Was passiert mit Anleihen, wenn die Zinsen sinken?

Gefragt von: Herr Prof. Hellmuth Wieland B.A.
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Wenn die Marktzinsen sinken, steigen die Kurse bestehender Anleihen, da diese mit ihren festen, nun im Vergleich höheren Zinszahlungen (Kupon) attraktiver werden und Anleger bereit sind, mehr dafür zu zahlen. Längere Laufzeiten reagieren stärker auf Zinsänderungen, aber neue Anleihen bieten bei sinkenden Zinsen tendenziell geringere Erträge, was Anleger zu einer Risikoabwägung zwingt.

Wie wirken sich sinkende Zinsen auf Anleihen aus?

Sinkende Zinsen wirken sich häufig positiv auf die Kurse von festverzinslichen Anleihen aus. Wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt, werden bereits bestehende Anleihen mit höheren Kupons attraktiver und steigen daher im Kurs. Als Faustregel gilt: Sinken die Zinsen, steigen die Kurse festverzinslicher Wertpapiere.

Sollte ich Anleihen kaufen, wenn die Zinsen sinken?

Niedrigere Zinsen können die Nachfrage nach Anleihen steigern , doch sollte man die Stabilität, die Anleihen bieten, nicht außer Acht lassen. Konzentrieren Sie sich darauf, Ihre Liquidität zu sichern, um potenziellen Liquiditätsengpässen vorzubeugen, anstatt ausschließlich höhere Renditen anzustreben.

Warum fallen die Kurse von Anleihen, wenn die Zinsen steigen?

Zinssätze und Anleihenkurse bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen. Wenn die Zinssätze steigen, fallen die Anleihenkurse. Der Grund dafür ist, dass der Preis einer Anleihe angepasst werden muss, damit diese wettbewerbsfähig und für Anleger attraktiv bleibt, wenn sich alle anderen Zinssätze verändern.

Was passiert mit Anleihen, wenn die EZB die Zinsen senkt?

Wenn die Zinssätze sinken, sinken in der Regel die Renditen von Staatsanleihen und die Kurse der ausstehenden Anleihen steigen.

Warum werden meine Anleihen weniger wert, wenn die Zinsen steigen?

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Werden Anleihen immer mit 100% zurückgezahlt?

In der Regel werden die meisten Anleihen am Ende ihrer Laufzeit zum Nennwert, also zu 100 %, zurückgezahlt. Das gilt jedoch nur, wenn der Emittent zahlungsfähig bleibt.

Was passiert mit den Kursen von festverzinslichen Anleihen, wenn die Zinsen sinken?

Mit niedrigen Zinsen werden zum Beispiel Finanzierungen für Investitionen günstiger. Die Wirtschaft kommt in Schwung, die Nachfrage zieht an – und damit steigt die Inflation, auch Teuerungsrate genannt.

Kann man bei Anleihen einen Verlust machen?

Wie bei jedem handelbaren Vermögenswert unterliegen die Anleihekurse Angebot und Nachfrage in den betreffenden Märkten. Das bedeutet, dass Anleger einen Gewinn erzielen können, wenn der Wert der Anleihe steigt, oder einen Verlust erleiden, wenn eine Anleihe, die sie verkaufen, an Wert verloren hat.

Welche Anleihen sind 2025 die besten?

Top Anleihen-Indizes 2025

  • FTSE Qualified Global Convertible (EUR Hedged) 2025: +20,50% ...
  • Bloomberg Emerging Markets USD Sovereign & Agency 3% Country Capped (EUR Hedged) 2025: +13,02% ...
  • Bloomberg Emerging Markets Local Currency Liquid Government Bond (EUR Hedged) 2025: +12,39% ...
  • JP Morgan EMBI Global Core (EUR Hedged)

Wie hoch ist die Rendite der 10-jährigen deutschen Anleihe?

10-jährige Anleihen, insbesondere Bundesanleihen (deutsche Staatsanleihen), sind wichtige Referenzwerte für die Zinsen im Euroraum; ihre Rendite spiegelt die Markterwartungen an Wirtschaft und Inflation wider, wobei die Rendite der deutschen 10-jährigen Anleihe Ende 2025 bei etwa 2,9 % liegt (Stand 19. Dez. 2025). Während eine höhere Rendite auf gestiegenes Risiko oder Inflation hindeutet, gelten deutsche Anleihen aufgrund der Bonität Deutschlands als sehr sicher und bieten aktuell wieder positive Zinsen, im Gegensatz zu früheren Negativzinsphasen. Man kann sie über einen Broker kaufen, der Emittent (z.B. die Bundesrepublik) gibt sie aber auch direkt aus. 

Was passiert mit Anleihen, wenn die Inflation steigt?

