Haben Angehörige Anspruch auf Sterbegeld?

Gefragt von: Corinna Will
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Ja, Angehörige haben unter bestimmten Umständen Anspruch auf Sterbegeld, aber nicht mehr generell von der Krankenkasse (seit 2004 abgeschafft). Anspruch besteht oft bei Arbeits-/Berufsunfällen (gesetzliche Unfallversicherung), für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst, für Kriegsopfer oder wenn eine private Sterbegeldversicherung abgeschlossen wurde, wobei der Anspruchsberechtigte variiert.

Wer hat noch Anspruch auf Sterbegeld?

Sterbegeld bekommen in Deutschland primär Hinterbliebene von Beamten, Kriegsopfern, und nach Arbeitsunfällen/Berufskrankheiten – meist in der Reihenfolge Ehepartner, Kinder, Enkel, andere Angehörige, die die Bestattung organisieren. Für die Allgemeinheit wurde es 2004 abgeschafft, aber wer eine private Sterbegeldversicherung hat oder spezielle betriebliche Leistungen nutzt, kann ebenfalls Begünstigte bestimmen oder Leistungen erhalten, um die Bestattungskosten zu decken. 

Wird im Todesfall noch 3 Monate Rente gezahlt für Angehörige?

Ja, die Rente wird nach dem Tod des Ehepartners im sogenannten Sterbevierteljahr noch für drei Monate in voller Höhe weitergezahlt, allerdings als Vorschuss auf die spätere Witwen- oder Witwerrente, nicht zusätzlich zur eigenen Rente. Diese Leistung hilft Hinterbliebenen, sich an die neue Situation anzupassen, und ihr eigenes Einkommen wird in dieser Zeit nicht angerechnet. Danach gibt es entweder die große oder kleine Witwen-/Witwerrente, je nach Einkommen und Alter des Partners. 

Haben Eltern Anspruch auf Sterbegeld?

Sind diese anspruchsberechtigten Personen nicht vorhanden, so erhalten auf Antrag auch Eltern, Großeltern, Geschwister, Geschwisterkinder, Stiefkinder ein Sterbegeld, wenn sie zur Zeit des Todes mit der/dem Verstorbenen in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben oder wenn sie von dieser/diesem ganz oder überwiegend ...

Wann gibt es Sterbegeld von der Krankenkasse?

Bis Ende 2003 erhielten Hinterbliebene von gesetzlich Krankenversicherten eine festgelegte Summe als sogenanntes Sterbegeld. Heute ist das Sterbegeld keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen mehr, was bedeutet, dass Hinterbliebene keinen pauschalen finanziellen Zuschuss für die Beerdigungskosten mehr erhalten.

Alles, was Sie über den Sterbegeld Anspruch wissen sollten

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Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse im Todesfall?

Das Sterbegeld beträgt pauschal ein Siebtel der zum Todeszeitpunkt geltenden Bezugsgröße (Rechtsgrundlage: § 64 SGB VII). Ist die Person nicht am Ort der ständigen Familienwohnung gestorben, erstattet die gesetzliche Unfallversicherung auch Kosten für die Überführung an den Ort der Bestattung.

Was zahlt die Pflegekasse bei Tod?

Hat der Verstorbene zuletzt Pflegegeld erhalten, weil er ganz oder überwiegend von Angehörigen gepflegt wurde, so wird dieses für den vollen Todesmonat gezahlt – auch wenn der Bezieher am Monatsanfang verstorben ist. Bereits überwiesenes Geld muss also nicht zurückgezahlt werden.

Wann müssen Kinder die Beerdigung der Eltern nicht zahlen?

Kinder müssen grundsätzlich für die Bestattung ihrer Eltern zahlen, aber Ausnahmen bestehen, wenn die Kosten wirtschaftlich unzumutbar sind (z.B. bei extremer Bedürftigkeit, dann Sozialamt) oder wenn schwerwiegendes Fehlverhalten des Verstorbenen vorlag, was aber selten zu einer vollständigen Befreiung führt. Die Pflicht gilt auch bei zerrütteten Familienverhältnissen, da sie eine gesetzliche, öffentlich-rechtliche Pflicht ist, die unabhängig vom Erbe besteht, und das Sozialamt nur bei fehlender Zahlungsfähigkeit einspringt. 

Haben erwachsene Kinder Anspruch auf Sterbevierteljahr?

