Wann ist eine Maklerprovision sittenwidrig?

Gefragt von: Arnd Klemm
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Eine Maklerprovision ist sittenwidrig, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Provision und Leistung besteht (z.B. das Fünffache des Üblichen) und/oder der Makler die schwierige Lage des Kunden ausnutzt oder eine verwerfliche Gesinnung zeigt, oft kombiniert mit einer Ausnutzung der Notlage, wie bei der 50%-Regel beim Kauf, bei der der Käufer über 50% zahlt, obwohl der Verkäufer den Makler beauftragt hat. Zudem sind gesetzlich unzulässige Gebühren wie Besichtigungsgebühren oder Servicepauschalen ebenfalls sittenwidrig und unwirksam.

Wann ist Maklerprovision sittenwidrig?

Eine Provisionsvereinbarung ist sittenwidrig, wenn zwischen der Höhe der versprochenen Vergütung und der dafür zu erbringenden Leistungen ein auffälliges Missverhältnis besteht und weitere Umstände hinzutreten, beispielsweise eine verwerfliche Gesinnung des Maklers oder eine Ausnutzung der schwierigen Lage seines ...

Wann muss man die Maklerprovision nicht bezahlen?

Ein Makler darf keine Provision verlangen, wenn kein erfolgreicher Vertragsabschluss zustande kommt, der Maklervertrag unwirksam ist (z. B. wegen fehlender Textform oder mangelhafter Widerrufsbelehrung), er seine Pflichten verletzt (z. B. Doppelvertretung, Verschweigen von Mängeln), oder der Provisionsteilungsanspruch umgangen wurde, etwa bei zu hoher Kostenlast für den Käufer. Auch ein fristgerechter Widerruf des Maklervertrags führt zur Zahlungsfreiheit, selbst wenn ein Vertrag zustande kommt.
 

Unter welchen Voraussetzungen liegt ein sittenwidriger Vertrag vor?

Ein Vertrag ist sittenwidrig, wenn er gegen die „guten Sitten“ verstößt, also gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden (§ 138 Abs. 1 BGB), typischerweise durch Ausbeutung einer Notlage, Knebelung der persönlichen/wirtschaftlichen Freiheit, Wucher oder das Verpflichten zu unmoralischen Handlungen (z.B. Straftaten, Prostitution). Solche Verträge sind nichtig, was bedeutet, sie sind unwirksam und es können keine Ansprüche daraus hergeleitet werden, wobei bereits Geleistetes zurückgefordert werden muss.
 

Wie hoch darf die Maklerprovision maximal sein?

Die maximale Maklerprovision für Wohnimmobilien liegt in Deutschland marktüblich bei 7,14 % inkl. MwSt. des Kaufpreises, wobei diese Kosten seit 2020 meist hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt werden müssen, wenn der Käufer ein Verbraucher ist. Es gibt keine starre gesetzliche Obergrenze, aber höhere Sätze sind schwer durchsetzbar. Bei Mietobjekten darf die Provision für den Mieter maximal zwei Nettokaltmieten + MwSt. betragen.
 

Maklerprovision - Wer muss wann was zahlen?

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Wer zahlt die Maklerprovision 2025?

Maklerprovision bei Vermietung: Wer zahlt die Maklergebühr? Bei einer Vermietung gilt seit 2025 das Bestellerprinzip, wenn ein:e Makler:in zum Einsatz kommt. Das bedeutet konkret: Wer den Auftrag gestellt hat, muss auch die Kosten tragen.

Welcher Provisionssatz ist angemessen?

Eine angemessene Maklergebühr ist marktgerecht und steht in einem angemessenen Verhältnis zur erbrachten Leistung. Im Immobilienbereich kann eine angemessene Maklergebühr unter den üblichen 5–6 % liegen, muss den Makler aber dennoch zu einem erfolgreichen Verkauf der Immobilie motivieren.

Was ist ein Beispiel für eine unerhebliche Vertragsverletzung?

