Ist die Erbschaftssteuer bei Selbstnutzung eines Familienheims befreit?

Gefragt von: Rüdiger Schenk
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Befreiung von Erbschaftssteuer bei Selbstnutzung des Familienheims. Wer eine von den Eltern geerbte Immobilie selbst nutzt, kann von der Erbschaftssteuer befreit werden. Dafür muss die Selbstnutzung aber innerhalb von sechs Monaten erfolgen, wie der Bundesfinanzhof entschieden hat.

Ist ein Familienwohnheim von der Erbschaftsteuer befreit?

Die Vererbung des selbstgenutzten Familienheims an den Ehegatten bzw. Lebenspartner, an die Kinder, Stiefkinder oder Kinder verstorbener Kinder bleibt von der Erbschaftsteuer befreit – und zwar zusätzlich zu den persönlichen Steuerfreibeträgen (§ 13 Abs. 1 Nr. 4b und 4c ErbStG).

Kann ich eine selbstgenutzte Immobilie steuerfrei Erben?

Eine selbst genutzte Immobilie kann aber auch – unabhängig vom Wert – komplett steuerfrei vererbt werden. Allerdings nur an Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner und Kinder. Voraussetzung ist, dass der Erbe einzieht und sie ebenfalls mindestens zehn Jahre selbst nutzt.

Ist die Übertragung des eigengenutzten Familienheims steuerfrei?

Lösung: Die Übertragung des hälftigen Miteigentums ist zu zwei Dritteln (eigengenutzte Wohnung) als Familienheim steuerfrei und zu einem Drittel (vermietete Wohnung) zu 90 % steuerpflichtig (§ 13d ErbStG). Die Befreiung einer Schenkung eines Familienheims ist wertmäßig nicht begrenzt.

Welche Befreiungen gibt es nach § 13 Erbschaftsteuergesetz?

§ 13 Steuerbefreiungen

die Gegenstände sich seit mindestens 20 Jahren im Besitz der Familie befinden oder in ein Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes nach § 7 Absatz 1 des Kulturgutschutzgesetzes vom 31. Juli 2016 (BGBl. I S. 1914) in der jeweils geltenden Fassung eingetragen sind.

Erbschaftsteuer erklärt: Berechnen und Freibeträge | Inkl. Steuertipps (2023)

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Welche Ausnahmen gibt es bei der Erbschaftsteuer?

Bei der Erbschaftssteuer gilt eine Reihe von Ausnahmen: So sind Erben und Erbinnen in Steuerklasse I für vererbten Hausrat im Wert von bis zu 41.000 Euro und für andere bewegliche Gegenstände bis zu einem Wert von 12.000 Euro von der Steuer befreit.

Was ist die Steuerbefreiung nach § 13d ErbStG?

Zu Wohnzwecken vermietete bebaute Grundstücke im Inland, die nicht zum begünstigten Betriebs- oder land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören, werden nur mit 90 % des Steuerwertes (Grundbesitzwertes) bei der Erbschaftsteuer angesetzt (Verschonungsabschlag von 10 %).

Wann entfällt die Erbschaftssteuer bei Immobilien-Ehepartnern?

Ein Haus kann an den Ehegatten alleine oder gemeinsam mit den Kindern völlig steuerfrei vererbt werden. Es müssen dafür keinerlei Freibeträge in Anspruch genommen werden. Mit anderen Worten: Der Ehegatte kann neben dem Familienheim mindestens noch 500.000 Euro erben und jedes Kind jeweils weitere 400.000 Euro.

Wie kann ich mein Wohneigentum auf meinen Ehepartner steuerfrei übertragen?

Ehegatten (ebenso eingetragene Lebenspartner) haben die Möglichkeit, das selbst genutzte Eigenheim steuerfrei auf den anderen Ehegatten zu übertragen, ohne dass dessen persönlicher Freibetrag von EUR 500.000 angegriffen wird (§13 Abs. 1 Nr. 4a ErbStG).

