Was ist Bestattungsgeld?

Gefragt von: Hasan Vetter MBA.
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Bestattungsgeld (oder Sterbegeld) ist eine finanzielle Leistung, die Hinterbliebene bei den Kosten einer Bestattung unterstützen soll, aber in Deutschland weitgehend abgeschafft wurde; heute gibt es es nur noch unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. durch private Sterbegeldversicherungen, Unfallversicherungen, für Kriegsopfer über das Versorgungsamt oder als Beihilfe im öffentlichen Dienst. Früher zahlten Krankenkassen das Sterbegeld, aber diese Leistung wurde 2004 gestrichen.

Wer hat Anspruch auf Bestattungsgeld?

Bestattungsgeld (oder Sterbegeld) ist eine finanzielle Leistung zur Deckung von Bestattungskosten, wurde aber 2004 von den gesetzlichen Krankenkassen abgeschafft; heute gibt es es noch für Kriegsopfer über das Versorgungsamt, über Sterbegeldversicherungen, Unfallversicherungen oder manchmal betriebliche Altersvorsorgen und die Rentenversicherung. Der Begriff bezieht sich generell auf Geld für Beerdigungen, das Hinterbliebene entlasten soll, aber die Hauptquelle ist heute die private Vorsorge, da die Kassenleistung (damals 525 €) wegfiel.
 

Was ist der Unterschied zwischen Sterbegeld und Bestattungsgeld?

Angehörige von privat Unfallversicherten erhalten generell Sterbegeld, wenn der Versicherungsnehmer durch einen Unfall verstirbt. In manchen Fällen zahlen Arbeitgeber an die Angehörigen des Angestellten ein Bestattungsgeld. Besonders im öffentlichen Dienst ist diese Art der Leistung nach einem Sterbefall möglich.

Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse im Sterbefall?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt kein Sterbegeld mehr. Private Zusatzversicherungen oder eine Sterbegeldversicherung können Bestattungskosten ganz oder teilweise übernehmen. Reichen Sie Rechnungen zeitnah ein, um Leistungen zu prüfen.

Wo beantrage ich Bestattungsgeld?

Gehörte der Verstorbene zu diesem Personenkreis, können die Hinterbliebenen innerhalb von vier Jahren einen Antrag auf Bestattungsgeld beim Versorgungsamt stellen. Wurden die erforderlichen Unterlagen vollständig eingereicht, dauert die Bearbeitung in der Regel ein bis zwei Monate.

Sterbegeld: Wissenswertes zum Sterbegeld

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Was zahlt der Staat bei Todesfall?

Der Staat zahlt bei einem Todesfall kein allgemeines Sterbegeld mehr für gesetzlich Versicherte, aber es gibt spezifische Leistungen wie Hinterbliebenenrenten (Witwen-/Witwer-, Waisenrente), Unterstützung für Beamte und Sozialhilfeempfänger (Sozialbestattung), sowie Zahlungen aus der Unfallversicherung oder Bundesversorgungsgesetz (z. B. bei Kriegsopfern). Die wichtigste Unterstützung ist die Hinterbliebenenrente der Deutschen Rentenversicherung, die den Partner absichert, während das Sozialamt bei Bedürftigkeit die Kosten für eine einfache Bestattung übernimmt (Sozialbestattung).
 

Was zahlt die AOK im Sterbefall?

Worum geht es. Aufgrund der gesetzlichen Neuregelung wurde das Sterbegeld für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen (z.B. AOK oder Ersatzkassen) grundsätzlich gestrichen. In Zukunft muß deshalb bei einem Sterbefall auf die bisherige Leistung des Gesetzgebers verzichtet werden.

Wie hoch ist das Sterbegeld, das man von der Krankenkasse bekommt?

Das Sterbegeld beträgt pauschal ein Siebtel der zum Todeszeitpunkt geltenden Bezugsgröße (Rechtsgrundlage: § 64 SGB VII). Ist die Person nicht am Ort der ständigen Familienwohnung gestorben, erstattet die gesetzliche Unfallversicherung auch Kosten für die Überführung an den Ort der Bestattung.

Wer gibt Geld zur Beerdigung?