Beispiele für immaterielle Verstöße

Ein für eine Veranstaltung beauftragter Caterer serviert das Essen 30 Minuten zu spät, was zwar eine kleine Störung verursacht, aber keinen nennenswerten Schaden anrichtet . Ein Grafikdesigner liefert ein Projekt zwei Tage nach dem vereinbarten Termin ab, die Verzögerung beeinträchtigt jedoch nicht die geplante Nutzung der Entwürfe durch den Kunden.

Was fällt unter Sittenwidrigkeit?

Definition: Sittenwidrig ist dabei jedes Verhalten, welches gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstößt. Dass diese “Definition” allerdings nicht unmittelbar weiterhilft, leuchtet ein. Entscheidend ist die Sozialmoral des anständigen Durchschnittsmenschen.

Ist ein sittenwidriger Vertrag strafbar?

Sittenwidrige Verträge sind gemäß § 138 BGB nichtig, wenn sie gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstoßen. Objektive Sittenwidrigkeit liegt vor, wenn der Vertragsinhalt oder seine Auswirkungen gegen fundamentale Rechtsprinzipien oder die persönliche Freiheit verstoßen.

Wann verliert ein Makler seinen Anspruch auf Provision?

Verlust des Provisionsanspruchs

Sofern der Makler unerlaubterweise für beide Vertragsparteien tätig wird, verliert er seinen Provisionsanspruch. Damit soll vor allem verhindert werden, dass es zu einer Interessenkollision zwischen den Wünschen von Anbieter und Nachfrager bzw. von Verbraucher und Unternehmer kommt.

Was darf ein Makler nicht?

Ein Makler darf keine falschen Angaben machen, wesentliche Mängel verschweigen, Interessenten nicht diskriminieren (z.B. wegen Herkunft) und keine unwahren Behauptungen über die Immobilie aufstellen, wenn er es besser wissen müsste. Er darf auch keine unangemessenen Auskünfte über die wirtschaftlichen Verhältnisse oder die Wohnungssuchenden verlangen (z.B. Ausweiskopien, WBS-Kopien) und muss sich an Datenschutzregeln halten. Zudem darf er keine überhöhten Provisionen fordern oder unlautere Methoden anwenden. 

Welchen Prozentsatz verlangen die meisten Immobilienmakler?

Traditionelle Immobilienmakler berechnen üblicherweise eine Provision in Höhe eines Prozentsatzes des Verkaufspreises – typischerweise zwischen 1 % und 3,5 % . Online-Makler hingegen bieten meist Pauschalpreise an. Einige Makler geben sogar an, keine Gebühren zu erheben, sondern die gewünschten Leistungen separat abzurechnen.

Wann muss ich die Maklerprovision nicht bezahlen?

Ein Makler darf keine Provision verlangen, wenn kein erfolgreicher Vertragsabschluss zustande kommt, der Maklervertrag unwirksam ist (z. B. wegen fehlender Textform oder mangelhafter Widerrufsbelehrung), er seine Pflichten verletzt (z. B. Doppelvertretung, Verschweigen von Mängeln), oder der Provisionsteilungsanspruch umgangen wurde, etwa bei zu hoher Kostenlast für den Käufer. Auch ein fristgerechter Widerruf des Maklervertrags führt zur Zahlungsfreiheit, selbst wenn ein Vertrag zustande kommt.
 

Wann handelt ein Makler grob fahrlässig?

Sofern der Immobilienmakler vorsätzlich falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen verschweigt, liegt eine arglistige Täuschung vor. Für den Käufer kommt dann in Betracht, den Kaufvertrag anzufechten.

Welche Maklerprovision ist zulässig?

Die maximale Maklerprovision für Wohnimmobilien liegt in Deutschland marktüblich bei 7,14 % inkl. MwSt. des Kaufpreises, wobei diese Kosten seit 2020 meist hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt werden müssen, wenn der Käufer ein Verbraucher ist. Es gibt keine starre gesetzliche Obergrenze, aber höhere Sätze sind schwer durchsetzbar. Bei Mietobjekten darf die Provision für den Mieter maximal zwei Nettokaltmieten + MwSt. betragen.
 

