Wann entfällt die Erbschaftssteuer bei Immobilien-Ehepartnern?

Gefragt von: Galina Sauer
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Für geerbten Hausrat und bewegliche Gegenstände gilt Erbschaftssteuerfreiheit, soweit diese einen Wert von 41.000 € (Ehepartner, Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern) beziehungsweise 12.000 € (sonstige Erben) nicht überschreiten.

Wann entfällt die Erbschaftssteuer bei Immobilien-Ehepartnern?

Ein Haus kann an den Ehegatten alleine oder gemeinsam mit den Kindern völlig steuerfrei vererbt werden. Es müssen dafür keinerlei Freibeträge in Anspruch genommen werden. Mit anderen Worten: Der Ehegatte kann neben dem Familienheim mindestens noch 500.000 Euro erben und jedes Kind jeweils weitere 400.000 Euro.

Wann müssen Ehepartner Erbschaftssteuer zahlen?

Als Ehepartner oder Ehepartnerin kann Erbschaftssteuer anfallen, wenn das geerbte Vermögen den Freibetrag von 500.000 Euro übersteigt.

Wann ist ein Haus Erbschaftssteuer befreit?

Das Erbe des Hauses ist steuerfrei, wenn das Kind zehn Jahre als Eigentümer darin wohnen bleibt und die Immobilie nicht weitervermietet wird. Die Steuerbefreiung gilt bis zu 200 Quadratmeter Wohnfläche. Die darüber hinaus gehende Wohnfläche muss anteilig versteuert werden.

Wie lange muss ein Haus überschrieben sein, um keine Erbschaftssteuer zu zahlen?

Um keine Erbschaftssteuer auf ein überschriebenes Haus zu zahlen, muss der Beschenkte es mindestens 10 Jahre selbst als Hauptwohnsitz nutzen, ohne es zu verkaufen oder zu vermieten; danach fällt der geschenkte Wert aus dem steuerpflichtigen Nachlass. Es gibt auch jährliche Schenkungssteuerfreibeträge (alle 10 Jahre erneut), die eine gestaffelte Schenkung ermöglichen, sowie spezielle Regelungen für Kinder (bis 200 m² Wohnfläche steuerfrei bei Eigennutzung). Wichtig ist, dass die Überschreibung zu Lebzeiten passiert, damit die 10-Jahres-Frist beginnt und Freibeträge genutzt werden können, wodurch die Steuerlast reduziert oder vermieden wird.
 

Partition auction of real estate in the community of heirs – Inheritance law firm ROSE & PARTNER

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Wie kann ich mein Eigenheim steuerfrei auf meinen Ehegatten übertragen?

Ein gemeinsames Haus auf einen Ehepartner zu überschreiben, ist durch einen notariell beurkundeten Schenkungsvertrag möglich und oft steuerbegünstigt (hohe Freibeträge, steuerfreie Übertragung des Familienheims), erfordert aber die Zustimmung der Bank bei bestehendem Kredit, die Klärung der Ausgleichszahlung an den anderen Partner und die Eintragung ins Grundbuch, wobei Notar-, Grundbuch- und ggf. Grunderwerbsteuerkosten anfallen. Die Schritte umfassen die Beratung (Notar/Anwalt), die Vertragserstellung, die Beurkundung und die Grundbuchänderung. 

Was passiert, wenn Schenker vor 10 Jahren stirbt?

Stirbt der Schenker vor Ablauf der 10-Jahres-Frist, wird die Schenkung dem Nachlass für die Berechnung des Pflichtteils hinzugerechnet (§ 2325 BGB) und kann die Erbschaftsteuerlast erhöhen, da die Freibeträge zurückgesetzt werden und die Schenkung steuerlich zu berücksichtigen ist. Der Wert der Schenkung wird anteilig addiert, wobei in jedem Jahr nach der Schenkung 10 % des Wertes abgezogen werden, bis nach 10 Jahren nichts mehr angerechnet wird (außer bei speziellen Fällen wie Nießbrauch oder Ehegattenschenkungen). 

