Was muss ich bei einem Ehrenamt beachten?

Gefragt von: Arno Bender
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Bei einem Ehrenamt sollten Sie die Zeit (max. 1/3 Hauptberuf), Meldepflichten (Arbeitgeber, Rentenversicherung), mögliche Aufwandsentschädigungen (Freibeträge beachten) und den Versicherungsschutz (Haftpflicht, Unfall) prüfen; auch die korrekte Angabe im Lebenslauf ist wichtig, um Ihre wertvolle Tätigkeit hervorzuheben und steuerliche Vorteile zu nutzen.

Was muss man beim Ehrenamt beachten?

Beim Ehrenamt müssen Sie Ihre Motivation und Zeitressourcen klären, Ihren Arbeitgeber informieren (ggf. melden), sich über Versicherungen (Unfall, Haftpflicht) und steuerfreie Pauschalen (Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale) informieren, Ihre Grenzen kennen und wissen, wie Sie es im Lebenslauf darstellen, um Ihr Engagement wertschätzend und professionell zu präsentieren, ohne Ihren Hauptberuf zu gefährden. 

Ist ein Ehrenamt meldepflichtig?

Ehrenamt und Sozialhilfe

Wenn Sie mehr als 15 Stunden in der Woche ehrenamtlich tätig sind, müssen Sie die Betätigung bei der Agentur für Arbeit unverzüglich anzuzeigen.

Wie viel Geld darf man im Ehrenamt verdienen?

Ehrenamtlich dürfen Sie bis zu 840 € pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei verdienen (Ehrenamtsfreibetrag), wobei dieser Betrag ab dem 1. Januar 2026 auf 960 € erhöht wird, für Tätigkeiten wie Trainer, Betreuer oder in der Pflege bis zu 3.000 € jährlich (Übungsleiterpauschale). Beide Freibeträge können getrennt für verschiedene Tätigkeiten genutzt werden, aber beachten Sie, dass Überschreitungen steuerpflichtig werden können. 

Muss ich mein Ehrenamt der Rentenversicherung melden?

Sie müssen ein Ehrenamt der Rentenversicherung melden, wenn Sie dafür eine Vergütung über die Ehrenamtspauschale (aktuell 840 €/Jahr) hinaus erhalten, da dies als Einkommen zählt und Ihre Rente beeinflussen kann, besonders bei Erwerbsminderungsrente oder Hinzuverdienstgrenzen; unvergütete Tätigkeiten oder die Nutzung der Pauschale müssen Sie meist nicht melden, sollten aber die Stunden beachten, da manche Rentenarten (z.B. Pflege) andere Regeln haben. 

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Wird das Ehrenamt auf die Rente angerechnet?

Ehrenamtliche Aufwandsentschädigungen werden bei Rentnern über der Regelaltersgrenze nicht auf die Rente angerechnet, da unbegrenzter Hinzuverdienst erlaubt ist. Bei vorzeitiger Altersrente oder Erwerbsminderungsrente hängt es davon ab: Steuerfreie Beträge (Ehrenamtspauschale bis 840 €/Jahr, Übungsleiterpauschale) sind unbedenklich. Höhere Entschädigungen, die einen konkreten Verdienstausfall ersetzen, zählen als Hinzuverdienst und können angerechnet werden, bis zu bestimmten Grenzen. 

Ist ein Ehrenamt anzeigepflichtig?

Auch wenn ein Ehrenamt in erster Linie also unentgeltlich ist und in der Freizeit ausgeübt wird, unterliegt es den gleichen Regelungen wie eine klassische Nebenbeschäftigung. Deshalb kann der Arbeitgeber verlangen, dass das Ehrenamt gemeldet oder genehmigt wird.

Soll man das bezahlte ehrenamtlich bei der Steuererklärung angeben?

Die Ehrenamtspauschale ist zwar steuerfrei, jedoch weiterhin eine Einnahme und muss daher auch in der Steuererklärung angegeben werden. Da diese keiner bestimmten Einkunftsart unterliegt, wird sie dort eingetragen, wo du auch jene, aus deinem Hauptberuf einträgst.

Welche Vorteile hat man, wenn man ehrenamtlich arbeitet?

