Warum legen die Rendite von Bundesanleihen so stark zu?

Gefragt von: Heidemarie Bartsch B.Sc.
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Die Renditen von Bundesanleihen steigen stark, weil die Regierung massive neue Anleihen ausgibt, um große Ausgabenprogramme zu finanzieren, was das Angebot erhöht und höhere Zinsen erfordert. Hinzu kommen Inflationserwartungen durch die zusätzlichen Staatsausgaben und die Furcht vor einer erhöhten Neuverschuldung, die Anleger zu höheren Prämien bewegt. Auch politische Unsicherheiten in Europa und global sowie die massive US-Verschuldung spielen eine Rolle und führen zu einer Neubewertung der Anleihen.

Warum steigen die Renditen der Bundesanleihen so stark?

Auslöser für den starken Anstieg ist das am vergangenen Dienstag von Union und SPD angekündigte riesige Finanzpaket. Um die Kosten durch entsprechende Kredite zu decken, muss die Regierung in den nächsten Jahren in großem Umfang neue Anleihen ausgeben, also neue Schulden aufnehmen.

Warum sind die Renditen von Anleihen so hoch?

Wenn das Angebot an Staatsanleihen steigt und die Nachfrage nicht Schritt halten kann, sinken die Preise, was zu steigenden Renditen führt . Dies gilt insbesondere für langfristige Anleihen wie die zehnjährige Anleihe, bei denen Anleger angesichts des hohen Angebots und des potenziellen Inflationsrisikos eine Prämie verlangen, um das Wertpapier zu halten.

Was beeinflusst die Rendite von Staatsanleihen?

Das Risiko von Staatsanleihen hängt von der Bonität des herausgebenden Staates ab. Eine hohe Bonität bedeutet geringe Ausfallrisiken. Bei Staaten mit schwächerer Bonität ist das Ausfallrisiko höher. Um Anlegerinnen und Anleger für dieses Risiko zu kompensieren, bieten solche Staaten oft höhere Zinssätze.

Wie hoch ist der Kupon der Bundesanleihe 2025?

Bundesobligationen (Bobl) 2025 sind mittelfristige deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von etwa fünf Jahren, die regelmäßig von der Deutschen Finanzagentur emittiert werden, wobei im Jahr 2025 weiterhin neue Emissionen stattfanden und bestehende Fälligkeiten (z.B. 10-jährige Anleihen mit 2,50 % Kupon, die 2025 fällig wurden) für Zinszahlungen und Tilgung relevant sind, wobei die Renditen von der Marktlage abhängen und im Dezember 2025 um die 2,05-2,27 % lagen, mit einem Gesamtumlaufvolumen von rund 270 Mrd. €. 

Alles was du zu Anleihen wissen musst / Die besten Anleihen & ETFs / Deep Dive mit Dr. Andreas Beck

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Welche Anleihen sollte man 2025 kaufen?

Top Anleihen-Indizes 2025

  • FTSE Qualified Global Convertible (EUR Hedged) 2025: +21,02% ...
  • Bloomberg Emerging Markets USD Sovereign & Agency 3% Country Capped (EUR Hedged) 2025: +13,02% ...
  • Bloomberg Emerging Markets Local Currency Liquid Government Bond (EUR Hedged) 2025: +12,47% ...
  • JP Morgan EMBI Global Core (EUR Hedged)

Wie entwickeln sich die Zinsen 2026?

Für 2026 zeichnet sich ein weiterer Anstieg der Bauzinsen ab, da speziell in Deutschland der Finanzierungsbedarf des Staates wächst. 67 % der Befragten des Interhyp-Expertenpanels gehen für das nächste halbe Jahr von steigenden Bauzinsen aus. 33 % rechnen für diesen Zeitraum mit gleichbleibenden Konditionen.

Werden Anleihen immer mit 100% zurückgezahlt?

In der Regel werden die meisten Anleihen am Ende ihrer Laufzeit zum Nennwert, also zu 100 %, zurückgezahlt. Das gilt jedoch nur, wenn der Emittent zahlungsfähig bleibt.

