Was darf mein Chef über mich erzählen?

Gefragt von: Frau Dr. Maja Bertram B.A.
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Ihr Chef darf über Ihre beruflichen Leistungen, Ihr Verhalten am Arbeitsplatz (soweit es die Arbeit betrifft) und Ihre Fähigkeiten sprechen, aber nicht über private Details wie Krankheiten, Familienstand, Schwangerschaftsplanung, religiöse oder politische Ansichten, da diese unter das Persönlichkeitsrecht und den Datenschutz (DSGVO) fallen. Er muss die Diskretion wahren und darf vertrauliche Informationen nur weitergeben, wenn es eine gesetzliche Grundlage gibt oder Sie einverstanden sind, wobei er stets die Grenzen der Verhältnismäßigkeit wahren muss.

Welche Dinge darf ich trotz Schweigepflicht erzählen?

Unter Schweigepflicht darf man nichts erzählen, was man beruflich erfahren hat, das die Privatsphäre, Gesundheit, Finanzen oder interne Vorgänge einer Person oder eines Unternehmens betrifft – wie Diagnosen beim Arzt, Mandantendaten beim Anwalt, oder Betriebsgeheimnisse im Job, einschließlich des Umstands der Behandlung oder der Arbeitsabläufe selbst, es sei denn, es gibt eine rechtliche Ausnahme (z.B. zur Abwendung einer akuten, schweren Gefahr) oder die betroffene Person hat ausdrücklich zugestimmt. Die Pflicht gilt auch für Beobachtungen und Details, die der Patient anvertraut.
 

Wann macht sich ein Vorgesetzter strafbar?

Wenn Vorgesetzte sich schikanös verhalten, ist der Arbeitgeber dafür grundsätzlich verantwortlich – und sollte dafür sorgen, dass sie sich nicht wiederholt im Ton vergreifen. Denn wiederholtes Anschreien und Schikanieren durch den*die Chef*in, wird rechtlich als Mobbing eingestuft.

Haben Vorgesetzte Schweigepflicht?

Die Verschwiegenheitspflicht ergibt sich aus der arbeitsvertraglichen Rücksichtnahmepflicht (§ 241 Abs. 2 BGB) sowie aus der allgemeinen arbeitsrechtlichen Treuepflicht. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sind verpflichtet, schutzwürdige Informationen zu sichern und die Interessen der Beschäftigten zu wahren.

Wie wehren Sie sich gegen Psychotricks ihres Chefs?

Job-Coach gibt Tipps: Wie Sie sich gegen Psycho-Tricks Ihres Chefs wehren

  1. Guten Willen ausnutzen. ...
  2. Verantwortung abwälzen. ...
  3. Nachteile zu Vorteilen erklären. ...
  4. Höhere Mission vorschieben. ...
  5. Urteilsfähigkeit absprechen. ...
  6. Mit Unterstellungen einschüchtern. ...
  7. Mit Schuldgefühlen manipulieren.

Wie darf dein Chef dich überwachen? (und wie nicht!)

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Ist lästern über den Chef ein Kündigungsgrund?

Ja, Lästern über den Chef kann ein Kündigungsgrund sein, besonders wenn es beleidigend, unwahr oder eine Störung des Betriebsfriedens darstellt, etwa in sozialen Medien oder der Kantine; die Schwere der Folgen (Abmahnung bis Kündigung) hängt stark vom Einzelfall und der Schwere der Äußerung ab, da auch Meinungsfreiheit gilt, aber Loyalitätspflichten überwiegen können. 

Was sind manipulative Sätze?

"Das bildest du dir nur ein" oder "So etwas habe ich nie gesagt" – genau solche Sätze nutzen manche Menschen, um ihre Partner oder Familienmitglieder zu verunsichern und Tatsachen zu verdrehen. Sie sind typisch für Gaslighting – die bewusste und beabsichtigte Manipulation anderer Menschen.

Was sind die 7 goldenen Regeln der Vertraulichkeit?

Notwendig, verhältnismäßig, relevant, angemessen, korrekt, zeitnah und sicher : Stellen Sie sicher, dass die von Ihnen geteilten Informationen für den Zweck, für den Sie sie teilen (Seite 2), notwendig sind, nur mit denjenigen Personen geteilt werden, die sie benötigen, korrekt und aktuell sind, zeitnah geteilt werden und sicher übertragen werden (siehe ...).

