Ist ein handschriftliches Testament in Deutschland rechtsgültig?

Gefragt von: Claus-Dieter Engelmann
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Ja, ein handschriftliches Testament ist in Deutschland rechtsgültig, wenn es vollständig eigenhändig geschrieben, mit vollständigem Namen unterschrieben und mit Ort sowie Datum versehen ist, um die Wirksamkeit sicherzustellen und Streitigkeiten zu vermeiden. Auch wenn Ort und Datum nicht zwingend erforderlich sind, falls sie sich anderweitig feststellen lassen, erhöhen sie die Gültigkeit und verhindern Anfechtungen wegen Formmängeln.

Wann ist ein handschriftliches Testament rechtlich gültig?

Ein handschriftliches Testament ist gültig, wenn es vollständig eigenhändig (also nicht am Computer) geschrieben, am Ende mit vollständigem Namen unterschrieben und mit Ort sowie Datum versehen ist, um Klarheit über den Ersteller und den Zeitpunkt zu schaffen, wobei der Wille des Erblassers eindeutig und die Testierfähigkeit gegeben sein muss. Fehlen Ort und Datum, kann es dennoch gültig sein, wenn die Umstände dies eindeutig klären, aber es birgt Risiken für Streitigkeiten. 

Wann ist ein handschriftliches Testament ungültig?

Ein handschriftliches Testament ist ungültig, wenn es nicht vollständig mit der Hand geschrieben wurde (z.B. Teile am Computer), keine Unterschrift mit vollständigem Namen, Datum und Ort enthält, der Erblasser nicht testierfähig war (z.B. bei Demenz) oder der Wille unklar bzw. die Formvorschriften (z.B. bei einem gemeinsamen Testament Unverheirateter) verletzt wurden. Auch das Fehlen des Testierwillens (ernsthafter letzter Wille) kann zur Unwirksamkeit führen. 

Ist ein handschriftliches Testament ohne Notar gültig?

Ja, ein handschriftliches Testament ist ohne Notar gültig, solange es vollständig eigenhändig geschrieben und eigenhändig unterschrieben wurde, idealerweise mit Datum und Ort versehen ist. Es ist genauso wirksam wie ein notarielles Testament, aber fehleranfälliger für Laien, da Formvorschriften streng einzuhalten sind, um Unwirksamkeit und damit die gesetzliche Erbfolge zu vermeiden.
 

Wie muss ein handschriftliches Testament aussehen, um gültig zu sein?

Ein handschriftliches Testament muss vollständig eigenhändig geschrieben und mit Vor- und Nachnamen unterschrieben sein, inklusive Angabe von Ort und Datum der Errichtung, um gültig zu sein. Es sollte eine klare Überschrift ("Mein Testament"), die vollständige Identität des Verfassers, eindeutige Regelungen für Erben und Vermächtnisse enthalten, damit es keine Auslegungsspielräume gibt.
 

Wie lange ist ein handschriftliches Testament gültig?

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Kann ich ein handschriftliches Testament zu Hause aufbewahren?

Handschriftliche Testamente können Sie an jedem Ort Ihrer Wahl aufbewahren (z.B. Gericht oder Zuhause). Auf die Wirksamkeit des Testaments hat der Aufbewahrungsort keinen Einfluss. Sie haben jedoch die Möglichkeit, auch das selbst geschriebene Testament beim Nachlassgericht in besondere amtliche Verwahrung zu geben.

Welche formalen Anforderungen müssen für ein handschriftliches Testament erfüllt sein?

Damit ein handschriftliches Testament gültig ist, müssen folgende Anforderungen erfüllt sein:

  • Erblasser ist testierfähig.
  • Testament per Hand verfasst.
  • Eigenhändige Unterschrift des Erblassers.

Was ist besser, handschriftliches Testament oder notarielles Testament?

Ein notarielles Testament ist oft besser, weil es rechtsicher, manipulationssicher und amtlich verwahrt wird, wodurch spätere Erbstreitigkeiten vermieden werden und der Erbschein oft überflüssig ist; ein handschriftliches Testament ist kostenlos und schnell, birgt aber das Risiko von Fehlern, Unklarheit und Verlust, es sei denn, es wird ebenfalls amtlich verwahrt. Beide Formen sind grundsätzlich gültig, aber das Notariat bietet fachkundige Beratung und rechtliche Klarheit, was bei komplexen Nachlässen oder Immobilien wertvolle Kosten und Ärger ersparen kann. 

