Haben Rechtsbehelfe gegen die Festsetzung eines Zwangsgeldes aufschiebende Wirkung?

Gefragt von: Cäcilie Renner-Fritz
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Ein Widerspruch gegen Androhung und Festsetzung des Zwangsgeldes hat jedoch nach § 75 des Verwaltungsvollstreckungsgesetzes des Landes L keine aufschiebende Wirkung, da es sich um Maßnahmen in der Verwaltungsvollstreckung handelt.

Ist die zwangsgeldandrohung ein Verwaltungsakt?

Im Verwaltungsrecht ist das Zwangsgeld eine von mehreren möglichen Maßnahmen des Verwaltungszwangs, um eine Handlung, Duldung oder Unterlassung zu erzwingen. Die Androhung, Festsetzung und Beitreibung des Zwangsgeldes sind jeweils Verwaltungsakte.

Ist die Festsetzung ein VA?

Die Festsetzung selbst ist ein Verwaltungsakt.

Was passiert mit Gezahltem Zwangsgeld?

Wird das Zwangsgeld gezahlt bzw. im Zwangsvollstreckungsverfahren beigetrieben, ist es endgültig verloren. Selbst wenn später die Steuererklärung nachgereicht wird, erfolgt keine Erstattung des Zwangsgeldes.

Wann muss Zwangsgeld bezahlt werden?

Das Zwangsgeld muss final erst mit der Vollstreckung gezahlt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Erfüllung der Verpflichtung (z. B. mit einer geschätzten Abgabe der Steuererklärung) möglich und führt dazu, dass das Zwangsmittelverfahren ohne Folgen beendet wird.

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Wann entfällt das Zwangsgeld?

Wenn die Verpflichtung nach Festsetzung des Zwangsgeldes erfüllt wird, ist gem. § 335 AO der Vollzug einzustellen; d.h. ein noch nicht entrichtetes Zwangsgeld wird nicht mehr beigetrieben. Bereits bezahlte Zwangsgelder werden jedoch nicht erstattet.

Kann man gegen Zwangsgeld Einspruch einlegen?

Gegen die Festsetzung von Zwangsgeld ist der Einspruch gegeben. Auch kann Aussetzung der Vollziehung beantragt werden. Mit dem Einspruch gegen die Zwangsgeldfestsetzung soll nicht eingewendet werden dürfen, die Anordnung der zu erzwingenden Handlung (z.

Was kommt nach Zwangsgeld?

Wie lange dauert eine Ersatzzwangshaft? Kommt das Gericht zur Überzeugung, dass das Zwangsgeld uneinbringlich und somit eine Ersatzzwangshaft angemessen ist, erteilt es dem zuständigen Finanzamt eine sogenannte vollstreckbare Ausfertigung – in dem Fall also einen Haftbefehl.

Wie wird ein Zwangsgeld vollstreckt?

Vollstreckung des Zwangsgeldes

muss ein gesonderter Antrag auf Anordnung von Zwangshaft gestellt werden. Für die Verhaftung ist ein Haftbefehl notwendig, der durch das zuständige Prozessgericht erster Instanz erlassen wird. Die Verhaftung führt dann wiederum der Gerichtsvollzieher durch.

Kann Zwangsgeld erlassen werden?

Sollte man sich nun in der Lage befinden, dass Zwangsgelder bereits festgesetzt wurden, hat man die Möglichkeit durch Abgabe der angeforderten Steuererklärungen diese Zwangsgelder wieder aufheben zu lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Bußgeld und Zwangsgeld?

Vom Bußgeld unterscheidet das Zwangsgeld sich dadurch, dass es ein Beugemittel ist, das in die Zukunft gerichtet den Schuldner zur Erfüllung seiner Pflichten anhalten soll. Das Bußgeld ist Sanktion für einen in der Vergangenheit begangenen Rechtsverstoß.

Wer vollstreckt Zwangsgeldbeschluss?

Vollstreckt wird nach den allgemeinen Bestimmungen, also durch den Gerichtsvollzieher nach §§ 803 ff. ZPO, durch Forderungspfändung gemäß §§ 828 ff. ZPO oder im Wege der Immobiliarzwangsvollstreckung.

Wann ist ein VA wirksam?

Ein Verwaltungsakt wird gegenüber demjenigen, für den er bestimmt ist oder der von ihm betroffen wird, in dem Zeitpunkt wirksam, in dem er ihm bekannt gegeben wird. Er wird dann mit dem Inhalt wirksam, mit dem er bekannt gegeben wird.

