Kann man zwei Kleingewerbe gleichzeitig haben?

Gefragt von: Frau Prof. Aloisia Schulze B.Sc.
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Ja, Sie dürfen mehrere Kleingewerbe gleichzeitig betreiben, solange Ihr Gesamtumsatz aus allen Tätigkeiten zusammen die Kleinunternehmergrenze (derzeit 22.000 € im Vorjahr und voraussichtlich 25.000 € im aktuellen Jahr) nicht übersteigt, da die Kleinunternehmerregelung für Sie als Person gilt, nicht pro Unternehmen. Jedes separate Gewerbe muss angemeldet werden, aber Sie können oft mehrere Tätigkeiten in einer einzigen Gewerbeanmeldung nennen, wenn sie zusammengehören; bei völlig unterschiedlichen Bereichen sind jedoch separate Anmeldungen nötig.

Kann man ein Gewerbe für mehrere Tätigkeiten anmelden?

Es dürfen durchaus auch mehrere Tätigkeiten in einer Gewerbeanmeldung aufgezählt werden. Wichtig ist dabei, dass die Tätigkeiten bitte so konkret wie möglich beschrieben werden soll- ten. Zu allgemein sind z.B. Handel mit Waren aller Art; Dienstleistungen aller Art; Dienstleis- tungen; Hilfsarbeiten; Allrounder.

Wie viel darf ich im Kleingewerbe steuerfrei verdienen?

Bis zu einem Umsatz von 25.000 Euro im Jahr müssen Sie keine Umsatzsteuer berechnen und abführen. Allerdings dürfen Sie in diesem Fall auch keine Vorsteuer geltend machen. Für die Einkommenssteuererklärung gibt es spezielle Formulare, die Sie vom Finanzamt erhalten.

Kann man zwei Unternehmen gleichzeitig besitzen?

Alle Unternehmen haben dieselbe juristische Person, aber Finanzen, Steuern und Meldepflichten werden gemeinschaftlich unter einem Dach verwaltet. Es ist völlig legal, mehrere Unternehmen unter dem Dach einer GmbH zu führen.

Was passiert, wenn ich als Kleinunternehmer mehr als 22.000 verdiene?

Im Jahr 2021 erzielt er einen Umsatz von 38.000 Euro. Damit liegt er zwar unter der Grenze von 50.000 Euro, aber er hat bereits im Vorjahr (2020) die Umsatzgrenze von 22.000 Euro überschritten und ist damit umsatzsteuerpflichtig.

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Ist ein Kleingewerbe im Jahr 2025 steuerfrei?

Wie viel darf ich als Kleinunternehmer:in steuerfrei verdienen? Der Grundfreibetrag liegt 2025 bei 12.096 Euro. Einkünfte unter diesem Betrag sind einkommensteuerfrei. Die Kleinunternehmerregelung gilt bei einem Umsatz bis 25.000 Euro im Vorjahr und bis 100.000 Euro im laufenden Jahr.

Was ist ein guter Umsatz für ein Kleinunternehmen?

Durchschnittlicher Umsatz von Kleinst- und Kleinunternehmen

Kleinstunternehmen mit 1-9 Mitarbeitern verzeichneten einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 446.872 £, während kleine Unternehmen mit 10 oder mehr Mitarbeitern im Jahr 2022 einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 2.802.670 £ erzielten.

Kann man bei zwei Unternehmen gleichzeitig angestellt sein?

Ja, man kann bei zwei Arbeitgebern angestellt sein, grundlegend gilt die Freiheit zur Berufsausübung, aber es gibt wichtige Regeln zu beachten, besonders bezüglich Arbeitszeitgesetz, Wettbewerbsverboten und Sozialversicherungen (z.B. Steuerklasse VI für den Zweitjob). Bei mehreren Minijobs ist dies ebenfalls möglich, solange der Gesamtverdienst die Minijob-Grenze nicht übersteigt. 

Kann ich zwei Einzelunternehmen haben?