Welche Nachteile haben Anleihen?

Die Hauptnachteile von Anleihen sind das Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen drücken den Kurs), das Bonitätsrisiko (Ausfall des Emittenten), Inflationsrisiko (verringerte Kaufkraft der Zinsen), begrenzte Renditechancen im Vergleich zu Aktien sowie das Liquiditätsrisiko bei schwach gehandelten Papieren. Zudem besteht bei Fremdwährungsanleihen ein zusätzliches Währungsrisiko und Anleihen unterliegen Kursschwankungen, weshalb sie nicht immer zum Nennwert verkauft werden können. 

Kann man mit Anleihen einen Verlust machen?

Wie bei jedem handelbaren Vermögenswert unterliegen die Anleihekurse Angebot und Nachfrage in den betreffenden Märkten. Das bedeutet, dass Anleger einen Gewinn erzielen können, wenn der Wert der Anleihe steigt, oder einen Verlust erleiden, wenn eine Anleihe, die sie verkaufen, an Wert verloren hat.

Was passiert mit Anleihen, wenn die Inflation steigt?

Eine steigende Inflation wirkt sich negativ auf die Renditen von Aktien und Anleihen aus. Ausserdem verliert Cash an Wert. Anlagen in hochwertige Unternehmen, die grundlegende Waren und Dienstleistungen verkaufen, sowie der Kauf von sichereren Staatsanleihen sind eine solide Strategie in einem inflationären Umfeld.

Welche Anleihen bringen die höchste Rendite?

Anleihen mit hoher Rendite sind meist riskantere Hochzinsanleihen (High-Yield-Bonds), die von Emittenten mit niedrigerer Bonität (BB oder schlechter) stammen, wie z.B. manche Unternehmensanleihen von Raizen oder The Platform Group AG, die deutlich über 9-18 % Rendite bieten, oder auch Schwellenländeranleihen (z.B. Ägypten), welche ebenfalls hohe Renditen aufweisen, aber mit höherem Risiko verbunden sind. Solche Papiere ermöglichen höhere Erträge, da Anleger für das höhere Ausfallrisiko entschädigt werden, und finden sich oft im Bereich der Unternehmensanleihen oder bei speziellen ETFs. 

Wann steigt die Rendite einer Anleihe?

Kurs und Rendite einer Anleihe ändern sich täglich mit dem Marktzins. Steigt der Marktzins, sinkt der Kurs. Ein fallender Marktzins lässt den Kurs steigen.

Welche Faktoren beeinflussen die Rendite?

Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Rendite? Die wohl größten Faktoren, von denen die Höhe der Rendite abhängt, sind die Laufzeit eines Investments und die Höhe der eingebrachten Anlage. Die Rendite wird immer auf das Kalenderjahr bezogen festgesetzt.

Was passiert mit Anleihen, wenn der Zins steigt?

Wenn die Marktzinsen steigen, fallen die Kurse bestehender Anleihen mit festem Zinssatz, weil neu emittierte Anleihen dann höhere Zinsen bieten und die alten Anleihen dadurch weniger attraktiv werden und an Wert verlieren, was zu Kursverlusten beim vorzeitigen Verkauf führen kann, während die Anleihe bis zur Fälligkeit gehalten wird und den Nennwert zurückgibt. Dieser Effekt wird durch das Zinsänderungsrisiko beschrieben, wobei die Duration angibt, wie stark der Kurs reagiert. 

Kann Anleihen wertlos werden?

Das Risiko von Anleihen hängt von der Bonität (Kreditwürdigkeit) der Emittent:innen ab. Diese Bonität ist v.a. in Krisenzeiten zu hinterfragen. In der Regel ist das Risiko umso höher, je mehr die Emittent:innen an Zins zahlen. Werden diese insolvent, ist die Anleihe wertlos.

Warum sind ETFs keine gute Geldanlage?

Risiken von ETFs

Fällt der Kurs, sind auch Verluste möglich. ETFs sind nie besser als ihr Index: Anders als bei aktiven Fonds können Sie mit ETFs keine Gewinne über Marktdurchschnitt erzielen. Denn ein ETF versucht nicht, den Markt “zu schlagen”, sondern bildet seine Entwicklung möglichst genau nach.

