Was bedeutet der digitale Euro für mich?

Gefragt von: Emmi Runge
sternezahl: 4.3/5 (35 sternebewertungen)

Der digitale Euro ist eine geplante elektronische Form des Bargelds, die von der Europäischen Zentralbank herausgegeben wird, um sicheres, kostenloses und europaweites Bezahlen online sowie offline zu ermöglichen. Er ergänzt das Bargeld, ersetzt es nicht, bietet hohe Datenschutzstandards und funktioniert ohne Abhängigkeit von internationalen Kreditkartenanbietern.

Was passiert mit meinem Geld, wenn der digitale Euro kommt?

Wenn der digitale Euro kommt, bleibt Ihr bisheriges Geld auf Konten und als Bargeld bestehen, denn der digitale Euro ergänzt, ersetzt es aber nicht, sondern wird eine zusätzliche, freiwillige Zahlungsoption. Sie können Euro-Bargeld in digitale Euro umwandeln (und umgekehrt), die digitalen Euro werden in einer Wallet (z.B. auf dem Smartphone) gespeichert, auch offline funktionieren und sollen die Anonymität des Bargelds bei Online-Zahlungen nachahmen. Eine gesetzliche Höchstgrenze pro Wallet soll verhindern, dass zu viel Geld von Bankkonten in digitale Euro fließen kann, um die Banken nicht zu schwächen. 

Was sind die Vor- und Nachteile des digitalen Euros?

Der digitale Euro bietet Vorteile wie Souveränität, finanzielle Inklusion (auch ohne Bankkonto), Offline-Nutzung, weniger Transaktionskosten und Unabhängigkeit von privaten Zahlungsanbietern sowie schnelle, grenzüberschreitende Zahlungen, aber auch Nachteile wie Datenschutzbedenken (keine vollständige Anonymität), potenzielle Obergrenzen für Guthaben und die Notwendigkeit, Vertrauen in die Technologie aufzubauen, wobei die EZB die Sicherheit garantieren soll.
 

Wird der digitale Euro das Bargeld ersetzen?

Neben der Ausgabe eines reinen Zahlungsmittels plant sie auch den Aufbau einer dazugehörigen technischen Infrastruktur (Zahlungsverkehrssystem). Als digitales Zentralbankgeld und gesetzliches Zahlungsmittel soll der digitale Euro das Bargeld ergänzen, jedoch nicht ersetzen.

Was bedeutet der digitale Euro für die Menschen?

Einer für alle: Bürgerinnen und Bürger könnten mit dem digitalen Euro überall im Euroraum bezahlen, wo sie bereits heute digital bezahlen können. Der digitale Euro würde zusätzlich die Möglichkeit bieten, in Geschäften zu bezahlen oder Geld an Freunde und Familie zu senden – auch offline.

Digitaler Euro einfach erklärt

15 verwandte Fragen gefunden

Kann man den digitalen Euro verweigern?

Nein, der digitale Euro soll nicht programmbierbar sein. EZB und Europäische Kommission lehnen eine Programmierbarkeit ausdrücklich ab. Das soll gesetzlich festgeschrieben werden. Eine Programmierbarkeit steht also nicht zur Diskussion und würde vom vzbv auch eindeutig abgelehnt werden.

Welche Vorteile hat Bargeld gegenüber elektronischer Zahlung?

Scheine und Münzen bleiben aber weiterhin relevant und dürften noch lange als Zahlungsmittel wichtig sein. Bargeld hat Vorteile gegenüber den elektronischen Bezahlweisen: Es erlaubt anonymes Bezahlen und schützt vor kommerzieller Überwachung. Außerdem erleichtert Bargeld für viele die Budgetkontrolle.

Wie lange kann man in Deutschland noch mit Bargeld zahlen?