Ja, Sie können mehrere Einzelunternehmen gleichzeitig führen, solange die Tätigkeiten klar getrennt sind, insbesondere wenn es sich um unterschiedliche Geschäftsfelder handelt, die jeweils eine eigene Gewerbeanmeldung erfordern, aber Sie müssen die Formalitäten wie separate Anmeldungen beim Gewerbeamt und Finanzamt sowie getrennte Buchführungen beachten. Wichtig ist, dass die Unternehmen sich nicht überschneiden, sonst gilt der Grundsatz der Firmeneinheit, und Sie müssen eventuell sogar zwei separate Firmen im Handelsregister eintragen lassen, was Kosten verursacht, aber die Trennung rechtlich absichert. 

Was passiert, wenn man bei zwei Firmen angemeldet ist?

Werden mehrere Beschäftigungen bei unterschiedlichen Arbeitgebern ausgeführt, liegt eine Mehrfachbeschäftigung vor. Im Regelfall werden das zweite und alle weiteren Beschäftigungsverhältnisse mit Steuerklasse VI abgerechnet.

Wann lohnt sich ein Kleingewerbe?

Ein Kleingewerbe lohnt sich, wenn Sie eine Geschäftsidee mit wenig Risiko testen wollen, nebenberuflich starten, geringe Investitionen haben, hauptsächlich Privatkunden bedienen oder den buchhalterischen Aufwand vermeiden möchten, solange der Umsatz voraussichtlich unter der 25.000 €-Grenze bleibt – was besonders bei Nebengewerben mit geringem Startkapital und ohne hohe Vorsteuerabzugsfähigkeit der Fall ist, um den administrativen Aufwand der Umsatzsteuer zu umgehen.
 

Welche Änderungen gibt es ab 2025 für Kleinunternehmer?

Ab 2025 werden die Umsätze der Kleinunternehmer ausdrücklich von der Umsatzsteuer befreit. In der Praxis ergibt sich daraus für betroffene Selbstständige keine Veränderung: Sie dürfen weiterhin keine Umsatzsteuer in ihren Rechnungen ausweisen und müssen keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen beim Finanzamt einreichen.

Wird Kleingewerbe auf Gehalt angerechnet?

Ihre Gewinne werden mithilfe der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) in der jährlichen Einkommensteuererklärung angeben und versteuert. Wer ein Kleingewerbe als Nebengewerbe betreibt, muss bei der Steuer sämtliche Einnahmen in seiner Einkommensteuererklärung berücksichtigen.

Kann man zwei Kleingewerbe anmelden?

Ja, Sie können problemlos mehrere Kleingewerbe anmelden, da die Gewerbeordnung (GewO) keine Begrenzung der Anzahl von Gewerben vorsieht; wichtig ist jedoch, dass Sie jede Tätigkeit einzeln anzeigen und insbesondere für die Kleinunternehmerregelung (Umsatzsteuer) alle Umsätze aus allen Gewerben zusammenrechnen, da die Grenze für den gesamten Unternehmer gilt und nicht pro Gewerbe. 

Wie viel darf ich mit einem Kleingewerbe dazuverdienen?

Bei einem Kleingewerbe gibt es verschiedene Zuverdienstgrenzen, je nach Situation: Für die Kleinunternehmerregelung (Umsatzsteuer) sind es < 22.000 € im Vorjahr und < 50.000 € im laufenden Jahr (Stand 2024, neu 2025: 25k/100k). Wer Arbeitslosengeld (ALG I) bezieht, darf meist nur 165 €/Monat verdienen, sonst wird das ALG gekürzt. Studenten mit Bafög haben eine Grenze von ca. 400 €/Monat. Generell gilt: Einkünfte müssen versteuert werden, sobald sie über dem Grundfreibetrag und einem Freibetrag von ca. 410 € liegen, was eine Steuererklärung (Anlage G) nötig macht. 

Wie viele Stunden darf man im Kleingewerbe arbeiten?

In einem Kleingewerbe als Nebentätigkeit dürfen Sie in der Regel maximal 18-20 Stunden pro Woche arbeiten, damit es als nebenberuflich gilt und Sie in der Regel in der gesetzlichen Krankenversicherung Ihres Hauptjobs versichert bleiben; entscheidend ist, dass die Tätigkeit dem Hauptberuf untergeordnet bleibt und die Einkünfte nicht übersteigen. Wenn Sie hauptberuflich selbstständig sind, gibt es keine feste Stundengrenze, aber die allgemeinen Regeln des Arbeitszeitgesetzes (max. 48 Std./Woche inkl. Hauptjob) und Ruhezeiten (11 Std. Pause) müssen eingehalten werden, und der Arbeitgeber muss zustimmen, wenn Sie angestellt sind. 

