER es gibt Freibeträge (z.B. für Nebenjobs bis ca. 556 €/Monat), und Einkommen wie Elterngeld, Waisenrente (mit Freibetrag) oder bestimmte Stipendien (bis 300 €) werden speziell behandelt. Entscheidend ist meist das Einkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr (bei Eltern) oder das aktuelle Einkommen (bei dir als Studierende(r)), wobei bei wesentlicher Einkommensminderung ein „Aktualisierungsantrag“ gestellt werden kann, um das aktuelle Einkommen anzusetzen.
Was ist ein Beispiel für einen Einkommensnachweis?
Gehaltsabrechnungen (nicht älter als 3 Monate) , Kontoauszug des Gehaltskontos, Screenshots von Online-Banking-Gutschriften oder Mobile-Banking-App .
Wie viel Geld dürfen die Eltern verdienen, damit man BAföG bekommt?
Einkommensgrenzen der Eltern und Studierenden im Überblick
Verheiratete Elternpaare dürfen bis zu 2.540 Euro im Monat verdienen, damit der volle BAföG-Anspruch bestehen bleibt. Bei Alleinstehenden sind es 1.690 Euro, bei Stiefeltern 850 Euro.
Wann bekommt man als Student kein BAföG?
BAföG ist ausgeschlossen, wenn du offiziell in Teilzeit studierst. Das ist der Fall, wenn in deinem Studiengang weniger als 30 ECTS pro Semester erreicht werden, du also z. B. für einen 180-ECTS-Bachelor länger als sechs Semester brauchst.
Wer prüft den BAföG-Bescheid?
Durch das Widerspruchsverfahren hat das zuständige BAföG-Amt die Gelegenheit, sich selbst zu kontrollieren. Denn wir sind alle nur Menschen – Fehler können passieren. Durch das Verfahren kann das Amt die Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit der Entscheidung, die es über Deinen Bescheid gefällt hat, überprüfen.
Wie viel BAföG kann man maximal bekommen?
Maximal können Studierende seit dem Wintersemester 2024/2025 bis zu 992 € BAföG pro Monat erhalten, wenn sie nicht bei den Eltern wohnen, inklusive 475 € Grundbedarf, 380 € Wohnpauschale und 137 € Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung. Bei Schülern liegt der Höchstsatz je nach Schulform und Situation ebenfalls bei rund 992 €, es gibt aber auch niedrigere Sätze (z.B. für Berufsfachschüler).
Was passiert, wenn ich als Student mehr als 520 € verdiene?
Während der Vorlesungszeit dürfen Studierende nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, um andere Vorteile nicht zu verlieren. Übersteigt das regelmäßige Gesamteinkommen im Jahr 2025 556 Euro im Monat, müssen sich Studierende selbst krankenversichern und Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen.
Wie hoch ist das zusätzliche Einkommen, das Sie angeben müssen?
Die Handelszulage von 1.000 £
Beträgt Ihr zusätzliches Einkommen in einem Steuerjahr insgesamt 1.000 £ oder weniger, können Sie den Freibetrag für Gewerbetreibende in Anspruch nehmen. Das bedeutet: Sie müssen sich nicht beim Finanzamt (HMRC) zur Selbstveranlagung registrieren.
Hat ein Minijob Einfluss auf das BAföG?
Ja, ein Minijob wird beim BAföG berücksichtigt, aber es gibt einen großzügigen Freibetrag: Bis zu 556 Euro brutto im Monat (Minijob-Grenze 2025) bleiben komplett anrechnungsfrei, d.h., dein BAföG wird nicht gekürzt. Erst wenn du mehr verdienst, wird der Betrag, der über diesen Freibetrag hinausgeht, vom BAföG abgezogen. Du musst den Verdienst aber immer angeben, auch wenn er innerhalb des Freibetrags liegt.
Wie viel Geld darf man auf dem Konto haben, wenn man BAföG bekommt?
Beim BAföG darfst du bis zu 15.000 € eigenes Vermögen haben (ab 30 Jahren sogar bis zu 45.000 €), ohne dass es deine Förderung kürzt; darüber hinaus gehende Beträge werden anteilig auf deinen BAföG-Satz angerechnet. Was als Vermögen zählt, sind Sparguthaben, Bausparverträge, Wertpapiere, aber auch Autos (ab einem bestimmten Wert) und Immobilien.
Was passiert, wenn man neben BAföG zu viel verdient?
Solltest du mehr verdienen und den Freibetrag überschreiten, wird dein Einkommen angerechnet und vom BAföG abgezogen. Die Anrechnung des Nebeneinkommens gilt für den Bewilligungszeitraum der Förderung. Sprich: Für den Zeitraum, in dem du BAföG beziehst.
Wie lange darf das BAföG-Amt Geld zurückfordern?
BAföG-Schulden haben keine klassische Verjährung, aber einen automatischen Schuldenerlass nach maximal 20 Jahren Rückzahlungszeit, wenn man seine Pflichten erfüllt hat (Kooperationserlass). Die Rückzahlung beginnt 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer. Wer vor September 2019 gefördert wurde, musste 30 Jahre zahlen, konnte aber bis 2020 auf 20 Jahre umstellen lassen. Wichtig ist, stets die Adressänderungen dem Bundesverwaltungsamt (BVA) zu melden, da sonst der Erlass gefährdet ist.