Nein, erwachsene Kinder haben keinen Anspruch auf das Sterbevierteljahr, da diese Leistung ausschließlich dem überlebenden Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner zusteht, um die finanzielle Umstellung nach dem Tod des Partners zu erleichtern, indem sie für die ersten drei Monate die volle Rente des Verstorbenen erhalten. Für Kinder kommt gegebenenfalls eine Waisenrente infrage, was eine eigenständige Leistung der Rentenversicherung ist, die nichts mit dem Sterbevierteljahr zu tun hat. 

Bekommt man Geld, wenn ein Elternteil stirbt?

Kinder erhalten in der Regel 75 % der Leistungen ihrer Eltern . Allerdings gibt es eine Obergrenze für die Familienleistungen, die sogenannte „Familienhöchstgrenze“. Um diese Grenze nicht zu überschreiten, können wir die Zahlungen für alle Bezieher kürzen. Ex-Ehepartner werden bei der Berechnung der Familienhöchstgrenze nicht berücksichtigt.

Wird die Rente sofort nach dem Tod eingestellt?

Im Todesfall eines Rentenempfängers muss die zuständige Rentenbehörde umgehend informiert werden. Die Zahlungen werden dann eingestellt. Die Nachricht, dass der Rentenempfänger verstorben ist, ist von den Angehörigen bzw. dem Nachlassverwalter direkt an die Rentenbehörde zu übermitteln.

Warum sollte man seine Bank nicht immer über einen Todesfall informieren?

Zusätzlich besteht das Risiko von Erbschaftssteuern und administrativen Komplikationen , die entstehen können, wenn eine Bank über einen Todesfall informiert wird. Banken können darauf bestehen, dass alle Schulden beglichen werden, bevor sie Gelder an Erben oder Begünstigte auszahlen.

Wer bekommt kein Sterbevierteljahr?

Bei einer Geschiedenen-Witwenrente gibt es kein Sterbevierteljahr. Die Leistungen aus dem Sterbevierteljahr sind als Vorschusszahlung auf die zukünftige Hinterbliebenenrente zu verstehen. Anspruch hat folglich nur, wer auch ein Anrecht auf Witwen- bzw. Witwerrente hat.

Was zahlt der Staat bei Todesfall?

Der Staat zahlt bei einem Todesfall kein allgemeines Sterbegeld mehr für gesetzlich Versicherte, aber es gibt spezifische Leistungen wie Hinterbliebenenrenten (Witwen-/Witwer-, Waisenrente), Unterstützung für Beamte und Sozialhilfeempfänger (Sozialbestattung), sowie Zahlungen aus der Unfallversicherung oder Bundesversorgungsgesetz (z. B. bei Kriegsopfern). Die wichtigste Unterstützung ist die Hinterbliebenenrente der Deutschen Rentenversicherung, die den Partner absichert, während das Sozialamt bei Bedürftigkeit die Kosten für eine einfache Bestattung übernimmt (Sozialbestattung).
 

Welche Leistungen erhält man im Todesfall einer Person?

Hinterbliebenenbeihilfe, wenn Ihr Partner verstorben ist. Gesetzliches Eltern-Trauergeld und -urlaub, wenn Ihr Kind verstorben ist oder Sie eine Totgeburt erlitten haben. Vormundschaftsgeld, wenn Sie ein Kind erziehen, dessen Eltern verstorben sind.

Was zahlt die AOK im Sterbefall?

Worum geht es. Aufgrund der gesetzlichen Neuregelung wurde das Sterbegeld für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen (z.B. AOK oder Ersatzkassen) grundsätzlich gestrichen. In Zukunft muß deshalb bei einem Sterbefall auf die bisherige Leistung des Gesetzgebers verzichtet werden.

Wie nennt man einen Erwachsenen, dessen Eltern tot sind?

Im weiteren Sinne bezeichnet der Begriff „Waise“ jeden, der seine leiblichen Eltern verloren hat. Auch Erwachsene, die ihre Eltern verloren haben, können sich als Waisen bezeichnen. Waisen-Syndrom bei Erwachsenen: Menschen, die beide Eltern überlebt haben und zu deren Lebzeiten eine Beziehung zu ihnen bestand.

Haben erwachsene Kinder Anspruch auf Sterbegeld?

Erfasst sind die ehelichen, für ehelich erklärten und nichtehelichen Kinder sowie die adoptierten Kinder. Auf das Alter der Kinder kommt es nicht an. Damit haben auch Kinder, die längst volljährig sind, Anspruch auf Sterbegeld, denn der Begriff "Kind" ist nicht im Sinne des Kindergeldrechts im EStG bzw.