Was muss ich tun, wenn ich ein handschriftliches Testament finde?

Wenn Sie ein handschriftliches Testament finden, müssen Sie es unverzüglich dem zuständigen Nachlassgericht (Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Erblassers) abliefern, auch wenn Sie an dessen Gültigkeit zweifeln, um Strafen (Urkundenunterdrückung, Schadenersatz) zu vermeiden. Die Abgabe kann persönlich oder per Post erfolgen, aber eine schriftliche Bestätigung des Gerichts ist wichtig. Das Gericht eröffnet dann das Testament von Amts wegen.
 

Wie lange ist ein handschriftliches Testament gültig?

Ein Testament hat grundsätzlich kein Verfallsdatum und gilt "für immer", also bis zum Tod des Erblassers oder bis es widerrufen wird, wobei ein neues Testament ein älteres ungültig macht. Nach dem Erbfall müssen jedoch Fristen für bestimmte Ansprüche (z.B. Pflichtteilsanspruch) beachtet werden, und ein später gefundenes Testament kann noch bis zu 30 Jahre nach dem Erbfall geltend gemacht werden, wobei konkrete Ansprüche verjähren können (oft 3 Jahre).
 

Welche Formfehler gibt es beim Testament?

Ein häufiger Formfehler im Testament ist die fehlende Unterschrift. Unterschreiben Sie mit Vor- und Nachnamen und fügen Sie zudem Datum und Ort hinzu, also wann und wo Sie das Testament verfasst haben. Das ist besonders wichtig, wenn mehrere Versionen existieren. Das aktuelle Testament ist gültig.

Wer prüft ein handschriftliches Testament?

Gerade bei handschriftlichen Testamenten kommt es nicht selten zu Zweifeln – sei es, weil Angehörige eine Fälschung vermuten oder weil die Handschrift schwer zuzuordnen ist. In solchen Fällen muss das Nachlassgericht genau prüfen, ob das Testament tatsächlich vom Erblasser stammt.

Kann man ein handschriftliches Testament ergänzen?

Ein handschriftliches Testament können Sie einfach ergänzen, indem Sie die Ergänzung eigenhändig auf demselben Dokument schreiben und mit Ihrer Unterschrift versehen, oder Sie verfassen ein komplett neues Testament, welches das alte (teilweise) ersetzt; wichtig ist, dass Sie auch Orte und Daten angeben, damit Klarheit über die gültige Fassung besteht. Nachträgliche Änderungen müssen vollständig handschriftlich sein, maschinenschriftliche oder gedruckte Zusätze sind unwirksam. Bei einem notariellen Testament ist eine handschriftliche Änderung unwirksam – hier müssen Sie ein neues Testament errichten oder das alte widerrufen.
 

Warum wird mein handschriftliches Testament nicht anerkannt?

Ein eigenhändiges Testament ist nach § 2247 BGB nur wirksam errichtet, wenn es eigenhändig geschrieben und unterschrieben ist. Die Formvorschriften sind zwingend; ein Verstoß führt zur Nichtigkeit des Testaments, § 125 BGB, auch wenn die Urheberschaft und die Ernstlichkeit der Erklärung feststehen.

Welchen Wert hat ein handschriftliches Testament?

Weil das private Testament persönlich und schriftlich vom Erblasser allein verfasst wird, belaufen sich die Testamentskosten für die Erstellung auf Null. Erst wenn der Erblasser sein handschriftliches Testament beglaubigen oder prüfen lassen möchte, fallen Kosten beim Rechtsanwalt oder Kosten beim Notar an.

Ist ein Erbschein trotz handschriftlichem Testament erforderlich?

Ein handschriftliches Testament kann einen Erbschein ersetzen, wenn es die Erbfolge eindeutig regelt – Banken müssen dies oft akzeptieren, doch für Grundbuchamt oder Handelsregister wird bei Immobilien oder GmbH-Anteilen meist ein Erbschein oder ein notarielles Testament benötigt; die Erstellung eines Erbscheins ist kostenpflichtig und kann zeitaufwendig sein, weshalb ein notarielles Testament oder eine Vollmacht oft vorteilhafter sind, um teure Erbscheine zu vermeiden, besonders bei komplexen Fällen.
 

Wie sicher ist ein handschriftliches Testament?

