Kann man sehen, was die Krankenkasse alles bezahlt hat?

Gefragt von: Herr Dr. Enno Wimmer B.Sc.
sternezahl: 4.7/5 (31 sternebewertungen)

Ja, Sie können sehen, was Ihre Krankenkasse bezahlt hat, hauptsächlich über die elektronische Patientenquittung, die Sie bei Ihrer Krankenkasse anfordern können, oder über die elektronische Patientenakte (ePA); beides bietet eine detaillierte Übersicht der abgerechneten Leistungen und Kosten, oft zugänglich per App oder Webportal, rückwirkend für mehrere Jahre.

Was sehen Ärzte, wenn sie die Krankenkassenkarte einlesen?

Der Arzt sieht auf der Gesundheitskarte standardmäßig administrative Daten (Name, Geburtsdatum, Adresse), aber durch die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) kann er mit Ihrer Zustimmung auch medizinische Informationen einsehen, wie Diagnosen, Medikationspläne, Arztbriefe und Laborergebnisse, was eine umfassendere Behandlung ermöglicht, aber immer Ihre ausdrückliche Freigabe erfordert. 

Kann man bei der Krankenkasse seine Akte einsehen?

Seit Januar 2021 bieten Krankenkassen die elektronische Patientenakte (ePA) an. Dabei stellen sie den Versicherten eine App zur Verfügung, mit der sie Zugang zur elektronischen Krankenakte erhalten. Mit der elektronischen Patientenakte ist es möglich, Gesundheitsdaten digital einzusehen.

Wie kann ich sehen, was der Arzt verschrieben hat?

Mit der E-Rezept-App erhalten Sie Ihre Verschreibung bequem auf Ihr Smartphone. Sie können in der App auch wichtige Informationen oder die Einnahmeweise Ihrer Medikamente nachschauen.

Wie kann ich eine Patientenquittung von der Krankenkasse anfordern?

Um eine Patientenquittung zu erhalten, fordern Sie diese bei Ihrer Krankenkasse über deren Online-Portal, Service-App, Telefon oder Kontaktformular an, da ein gesetzlicher Anspruch besteht, die Quittung aber nicht automatisch kommt. Sie können auch direkt beim Arzt oder Krankenhaus nach einer Quittung fragen, diese kann aber kostenpflichtig sein, während die Kassenversion (Leistungsübersicht) kostenlos ist und Details zu Behandlungen, Medikamenten und Krankenhausaufenthalten enthält.
 

Arzt packt aus: Deshalb steigen Krankenkassenbeiträge rasant!

45 verwandte Fragen gefunden

Hat die Krankenkasse alle Befunde?

Alle gesetzlich krankenversicherten Personen, die keinen Widerspruch eingelegt haben, erhalten von ihrer Krankenkasse eine elektronische Patientenakte. Auch gesetzlich krankenversicherte Kinder und Jugendliche bekommen eine ePA.

Wie kann ich sehen, was mein Arzt abgerechnet hat?

  1. In der Arztpraxis: Direkt im Anschluss an die Behandlung, beziehungsweise nach Ablauf des Abrechnungsquartals. Dafür können Gebühren (Bearbeitung, Porto anfallen).
  2. Bei der Krankenkasse: Auf Antrag verschicken auch die gesetzlichen Krankenkassen Informationen über in Anspruch genommene Leistungen und deren Kosten.

Kann die Krankenkasse sehen, wann ich beim Arzt war?

Ja, Ihre Krankenkasse erfährt durch Arztbesuche und Behandlungen, da Ärzte und Krankenhäuser Daten zur Abrechnung übermitteln, aber Sie haben das Recht auf eine elektronische Patientenquittung (ePQ) mit Details zu Behandlungen und Diagnosen, um Transparenz zu haben und Ihre Daten selbst einzusehen. Sie können über die Online-Geschäftsstelle oder App Ihrer Kasse eine Übersicht anfordern, die zeigt, wann welche Leistungen abgerechnet wurden. 

Können Ärzte sehen, ob man ein Rezept eingelöst hat?