Sind Gespräche mit dem Chef vertraulich?

Wer Gespräche mit seinen Mitarbeitenden oder seinem Vorgesetzten aufnehmen möchte, braucht deren Zustimmung. Heimliche Aufnahmen sind nicht erlaubt, denn sie verstoßen gegen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Wer sich nicht daran hält, riskiert arbeitsrechtliche Konsequenzen und eine Strafanzeige.

Was passiert, wenn der Arbeitgeber den MDK einschaltet?

Von der Einschaltung des MDK kann die Krankenkasse absehen, wenn sich die Arbeitsunfähigkeit aus den vorliegenden Unterlagen eindeutig ergibt. Bei privat versicherten Arbeitnehmern ist der Arbeitgeber auf Hausbesuche und sonstige Kontrollen beschränkt, wobei die Rechte des Personal- oder Betriebsrats zu beachten sind.

Was fällt unter Schikane am Arbeitsplatz?

Mobbing am Arbeitsplatz ist das systematische, wiederholte Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren einer Person durch Kollegen oder Vorgesetzte über einen längeren Zeitraum, mit dem Ziel, die Person zu isolieren, zu schwächen oder aus dem Betrieb zu vertreiben. Es unterscheidet sich von normalen Konflikten durch seine Systematik und Dauer und kann auf der Arbeits- oder sozialen Ebene stattfinden, z.B. durch Aufgabenmanipulation oder soziale Ausgrenzung.
 

Was darf der Chef kontrollieren?

Mitarbeiterkontrollen sind erlaubt, aber nur unter strengen Voraussetzungen: Sie müssen erforderlich, verhältnismäßig sein und einen konkreten Grund haben, z.B. bei Verdacht auf Straftaten oder schwere Pflichtverletzungen; anlasslose Überwachung ist meist unzulässig. Kontrolliert werden dürfen Arbeits- und Pausenzeiten (z.B. Stechuhr). Bei Nutzung privater Geräte, GPS oder Software muss der Betriebsrat einbezogen werden und die Einwilligung der Mitarbeiter vorliegen, wobei Rechte wie das Persönlichkeitsrecht stets gewahrt bleiben müssen. 

Wie kann man üble Nachrede beweisen?

Um üble Nachrede zu beweisen, müssen Sie Beweise sichern (Screenshots, Nachrichten, Zeugen), da Sie als Antragssteller die Beweislast tragen, dass eine objektiv nachprüfbare, ehrverletzende Tatsache gegenüber Dritten verbreitet wurde, die sich nicht als wahr erweisen lässt. Es geht darum, die Verbreitung der Behauptung und ihre Eignung, Sie herabzuwürdigen zu zeigen, wobei die Wahrheit der Aussage das entscheidende Kriterium ist. Professionelle Hilfe (Anwalt, Detektiv) ist ratsam, um Beweise zu sichern und die richtigen Schritte (Strafantrag, Unterlassungsklage) einzuleiten. 

Welche Dinge darf ich über meine Arbeit sagen?

Sofern nicht explizit anders geregelt, dürfen Sie über Ihre Tätigkeit, Aufgaben oder auch Ihr Gehalt erzählen. Entscheidend ist, dass Sie keine der oben genannten persönlichen Daten oder schützenswerten Informationen ausplaudern. Solange Sie sich daran halten, sind Sie auf der sicheren Seite.

Wie würden Sie die Vertraulichkeit am Arbeitsplatz wahren?

Arbeitgeber können Datenschutzverletzungen vorbeugen, indem sie regelmäßig Schulungen durchführen, strenge Zugriffskontrollen implementieren, sichere Datenspeichersysteme nutzen und sicherstellen, dass alle Mitarbeiter ihre Vertraulichkeitspflichten kennen. Regelmäßige Audits und Überprüfungen der Vertraulichkeitspraktiken können ebenfalls dazu beitragen, potenzielle Risiken zu erkennen.

Was zählt nicht zur Schweigepflicht?

Informationen, die nicht unter die Verschwiegenheitspflicht fallen, sind allgemein bekannte Tatsachen, Informationen, die ohne größere Mühe öffentlich zugänglich sind (z.B. Website-Inhalte, Pressemitteilungen), sowie solche, die dem Wirtschafts- oder Persönlichkeitsinteresse nicht schaden, wie etwa bei der Durchsetzung von Lohnansprüchen, wo Gespräche über Gehälter oft erlaubt sind. Auch Informationen, die ausdrücklich zur Weitergabe freigegeben wurden, oder die eigene Verteidigung in einem Verfahren betreffen, sind Ausnahmen, ebenso wie die Offenlegung bei Gefahr für Dritte (z.B. bei Morddrohungen). 

