Was bleibt der Gemeinde von der Gewerbesteuer?

Gefragt von: Claus-Dieter Merz-Ulrich
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Die Gewerbesteuer-Hebesätze lagen 2022 im Bundesdurchschnitt gegenüber 2021 unverändert bei 435 Prozent. 7,5 Prozent der Gemeinden – vor allem kleinere Kommunen – erhöhten ihren Gewerbesteuerhebesatz – etwas mehr als in den Vorjahren.

Was macht die Gemeinde mit der Gewerbesteuer?

Vom Gewinn ermittelt das Finanzamt den Steuermessbetrag und teilt diesen der Gemeinde, in der sich der Gewerbebetrieb befindet, mit. Die Gemeinde multipliziert den Steuermessbetrag mit dem vom Gemeindeparlament beschlossenen Gewerbesteuerhebesatz und setzt die Gewerbesteuer durch den Gewerbesteuerbescheid fest.

Wohin geht die Gewerbesteuer?

Wohin überweise ich meine Gewerbesteuer? Abgeführt wird die Gewerbesteuer an die zuständige Gemeinde oder das Finanzamt. Näheres dazu entnimmst du deiner Gewerbesteuerbescheinigung. Zudem kannst du die Bankverbindung deiner Gemeinde ganz einfach über Google ausfindig machen.

Wer erhält die Einnahmen aus der Gewerbesteuer?

Das Aufkommen der Gewerbesteuer steht den Gemeinden zu. Allerdings sind auch Bund und Länder indirekt an der Gewerbesteuer durch die Gewerbesteuerumlage beteiligt.

Wie berechnet die Gemeinde die Gewerbesteuer?

Das Finanzamt legt nun einen Steuermessbetrag fest, woraus die Gemeinde anschließend die fällige Gewerbesteuer errechnet. Die fällige Gewerbesteuer wird berechnet, indem 3,5 % des Gewerbeertrags mit dem sogenannten Hebesatz multipliziert wird.

Vorlesung | 05 Gewerbesteuer

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Was ist der Hebesatz einer Gemeinde?

Der Hebesatz ist ein Begriff aus dem Bereich des Gemeindesteuerrechts. Es handelt sich dabei um einen Faktor. Mit seiner Hilfe ermitteln die Gemeinden, wie viel Gewerbesteuer ein Unternehmer zu bezahlen hat bzw. wie hoch die Steuerschuld von Grundstückseigentümern anzusetzen ist.

Wird die Gewerbesteuer vom Gewinn abgezogen?

Die Gewerbesteuer einschließlich Nebenleistungen ist eine betriebliche Steuer, die den steuerlichen Gewinn nicht mindern darf. Dafür dürfen Unternehmer die Gewerbesteuer von ihrer Einkommensteuerschuld abziehen.

Was wird mit der Gewerbesteuer bezahlt?

Wenn du ein Gewerbe angemeldet hast bzw. einen Gewerbeschein besitzt, musst du also auch Gewerbesteuer abführen. Es sei denn, dein Gewinn liegt unter dem gesetzlichen Freibetrag. Für Unternehmen mit mehreren Niederlassungen oder Zweigstellen ist außerdem der Steuermessbetrag wichtig.

Auf was wird Gewerbesteuer gezahlt?

Die Gewerbesteuer (GewSt) ist eine sogenannte Real- oder auch Objektsteuer, die sich auf den Gewinn eines Unternehmens bezieht.

Wer schuldet die Gewerbesteuer?

Aus dem Grundsatz, dass die Gewerbesteuer eine Objektsteuer ist, bedarf es einer ausdrücklichen Bestimmung des Steuerschuldners. Steuerschuldner der Gewerbesteuer ist der Unternehmer. Als Unternehmer gilt der, für dessen Rechnung das Gewerbe betrieben wird.

Welche Stadt hat die höchste Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer-Hebesätze lagen 2022 im Bundesdurchschnitt gegenüber 2021 unverändert bei 435 Prozent. 7,5 Prozent der Gemeinden – vor allem kleinere Kommunen – erhöhten ihren Gewerbesteuerhebesatz – etwas mehr als in den Vorjahren. Den größten Anstieg gab es 2022 in Gelnhausen mit einem Plus von 95 Punkten.

Welche Stadt hat die niedrigste Gewerbesteuer?

Niedrigster Gewerbesteuerhebesatz in Deutschland (2023) & höchster Satz. Den aktuell geringsten Gewerbesteuerhebesatz erhebt die Gemeinde Langenwolschendorf in Thüringen mit 200.

Welche Stadt hat die geringste Gewerbesteuer?