Was ist die sicherste Anleihe?

Deutsche Staatsanleihen, auch Bundesanleihen genannt, gelten als eine der sichersten Anlageformen.

Wie hoch sind die Zinsen für Bundesanleihen?

Die Zinsen für Bundesanleihen (Renditen) schwanken je nach Laufzeit und Marktlage; aktuell (Dezember 2025) liegen die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen (DE10Y) um die 2,9 %, während neue Emissionen beispielsweise eine 2,6 % (Bund 2035), eine 2,05 % Schatz (2027) oder eine 2,90 % Bund (2056) aufweisen. Die genauen Zinsen (Nominalzins/Kupon) variieren stark mit der Emission, daher sind die Renditen der aktuell gehandelten Anleihen entscheidend. 

Wie viele Bundesschatzbriefe sind 2025 geplant?

Bundesschatzbriefe im klassischen Sinne gibt es seit 2012 nicht mehr, aber der Bund emittiert weiterhin Geldmarktpapiere und Bundesanleihen unter dem Namen "Bundesschatzanweisungen" (Bubills) für kurzfristige Anlagen, während neuere "Bundesschätze" (wie die österreichischen) mit festen Zinssätzen laufen; 2025 wurden weiterhin Bundeswertpapiere mit verschiedenen Laufzeiten begeben, darunter Schatzanweisungen mit 12-monatiger Laufzeit und verschiedene Bundesanleihen (Bundesschätze), um den Finanzierungsbedarf zu decken. Der Fokus liegt auf der kontinuierlichen Emission neuer Papiere wie Bubills (12 Monate) und konventionellen Bundesanleihen (Bundesschätze, Bunds). 

Welche 15-jährigen Bundesanleihen werden emittiert?

Deutsche 15-Jahres-Staatsanleihen (DE15Y) sind ein fester Bestandteil des deutschen Anleihemarktes, mit aktuellen Renditen um die 3,3 % (Stand Dezember 2025), die für Anleger attraktiv sind, da sie über der 10-jährigen Rendite liegen und somit eine höhere Verzinsung bieten, wobei die genaue Fälligkeit variiert (z. B. bis 2041) und man diese über Broker oder direkt bei der Bundesrepublik erwerben kann. 

Wie ist die Zinsprognose für 2028?

Für 2028 sehen die Prognosen der EZB eine Rückkehr zur Inflationszielmarke von 2,0 % und ein moderates Wachstum (1,4 %), was auf eine Stabilisierung und Normalisierung der Zinsen hindeutet, aber auch auf mögliche Zinssteigerungen bei Baufinanzierungen (um die 3-4 % Bereich), da keine Rückkehr zu den Niedrigzinsen erwartet wird und strukturelle Inflationsdrücke bestehen. Aktuelle Bauzinsen liegen bereits im Bereich von 3,5 % - 4,0 %, was sich in Richtung 2028 stabilisieren oder leicht ansteigen könnte. 

Werden die Zinsen 2025 fallen oder steigen?

Wie ist die Entwicklung der Bauzinsen aktuell? Ein Blick auf die jüngste Zinsentwicklung zeigt: Die Bauzinsen sind im Dezember 2025 um etwa 0,15 bis 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Aktuell liegt der Topzins (Stand: 19.12.2025 // Effektiver Jahreszins p.a.)

Wie entwickeln sich die Zinsen in 10 Jahren?

Die Zinsentwicklung für 10-jährige Baufinanzierungen zeigt sich 2025 seitwärts stabil, mit aktuellen Topzinsen um die 3,3 % bis 4,0 %, nach den starken Anstiegen 2022. Experten erwarten kurzfristig keine großen Sprünge, sehen aber mittelfristig eine Tendenz zu leicht steigenden Zinsen, wobei eine Verdoppelung der 2022-Zinsen unwahrscheinlich ist. Die Zinsen orientieren sich stark an der 10-jährigen Bundesanleihe und der Politik der EZB.