Kann ein Bürge sein Geld zurückfordern?
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Ja, ein Bürge kann sein gezahltes Geld zurückfordern, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Er hat einen Regressanspruch gegen den Hauptschuldner (§ 670 BGB), muss seine Zahlungspflicht aber erst erfüllt haben und der Hauptschuldner darf die Leistung nicht behalten dürfen. Die Rückforderung vom Gläubiger ist schwieriger und nur möglich, wenn der Gläubiger materiell keinen Anspruch mehr hatte, was oft bei Bürgschaften auf erstes Anfordern der Fall ist, wo der Bürge die Einrede der Verjährung oder Mängel nachholen kann.
Kann ein Bürge sein Geld vom Schuldner zurückfordern?
Stellt sich die Forderung als unbegründet heraus, kann der Bürge sein Geld erst nach Zahlung wieder zurückfordern. Die Bürgschaft auf erstes Anfordern ist daher sehr risikoreich für den Bürgen.
Wann muss ein Bürge nicht zahlen?
Wann muss der Bürge nicht zahlen? Ein Bürge ist nicht zur Zahlung verpflichtet, wenn der Hauptschuldner seine Schulden vollständig beglichen hat oder wenn die Bürgschaft unwirksam ist, z.B. aufgrund von Formfehlern.
Kann man eine Bürgschaft zurücknehmen?
Nein, eine Bürgschaft lässt sich nicht einfach so widerrufen, aber unter bestimmten Bedingungen kann sie gekündigt oder angefochten werden, insbesondere wenn sie unbefristet ist oder sich die Verhältnisse wesentlich ändern. Eine Kündigung ist oft möglich bei zeitlich unbefristeten Bürgschaften oder wenn der Gläubiger seine Forderung nicht rechtzeitig geltend macht. Auch Anfechtung wegen arglistiger Täuschung oder Drohung ist denkbar.
Welche Rechte habe ich als Bürge?
Bei einer Bürgschaft steht eine Person für bestimmte Verbindlichkeiten eines Schuldners ein. Um eine Bürgschaft zu übernehmen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Ein Bürge hat keinerlei Rechte und haftet immer. Der Bürge kann versuchen, vom Hauptschuldner einen Ausgleich der Forderungen zu verlangen.
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Können Bürgen Geld von Kreditnehmern zurückfordern?
Wenn Sie für einen Immobilienkredit gebürgt haben, können Sie die Rückzahlung durch Veräußerung der Immobilie beantragen . Bei Zahlungsverzug ist die Bank berechtigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Im Extremfall kann die Bank die Zwangsvollstreckung in Ihre Immobilie anstreben, um ihre Forderungen einzutreiben.
Was ist der Regressanspruch eines Bürgen?
Der Regressanspruch umfasst die Hauptforderung, die der Bürge beglichen hat, sowie die dem Bürgen entstandenen Kosten und Zinsen. Dies schließt auch die Kosten ein, die dem Bürgen im Rahmen der Inanspruchnahme durch den Gläubiger entstanden sind.
Wann ist eine Bürgschaft ungültig?
Damit eine Bürgschaft sittenwidrig ist, muss einer der folgenden Umstände zutreffen: Krasse finanzielle Überlastung des Bürgen bei emotionaler Verbundenheit. Erhebliche Einwirkung auf die Entscheidungsfreiheit des Bürgen oder Verharmlosung der Risiken. Ausnutzen einer seelischen Zwangslage oder unzulässige ...
Wie kann ich eine Bürgschaft zurückfordern?
Die Bürgschaftsrückgabe erfolgt nach Erfüllung des Vertrags oder bei Ablauf des Sicherungszwecks. Es gibt keine eindeutige gesetzliche Regelung zur Rückgabepflicht der Bürgschaft durch den Gläubiger. Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollte der Schuldner den Gläubiger auf die Rückgabe hinweisen.
Wann erlischt eine Bürgschaft?
Eine Bürgschaft erlischt, wenn die Hauptschuld vollständig beglichen ist, der Gläubiger auf seine Forderung verzichtet, die vereinbarte Zeit abgelaufen ist (bei befristeten Bürgschaften) oder der Gläubiger ein Sicherungsrecht aufgibt; in bestimmten Fällen kann sie auch durch Kündigung des Bürgen erlöschen, insbesondere bei unbefristeten Bürgschaften nach drei Jahren (§ 777 BGB) oder bei Wegfall der Geschäftsgrundlage.
Welche Nachteile habe ich als Bürge?
Nachteile einer Bürgschaft sind das enorme finanzielle Risiko für den Bürgen (Haftung mit Privatvermögen bis zum Ruin), die Belastung der Bonität (Schufa-Eintrag) und der persönlichen Beziehungen, fehlende Rechte am Kredit, sowie die Vererbbarkeit der Bürgschaft, weshalb Bürgen oft unterschätzen, dass sie unüberlegt für fremde Schulden haften, ohne Gegenleistung zu erhalten.
Was tun, wenn beim Schuldner nichts zu holen ist?
Wenn beim Schuldner "nichts zu holen" ist, bedeutet das, dass eine Zwangsvollstreckung erfolglos war, weil keine pfändbaren Werte (Geld, Wertgegenstände, Konten) gefunden wurden, was zur Ausstellung einer Fruchtlosigkeitsbescheinigung führt. Für den Gläubiger bedeutet dies oft einen finanziellen Verlust, da er die Kosten trägt, aber es gibt Schritte wie die Schuldneranfrage (jetzt Vermögensauskunft), um die Situation zu klären, und bei Verweigerung droht Erzwingungshaft.