Welche Stadt oder Gemeinde in Nordrhein-Westfalen hat den niedrigsten Hebesatz und erhebt folglich die geringste Gewerbesteuer? Der niedrigste Hebesatz in Nordrhein-Westfalen gilt in den Städten Monheim am Rhein und Leverkusen mit 250 und den höchsten Gewerbesteuerhebesatz erhebt die Stadt Inden mit 600.

Wer kassiert die Gewerbesteuer?

Die Grundlagen für die Festsetzung der Gemeindesteuern (Gewerbesteuer und Grundsteuer) werden durch die Finanzämter festgelegt, während die Kommunen unter Anwendung des Hebesatzes ihre Steuer festsetzen und erheben.

Welche Steuern zahlt man an die Gemeinde?

Steuern, deren Aufkommen gemäß Artikel 106 Abs. 6 GG den Gemeinden/Gemeindeverbänden zusteht. Dazu gehören die sogenannten Realsteuern (Grundsteuer A und Grundsteuer B, Gewerbesteuer) sowie die örtlichen Verbrauch- und Aufwandsteuern (wie Schankerlaubnis-, Jagd- und Fischerei-, Getränke-, Hunde- und Vergnügungsteuer).

Wem obliegt die Verwaltung der Gewerbesteuer?

Das Aufkommen der Gewerbesteuer steht den Gemeinden zu (Art. 106 Abs. 2 Satz 1 GG). Die (konkurrierende) Gesetzgebungskompetenz des Bundes über diese Steuer ergibt sich aus Art.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer vom Gewinn?

Dieser beträgt einheitlich für alle Gewerbebetriebe 3,5 Prozent des Gewerbeertrags. Bei natürlichen Personen sowie Personengesellschaften kürzt das Finanzamt den Gewerbeertrag vorher um den Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer für Selbstständige?

Der Gewerbeertrag entspricht in der Regel deinem Gewinn. Dieser wird zuerst mit der Steuermesszahl von 3,5 % und danach mit dem Hebesatz multipliziert. Während die Steuermesszahl immer pauschal mit 3,5 % berechnet wird, variiert der Hebesatz je nach Standort deines Unternehmens.

Wie kann ich Gewerbesteuer vermeiden?

Um Gewerbesteuern zu vermeiden, müssen alle angestellten Personen einer freiberuflichen Tätigkeit nachgehen, da die Voraussetzungen der Freiberuflichkeit nicht allein von der Personengesellschaft selbst erfüllt werden können, sondern nur von der Gesamtheit der angestellten Mitunternehmer.

Ist der gewerbeertrag der Gewinn?

Der Gewerbeertrag ist die Besteuergrundlage für die Gewerbesteuer. Der Gewerbeertrag ist der erwirtschaftete Gewinn eines Jahres aus einem Gewerbebetrieb unter Berücksichtigung der Hinzurechnungen und Kürzungen.

Was ist Gewerbesteuer einfach erklärt?

Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer und muss grundsätzlich von allen Gewerbetreibenden gezahlt werden. Freiberufler sowie Forst- und Landwirtschaftsbetriebe sind von der Gewerbesteuer befreit. Die Höhe der zu zahlenden Gewerbesteuer ergibt sich aus dem Gewinn des jeweiligen Wirtschaftsjahres.

Welche Berufe zahlen keine Gewerbesteuer?

Für sie greift die Befreiung von der Gewerbesteuer, wenn sie unter §18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes fallen. Das betrifft beispielsweise Ärzte, Architektinnen, Krankengymnasten, Anwältinnen oder journalistisch Tätige.

Wie wird die Gewerbesteuer verrechnet?

Die Gewerbesteuer wird in der Einkommensteuer pauschal angerechnet. Die Anrechnung beläuft sich auf das 3,8fache des Gewerbesteuermessbetrages, maximal jedoch die tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer. Sie ist jedoch auf die anteilig im zu versteuernden Einkommen enthaltenen gewerblichen Einkünfte beschränkt.

Wie hoch ist bei der Gewerbesteuer die Steuermesszahl?

Die Steuermesszahl (im Steuermessbescheid festgesetzt) beträgt einheitlich 3,5 % und wird mit dem Gewerbeertrag multipliziert. Einzelunternehmen wie Freiberufler haben einen Freibetrag von maximal 24.500 Euro, bei Vereinen beträgt er 5.000 Euro. Dieser Betrag wird vom Ertrag abgezogen.

Wie viel Gewinn ist steuerfrei?

Wie viel darf ich verdienen, ohne dass ich Einkommensteuer bezahlen muss? Es ergibt sich keine Einkommensteuerschuld, sofern Ihr zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag nicht übersteigt. Der Grundfreibetrag beträgt bei einzelveranlagten Steuerbürgerinnen und Steuerbürgern im Jahr 2022 10.347 €.