Wie hoch sind die Bestattungskosten im Sterbevierteljahr?

Das Sterbevierteljahr (Witwen-/Witwerrente in voller Höhe für 3 Monate) ist eine wichtige Finanzhilfe, um die ersten Wochen nach dem Todesfall zu überbrücken, aber oft nicht ausreichend, um die gesamten Bestattungskosten (durchschnittlich 6.000-7.000 €) zu decken, da Angehörige das Geld auch für Miete etc. benötigen. Es ist eine Vorschusszahlung der Witwenrente, die nicht auf Einkommen angerechnet wird, aber kein spezielles Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen mehr ist (seit 2004). Eine private Sterbegeldversicherung oder eine betriebliche Versorgung sind oft notwendig, um die Lücke zu schließen. 

Bin ich verpflichtet, die Beerdigung meiner Mutter zu bezahlen?

Ja, als Kind sind Sie grundsätzlich bestattungspflichtig und müssen die Beerdigung Ihrer Mutter bezahlen, wenn das Erbe nicht ausreicht oder kein Erbe vorhanden ist; primär zahlt der Erbe, danach Unterhaltspflichtige (Ehepartner, Kinder, Eltern), und wenn alle nicht zahlen können, springt das Sozialamt ein, sofern Sie die Kosten nicht selbst tragen können. Die Pflicht besteht unabhängig vom persönlichen Verhältnis, aber bei mangelnder Leistungsfähigkeit greifen Sozialleistungen. 

Welche Pflichten hat man trotz Erbausschlagung?

Trotz Erbausschlagung bleiben Ihnen wichtige Pflichten, vor allem die Beerdigungspflicht als naher Angehöriger und die Sicherung des Nachlasses, um Wertverlust oder Diebstahl zu verhindern, bis der nächste Erbe übernimmt. Sie müssen sich auch um die Haushaltsauflösung kümmern und Verträge kündigen, dürfen aber keine Nachlassgegenstände behalten, da dies als Annahme gelten könnte; bei Unsicherheit sollten Sie einen Anwalt konsultieren. 

Was passiert, wenn du deine eigene Beerdigung nicht bezahlen kannst?

Wenn Sie Ihre eigene Beerdigung nicht bezahlen können, werden die Kosten in Deutschland in der Regel durch eine Sozialbestattung gedeckt, wenn Sie vorab keine Vorsorge getroffen haben und die Erben die Kosten nicht tragen können; das Sozialamt übernimmt die „erforderlichen“ Kosten einer einfachen Bestattung nach einem Antrag durch die verpflichteten Angehörigen. Falls kein Erbe vorhanden ist oder das Erbe ausgeschlagen wird, springt der Staat ein, indem er die Beerdigung organisiert und die Kosten trägt. 

Was zahlt die Krankenkasse beim Sterbefall?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt kein Sterbegeld mehr. Private Zusatzversicherungen oder eine Sterbegeldversicherung können Bestattungskosten ganz oder teilweise übernehmen. Reichen Sie Rechnungen zeitnah ein, um Leistungen zu prüfen.

Wer bekommt 3 Monate Rente nach Tod?

Nach dem Tod eines Ehepartners oder eingetragenen Lebenspartners erhält der überlebende Partner für die ersten drei Monate nach dem Sterbemonat eine einmalige Zahlung der vollen Rente des Verstorbenen – das sogenannte Sterbevierteljahr; hierbei wird das eigene Einkommen nicht angerechnet. Kinder unter 18 Jahren können eine Halbwaisenrente beantragen, wenn sie einen Elternteil verlieren. 

Kann man Beerdigungskosten vom Konto des Verstorbenen bezahlen?

Ja, Beerdigungskosten können in der Regel vom Konto des Verstorbenen bezahlt werden, oft sogar ohne sofortigen Erbschein, indem die Bank die Rechnung des Bestattungsinstituts begleicht, da dies eine gesetzliche Verpflichtung der Erben ist. Die Bank zahlt meist gegen Vorlage der Rechnung, solange das Konto gedeckt ist, aber es besteht kein einklagbarer Anspruch und die Bank kann einen Erbschein verlangen, besonders bei Unklarheiten. Falls das Konto nicht ausreicht, müssen Unterhaltspflichtige oder bei deren Fehlen andere Angehörige die Kosten tragen.