Ein handschriftliches Testament ist grundsätzlich genauso wirksam wie ein notarielles, aber fehleranfälliger und damit riskanter, da es bei Formfehlern (z.B. nicht vollständig handschriftlich, fehlendes Datum/Unterschrift) schnell ungültig oder anfechtbar ist und oft zu Erbstreitigkeiten führt. Es muss vollständig eigenhändig geschrieben und mit Vor- und Zunamen unterschrieben werden; Ort und Datum sind zwar nicht zwingend, aber dringend empfohlen, um Verwechslungen zu vermeiden und die Ernsthaftigkeit zu untermauern. Ohne notarielle Begleitung kann die Auslegung durch Gerichte erfolgen, was zu unerwünschten Ergebnissen führen kann.
 

Was macht man mit einem handgeschriebenen Testament?

Ein handschriftliches Testament müssen Sie entweder zu Hause sicher aufbewahren (und Vertrauenspersonen den Ort nennen) oder es beim örtlichen Nachlassgericht zur amtlichen Hinterlegung abgeben, was sicherer ist, da es dann nach dem Tod automatisch eröffnet wird; wichtig ist, dass es vollständig von Ihnen selbst verfasst, datiert und unterschrieben ist. Nach dem Erbfall muss es umgehend beim Nachlassgericht abgegeben werden, damit es eröffnet werden kann. 

Wo gebe ich ein handschriftliches Testament ab?

Ein handschriftliches Testament hinterlegen Sie am besten beim zuständigen Nachlassgericht (Amtsgericht) Ihres Wohnsitzes zur amtlichen Verwahrung, wo es sicher aufbewahrt wird und im Erbfall eröffnet werden muss, oder alternativ bei einem Notar, der es ebenfalls sicher verwahrt und registriert. Die amtliche Verwahrung stellt sicher, dass es im Todesfall gefunden wird und ist vor Verlust oder Beschädigung geschützt.
 

Wann ist ein handschriftliches Testament unwirksam?

Ein handschriftliches Testament ist ungültig, wenn es nicht vollständig mit der Hand geschrieben wurde (z.B. Teile am Computer), keine Unterschrift mit vollständigem Namen, Datum und Ort enthält, der Erblasser nicht testierfähig war (z.B. bei Demenz) oder der Wille unklar bzw. die Formvorschriften (z.B. bei einem gemeinsamen Testament Unverheirateter) verletzt wurden. Auch das Fehlen des Testierwillens (ernsthafter letzter Wille) kann zur Unwirksamkeit führen. 

Ist ein handschriftliches Testament ohne Zeugen gültig?

Normalerweise muss bei der Erstellung einer letztwilligen Verfügung kein Zeuge anwesend sein. Laut Gesetz reicht es aus, wenn das Testament handschriftlich vom Erblasser verfasst und unterschrieben wird oder von einem Notar beurkundet wird.

Was muss ein handschriftliches Testament alles beinhalten?

Ein handschriftliches Testament muss vollständig eigenhändig geschrieben und mit Vor- und Nachnamen unterschrieben sein, inklusive Angabe von Ort und Datum der Errichtung, um gültig zu sein. Es sollte eine klare Überschrift ("Mein Testament"), die vollständige Identität des Verfassers, eindeutige Regelungen für Erben und Vermächtnisse enthalten, damit es keine Auslegungsspielräume gibt.
 

Kann man ein Testament mit Kugelschreiber schreiben?

Es gilt dann die gesetzliche Erbfolge oder, wenn der Erblasser früher ein formgültiges und noch nicht vernichtetes oder widerrufenes Testament errichtet hatte, dieses frühere Testament. Bei der Errichtung kann man jedes Schreibmittel heranziehen: Tinte, Kugelschreiber oder Bleistift.

Was sind Formfehler bei einem Testament?

Wann ist ein Testament ungültig: Formfehler

Sind die Formvorschriften vom Testator nicht eingehalten, hat dies automatisch die Ungültigkeit des Testaments zu Folge. Eigenhändig ist ein Testament bereits dann nicht verfasst, wenn es entweder auf einer Schreibmaschine oder im Computer erstellt wurde.

Welche Nachteile hat ein notarielles Testament?

Nachteile eines notariellen Testaments sind vor allem die Kosten, die sich nach dem Nachlasswert richten, und die geringere Flexibilität bei späteren Änderungen, da diese oft einen neuen Notartermin und neue Kosten verursachen. Zudem ist es weniger diskret, da es registriert wird, aber im Gegenzug bietet es durch die Beratung und amtliche Verwahrung mehr Sicherheit und vermeidet oft ein teures Erbscheinsverfahren, was die anfänglichen Kosten relativieren kann.