Was ist respektloses Verhalten am Arbeitsplatz?

Respektlose Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zeigen ihr unangebrachtes Verhalten auf unterschiedlichste Art und Weise: sie sind frech, dreist, aufmüpfig, widersprechen oder folgen nicht den Anweisungen.

Ist mein Chef von mir angetan, verheimlicht es aber?

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Chef häufiger an Ihren Schreibtisch kommt, Ihnen zu nahe kommt oder Sie sogar leicht berührt, ist das ein Zeichen dafür, dass er Sie mag und es zu verbergen versucht . Ihr Chef möchte mehr Zeit mit Ihnen verbringen, in der Hoffnung, dass Sie Gefühle für ihn entwickeln und sich an seine Anwesenheit gewöhnen.

Was besagt die 3-Monats-Regel bei einem Job?

Eine dreimonatige Probezeit ist ein üblicher Testzeitraum, in dem Arbeitgeber die Eignung eines neuen Mitarbeiters für eine Stelle beurteilen . Probezeiten können für Neueinstellungen, Beförderungen, unzureichende Leistungsbeurteilung und mögliche Kündigungen eingesetzt werden.

Was sind die drei goldenen Regeln für Kommunikation?

Rechtzeitig, verständlich und ehrlich zu informieren schafft Vertrauen. Vorhabenträger und Entscheider tun gut daran, Stakeholder über den Fortgang eines Projektes kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten und mit den Informationen zu versorgen, die sie brauchen und verstehen.

Was sind die Grundprinzipien der Vertraulichkeit?

Grundsätze der Vertraulichkeit:

Informationen über eine Person sollten normalerweise nicht ohne deren Einwilligung weitergegeben werden . (Die Einwilligung sollte vorzugsweise schriftlich erfolgen.)

Was beinhaltet die Verpflichtung zur Wahrung der Verschwiegenheit?

Verpflichtung auf die Vertraulichkeit

Es ist Ihnen untersagt absichtlich oder unabsichtlich die Sicherheit der Verarbeitung in einer Weise zu verletzen, die zur Vernichtung, zum Verlust, zur Veränderung, zur unbefugter Offenlegung oder unbefugtem Zugang führt.

Was ist psychische Manipulation?

Psychische Manipulation ist eine Form der sozialen Beeinflussung, bei der jemand durch hinterlistige, irreführende Taktiken (wie Lügen, Schuldgefühle, Drohungen oder Schmeichelei) das Verhalten oder die Wahrnehmung einer anderen Person manipuliert, oft um einen persönlichen Vorteil zu erzielen und die Kontrolle zu erlangen, was die Opfer an ihrem eigenen Verstand zweifeln lässt, bekannt als Gaslighting. Dies geschieht häufig im Job, in Partnerschaften (bes. bei Narzisst*innen) oder sogar politisch und kann zu erheblichem psychischen Schaden führen. 

Wie nennt man Menschen, die alles persönlich nehmen?

Menschen, die alles persönlich nehmen, sind oft empathiearm, selbstbezogen (egozentrisch), reagieren überempfindlich auf Kritik (oft bei paranoider Persönlichkeitsstörung oder selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung) oder suchen nach Aufmerksamkeit (histrionisch). Man nennt sie auch sensibel, aber wenn es überhandnimmt, kann es auf eine Persönlichkeitsstörung hinweisen, die eine Therapie erfordert, oder es ist ein Merkmal von People-Pleasern, die es anderen recht machen wollen. 

Wie wehre ich mich gegen Narzissten?

Sich gegen Narzissten zu wehren bedeutet, klare Grenzen zu setzen, emotional unabhängig zu bleiben, ihr Verhalten nicht persönlich zu nehmen und sich auf sachliche Fakten statt auf ihre Manipulationen zu konzentrieren. Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl, kontern Sie ruhig, aber bestimmt ("Teflon-Ohr"-Prinzip), rechtfertigen Sie sich nicht und gehen Sie bei Bedarf auf Distanz, da Narzissten oft nicht bereit sind, sich zu ändern, aber von Ihrer Reaktion leben.