Wie umgehe ich die 10. Jahresfrist bei Schenkung?

Die 10-Jahres-Frist können Sie umgehen, indem Sie sich für eine Kettenschenkung entscheiden. Dabei agieren mehrere Familienmitglieder als schenkende Personen – diese können alle ihre Freibeträge voll ausnutzen und dem Beschenkten damit eine Immobilie unabhängig von der 10-Jahres-Frist schenken.

Wann ist eine Immobilie erbschaftsteuerfrei?

Das Erbe des Hauses ist steuerfrei, wenn das Kind zehn Jahre als Eigentümer darin wohnen bleibt und die Immobilie nicht weitervermietet wird. Die Steuerbefreiung gilt bis zu 200 Quadratmeter Wohnfläche. Die darüber hinaus gehende Wohnfläche muss anteilig versteuert werden.

Wann ist eine selbstgenutzte Immobilie steuerfrei?

Die Spekulationssteuer fällt immer dann weg, wenn die Immobilie in den letzten zwei Jahren vor dem Verkauf selbst genutzt wurde. Dabei müssen Sie das Haus nicht ständig selbst bewohnt haben. Als eigengenutzte Immobilie gilt es auch dann, wenn Sie es als Zweitwohnsitz oder Ferienwohnung genutzt haben.

Wer schätzt die Immobilie für Erbschaftssteuer?

Das Finanzamt nimmt die Wertermittlung mittels einfacher Standardverfahren vor – und schätzt den Immobilienwert bei einer Erbschaft damit deutlich zu hoch (Lesetipp: Darum bewertet das Finanzamt Ihre Immobilie zu hoch!).

Kann ich eine selbst genutzte Immobilie Erben?

Grundsätzlich kann vererbtes Wohneigentum, sofern es vom Erben selbst bewohnt wird, unter bestimmten Bedingungen steuerfrei bleiben. Diese Steuerbefreiung ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass der Erbe, sei es der Ehepartner oder die Kinder, die Immobilie für zehn Jahre selbst nutzt bzw. bewohnt.

Wie kann man Erbschaftssteuer bei einem Haus vermeiden?

Der einfachste Weg, die Erbschaftssteuer zu reduzieren oder sogar zu umgehen, ist die Ausnutzung der Freibeträge. Je nach Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen sind diese unterschiedlich hoch. Liegt der Wert der vererbten Immobilie unterhalb des verfügbaren Freibetrags, entfällt die Erbschaftssteuer komplett.

Wie lange muss ein Haus überschrieben sein, um keine Erbschaftssteuer zu zahlen?

Um keine Erbschaftssteuer auf ein überschriebenes Haus zu zahlen, muss der Beschenkte es mindestens 10 Jahre selbst als Hauptwohnsitz nutzen, ohne es zu verkaufen oder zu vermieten; danach fällt der geschenkte Wert aus dem steuerpflichtigen Nachlass. Es gibt auch jährliche Schenkungssteuerfreibeträge (alle 10 Jahre erneut), die eine gestaffelte Schenkung ermöglichen, sowie spezielle Regelungen für Kinder (bis 200 m² Wohnfläche steuerfrei bei Eigennutzung). Wichtig ist, dass die Überschreibung zu Lebzeiten passiert, damit die 10-Jahres-Frist beginnt und Freibeträge genutzt werden können, wodurch die Steuerlast reduziert oder vermieden wird.
 

Was ist besser, Überschreibung oder Schenkung?

Es gibt keinen Unterschied zwischen Schenkung und Überschreibung – eine Überschreibung ist eine Schenkung, oft als "vorweggenommene Erbfolge" bezeichnet, mit dem Hauptvorteil, dass steuerliche Freibeträge alle 10 Jahre neu genutzt werden können, um die Erbschaftssteuer zu minimieren, was besonders bei wertvollen Immobilien (z.B. Häusern) steuerlich oft klüger ist als das Warten auf den Erbfall, wobei man sich durch Auflagen (Wohnrecht, Nießbrauch) absichern kann, aber Eigentum aufgibt. 

