Was ermittelt das Nachlassgericht?

Gefragt von: Martina Beier
sternezahl: 4.1/5 (64 sternebewertungen)

Das Nachlassgericht ist für die Ermittlung der Erben und die Erteilung von Erbscheinen und Testamentsvollstreckerzeugnissen zuständig, nicht jedoch für die Ermittlung, was zum Nachlass gehört, und nicht für die Verteilung des Nachlasses unter den Erben oder die Erfüllung von Pflichtteilsansprüchen.

Welche Auskunft kann das Nachlassgericht geben?

Das Nachlassgericht ist eine Abteilung beim Amtsgericht, die für die Erteilung eines Erbscheins, die Eröffnung von Testamenten und anderen Verfügungen von Todes wegen, deren amtlicher Verwahrung, die Entgegennahme von Ausschlagungen und sonstige Verfahren zuständig ist, die mit dem (künftigen) Nachlass einer Person zu ...

Wann ermittelt das Nachlassgericht?

Die Nachlassgerichte (Amtsgerichte) haben die Pflicht, in Betracht kommende Erben zu ermitteln, sobald sie Kenntnis von einem Nachlass ohne Erben erhalten (§ 1964 BGB, §§ 26, 342 I Nr. 4 FamFG). Der Umfang der Erbensuche steht im Ermessen des Gerichtes und hängt oft vom Wert des Nachlasses ab.

Wie ermittelt das Nachlassgericht den Nachlasswert?

Wie wird der Wert der Nachlassgegenstände ermittelt? Der Pflichtteilsberechtigte hat gegenüber dem Erben einen Anspruch, dass sich im Nachlass befindliche Vermögensgegenstände durch einen Sachverständigen bewertet werden. Er hat hierbei einen sog. Anspruch auf Vorlage der Wertermittlung.

Wie ermittelt Nachlassgericht die Erben?

  1. Einsicht in die Nachlassakten nach §§ 34, 78 FGG verlangen (s. u.); zuständig ist das Nachlassgericht beim AG am letzten Wohnort des Schuldners, § 73 FGG;
  2. eine Abschrift der Sterbeurkunde als Abschrift aus den Personenstandsbüchern nach § 61 Abs. 1 PStG verlangen (s. u.).

Erbschein - was ist das? Und was macht das Nachlassgericht?

43 verwandte Fragen gefunden

Wie wird der Wert eines Hauses im Erbfall ermittelt?

Die typisierte Bewertung von Immobilien im Erbfall erfolgt bei Finanzbeamten auf Basis ortsüblicher Schätzungen anhand des Bodenrichtwertes. Bei unbebauten Grundstücken wird schlicht der Bodenrichtwert mit der Grundstücksgröße multipliziert, um den Verkehrswert zu bestimmen.

Was fällt nicht in den Nachlass?

Nicht zum Nachlass einer verstorbenen Person gehören allerdings Vorerbschaftsrechte, Renten- und Unterhaltsansprüche sowie Immobilien mit Nießbrauch- oder Wohnrecht.

Welcher Kontostand zählt beim Pflichtteil?

Welcher Kontostand ist für den Pflichtteil und die Erbschaftsteuer entscheidend? Sowohl für die Berechnung des Pflichtteils, als auch für die Festsetzung der Erbschaftsteuer kommt es auf den Kontostand zum Todestag an.

Wer legt den Wert des Nachlasses fest?

Nachlasswert bei Immobilien & Grundstücken

Damit das Nachlassgericht den Nachlasswert ermitteln & berechnen kann, muss zuvor der genaue Wert der Immobilie oder des Grundstücks bestimmt werden. In der Regel ist dafür das Finanzamt zuständig.

Wer legt den Wert einer Immobilie im Erbfall fest?

Wie verläuft die Immobilienbewertung beim Erbe? Nach dem Ableben des Erblassers muss der Erbe das Finanzamt spätestens nach drei Monaten über die Erbsache informieren. Danach wird der Verkehrswert der Immobilie bestimmt, um so die zu zahlende Steuer zu ermitteln.

Warum wird man vom Nachlassgericht angeschrieben?

Wenn dem Nachlassgericht ein Testament vorliegt, werden die Erben immer angeschrieben. Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge. Hier müssen sich die Erben in der Regel selbst um die Nachlassangelegenheiten kümmern.

Was macht das Nachlassgericht wenn kein Testament vorliegt?

Hat der Verstorbene kein Testament oder ähnliches hinterlassen, entsteht kein Verfahren bei Gericht. Das Nachlassgericht tritt hier weder in Erscheinung, noch meldet es sich bei den Beteiligten. Es ist Aufgabe d. Erben, die Erbmasse zu verteilen und bei Banken u.

Warum wird man vom Nachlassgericht automatisch angeschrieben?