Kann man zwei Selbstständigkeiten haben?

Grundsätzlich gilt, du kannst mehrere Gewerbe oder freiberufliche Tätigkeiten anmelden und ausführen. Beachte aber, dass du mit dem "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" immer nur eine Tätigkeit beim Finanzamt anmelden kannst.

Was ist der Unterschied zwischen Kleingewerbe und Kleinunternehmen?

Ein Kleingewerbe ist ein rechtlicher Status nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) für Unternehmen, die keinen kaufmännischen Geschäftsbetrieb erfordern (Umsatz/Gewinn-Grenzen beachten) und nicht im Handelsregister eingetragen werden, während Kleinunternehmer eine freiwillige steuerliche Regelung (§ 19 UStG) ist, die von der Umsatzsteuer befreit, aber an Umsatzgrenzen gebunden ist, was die Buchhaltung vereinfacht, aber den Vorsteuerabzug ausschließt. Man kann beides gleichzeitig sein, aber ein Kleingewerbe muss nicht kleinunternehmer sein und umgekehrt, auch Freiberufler können Kleinunternehmer sein. 

Wie viel Gewinn darf ein Einzelunternehmen machen?

Ein Freibetrag von 24.500 Euro gilt für Einzelunternehmer*innen. Erst ab einem Gewinn darüber wird Gewerbesteuer fällig. Die Berechnung erfolgt so: Der Gewinn wird um bestimmte Hinzurechnungen und Kürzungen angepasst.

Wie werden 2 Jobs versteuert?

Hat man zwei Jobs, hat man auch zwei Steuerklassen. Das funktioniert so: Das Finanzamt ordnet Ihrem ersten Job – je nach Familienstand – einer Steuerklasse von I (1) bis V (5) zu. Für den zweiten Job bekommen Sie automatisch Steuerklasse VI (6), wenn Sie dort mehr als 556 Euro im Monat verdienen.

Wie viele Stunden darf man mit 2 Jobs arbeiten?

Was bedeutet das Arbeitszeitgesetz für Deinen Nebenjob? Nach dem Arbeitszeitgesetz darfst Du in der Woche insgesamt nicht mehr als 48 Stunden arbeiten. Beispiel: Berta arbeitet in Teilzeit 30 Stunden bei ihrem ersten Arbeitgeber. Dann darf sie bis zu 18 Stunden in der Woche in einem Nebenjob arbeiten.

Kann ein Betrieb mehrere Unternehmen haben?

Der Betrieb begründet die Betriebsgemeinschaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern, die die Basis für weitere Regelungen des Arbeitsrechts ist, zum Beispiel die Mitbestimmung. Ein Unternehmen kann mehrere Betriebe haben. Umgekehrt können auch mehrere Unternehmen einen gemeinsamen Betrieb bilden.

Wann lohnt sich ein Kleinunternehmen?

Für nebenberufliche Gewerbetreibende und Selbstständige im Privatkunden-Geschäft, kann die Kleinunternehmer-Regelung dagegen durchaus sinnvoll sein. Das gilt vor allem dann, wenn sie ohne große Investitionen auskommen und die Jahresumsätze voraussichtlich auch in Zukunft unter der 25.000-Euro-Marke bleiben.

Was zählt zum Umsatz bei Kleingewerbe?

Seit dem 1. Januar 2025 ist Kleinunternehmer gemäß § 19 Abs. 1 UStG, dessen Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 Euro (vorher: 22.000 Euro) nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro (vorher: 50.000 Euro) nicht überschreitet.

Wie viel Umsatz machen kleine Firmen?

Kleine Unternehmen haben je nach Definition unterschiedliche Umsatzgrenzen: Für die Kleinunternehmerregelung (Umsatzsteuer befreit) gelten ab 2025 eine Vorjahresgrenze von 25.000 € und eine laufende Grenze von 100.000 €; für die allgemeine EU-Definition (KMU) sind es oft weniger als 250 Mitarbeiter und ein Jahresumsatz bis 50 Mio. € oder eine Bilanzsumme von bis zu 43 Mio. €; während Förderbanken wie die KfW teils strengere Schwellenwerte haben, etwa 10 Mio. € Jahresumsatz für kleine Unternehmen.