Es gibt viele gute Gründe, sich ehrenamtlich zu engagieren

  • Soziale Verantwortung. Ehrenamtliches Engagement gibt dir die Chance, Dinge zu bewegen. ...
  • Selbsterfahrung. Durch das Ehrenamt lernst du viel und kannst praktische Erfahrungen sammeln. ...
  • Kontakte knüpfen. ...
  • Berufe ausprobieren. ...
  • Prioritäten setzen. ...
  • Vergünstigungen erhalten.

Ist man beim Ehrenamt krankenversichert?

Ist man beim Ehrenamt krankenversichert? Ja, Personen, die sich im Ehrenamt engagieren, sind durch die gesetzliche Krankenversicherung versichert.

Wer haftet bei ehrenamtlicher Tätigkeit?

Wer im Rahmen eines Ehrenamtes einer anderen Person Schaden zufügt, muss in der Regel nicht für deren Forderungen nach Schadenersatz aufkommen. Dafür haftet die Trägerorganisation bzw. deren Haftpflichtversicherung. Dies gilt zum Beispiel, wenn Ehrenämter im Dienst von Städten und Kommunen ausgeführt werden.

Wie viele Tage bezahlte Freistellung gibt es für ein Ehrenamt?

Ja, es gibt bezahlte Freistellungen für Ehrenämter, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Für öffentliche Ehrenämter (z.B. Schöffe, Wahlhelfer, Freiwillige Feuerwehr, THW) besteht oft ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Freistellung, da der Staat dies fördert, wobei Arbeitgeber oft Erstattungen beantragen können. Für private Ehrenämter gibt es keinen automatischen Anspruch, aber viele Arbeitgeber (z.B. durch Betriebsvereinbarungen oder freiwillig) gewähren bezahlte Freistellung, oft einen Tag pro Jahr, oder unterstützen durch spezielle Bildungsurlaubsregelungen für Ehrenamts-Schulungen. 

Was gilt als Nebentätigkeit im Ehrenamt?

Als ehrenamtlich tätig gilt, wer ohne Absicht auf Entgelt eine Aufgabe übernimmt, die dem Gemeinwohl dient. Denn wenn du dich ehrenamtlich engagierst, übernimmst du Verantwortung und leistest einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft ‒ gelebte Demokratie also.

Werden Ehrenamtliche Helfer bezahlt?

Wer ehrenamtlich tätig ist, erwartet in der Regel keine Bezahlung, das entspricht dem Grundgedanken eines Ehrenamts. Dennoch haben Vereine die Möglichkeit, ihren engagierten Mitgliedern eine finanzielle Anerkennung zukommen zu lassen, in Form der Ehrenamtspauschale 2025.

Welche Tätigkeiten zählen alles als Ehrenamt?

Ein Ehrenamt ist eine freiwillige, unentgeltliche und gemeinwohlorientierte Tätigkeit, bei der man sich für die Gesellschaft einsetzt, oft mit einer kleinen Aufwandsentschädigung (z.B. Fahrtkosten), aber ohne Lohn; es umfasst vieles von der Trainerarbeit im Sportverein, über die Arbeit bei der Tafel bis zum Sanitätsdienst oder der Freiwilligen Feuerwehr, dient dem Gemeinwohl und stärkt die eigene Persönlichkeit. 

Muss ich mein Ehrenamt meinem Arbeitgeber melden?

Arbeitgeber müssen Mitarbeiter für öffentliche Ehrenämter (z.B. Schöffe, Wahlhelfer) meist freistellen und Lohn zahlen (§ 616 BGB), während bei privaten Ehrenämtern (z.B. Verein, Feuerwehr) ein Anspruch auf Freistellung nur bei gesetzlicher Verpflichtung (z.B. Katastrophenschutz) oder wenn es der Betrieb zulässt besteht, wobei der Arbeitgeber aber die Nebentätigkeit nicht verbieten darf, solange sie die Hauptarbeit nicht beeinträchtigt oder konkurriert. Wichtig: Ehrenämter müssen meist angezeigt, aber nicht genehmigt werden, und sollten die Arbeitsleistung nicht gefährden.
 

Wie hoch ist der Stundenlohn für Ehrenamtliche?

