Was ist eine freiberufliche Nebentätigkeit?
Gefragt von: Frau Prof. Dr. Christa Noltesternezahl: 4.6/5 (14 sternebewertungen)
Eine freiberufliche Nebentätigkeit ist eine selbstständige, nicht-gewerbliche Tätigkeit, die Sie zusätzlich zu Ihrem Hauptberuf ausüben, wobei der Hauptjob weiterhin zeitlich und wirtschaftlich überwiegen muss (oft max. 18-20 Stunden/Woche). Es handelt sich um eine Form der nebenberuflichen Selbstständigkeit, typischerweise in kreativen, wissenschaftlichen oder beratenden Bereichen (z.B. Schreiben, Design, IT-Beratung, Journalismus) und erfordert eine Meldung beim Finanzamt, aber keine Gewerbeanmeldung.
Was bedeutet freiberufliche Nebentätigkeit?
Bei einer freiberuflichen Nebentätigkeit arbeiten Sie neben Ihrer regulären Tätigkeit im Hauptberuf selbstständig als Freiberufler*in, was Vorteile wie ein zusätzliches Einkommen oder Flexibilität bietet.
Wie viel darf man nebenberuflich freiberuflich verdienen?
Wie wird eine freiberufliche Nebentätigkeit versteuert? Einkünfte über eine freiberufliche Nebentätigkeit werden gleich versteuert wie aus selbstständiger Arbeit. Du kannst bis 410 € im Jahr steuerfrei nebenberuflich dazu verdienen.
Was zählt als freiberufliche Tätigkeit?
Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, ...
Was bedeutet es, freiberuflich zu arbeiten?
Freiberuflich arbeiten bedeutet, eine selbstständige Tätigkeit auszuüben, die typischerweise wissenschaftlicher, künstlerischer, schriftstellerischer, unterrichtender oder heilberuflicher Natur ist, wie bei Ärzten, Anwälten, Ingenieuren, Journalisten oder Künstlern, wobei man kein Gewerbe anmelden muss, sondern direkt beim Finanzamt meldet, was steuerliche Vorteile (keine Gewerbesteuer) und besondere Pflichten (Krankenkasse, Altersvorsorge selbst regeln) mit sich bringt. Freiberufler erbringen ihre Dienstleistungen eigenverantwortlich und benötigen dafür eine besondere Qualifikation oder schöpferische Tätigkeit.
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Wie viele Stunden darf ich freiberuflich arbeiten?
Wie viele Stunden pro Woche darf man nebenberuflich selbstständig arbeiten? Wer sich nebenbei selbstständig macht, sollte maximal ca. 18-20 Stunden/Woche für die nebenberufliche Tätigkeit aufwenden. Wird diese Stundenanzahl fortlaufend überschritten, gilt die arbeitende Person als hauptberuflich selbstständig.
Was ist der Unterschied zwischen selbstständig und freiberuflich?
Jeder Freiberufler ist selbstständig, aber nicht jeder Selbstständige ist Freiberufler; der Hauptunterschied liegt in der Art der Tätigkeit und der steuerlichen Behandlung: Freiberufler üben sogenannte "freie Berufe" aus (z.B. Ärzte, Anwälte, Journalisten, Künstler), sind von der Gewerbesteuer befreit und melden sich nur beim Finanzamt, während gewerbliche Selbstständige ein Gewerbe anmelden, Gewerbesteuer zahlen und meist doppelte Buchführung betreiben müssen.
Woher weiß ich, ob ich freiberuflich bin?
Während Freiberufler in der Regel Dienstleistungen anbieten, ist der Verkauf von Waren ein Gewerbe. Freiberufler: Wer als Freiberufler arbeiten möchte, muss einer wissenschaftlichen, künstlerischen, unterrichtenden oder schriftstellerischen Tätigkeit nachgehen.
Was sind Beispiele für Freiberufler?
Journalisten, Schriftsteller, Fotografen, Übersetzer oder Lektoren sind ebenso Freiberufler wie Gutachter, Sachverständige, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater. Weitere Beispiele für Freiberufler sind Ärzte, Tierärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten, Masseure und Heilpraktiker.
Wie viel darf ein Freiberufler im Monat verdienen?
Grundsätzlich gilt: Liegt das Einkommen unter dem Grundfreibetrag in Höhe von 10.908 Euro für Singles (Stand 2023, für gemeinsam veranlagte Paare 21.816 Euro), fallen für Freiberufler keine Steuern auf das Einkommen an.
Wie melde ich eine freiberufliche Nebentätigkeit beim Finanzamt an?
Um eine freiberufliche Nebentätigkeit anzumelden, müssen Sie primär das Finanzamt über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung informieren (innerhalb von vier Wochen nach Start), idealerweise online über ELSTER. Ein Gang zum Gewerbeamt entfällt, wenn es sich tatsächlich um einen freien Beruf handelt (§ 18 EStG). Vergessen Sie nicht, auch Ihre Krankenkasse und ggf. Ihren Arbeitgeber zu informieren.
Kann man angestellt und freiberuflich arbeiten?
Ja, denn Ihre freiberufliche Tätigkeit darf Ihre Arbeit als Angestellter nicht behindern oder einschränken.
Wie viel darf ich freiberuflich steuerfrei verdienen?
Bis zu einem Einkommen von 12.096 Euro bleibt das Einkommen für ein Kalenderjahr steuerfrei (2025). Ab 12.097 Euro steigt der Steuersatz von 14 auf bis zu 42 Prozent an. Der Steuersatz in Höhe von 42 Prozent gilt für Jahreseinkommen zwischen 68.431 Euro und 277.825 Euro.
Wie viel darf ich freiberuflich dazuverdienen?