In Deutschland bislang lediglich Ausweispflicht

Bargeld ist das beliebteste Zahlungsmittel der Deutschen. Bislang gibt es hierzulande keine Obergrenze. Das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Denn EU-Parlament und EU-Rat haben sich Mitte Januar 2024 darauf geeinigt, eine Bargeldobergrenze von 10.000 Euro einzuführen.

Wann wird der digitale Euro Pflicht?

Nun haben sich die EU-Finanzminister Mitte Dezember 2025 auf den Aufbau des digitalen Euro geeinigt: Laut EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis, der die Einigung als “wichtigen Meilenstein” bezeichnete, werde die Position des EU-Parlaments für Mai 2026 erwartet.

Welche Währung wird ab dem 1.1.2026 in Euro ersetzt?

Am 8. Juli billigte der Rat der Europäischen Union formal den Beitritt Bulgariens zum Euroraum zum 1. Januar 2026. Der Umrechnungskurs des bulgarischen Lew gegenüber dem Euro wurde auf 1,95583 Lew je Euro festgelegt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Europäischen Zentralbank hervor.

Was spricht gegen den digitalen Euro?

Nachteile des digitalen Euros sind vor allem Sorgen um Datenschutz und Privatsphäre (Überwachungspotenzial), technische Abhängigkeit (Strom-/Internet-Ausfall), potenzielle Schwächung des Bankensektors durch Einlagenabfluss, Risiko der Manipulation des Konsumverhaltens (z.B. durch Negativzinsen oder Obergrenzen) sowie die Gefahr der sozialen Ausgrenzung von technisch weniger versierten Personen. Die Anonymität des Bargelds könnte verloren gehen, während gleichzeitig die Infrastruktur anfälliger für Cyberangriffe wird. 

Wer braucht den digitalen Euro?

Europa braucht den digitalen Euro. Dafür bedarf es einer technischen und regulatorischen Vorbereitung durch das Euro-System, also durch die Europäische Zentralbank ( EZB ) und die nationalen Zentralbanken. Außerdem brauchen wir eine gesetzliche Grundlage auf europäischer Ebene.

Kann man den digitalen Euro offline verwenden?

Mit Ausnahme vom E-Commerce soll der digitale Euro offline funktionieren, das heißt: ohne Internet-, Telefon- oder anderweitige Verbindung. Eine Endnutzerin lädt sich mit einer Smartphone-Wallet von ihrer Bank Geld „herunter“. Dafür ist eine Online-Verbindung nötig.

Wie lange wird es Bargeld noch geben?

Auch wenn die zukünftige Nachfrage nach Bargeld ungewiss ist, ist es unwahrscheinlich, dass Bargeld in absehbarer Zeit verschwinden wird .

Wann wird in Europa das Bargeld abgeschafft?

Die neue Zeitplanung steht fest: 2026: Die EU-Kommission will den rechtlichen Rahmen schaffen. Dann sollen die Rechtsvorschriften zum digitalen Euro in Kraft treten.

Welche Nachteile hat der digitale Euro?

Nachteile des digitalen Euros sind vor allem Sorgen um Datenschutz und Privatsphäre (Überwachungspotenzial), technische Abhängigkeit (Strom-/Internet-Ausfall), potenzielle Schwächung des Bankensektors durch Einlagenabfluss, Risiko der Manipulation des Konsumverhaltens (z.B. durch Negativzinsen oder Obergrenzen) sowie die Gefahr der sozialen Ausgrenzung von technisch weniger versierten Personen. Die Anonymität des Bargelds könnte verloren gehen, während gleichzeitig die Infrastruktur anfälliger für Cyberangriffe wird. 

Ist Bargeld noch nötig, wenn der digitale Euro kommt?

Der digitale Euro ist eine geplante Ergänzung zum Bargeld und soll als offizielles Zahlungsmittel der EZB im digitalen Zeitalter dienen. Ziel ist es, Zahlungen per Smartphone-App zu ermöglichen – auch offline –, ohne dabei das klassische Bargeld abzuschaffen.

Wie hoch ist das maximale Guthaben im digitalen Euro?