Nein, aktuell können Ärzte in Deutschland beim E-Rezept nicht direkt sehen, ob und wann genau Sie es eingelöst haben oder welches Medikament Sie bekommen haben – aber das System ist so aufgebaut, dass nur Sie, die Apotheke und ggf. die Sozialversicherung Zugriff auf die Einlösedaten haben; zukünftig soll die elektronische Patientenakte (ePA) dies ändern, aber das ist noch nicht flächendeckend umgesetzt.
 

Was kostet Einsicht in eine Patientenakte?

Kopien der Patientenakte sind kostenlos. Gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) steht dem Patienten das Recht zu, eine Kopie seiner Patientenakte zu erhalten.

Kann ein Arzt sehen, ob ich bereits bei einem anderen Arzt war?

Nein, grundsätzlich kann ein Arzt nicht automatisch sehen, bei welchen anderen Ärzten Sie waren, da die ärztliche Schweigepflicht gilt und Daten nicht ohne Ihre Einwilligung geteilt werden dürfen; allerdings können über die elektronische Patientenakte (ePA) oder bei Abrechnung mit der Krankenkasse Informationen zu verordneten Medikamenten oder Behandlungen einsehbar sein, wenn Sie dem zustimmen oder bestimmte Funktionen aktivieren. 

Was steht in der Patientenakte der Krankenkasse?

Die Patientenakte enthält alle relevanten medizinischen Informationen, die im Zusammenhang mit der Behandlung stehen. Auch Befunde und Diagnosen sind in der Patientenakte dokumentiert. Patientinnen und Patienten dürfen ihre Behandlungsunterlagen lesen und Kopien davon anfordern.

Kann ich selber in meine Patientenakte einsehen?

Nein. Nur Patientinnen und Patienten sowie das von ihnen berechtigte medizinische Personal haben Zugriff auf die Daten. Selbst Krankenkassen und ihre Ombudsstellen können die Daten in der ePA nicht einsehen.

Kann ich sehen, was auf meiner Krankenkassenkarte gespeichert ist?

Ja, Sie können sehen, was auf Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert ist, hauptsächlich über die eGK-App Ihrer Krankenkasse (wie z.B. die Barmer eCare App), mit der Sie Ihre elektronische Patientenakte (ePA) einsehen können, oder über spezielle Kartenlesegeräte mit entsprechender Software; direkt auf der Karte sind nur administrative Daten gespeichert, während medizinische Daten (Befunde, Diagnosen, Medikation) in der ePA liegen und nur nach Freigabe zugänglich sind. 

Kann man auf der Krankenkarte sehen, bei welchem Arzt man war?

Nein, man kann nicht direkt auf der Karte sehen, bei welchem Arzt man war, da medizinische Daten wie Diagnosen und Behandlungen nicht direkt auf der Karte gespeichert sind. Ärzte können bei Bedarf auf Ihre elektronische Patientenakte (ePA) zugreifen, aber nur mit Ihrer Zustimmung und nur bestimmte Informationen (z.B. Notfalldaten, Medikationsplan) sind standardmäßig verfügbar. Ihre Krankenkasse weiß durch Abrechnungen, welche Leistungen Sie erhalten haben, aber diese Übersichten sind nur für Sie selbst einsehbar, nicht für Ärzte. 

Können Ärzte sehen, was ein anderer Arzt verschrieben hat?

Nein, grundsätzlich kann ein Arzt nicht ohne Weiteres sehen, was ein anderer Arzt verschrieben hat, da die ärztliche Schweigepflicht gilt und Daten vertraulich sind. Allerdings ermöglichen neue Systeme wie das E-Rezept und die Elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland (oder ähnliche Systeme in Österreich, wie die e-card in Österreich) den Zugriff auf Medikationsdaten, wenn Sie dem zustimmen oder bestimmte Funktionen nutzen, wodurch Ärzte einen besseren Überblick über Ihre Medikamente bekommen können. 

Können Ärzte sehen, ob Sie Ihr Rezept erhalten haben?