Wird man als Bürge in der Schufa eingetragen?
Ja, eine Bürgschaft wird in der Regel in die SCHUFA eingetragen, meist als neutraler Vermerk, der aber die Bonität beeinträchtigen kann, da eine bestehende Bürgschaft als finanzielle Belastung gewertet wird und Kredite erschweren kann; bei Zahlungsausfall des Hauptschuldners kann sie sogar zu einem negativen SCHUFA-Eintrag führen. Bei Mietbürgschaften ist die Situation oft anders, dort erfolgt meist keine SCHUFA-Meldung, wenn alles glatt läuft, wie creditSUN aufzeigt.
Was passiert, wenn ich als Bürge nicht zahlen kann?
Wenn ein Bürge nicht zahlen kann, wird der Gläubiger versuchen, die Forderung zwangsweise einzutreiben, indem er Mahnbescheide erwirkt und Gerichtsvollzieher einsetzt; der Bürge gerät in Verzug, aber die Haftung geht auf seine Erben über, und der Gläubiger muss erst alle Möglichkeiten beim Hauptschuldner ausschöpfen (Einrede der Vorausklage), bevor er den Bürgen voll in Anspruch nimmt, es sei denn, es handelt sich um eine selbstschuldnerische Bürgschaft.
Welche 3 Arten der Bürgschaft gibt es?
Gesetzlich näher geregelt sind nur folgende Bürgschaftsarten:
- Selbstschuldnerische Bürgschaft. Bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft ist die Einrede der Vorausklage ausgeschlossen, ohne dass dies ausdrücklich vereinbart werden muss. ...
- Mitbürgschaft. ...
- Zeitbürgschaft.
Wie lange haftet ein Bürge?
Für gewöhnlich tritt bei einer Bürgschaft die Verjährung nach einer Frist von drei Jahren ein. Grundlage dafür ist § 199 BGB. Handelt es sich um eine selbstschuldnerische Bürgschaft, dann beginnt die Verjährungsfrist mit der Fälligkeit Hauptforderung und gleichzeitiger Inanspruchnahme des Bürgen.
Kann ich als Bürge mein Geld zurückfordern?
Der Bürge kann die aufgrund einer Bürgschaft auf erstes Anfordern geleistete Zahlung nur zurückfordern, wenn der Gläubiger die Leistung nach materiellem Bürgschaftsrecht nicht behalten darf; ob der Bürge die Anforderung hätte zurückweisen dürfen, ist unerheblich.
Wann verjährt eine Bürgschaft?
Die Verjährung einer Bürgschaft richtet sich meist nach der dreijährigen Regelverjährung (§ 195 BGB), beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger davon wusste. Bei selbstschuldnerischen Bürgschaften startet die Frist oft mit der Fälligkeit der Hauptforderung und der ersten Inanspruchnahme des Bürgen, wobei eine Verkürzung durch die Verjährung der Hauptforderung möglich ist. Sonderfälle wie Verbraucherkredite oder Insolvenzverfahren können abweichende Fristen (z.B. 10 Jahre oder 1 Jahr) haben, und Verträge können die Frist (z.B. auf 5 Jahre) verlängern.
Wie kann man eine Bürgschaft loswerden?
Eine ordentliche Kündigung einer Bürgschaft ist in der Regel nur dann möglich, wenn die Bürgschaftsverpflichtung auf unbestimmte Zeit besteht. Paragraph 242 BGB regelt, dass Sie als Bürge auf Treu und Glauben das Recht haben, eine Kündigung zu verlangen.
Wann läuft eine unbefristete Bürgschaft ab?
Unbefristete Bürgschaften
Bei unbefristeten Bürgschaften gibt es keine zeitliche Begrenzung.
Wird eine Bürgschaft zurückgezahlt?
Wenn der Versicherer die Bürgschaft ausgezahlt hat, wendet er sich an Sie und verlangt die Rückzahlung. In der Regel ist der Versicherer nur der Vermittler und stellt die Sicherheit. In dem Fall, dass Sie das Geld nicht zurückzahlen können, weil Sie insolvent sind, muss der Versicherer die Kosten tragen.
Was fällt alles unter Sittenwidrigkeit?
Ein Vertrag gilt als sittenwidrig, wenn er gegen die geltenden Gesetze oder moralischen Normen verstößt und damit den guten Sitten widerspricht. Dazu gehören zum Beispiel Verträge über illegalen Handel, Betrug, Bestechung, Menschenhandel und ähnliches.
Hat der Bürge einen Anspruch gegen den Schuldner?
Nach § 771 BGB kann der Bürge die Zahlung an den Gläubiger verweigern, bis dieser erfolglos gegen den Hauptschuldner vollstreckt hat. Diese Einrede der Vorausklage (oder eigentlich Vorausvollstreckung) kann je- doch vertraglich ausgeschlossen, indem sich der Bürge "selbstschuldnerisch" verbürgt (§ 773 I Nr. 1 BGB).
Wann verjährt der Rückzahlungsanspruch?
Der Rückzahlungsanspruch verjährt nach der regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren gemäß § 195 BGB. Wenn Ihr Darlehen beispielsweise im Juli 2023 gekündigt wurde, beginnt die Verjährungsfrist am 31.12.2023 und endet am 31.12.2026.
Wann ist eine Bürgschaft unwirksam?
Bürgschaftsverträge sind dann unwirksam, wenn sie erkennbar Ausdruck einer strukturellen Unterlegenheit des Bürgen sind und für ihn eine nicht hinnehmbare, mit seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen unvereinbare Belastung begründen (vgl.