Wie viel Erbschaftssteuer muss ich bezahlen, wenn ich 100.000 € Erbe?

Ehe- und eingetragene Lebenspartner müssen für die 100.000 Euro oberhalb ihres Freibetrags 11.000 Euro Erbschaftssteuer bezahlen. Bei Kindern und Enkeln, deren Eltern schon verstorben sind, beträgt der zu versteuernde Anteil der Erbschaft 200.000 Euro; dafür werden 22.000 Euro Erbschaftssteuer fällig.

Wie ermittelt das Finanzamt den Wert eines Einfamilienhauses für die Erbschaftssteuer?

Hinsichtlich der Erbschaftsteuer bzw. Schenkungsteuer gilt bei Grundbesitz der Verkehrswert als Steuerwert. Dieser Wert wird vom Finanzamt - je nach Art und Nutzung der Immobilie - anhand des Vergleichswerts, des Ertragswerts oder auch des Sachwerts ermittelt.

Ist ein Eigenheim steuerfrei zu vererben?

Hat ein Eigentümer eine Wohnimmobilie bis zu seinem Tode selbst genutzt, fällt in den meisten Fällen keine Erbschaftssteuer an – sofern das Haus oder das Apartment im engsten Kreis der Familie, also an Ehepartner, eingetragene Lebenspartner oder Kinder vererbt und von den Erben weiterhin selbst genutzt wird.

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer, die man bezahlen muss, wenn man nicht verheiratet ist?

Doch auch das Erbe von nicht verheirateten Paaren unterliegt in Deutschland der Erbschaftssteuer. Der Freibetrag liegt hier bei 20.000 Euro (bei Ehepartnern 500.000 Euro). Alles, was darüber hinausgeht, ist steuerpflichtig und unterliegt einem Steuersatz von 30%.

Kann ich eine selbstgenutzte Immobilie erben?

Eine selbst genutzte Immobilie kann aber auch – unabhängig vom Wert – komplett steuerfrei vererbt werden. Allerdings nur an Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner und Kinder. Voraussetzung ist, dass der Erbe einzieht und sie ebenfalls mindestens zehn Jahre selbst nutzt.

Wie kann ich die Erbschaftssteuer sparen?

Der einfachste Weg, die Erbschaftssteuer zu reduzieren oder sogar zu umgehen, ist die Ausnutzung der Freibeträge. Je nach Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen sind diese unterschiedlich hoch. Liegt der Wert der vererbten Immobilie unterhalb des verfügbaren Freibetrags, entfällt die Erbschaftssteuer komplett.

Wann ist eine selbstgenutzte Immobilie steuerfrei?

Die Spekulationssteuer fällt immer dann weg, wenn die Immobilie in den letzten zwei Jahren vor dem Verkauf selbst genutzt wurde. Dabei müssen Sie das Haus nicht ständig selbst bewohnt haben. Als eigengenutzte Immobilie gilt es auch dann, wenn Sie es als Zweitwohnsitz oder Ferienwohnung genutzt haben.

Ist die Übertragung des Familienheims auf den Ehegatten erbschaftsteuerfrei?

Übertragung des Familienheims auf den Ehegatten

Das selbstgenutzte Familienheim, ob Eigentumswohnung oder Haus jedweder Größe, an welchem dem Ehegatten durch Schenkung oder im Erbfall Eigentum verschafft wird, ist immer erbschaft- und schenkungsteuerbefreit.

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer für Immobilien ohne Verwandtschaftsgrad?

Nicht verwandte Erben werden in die Steuerklasse III eingestuft und müssen mit einem Steuersatz von mindestens 30 % bis zu 50 % rechnen, abhängig vom Wert des Erbes. Da der Freibetrag für nicht verwandte Personen bei lediglich 20.000 Euro liegt, ist die steuerliche Belastung meist erheblich.

Wann muss ich für ein Haus keine Erbschaftssteuer zahlen?