Geld für die Beerdigung kommt primär von den Erben (gesetzliche Pflicht nach § 1968 BGB) und dem Ehe- oder Lebenspartner. Können diese nicht zahlen, springt bei finanzieller Bedürftigkeit das Sozialamt mit Bestattungskostenhilfe ein. Freunde und Bekannte geben oft Geld als Beitrag in der Trauerkarte oder als Spende statt Blumen, um die Hinterbliebenen zu unterstützen, wenn diese es wünschen.
 

Was zahlt die Pflegekasse bei Tod?

Hat der Verstorbene zuletzt Pflegegeld erhalten, weil er ganz oder überwiegend von Angehörigen gepflegt wurde, so wird dieses für den vollen Todesmonat gezahlt – auch wenn der Bezieher am Monatsanfang verstorben ist. Bereits überwiesenes Geld muss also nicht zurückgezahlt werden.

Wer bekommt Sterbegeld vom Staat?

Arbeitgeber oder Dienstherr und Sterbegeld

Ehepartner von Bundesbeamten erhalten nach deren Tod ein Sterbegeld. Die Höhe ist im Beamtenversorgungsgesetz (§ 18 BeamtVG) geregelt und beträgt das Zweifache der Dienstbezüge bzw. des Ruhegehalts.

Welche Versicherung zahlt Beerdigungskosten?

Für die Finanzierung von Beerdigungskosten eignet sich am besten eine Sterbegeldversicherung (auch Sterbeversicherung genannt), da sie speziell für diesen Zweck konzipiert ist, schnell ausgezahlt wird, oft ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden kann und die Angehörigen finanziell und organisatorisch entlastet. Alternativ kann auch eine Risikolebensversicherung genutzt werden, wobei der Vertrag zweckbestimmt auf die Beerdigungskosten lauten muss, oder ein zweckgebundenes Treuhandkonto, oft in Kombination mit einem Bestattungsvorsorgevertrag. 

Sind Kinder verpflichtet, Bestattungskosten zu zahlen?

Ja, Kinder sind grundsätzlich unterhaltspflichtig und müssen Beerdigungskosten tragen, wenn der Erbe die Kosten nicht decken kann oder kein Erbe vorhanden ist; selbst Minderjährige haften, wobei eine Befreiung nur bei extremen Ausnahmen (z.B. Misshandlung durch den Elternteil) möglich ist, aber das Sozialamt einspringen kann, wenn keine Leistungsfähigkeit besteht. 

Wer hat Anspruch auf 3 Monate Rente nach dem Tod?

Anspruch auf die 3-monatige Rente nach dem Tod hat der überlebende Ehepartner oder Lebenspartner als sogenannte Witwen- oder Witwerrente für das sogenannte Sterbevierteljahr (die drei Monate nach dem Sterbemonat), in der die volle Rente des Verstorbenen ausgezahlt wird, ohne dass eigenes Einkommen angerechnet wird. Voraussetzung ist meist eine mindestens einjährige Ehe und der Anspruch auf eine reguläre Hinterbliebenenrente. Ein Antrag ist bei der Deutschen Rentenversicherung nötig, da Renten nicht automatisch vererbt werden. 

Kann man Beerdigungskosten bei der Krankenkasse einreichen?

Nein. Das gesetzliche Sterbegeld wurde 2004 abgeschafft. Heute zahlen die gesetzlichen Krankenkassen keinen Zuschuss mehr zur Bestattung. Umso wichtiger ist es, selbst rechtzeitig vorzusorgen – zum Beispiel mit einer Sterbegeldversicherung.

Wann muss ich keine Bestattungskosten zahlen?

Das Wichtigste in Kürze

Wer das Erbe ausschlägt oder seine Zahlungsunfähigkeit nachweist, muss als Erbe erst einmal keine Bestattungskosten tragen. Erblasser können zu Lebzeiten eine Risikolebens- oder Sterbegeldversicherung abschließen oder andere Vorkehrungen treffen, um ihre Angehörigen zu entlasten.

Wann übernimmt der Staat die Beerdigungskosten?

