Kann ich bei Anleihen Geld verlieren?

Gefragt von: Frau Prof. Agathe Böhm B.Eng.
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Ja, bei Anleihen können Sie Geld verlieren, auch wenn sie oft als sicher gelten. Die Hauptrisiken sind ein Zahlungsausfall des Emittenten (Insolvenz), Kursverluste bei Verkauf vor Laufzeitende wegen steigender Marktzinsen, Fremdwährungsrisiken und der Kaufkraftverlust durch Inflation. Das Risiko ist besonders hoch bei Anleihen von Unternehmen mit niedriger Bonität (Hochzinsanleihen).

Welche Nachteile haben Anleihen?

Die Hauptnachteile von Anleihen sind das Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen drücken den Kurs), das Bonitätsrisiko (Ausfall des Emittenten), Inflationsrisiko (verringerte Kaufkraft der Zinsen), begrenzte Renditechancen im Vergleich zu Aktien sowie das Liquiditätsrisiko bei schwach gehandelten Papieren. Zudem besteht bei Fremdwährungsanleihen ein zusätzliches Währungsrisiko und Anleihen unterliegen Kursschwankungen, weshalb sie nicht immer zum Nennwert verkauft werden können. 

Werden Anleihen immer zu 100% ausgezahlt?

Werden Anleihen immer zu 100 Prozent ausgezahlt? Nein, ein Zahlungsausfall des Emittenten ist vor allem bei riskanten Anleihen möglich. Investment-Grade-Anleihen werden in der Regel zu 100 Prozent ausgezahlt, sofern der Emittent solvent bleibt.

Was ist das Währungsrisiko bei Anleihen?

Das Währungsrisiko bei Anleihen entsteht, wenn eine Anleihe in einer Fremdwährung (z.B. USD, JPY) notiert ist und der Anleger in Euro investiert. Fällt der Fremdwährungskurs gegenüber dem Euro, verringert sich der Wert der Zinszahlungen und der Rückzahlung in Euro, was zu Verlusten führen kann – selbst bei einer ansonsten guten Anleihe. Dieses Risiko kann durch Währungsabsicherung (Hedging) mit Derivaten wie Forwards oder Futures reduziert, aber nicht komplett eliminiert werden, da die Absicherung Kosten verursacht.
 

Was passiert mit Anleihen, wenn die Zinsen sinken?

Sinkende Zinsen wirken sich häufig positiv auf die Kurse von festverzinslichen Anleihen aus. Wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt, werden bereits bestehende Anleihen mit höheren Kupons attraktiver und steigen daher im Kurs. Als Faustregel gilt: Sinken die Zinsen, steigen die Kurse festverzinslicher Wertpapiere.

Anleihen einfach erklärt! Alles was Du wissen musst! (Basics)

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Kann eine Anleihe an Wert verlieren?

Der Kurs einer Anleihe wird maßgeblich durch das aktuelle Zinsumfeld beeinflusst. Denn festverzinsliche Anleihen bieten während ihrer Laufzeit einen festen Zinssatz. Wird dieser im Vergleich zu den aktuellen Marktzinsen unattraktiv, verliert die Anleihe an Wert.

Wann ist der beste Zeitpunkt, Anleihen zu kaufen?

Der beste Zeitpunkt, Anleihen zu kaufen, hängt von Ihren Zielen ab, aber generell sind sinkende Zinsen ideal, da bestehende Anleihen mit höheren Kupons dann im Wert steigen (z.B. nach Zinssenkungen durch die EZB). Wichtig ist aber auch die Bonität des Emittenten, die Ihre Sicherheit bestimmt, und eine breite Streuung über verschiedene Laufzeiten und Schuldner zur Risikominimierung. Anleihen kaufen Sie am besten, wenn Sie planbare Einkünfte für die Altersvorsorge suchen, das Risiko streuen wollen und ein stabiles Gegenstück zu risikoreicheren Aktien möchten, besonders wenn die Zinsen hoch sind. 