Kann ein rechtswidriger Verwaltungsakt vollstreckt werden?

Die Frage der Rechtmäßigkeit beziehungsweise Rechtswidrigkeit hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Verwaltungsaktes. Auch schlicht rechtwidriges Verhalten kann Grundlage für die Verwaltungsvollstreckung sein.

Wann ist ein Verwaltungsakt rechtswidrig Beispiel?

Ein Beispiel für einen fehlerhaften Verwaltungsakt könnte eine Baugenehmigung sein, die von einer offensichtlich nicht zuständigen Behörde erteilt wurde. In diesem Fall liegt ein Verstoß gegen eine Zuständigkeitsregel vor, was zur Formellen Rechtswidrigkeit des Verwaltungsakts führt.

Wann ist es kein Verwaltungsakt?

Wird ein Verwaltungsakt physisch nicht bekannt gegeben, so ist er unwirksam, bzw. es liegt erst gar kein Verwaltungsakt vor. Verstößt die Behörde hingegen bei der Bekanntgabe gegen Vorschriften, die speziell die Bekanntgabe regeln, so ist der Verwaltungsakt gem.

Was darf nicht vollstreckt werden?

Daher sieht das Gesetz verschiedene Gegenstände vor, die nicht gepfändet werden dürfen. Dazu gehören Gegenstände für den persönlichen Gebrauch und Haushalt, die einen einfachen Lebensstil ermöglichen. Beispielsweise sind das unter anderem Bekleidung, Möbel, Fernseher und Küchengeräte.

Wie lange kann vollstreckt werden?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine Zwangsvollstreckung einige Wochen, aber auch bis zu mehrere Jahre lang dauern kann. Der Schuldtitel kann ganze 30 Jahre lang vollstreckt werden. Die Zwangsvollstreckung endet erst dann, wenn alle Schulden gegenüber dem Gläubiger beglichen sind.

Wer vollstreckt Zwangshaft?

Zwangsgeld und Zwangshaft

Die Zwangshaft wird durch das Verwaltungsgericht verhängt (Ausstellung des Haftbefehls) und durch den Gerichtsvollzieher vollstreckt.

Wie hoch kann ein Zwangsgeld sein?

Das Zwangsgeld darf nach § 329 AO 25.000 EUR nicht überschreiten. Bis dahin liegt die Höhe im Ermessen der Finanzbehörde. Sie richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Die Finanzämter sind gehalten, bei erstmaliger Androhung eines Zwangsgelds wegen Nichtabgabe einer Steuererklärung i.

Wie hoch ist ein Zwangsgeld?

(2) Das Zwangsgeld ist auch zulässig, wenn der Pflichtige der Verpflichtung zuwiderhandelt, eine Handlung zu dulden oder zu unterlassen. (3) Die Höhe des Zwangsgeldes beträgt bis zu 25 000 Euro.

Kann man Zwangsgeld von der Steuer absetzen?

Zwangsgeld kann im Rahmen der Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden, wenn die Strafe mit dem Betrieb zusammenhängt. Wird ein Zwangsgeld verhängt, weil eine betriebliche Steuererklärung nicht rechtzeitig abgegeben wurde, ist der Weg zum Betriebsausgabenabzug somit frei.

Was muss man bei einem Einspruch beachten?

Ein schriftlicher Widerspruch sollte folgende Informationen beinhalten:
  1. Absender(adresse)
  2. Empfängeradresse.
  3. Datum.
  4. Aktenzeichen und Datum des Bescheids.
  5. Begründung des Widerspruchs (wenn möglich mit Nachweisen) – nicht zwingend notwendig, aber sinnvoll.
  6. Unterschrift.

Kann man immer Einspruch einlegen?

Zweifeln Sie die Rechtmäßigkeit eines Bescheids an, können Sie diesen anfechten. Ob ein Einspruch oder Widerspruch das richtige Rechtsmittel ist, hängt vom Bescheid ab. Das Vorgehen ist bei beiden aber grundsätzlich gleich. Die Fristen können unterschiedlich sein – von 2 Wochen bis zu mehreren Monaten.

Was ist angedrohtes Zwangsgeld?

Wird die Steuererklärung nicht innerhalb der in der Zwangsgeldandrohung bestimmten Frist abgegeben, wird das angedrohte Zwangsgeld festgesetzt. Sollte die Steuererklärung weiterhin nicht eingereicht werden, wird regelmäßig unmittelbar nach der Zwangsgeldfestsetzung die Androhung eines erneuten Zwangsgeldes vorgenommen.