Welche Freibeträge gibt es bei der Erbschaftssteuer für Ehepartner?

Ehegatten haben einen persönlichen Freibetrag bei der Erbschaftssteuer in Höhe von 500.000 Euro. Ihnen gleichgestellt sind eingetragene Lebenspartner. Für den über den Freibetrag hinausgehenden Erwerb gilt bei Ehepartnern die Steuerklasse I, sodass Steuersätze von 7 bis 30 Prozent zur Anwendung kommen.

Ist es besser, wenn beide Ehepartner im Grundbuch stehen?

Beide Ehepartner werden als Eigentümer mit einem bestimmten Bruchteil – meist je zur Hälfte – im Grundbuch eingetragen. Vorteile: Beide sind rechtlich gleichberechtigte Eigentümer und haben somit einen klar geregelten Anspruch auf die Immobilie.

Ist die Übertragung des Familienheims auf den Ehegatten erbschaftsteuerfrei?

Übertragung des Familienheims auf den Ehegatten

Das selbstgenutzte Familienheim, ob Eigentumswohnung oder Haus jedweder Größe, an welchem dem Ehegatten durch Schenkung oder im Erbfall Eigentum verschafft wird, ist immer erbschaft- und schenkungsteuerbefreit.

Ist ein Familienheim immer von der Erbschaftssteuer befreit?

Das sogenannte "Familienheim" ist von der Erbschaftssteuer befreit, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt werden: Die oder der Verstorbene hatte hier seinen Lebensmittelpunkt und die Witwe oder der Witwer bleiben nach dem Erbfall zehn Jahre als Eigentümer darin wohnen.

Wie kann ich meine Immobilie auf meinen Ehepartner steuerfrei übertragen?

Die Übertragung einer Immobilie an den Ehepartner ist innerhalb der Ehe oft steuerbegünstigt (Freibetrag 500.000 € und Steuerbefreiung für selbstgenutztes Familienheim) und erfordert immer einen notariellen Vertrag, der ins Grundbuch eingetragen wird. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer Schenkung zur Absicherung (Familienheim) und Übertragung bei Trennung/Scheidung (oft Grunderwerbsteuer, Ausgleichszahlungen). Beratung durch Notar und Steuerberater ist unerlässlich, um steuerliche Fallstricke zu vermeiden und die individuelle Situation bestmöglich zu regeln, etwa bei Teilnutzung oder vermieteten Immobilien. 

Wer ist von der Erbschaftssteuer befreit?

Freibetrag für Enkel, Eltern und Großeltern

Enkelinnen und Enkel haben bei der Erbschaftssteuer je einen Freibetrag von 200.000 Euro. Sind ihre Eltern bereits verstorben, erhöht sich der Freibetrag auf 400.000 Euro. Eltern und Großeltern haben bei der Erbschaftssteuer einen Freibetrag von 100.000 Euro.

Wie viel Erbschaftssteuer muss ich bezahlen, wenn ich 100.000 € erbe?

Ehe- und eingetragene Lebenspartner müssen für die 100.000 Euro oberhalb ihres Freibetrags 11.000 Euro Erbschaftssteuer bezahlen. Bei Kindern und Enkeln, deren Eltern schon verstorben sind, beträgt der zu versteuernde Anteil der Erbschaft 200.000 Euro; dafür werden 22.000 Euro Erbschaftssteuer fällig.

Was ist begünstigtes Vermögen Erbschaftsteuer?

Begünstigungsfähiges und begünstigtes Vermögen

1 ErbStG) gehören land- und forstwirtschaftliches Vermögen, Betriebsvermögen und An- teile an Kapitalgesellschaften. Dieses Vermögen ist begünstigt (§ 13b Abs. 2 Satz 1 ErbStG), soweit sein gemeiner Wert den Nettowert des Verwaltungsvermögens (§ 13b Abs.