Was kann bei Anleihen schief gehen?

Folgende Risiken können bei Anleihen unterschieden werden:

  • Kursrisiko (= Risiko von Zinsänderungen)
  • Kreditrisiko des Emittenten.
  • Währungsrisiko (nur bei Fremdwährungsanleihen)
  • Liquiditätsrisiko.
  • Kündigungsrisiko.

Welches Risiko habe ich bei Anleihen?

Anleihen bergen Risiken wie das Bonitätsrisiko (Ausfall des Schuldners), das Zinsänderungsrisiko (Kursverlust bei steigenden Zinsen), das Inflationsrisiko (sinkende Kaufkraft der Rendite), das Währungsrisiko (bei Fremdwährungsanleihen) und das Liquiditätsrisiko (schwerer Verkauf), auch wenn sie oft als sicherer gelten als Aktien; das Risiko steigt mit der Bonität des Emittenten und der Höhe der Zinsen. 

Was passiert, wenn man eine Anleihe vorzeitig verkauft?

Verlustrisiko: Anleihen unterliegen Kursschwankungen. Diese können bei vorzeitigem Verkauf zu Verlusten für Sie als Anlegerin oder Anleger führen. Verfügbarkeit: Anleihen sind meist an der Börse handelbar. Dadurch können Sie kurzfristig über ihr Kapital verfügen.

Haben Anleihen einen festen Zinssatz?

Klassische Anleihen:

Ein Großteil der Aktien ist mit einem festen Zinskupon ausgestattet. Der Kupon zeigt, wie hoch die Bonität des Emittenten ist. Über die gesamte Laufzeit bleibt die Verzinsung und der daraus resultierende Ertrag gleich. Die Zinsen werden in der Regel jährlich ausgeschüttet.

Wie funktioniert die Rückzahlung von Anleihen?

Die Höhe der Zinsen für Anleihen hängt unter anderem von der Bonität des Emittenten und der Laufzeit ab. Rückzahlung: Am Ende der Laufzeit wird die Anleihe in der Regel zum Nennwert zurückgezahlt. Während der Laufzeit kann sich der Kurs der Anleihe jedoch durch Angebot und Nachfrage an der Börse verändern.

Kann Anleihen jederzeit verkauft werden?

Ja, man kann Anleihen grundsätzlich jederzeit vor Fälligkeit über die Börse verkaufen, aber der Preis hängt von aktuellen Marktbedingungen ab und kann über oder unter dem Nennwert liegen, was zu Gewinnen oder Verlusten führt; es besteht also ein Kursrisiko (Zinsänderungsrisiko, Bonitätsrisiko). Der Verkauf erfolgt über ein Wertpapierdepot, wobei der Kurs in Prozent des Nennwerts angegeben wird. 

Kann Anleihen wertlos werden?

Das Risiko von Anleihen hängt von der Bonität (Kreditwürdigkeit) der Emittent:innen ab. Diese Bonität ist v.a. in Krisenzeiten zu hinterfragen. In der Regel ist das Risiko umso höher, je mehr die Emittent:innen an Zins zahlen. Werden diese insolvent, ist die Anleihe wertlos.

Warum sind ETFs keine gute Geldanlage?

Risiken von ETFs

Fällt der Kurs, sind auch Verluste möglich. ETFs sind nie besser als ihr Index: Anders als bei aktiven Fonds können Sie mit ETFs keine Gewinne über Marktdurchschnitt erzielen. Denn ein ETF versucht nicht, den Markt “zu schlagen”, sondern bildet seine Entwicklung möglichst genau nach.

Kann man mit Anleihen Minus machen?

Gewinn auch mit negativ verzinsten Anleihen

Versierte Anleger nutzen Anleihen nicht nur zur Risikostreuung in ihrem Portfolio. Sie schaffen es sogar, Verluste von Anleihen mit negativer Rendite in Gewinne umzuswitchen. Verluste entstehen nur, wenn die negativ verzinste Anleihe bis zum Ende der Laufzeit gehalten wird.