Was sagt der 242 BGB aus?

§ 242 BGB, der Grundsatz von Treu und Glauben, ist eine zentrale Generalklausel im deutschen Zivilrecht, die besagt, dass Schuldner ihre Leistungen so bewirken müssen, wie Treu und Glauben es mit Rücksicht auf die Verkehrssitte erfordern, was Fairness und Redlichkeit im Rechtsverkehr gebietet und Missbrauch schützt. Er dient der richterlichen Korrektur, der Auslegung von Pflichten (z.B. Nebenpflichten, Auskunftsansprüche) und dem Schutz vor unzulässiger Rechtsausübung, wie z.B. bei der Verwirkung von Rechten. 

Wann sind Preise sittenwidrig?

Als sittenwidrig können Einheitspreise (EP) angesehen werden, die extrem unterhalb oder auch oberhalb der "üblichen Vergütung " bei einer Angebots- und/oder Nachtragskalkulation liegen bzw. in "einem auffälligen, wucherähnlichen Missverhältnis zur Bauleistung stehen".

Was ist sittenwidriges Verhalten?

Sittenwidriges Verhalten ist eine Handlung oder ein Rechtsgeschäft, das gegen das grundlegende Anstandsgefühl „aller billig und gerecht Denkenden“ verstößt, also gegen allgemeine moralische Wertvorstellungen und soziale Normen, die als besonders verwerflich gelten (z.B. Wucher, Ausnutzung Schwacher). Rechtlich führt dies oft zur Nichtigkeit von Verträgen (§ 138 BGB) oder zu Schadensersatzansprüchen (§ 826 BGB) bei vorsätzlicher Schädigung, da es die Rechts- und Sittenordnung verletzt. 

Was gilt als eine schwere Vertragsverletzung?

Mit dem Begriff der "schwerwiegenden Vertragsverletzung" sind alle an sich zur fristlosen Kündigung geeigneten Gründe gemeint – auch ein Diebstahl zulasten des Arbeitgebers, eine Unterschlagung oder Tätlichkeiten im Arbeitsverhältnis sind schwere Vertragsverstöße, da der Arbeitnehmer dadurch gegen seine ...

Wann liegt eine Vertragsverletzung vor?

Eine Vertragsverletzung nach deutschem Recht liegt vor, wenn eine vertragliche Verpflichtung nicht erfüllt wird. Im Falle einer solchen Verletzung besteht die Möglichkeit, Ersatz für den durch die Verletzung entstandenen Schaden zu erhalten.

Was zählt unter Vertragsbruch?

Ein Vertragsbruch liegt vor, wenn eine Partei ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht oder nicht wie vereinbart erfüllt. Dies kann verschiedene Formen annehmen und unterschiedliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Wie hoch darf die Provision sein?

Die Maklerprovision darf höchstens zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer betragen. Beim Kauf von Wohnungen oder Häusern gibt es keine bundesweit einheitliche Vorgabe. Die Provision liegt je nach Bundesland zwischen 3 und 8 Prozent des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer.

Wie hoch dürfen Provisionen sein?

Wie viel Provision ist im Vertrieb üblich? Die Provisionsberechnung im Vertrieb richtet sich meist nach dem individuellen Verkaufserfolg, teils auch nach Teamleistung. Üblich sind 5–20 % Provision vom Umsatz, abhängig von Branche, Produkt und Vertriebskomplexität.

Wie hoch ist eine übliche Provision?

Übliche Provisionen variieren stark je nach Branche, liegen aber oft zwischen 3 % und 20 % des Umsatzes/Kaufpreises, wobei die Immobilienprovision in Deutschland meist bei 5,95 % bis 7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.) liegt und fair geteilt wird (Käufer/Verkäufer). Im Vertrieb sind 5–20 % üblich und verhandelbar, während Versicherungen oft 5–25 % des Beitrags (z.B. 20–25 % Unfallversicherung) zahlen.