Nebeneinkünfte bis 410 Euro im Jahr bleiben normalerweise steuerfrei. Wenn Sie diese Freigrenze überschreiten, füllen Sie bei einer freiberuflichen Nebentätigkeit die Anlage S bzw. bei einem Nebengewerbe die Anlage G zur Steuererklärung aus.
Ist es erlaubt, nebenbei ohne Anmeldung zu arbeiten?
Man darf grundsätzlich fast jede Nebentätigkeit anmelden müssen, es gibt keine feste Freigrenze, die eine Anmeldung komplett überflüssig macht – aber bei geringem Verdienst und Hobbys kann man unter bestimmten Grenzen (z.B. 256 € im Jahr für Hobby-Einnahmen) steuerfrei bleiben, solange es nicht berufsmäßig ist. Wichtig ist, den Hauptarbeitgeber zu informieren, wenn der Nebenjob die Interessen des Hauptjobs beeinträchtigt oder vertraglich eine Anzeige verlangt wird, sonst kann es arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Steuerlich muss jedes regelmäßige Einkommen beim Finanzamt gemeldet werden, auch wenn es steuerfrei ist.
Welche Berufe sind freiberuflich?
Freiberufliche Berufe sind typischerweise solche, die eine besondere Qualifikation erfordern und eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit darstellen, wie Ärzte, Anwälte, Architekten, Ingenieure, Steuerberater, Journalisten, Künstler und Therapeuten, oft auch als "Katalogberufe" bekannt; sie sind von der Gewerbesteuer befreit, müssen sich aber oft bei berufsständischen Kammern melden.
Was zählt alles als freiberufliche Tätigkeit?
Ein freier Beruf oder Freiberuf ist ein selbständig ausgeübter wissenschaftlicher, künstlerischer, schriftstellerischer, unterrichtender oder erzieherischer Beruf. Eine freiberufliche Tätigkeit ist nach deutschem Recht kein Gewerbe und unterliegt daher weder der Gewerbeordnung noch der Gewerbesteuer.
Was fällt unter freiberufliche Leistungen?
Freiberufliche Leistungen sind Dienstleistungen, die auf besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung basieren, persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig erbracht werden und oft geistig-schöpferischer Natur sind, wie z.B. bei Ärzten, Architekten, Steuerberatern, Journalisten oder Künstlern. Im Gegensatz zu Gewerbetreibenden zahlen Freiberufler keine Gewerbesteuer, was eine zentrale Abgrenzung darstellt. Sie arbeiten oft auf Projektbasis und erbringen Dienstleistungen "höherer Art", die nicht standardisiert sind.
Was ist der Unterschied zwischen freiberuflich und selbständig?
Selbstständig ist der Oberbegriff für alle, die auf eigene Rechnung arbeiten; Freiberufler sind eine spezielle Untergruppe davon, die anspruchsvolle geistige, wissenschaftliche, künstlerische oder beratende Tätigkeiten ausüben (z.B. Ärzte, Anwälte, Journalisten), während andere Selbstständige (Gewerbetreibende) ein Gewerbe anmelden müssen und Gewerbesteuer zahlen, was für Freiberufler meist entfällt, was den Hauptunterschied in der steuerlichen Behandlung und Anmeldepflicht ausmacht.
Welche Steuern muss ich als Freiberufler zahlen?
1 | Freiberufler und Steuern: Einkommensteuer
Für den Freiberufler gilt die Einkommensteuerpflicht genauso wie für alle natürlichen Personen. Im Gegensatz dazu gibt es auch die Körperschaftsteuer für Kapitalgesellschaften. Kapitalgesellschaften sind die GmbH, UG, Ltd. oder AG.
Was kostet es, sich freiberuflich zu melden?
Möchten Sie ein Einzelunternehmen gründen, sind die Kosten für Sie als Selbstständigen nicht zu hoch: Für die Gründung Ihres Unternehmens reicht oft eine Gewerbeanmeldung aus. Für diese können Sie mit Kosten zwischen 20 € und 65 € rechnen – je nachdem, in welcher Kommune Sie Ihr Gewerbe anmelden.
Was ist der Vorteil als Freiberufler?
Freiberufler genießen große Vorteile wie volle Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort, keine Gewerbesteuerpflicht und eine vereinfachte Buchführung (Einnahme-Überschuss-Rechnung statt Bilanzierung), was die Verwaltung vereinfacht. Zudem entfällt die Pflicht zur IHK-Mitgliedschaft und es gibt oft steuerliche Vorteile durch den Grundfreibetrag oder die Kleinunternehmerregelung, was mehr Autonomie und Selbstverwirklichung ermöglicht.
Was braucht man, um Freiberufler zu werden?
Um Freiberufler zu sein, muss man eine selbstständige Tätigkeit in einem der „freien Berufe“ nach § 18 EStG ausüben (z. B. Ärzte, Anwälte, Künstler, Journalisten, Ingenieure), was eine spezielle Qualifikation erfordert, persönlich, eigenverantwortlich und unabhängig ausgeführt wird und kein Gewerbe darstellt, sodass eine Gewerbeanmeldung entfällt und nur eine Anmeldung beim Finanzamt nötig ist. Wichtige Voraussetzungen sind die fachliche Qualifikation, die persönliche und eigenverantwortliche Arbeitsweise sowie die Meldung beim Finanzamt über den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“.
Was ist der Unterschied zwischen freiberuflich und nebenberuflich?
Ob eine freiberufliche Tätigkeit als Nebentätigkeit eingestuft wird oder nicht, kommt primär auf den Umfang an, in dem sie betrieben wird. Generell gilt sie dann als Nebenjob, wenn ihr eure Selbstständigkeit neben der zeitlich überwiegenden Tätigkeit, wie beispielsweise einem Angestelltenverhältnis, ausübt.