Sind Anleihen eine gute Investition?

Neben der Aktie ist auch die Anleihe unter Privatanlegern eine interessante Geldanlage. Das Wertpapier, das entweder von Unternehmen oder Staaten ausgegeben wird, verspricht eine festgelegte Verzinsung und mehr Sicherheit als Aktien.

Was ist das Zinsänderungsrisiko bei einer Anleihe?

Mehr zum Zinsänderungsrisiko:

Wenn die Zinsen nach Abschluss der Geldanlage steigen, verliert diese an Wert. Dann sinkt der Kurs der Anleihe und es entsteht beim Verkauf vor Endfälligkeit ein Kursverlust. Behält man die Wertpapiere bis zum Ende der Laufzeit, bekommt man den Nennwert der Anlage und die Zinsen zurück.

Kann ich bei einer Anleihe mein Geld verlieren?

Wie bei jedem handelbaren Vermögenswert unterliegen die Anleihekurse Angebot und Nachfrage in den betreffenden Märkten. Das bedeutet, dass Anleger einen Gewinn erzielen können, wenn der Wert der Anleihe steigt, oder einen Verlust erleiden, wenn eine Anleihe, die sie verkaufen, an Wert verloren hat.

Welches Risiko hat eine Anleihe?

Das Risiko wird bei Anleihen anhand der Bonität des Emittenten ermittelt. Wenn Unternehmen eine schwache Bonität aufweisen, ist das Risiko größer als bei Unternehmen mit einer guten Bonität. Je höher das Risiko (das heißt, je schlechter die Bonität), desto höher sind jedoch die Zinsen.

Was ist der Nachteil bei Anleihen?

Die Hauptnachteile von Anleihen sind das Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen drücken den Kurs), das Bonitätsrisiko (Ausfall des Emittenten), Inflationsrisiko (verringerte Kaufkraft der Zinsen), begrenzte Renditechancen im Vergleich zu Aktien sowie das Liquiditätsrisiko bei schwach gehandelten Papieren. Zudem besteht bei Fremdwährungsanleihen ein zusätzliches Währungsrisiko und Anleihen unterliegen Kursschwankungen, weshalb sie nicht immer zum Nennwert verkauft werden können. 

Was wird aus 10000 Euro in 10 Jahren?

Aus 10.000 Euro können in 10 Jahren je nach Anlage und Marktlage sehr unterschiedliche Beträge werden, von realem Wertverlust durch Inflation bis zu Vervielfachung bei erfolgreichen Investitionen in Aktien (z.B. 16.000 € bei Mischfonds, über 24.000 € in breit gestreuten ETFs wie dem MSCI World, oder sogar über 200.000 € bei Einzelaktien wie Axon Enterprise in der Vergangenheit). Wichtig ist, die Inflation (die die Kaufkraft senkt) durch Rendite zu übersteigen, um das Vermögen real zu vermehren.
 

Welche Anleihen sollte man 2025 kaufen?

Top Anleihen-Indizes 2025

  • FTSE Qualified Global Convertible (EUR Hedged) 2025: +21,02% ...
  • Bloomberg Emerging Markets USD Sovereign & Agency 3% Country Capped (EUR Hedged) 2025: +13,02% ...
  • Bloomberg Emerging Markets Local Currency Liquid Government Bond (EUR Hedged) 2025: +12,47% ...
  • JP Morgan EMBI Global Core (EUR Hedged)

Ist die Investition in Anleihen eine gute Idee?

Anleihen sind eine Überlegung wert, wenn Sie Ihr Anlageportfolio aufbauen . Sie bieten viele potenzielle Vorteile, darunter Kapitalerhalt, Diversifizierung, regelmäßige Erträge und mögliche Steuervorteile. Entdecken Sie diese Anlageideen, um Anleihen in Ihr Portfolio aufzunehmen.