In der Regel erstattet das Sozialamt auf Antrag Bestattungskosten, wenn keine Erben vorhanden sind oder wenn die Erben die Kosten nicht tragen können. Es übernimmt aber nur erforderliche Kosten, d.h. in der Regel: eine sehr einfache Bestattung.

Wem steht das Geld aus Trauerkarten zu?

Die Kondolenzkarte samt Inhalt ist erkennbar nicht an den toten Erblasser, sondern an den lebenden Trauernden gerichtet und daher als Handschenkung unter Lebenden zu dessen Vermögen zu zählen.

Welche Alternativen gibt es zu Trauerkarten?

Wie kann das eine Alternative zur Trauerkarte sein?

  • Die digitale Kondolenzspende erspart dir das Senden von Geld in einem Briefumschlag oder das umständliche Ausfüllen eines Überweisungsträgers. ...
  • In Kombination mit einer privaten Nachricht kannst du deine Anteilnahme einfach schriftlich über die Gedenkseite bekunden.

Was zahlt die Rentenkasse bei Tod?

Die deutsche Rentenversicherung zahlt im Todesfall kein Sterbegeld, aber sie zahlt für die ersten drei Monate nach dem Sterbemonat (Sterbevierteljahr) die Rente des Verstorbenen in voller Höhe an den überlebenden Ehepartner/Lebenspartner, wenn ein Anspruch auf Witwen-/Witwerrente besteht – das sogenannte Sterbevierteljahr. Danach können Hinterbliebene eine Rente beantragen, meistens Witwen- oder Witwerrente (groß oder klein), und Kinder erhalten eine Waisenrente (Halb- oder Vollwaisenrente). 

Welche Gelder nach dem Tod?

Versorgungsamt: Hinterbliebene von verstorbenen Kriegsopfern können vom Versorgungsamt Sterbegeld erhalten. Das gilt für Angehörige, die mit der verstorbenen Person in einem Haushalt gelebt haben. Das Geld kann direkt bei der Versorgungsbehörde beantragt werden.

Kann man Beerdigungskosten vom Konto des Verstorbenen bezahlen?

Ja, Beerdigungskosten können in der Regel vom Konto des Verstorbenen bezahlt werden, oft sogar ohne sofortigen Erbschein, indem die Bank die Rechnung des Bestattungsinstituts begleicht, da dies eine gesetzliche Verpflichtung der Erben ist. Die Bank zahlt meist gegen Vorlage der Rechnung, solange das Konto gedeckt ist, aber es besteht kein einklagbarer Anspruch und die Bank kann einen Erbschein verlangen, besonders bei Unklarheiten. Falls das Konto nicht ausreicht, müssen Unterhaltspflichtige oder bei deren Fehlen andere Angehörige die Kosten tragen.
 

Welche Krankenkasse zahlt noch Sterbegeld?

Heute ist das Sterbegeld keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen mehr, was bedeutet, dass Hinterbliebene keinen pauschalen finanziellen Zuschuss für die Beerdigungskosten mehr erhalten. Zuvor war das Sterbegeld ein fester Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wie bekomme ich die 500 € von der AOK?

Die 500 Euro bekommen Sie nicht als pauschale Auszahlung, sondern als Gesundheitsbudget für individuelle Leistungen oder durch Bonusprogramme, je nach regionaler AOK (z.B. AOK NordWest, Nordost), wobei Sie oft durch Gesundheitsaktivitäten (Punkte sammeln) oder bestimmte Tarife (z.B. für Schwangere, Azubis) bis zu 500€ für Extras wie Osteopathie, Zahnreinigung oder Sport erstattet bekommen können, die Sie über die „Meine AOK“-App einreichen. 

Wie lange nach dem Tod wird Pflegegeld gezahlt?

Pflegegeld wird nach dem Tod einer pflegebedürftigen Person bis zum Ende des Kalendermonats gezahlt, in dem der Tod eingetreten ist, auch wenn der Tod zu Monatsanfang war; es muss für diesen Monat nicht zurückgezahlt werden. Wenn die Pflegekasse bereits Pflegegeld für den nächsten Monat überwiesen hat, müssen die Erben diesen Betrag erstatten. Das Geld steht formal den Erben oder Sonderrechtsnachfolgern zu.