Apotheken bewahren Rezepte in Papierform auf. Wenn der Arzt dem Patienten ein handschriftliches Rezept ausgestellt hat, kann er die Apotheke kontaktieren, um zu bestätigen, dass das Rezept tatsächlich eingelöst wurde.

Sind Rezepte auf einer Krankenkassenkarte gespeichert?

Nein, Rezepte werden nicht direkt auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert, sondern zentral auf einem sicheren Server der Telematikinfrastruktur (TI) abgelegt; die Gesundheitskarte dient lediglich als Schlüssel, um der Apotheke den Zugriff auf das E-Rezept zu ermöglichen, wenn sie in das Lesegerät gesteckt wird. Sie können Rezepte auch über die E-Rezept-App der Gematik oder einen Papierausdruck mit QR-Code einlösen, die beide auf das zentrale System zugreifen.
 

Werden Rezepte kontrolliert?

In der Apotheke geht es oft hektisch zu, die Rezeptabholung steht an und einige Verordnungsblätter sind noch zu kontrollieren. Mit vereinten Kräften sollen nun die Rezepte auf Formfehler wie Richtigkeit der Verordnung, Dosierangaben und so weiter geprüft werden.

Was sieht der Arzt, wenn er meine Krankenkassenkarte einliest?

Der Arzt sieht auf der Gesundheitskarte standardmäßig administrative Daten (Name, Geburtsdatum, Adresse), aber durch die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) kann er mit Ihrer Zustimmung auch medizinische Informationen einsehen, wie Diagnosen, Medikationspläne, Arztbriefe und Laborergebnisse, was eine umfassendere Behandlung ermöglicht, aber immer Ihre ausdrückliche Freigabe erfordert. 

Was kann die Krankenkasse alles sehen?

Die gesetzlichen Krankenkassen erheben und speichern eine große Anzahl an Sozialdaten ihrer Versicherten. Dazu gehören nicht nur Angaben wie der Name und die Anschrift, sondern auch Krankheitsdiagnosen und Abrechnungsbelege aus Heilbehandlungen.

Kann die Krankenkasse sehen, welche Medikamente ich nehme?

Die Krankenkassen haben keinen Zugriff auf Daten in der ePA. Sie können also weder auf abgelegte Befundberichte noch auf die Medikationsliste zugreifen. Sie sind allerdings verpflichtet, auf Wunsch der Versicherten Dokumente einzupflegen, zum Beispiel ältere Papierbefunde.

Kann ein Arzt sehen, ob ich bei einem anderen Arzt war?

Nein, ein Arzt kann nicht automatisch sehen, bei welchen anderen Ärzten Sie waren, da Ihre Patientendaten unter ärztlicher Schweigepflicht stehen und Ihre Einwilligung zur Weitergabe benötigen; jedoch können medizinische Dienste wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder die elektronische Gesundheitskarte (eGK) im Notfall oder mit Ihrer Zustimmung einen Austausch ermöglichen, und Krankenkassen können eine Übersicht Ihrer abgerechneten Leistungen erstellen. 

Wie kann ich sehen, was mir der Arzt verschrieben hat?

Sofern sie nicht widersprochen haben, steht Ihnen Ihre ePA seit Anfang 2025 automatisch zur Verfügung. Um die ePA zu nutzen, können Sie diese in der App Ihrer Krankenkasse einsehen und verwalten.

Kann ich meine Gesundheitskarte selbst auslesen?

Ja, Sie können Ihre Gesundheitskarte selbst auslesen, um auf Ihre elektronische Patientenakte (ePA) zuzugreifen, benötigen dafür aber eine NFC-fähige Gesundheitskarte mit PIN und die passende Krankenkassen-App (z. B. ePA-App) auf Ihrem Smartphone oder Tablet; alternativ mit einem speziellen Chipkartenleser am PC. Sie scannen die Karte mit NFC oder stecken sie in ein Lesegerät, geben die PIN ein und können dann Ihre Gesundheitsdaten verwalten und einsehen, was die Praxisberechtigung erteilt.