Sohn oder Tochter müssen keine Erbschaftssteuer für das geerbte Familienheim zahlen, wenn sie selbst „unverzüglich“ dort einziehen und dann zehn Jahre wohnen (§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG). Allerdings greift die Steuerbefreiung nur dann, wenn die Wohnfläche der geerbten Immobilie maximal 200 Quadratmeter beträgt.

Wie kann ich meine Immobilie auf meinen Ehepartner steuerfrei übertragen?

Die Übertragung einer Immobilie an den Ehepartner erfolgt meist per Schenkung (notarieller Vertrag), ist steuerbegünstigt (500.000€ Freibetrag alle 10 Jahre) und bei selbstgenutztem „Familienheim“ sogar steuerfrei (§ 13 Abs. 1 Nr. 4a ErbStG). Wichtig sind notarielle Beurkundung, die gemeinsame Nutzung als Lebensmittelpunkt, die Absicherung für den Schenker (z.B. Nießbrauch, Rückfallrecht) und die Vermeidung von Grunderwerbsteuer. 

Wer schätzt den Wert einer Immobilie im Erbfall?

Den Wert einer Immobilie im Erbfall legt primär das Finanzamt für die Erbschaftsteuer fest, basierend auf dem Verkehrswert nach dem Bewertungsgesetz (BewG), oft mittels typisierter Verfahren (Vergleichs-, Sach-, Ertragswert). Die Erben machen die Angaben und können durch ein unabhängiges Gutachten eines zertifizierten Sachverständigen einen niedrigeren Wert nachweisen, was die Steuerlast senken kann. Auch für den Erbschein beim Nachlassgericht werden die Werte benötigt und die Erben machen Angaben, wobei das Gericht bei Zweifeln auch einen Sachverständigen hinzuziehen kann.
 

Welche Freibeträge gibt es bei der Erbschaftssteuer für Ehepartner?

Ehegatten haben einen persönlichen Freibetrag bei der Erbschaftssteuer in Höhe von 500.000 Euro. Ihnen gleichgestellt sind eingetragene Lebenspartner. Für den über den Freibetrag hinausgehenden Erwerb gilt bei Ehepartnern die Steuerklasse I, sodass Steuersätze von 7 bis 30 Prozent zur Anwendung kommen.

Warum zahlen Millionäre keine Erbschaftssteuer?

Durch die sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung kann es vorkommen, dass Millionenerben von der Steuerbehörde als bedürftig eingestuft werden und sie keine Erbschaftssteuer zahlen müssen. Die Regelung gilt ab einem Erbe von mehr als 26 Millionen Euro.

Wann wird Erbschaftssteuer für Immobilien fällig?

Müssen Sie Erbschaftssteuer zahlen, wird die Steuer innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids fällig. Fordert das Finanzamt die Erbschaftssteuer nicht innerhalb von 4 Jahren ein, ist die Steuer verjährt und Sie müssen keine Erbschaftssteuer zahlen.

Wie umgehe ich die 10. Jahresfrist bei Schenkung?

Die 10-Jahres-Frist können Sie umgehen, indem Sie sich für eine Kettenschenkung entscheiden. Dabei agieren mehrere Familienmitglieder als schenkende Personen – diese können alle ihre Freibeträge voll ausnutzen und dem Beschenkten damit eine Immobilie unabhängig von der 10-Jahres-Frist schenken.

Ist es besser, eine Immobilie zu schenken oder zu überschreiben?

"Schenkung" und "Überschreibung" sind bei Immobilien eng verbunden: Eine Überschreibung (Übertragung des Eigentums zu Lebzeiten, oft eines Hauses) ist rechtlich eine Schenkung, wenn sie unentgeltlich erfolgt, und muss zwingend notariell beurkundet werden, um gültig zu sein, wobei Steuern (Schenkungssteuer) und Grundbuchänderungen anfallen können. Der Hauptunterschied liegt im Prozess: Schenkung ist der juristische Akt (oft unentgeltlich), während die Überschreibung die praktische Übertragung ist, die durch den Schenkungsvertrag beim Notar vollzogen wird und steuerliche Freibeträge nutzt, um Erbschaftssteuern zu sparen.