Liegt dem Nachlassgericht ein amtlich verwahrtes Testament vor, muss kein Antrag auf die Testamentseröffnung gestellt werden. Das Testament wird von Rechts wegen automatisch eröffnet, wenn es zum Todesfall des Erblassers kommt und das Nachlassgericht darüber in Kenntnis gesetzt wird.

Was schickt das Nachlassgericht?

Das Nachlassgericht führt eine Nachlassakte, in der sich alle Schriftstücke befinden, die mit der Person des Erblassers in Verbindung stehen. Dazu gehören insbesondere ältere und vielleicht widerrufene Testamente oder sonstige erbrechtliche Verfügungen des Erblassers.

Wer bestimmt die Höhe der Erbmasse?

Dabei wird der Nachlass nach dem Stichtagsprinzip bewertet, der den Wert des Nachlasses beim Eintritt des Erbfalls meint. Hierbei wird die Erbmasse zumeist von den Erben ermittelt oder von einem eingesetzten Testamentsvollstrecker.

Kann man sich beim Nachlassgericht beraten lassen?

Nachlassgericht: Beratung durch einen Anwalt

Vor dem Nachlassgericht herrscht kein Anwaltszwang, so dass Anträge auch zu Protokoll des Nachlassgerichtes gestellt werden können. Fragen zum Erbrecht und zum Nachlassgericht beantworten die Kooperationsanwälte der Deutschen Anwaltshotline am Telefon oder per E-Mail.

Welcher Kontostand zählt beim Erben?

Im Erbfall gehört das Guthaben auf einem Bankkonto genauso zum Nachlass wie alle anderen Vermögenswerte wie z.B. Immobilien und bewegliche Gegenstände . Das bedeutet, dass Bankkonten mit dem Tod des Erblassers automatisch auf die Erben übergehen.

Was kann man alles von der Erbmasse abziehen?

Um den Nettowert zu errechnen sind vom Bruttowert der Erbschaft alle Nachlassschulden abzuziehen. Das sind die noch unbezahlten Rechnungen des Erblassers, z.B. Telefon- oder Arztrechnungen oder auch Darlehensschulden bei der Bank und schließlich die Beerdigungs- und Bestattungskosten.

Was gehört alles zum Nachlasswert?

Alle Vermögenswerte eines Erblassers, die im Rahmen einer Erbschaft in den Besitz von Erben übergehen, werden als Nachlass bezeichnet. Bestattungskosten gehören zu den sogenannten Nachlassverbindlichkeiten. Daher sind Erben dazu verpflichtet, die Kosten für die Bestattung des Erblassers zu tragen.

Was gehört nicht zum Pflichtteil?

Ebenfalls nicht in den pflichtteilsrelevanten Nachlass gehört dasjenige Vermögen, das der Erblasser seinerseits lediglich als so genannter Vorerbe besaß. Eine Vorerbschaft bildet ein Sondervermögen und ist vom Vorerben (bzw. dessen Erben) mit dem Tod des Vorerben regelmäßig an den so genannten Nacherben herauszugeben.

Wie hoch ist der Pflichtteil bei 100.000 €?

Der Wert seines Nachlasses beträgt 100.000 Euro. Nach gesetzlicher Erbfolge hätten seine Kinder jeweils Anspruch auf 1/2 des Erbes. Ihr Pflichtteil beträgt demnach jeweils 1/4, also 25.000 Euro.

Hat Pflichtteilsberechtigter Anspruch auf Kontoauszüge?

Der Auskunftsanspruch des Pflichtteilsberechtigten besteht ausschließlich gegenüber dem Erben. Auskunftsansprüche gegenüber Dritten und somit auch gegen die Bank des Erblassers besteht nach deutschem Recht gerade nicht. In der Regel besteht nicht einmal der Anspruch auf Vorlage von Bankauszügen gegenüber dem Erben.

Wann bekommt man Post vom Nachlassgericht ohne Testament?

Nur wenn ein Testament oder Erbvertrag dem Nachlassgericht vorliegt, werden die darin begünstigten Personen und die gesetzlichen Erben automatisch vom Nachlassgericht benachrichtigt. Liegt dem Nachlassgericht kein Testament oder kein Erbvertrag vor, erhalten Sie keine Post.

Wer muss den Nachlass regeln?

In Deutschland besteht grundsätzlich keine Pflicht für den Erblasser, seinen Nachlass vor dem Erbfall zu regeln. Ohne individuelle Nachfolgeregelungen greift im Todesfall unumgänglich die gesetzliche Erbfolge. Hierbei wird der Nachlass je nach Verwandtschaftsverhältnis unter den Angehörigen des Erblassers aufgeteilt.

Welche Kosten kann man vom Nachlass abziehen?

Mit Nachlasskosten sind Kosten für die Abwicklung, Regelung und Verteilung des Nachlasses gemeint. Hierunter fallen beispielsweise Gerichts-, Notar- und Rechtsanwaltskosten im Zusammenhang mit dem Testament oder Erbvertrag oder Erbauseinandersetzungskosten einer Erbengemeinschaft.