Für ein Ehrenamt gibt es keinen gesetzlichen Stundenlohn, aber eine steuerfreie Ehrenamtspauschale von 840 € pro Jahr (ca. 70 €/Monat) oder die Übungsleiterpauschale von 3.000 € pro Jahr, die für Trainer, Ausbilder usw. gilt; diese Pauschalen sind steuer- und abgabenfrei, aber nur wenn die Tätigkeit hauptsächlich dem Allgemeinwohl dient und nicht auf Erwerb ausgerichtet ist. Eine tatsächliche Vergütung, die den Mindestlohn (aktuell 12,41 €/Std.) berührt, wird meist als Minijob oder bezahlte Tätigkeit gewertet und unterliegt Steuern und Sozialabgaben, da die Freibeträge überschritten werden könnten. 

Was sind die Nachteile von Freiwilligenarbeit?

Freiwilligenarbeit Nachteile: Was du bedenken solltest

  • Authentische Freiwilligenarbeit ist genau das: Arbeit und kein Erholungsurlaub – du brauchst also die richtige Motivation und genug Zeit dafür.
  • Für Freiwilligenarbeit wirst du nicht bezahlt, denn das freiwillige Engagement steht im Vordergrund.

Kann man Kosten für ein Ehrenamt steuerlich absetzen?

Wer sich ehrenamtlich engagiert und dafür Geld erhält, hat Anspruch auf den sogenannten Ehrenamtsfreibetrag. Aktuell beträgt er 840 Euro pro Jahr. Auch wenn Sie mehrere Ehrenämter ausüben, gibt es diesen bestimmten Freibetrag nur einmal jährlich.

Welche Fahrtkosten werden im Ehrenamt erstattet?

Fahrtkosten im Ehrenamt werden idealerweise vom Verein steuerfrei erstattet, meist über eine Kilometerpauschale (z.B. 30 Cent/km), was unkompliziert ist. Werden sie nicht erstattet, können sie in der Steuererklärung nur begrenzt als Werbungskosten geltend gemacht werden, oft nur über die sogenannte Ehrenamtspauschale (bis 840 € pro Jahr steuerfrei) hinaus, wobei Nachweise nötig sind. Grundsätzlich gilt: Ehrenamtliche sollen nicht auf Kosten sitzen bleiben, aber die Erstattung muss ordnungsgemäß abgewickelt werden, oft durch interne Regelungen oder Verträge. 

Wie viel darf man ehrenamtlich im Monat verdienen?

2. Ehrenamtsfreibetrag: 840 Euro pro Jahr. Ehrenamtliche, die sich in einem gemeinnützigen Verein oder bei juristischen Personen des öffentlichen Rechts engagieren, können den Ehrenamtsfreibetrag geltend machen. Aktuell beträgt er 840 Euro pro Jahr, ab 2026 geplant 960 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen Ehrenamtspauschale und Aufwandsentschädigung?

Ehrenamtspauschale bei bis zu € 840 pro Jahr und Person und für die sog. Übungsleiterpauschale bei maximal € 3.000 pro Jahr und Person. Eine Aufwandsentschädigung kann mit Ausnahme des Vorstandes jedem ehrenamtlich Tätigen gezahlt werden unabhängig davon, ob die Person Mitglied im Verein ist oder nicht.

Wie viele Stunden darf man ehrenamtlich arbeiten?

Ehrenamtliche dürfen grundsätzlich so viel arbeiten, wie sie möchten, da das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) nicht gilt. Aber als Faustregel für die Nebenberuflichkeit, besonders für die steuerfreie Ehrenamtspauschale, gelten maximal 14 Stunden pro Woche (ein Drittel der Hauptberufsarbeitszeit), und die Gesamtbelastung aus Haupt- und Ehrenamt sollte 48 Wochenstunden nicht überschreiten. Bei Jugendlichen gelten strengere Regeln (z. B. max. 8 Stunden/Tag, 40 Stunden/Woche).
 

Kann man im Ehrenamt gekündigt werden?

Öffentliche Ehrenämter unterliegen oft schon gesetzlichen ausdrücklichen Kündigungsverboten oder genießen besonderen Kündigungsschutz. Darüber hinaus würde eine Kündigung wegen der öffentlichen oder der privaten ehrenamtlichen Tätigkeit gegen das Maßregelungsverbot aus § 612a BGB verstoßen.

Ist ein Ehrenamt unentgeltlich?

Bekomme ich im Ehrenamt etwas bezahlt? Die Arbeit im Ehrenamt ist prinzipiell unentgeltlich. Mit der steigenden Anzahl und Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements ist es allerdings möglich geworden, eine Vergütung für seine ehrenamtliche Tätigkeit zu erhalten.