Für den digitalen Euro wird es eine Obergrenze geben, um einen "digitalen Bank Run" zu verhindern und das Finanzsystem zu stabilisieren, wobei diskutiert wird, ob diese bei etwa 3.000 Euro oder auch niedriger (z.B. 1.500-2.500 €) liegt, da er primär als Zahlungsmittel gedacht ist, nicht als langfristige Wertaufbewahrung. Zahlungen über die Grenze hinaus sollen durch einen "umgekehrten Wasserfall" (Nachziehen von Geld vom Bankkonto) dennoch möglich sein, um die Nutzbarkeit zu gewährleisten. Die genaue Höhe wird noch festgelegt.
 

Wird der digitale Euro anonym sein?

Kann man mit dem digitalen Euro anonym zahlen? Zunächst einmal ist keine Zahlung außer mit Bargeld anonym – die Frage ist immer nur, wer darüber Bescheid weiß. Die Sorge, dass eine staatliche Institution sämtliche Transaktionen aller Bürger erfasst, ist aber groß.

Bei welcher Summe prüft das Finanzamt das Konto?

Wer mehr als 10.000 Euro in bar bei seiner Bank oder Sparkasse einzahlt, muss künftig erklären woher das Geld kommt. So will es die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin.

Wie oft kann ich 9000 € ohne Nachweis auf mein Konto einzahlen?

Sie können 9.000 € mehrmals ohne Nachweis einzahlen, solange die Summe der Einzelbeträge pro Transaktion unter 10.000 € bleibt, aber wenn die Gesamtsumme über 10.000 € steigt (auch durch mehrere kleine Einzahlungen, die "gestückelt" wirken), müssen Sie einen Herkunftsnachweis erbringen, da Banken verpflichtet sind, dies nach dem Geldwäschegesetz zu prüfen, besonders bei "Smurfing". 

Kann man 2026 noch mit Bargeld bezahlen?

Ja, 2026 kann man definitiv noch mit Bargeld bezahlen, aber es gibt Einschränkungen: Renten werden nur noch unbar gezahlt, für große Summen (über 10.000 €) gelten EU-weite Verbote und Händler müssen Daten erfassen, doch ein generelles Bargeldverbot kommt nicht – Bargeld bleibt wichtiges Zahlungsmittel, aber es gibt weniger Barauszahlungsmöglichkeiten.
 

Welche Bank will Bargeld abschaffen?

Österreichische Bank schafft in allen deutschen Filialen das Bargeld ab. Die österreichische Oberland Bank hat in allen deutschen Filialen ihre Bankautomaten abgeschafft. Seit dem 1. September können Kunden dort kein Bargeld mehr abheben und das ohne vorherige Ankündigung.

Ist eine Barzahlung teurer als eine Kartenzahlung?

Jede Barzahlung kostet im Durchschnitt knapp 24 Cent, was sie insbesondere bei kleineren Beträgen kostengünstiger macht als Kartenzahlungen. Barzahlungen verursachen relativ geringe Fixkosten und etwas höhere variable Kosten, wodurch sie bis zu einem Betrag von etwa 50 Euro günstiger sind als Debitkartenzahlungen.

Was ist der Unterschied zwischen digitaler Euro- und Kartenzahlung?

Der digitale Euro unterscheidet sich von der Kartenzahlung vor allem dadurch, dass er digitales Bargeld der Zentralbank ist, das keine Bank vermitteln muss, anonymere Offline-Zahlungen ermöglicht und direkt ein Guthaben der EZB darstellt, während Kartenzahlungen immer eine Geschäftsbank und private Zahlungsdienstleister wie Visa/Mastercard involvieren und somit datenintensiver sind. Er soll die Sicherheit und Unabhängigkeit von privaten Zahlungsanbietern erhöhen und die Privatsphäre stärken, indem er die Anonymität von Bargeld mit digitaler Bequemlichkeit verbindet.