Eine steigende Inflation wirkt sich negativ auf die Renditen von Aktien und Anleihen aus. Ausserdem verliert Cash an Wert. Anlagen in hochwertige Unternehmen, die grundlegende Waren und Dienstleistungen verkaufen, sowie der Kauf von sichereren Staatsanleihen sind eine solide Strategie in einem inflationären Umfeld.

Können Anleihen wertlos werden?

Das Risiko von Anleihen hängt von der Bonität (Kreditwürdigkeit) der Emittent:innen ab. Diese Bonität ist v.a. in Krisenzeiten zu hinterfragen. In der Regel ist das Risiko umso höher, je mehr die Emittent:innen an Zins zahlen. Werden diese insolvent, ist die Anleihe wertlos.

Welche Anleihen haben hohe Zinsen?

Hochverzinsliche Anleihen, auch High-Yield-Anleihen oder Junk Bonds genannt, sind Schuldverschreibungen von Emittenten mit geringerer Bonität (unter Investment Grade, z. B. BB oder niedriger), die wegen des erhöhten Ausfallrisikos höhere Zinsen bieten, um Anleger zu locken. Sie bieten attraktive Renditen, sind aber anfälliger für wirtschaftliche Schwankungen und erfordern eine sorgfältige Auswahl, weshalb Fonds und ETFs für eine breite Streuung beliebt sind.
 

Was ist der Nachteil bei Anleihen?

Die Hauptnachteile von Anleihen sind das Zinsänderungsrisiko (steigende Zinsen drücken den Kurs), das Bonitätsrisiko (Ausfall des Emittenten), Inflationsrisiko (verringerte Kaufkraft der Zinsen), begrenzte Renditechancen im Vergleich zu Aktien sowie das Liquiditätsrisiko bei schwach gehandelten Papieren. Zudem besteht bei Fremdwährungsanleihen ein zusätzliches Währungsrisiko und Anleihen unterliegen Kursschwankungen, weshalb sie nicht immer zum Nennwert verkauft werden können. 

Wann ist der beste Zeitpunkt, Anleihen zu kaufen?

Den besten Zeitpunkt für den Anleihekauf bestimmen Sie durch die aktuelle Zinsentwicklung: Kaufen Sie idealerweise, wenn die Zinsen hoch sind und fallen, da dann bestehende Anleihen mit höheren Zinsen attraktiver werden und im Kurs steigen. Warten Sie mit dem Kauf, wenn die Zinsen fallen, da Anleihen dann teuer werden können. Anleihen kaufen Sie jederzeit über ein Wertpapierdepot an der Börse, wobei Kursschwankungen und Stückzinsen beachtet werden müssen.
 

Welche Anleihen werden empfohlen?

Gute Anleihen hängen von Ihren Zielen ab, aber im Allgemeinen sind es sichere Staatsanleihen (wie deutsche Bundesanleihen) für Stabilität oder hochwertige Unternehmensanleihen (z. B. von E.ON, Nestlé, BMW) mit guter Bonität und attraktiver Rendite. Wichtig sind Rendite, Laufzeit und Emittenten-Bonität, wobei ETFs auch eine einfache Möglichkeit für breite Streuung bieten. 

In was sollte man 2025 investieren?

Für 2025 empfiehlt sich eine diversifizierte Anlagestrategie mit Fokus auf Qualität und Wachstum, die Megatrends wie Digitalisierung, Gesundheitswesen und erneuerbare Energien (z.B. Kupfer als Rohstoff), Infrastruktur, Private Equity, bestimmte Immobilienbereiche (Rechenzentren, Logistik) sowie nachhaltige (ESG) Anlagen einbezieht, ergänzt durch eine Mischung aus Aktien, Anleihen und ETFs für Stabilität. Beliebte Optionen sind breit gestreute ETFs wie MSCI World, Gold als Krisenschutz und Einzelaktien in zukunftsträchtigen Sektoren. 

Welche ETF empfiehlt Warren Buffett?

Vanguard S&P 500 ETF (VOO)

Was ist das Währungsrisiko bei Anleihen?

Das Währungsrisiko bei Anleihen entsteht, wenn eine Anleihe in einer Fremdwährung (z.B. USD, JPY) notiert ist und der Anleger in Euro investiert. Fällt der Fremdwährungskurs gegenüber dem Euro, verringert sich der Wert der Zinszahlungen und der Rückzahlung in Euro, was zu Verlusten führen kann – selbst bei einer ansonsten guten Anleihe. Dieses Risiko kann durch Währungsabsicherung (Hedging) mit Derivaten wie Forwards oder Futures reduziert, aber nicht komplett eliminiert werden, da die Absicherung Kosten verursacht.
 

Was passiert mit Anleihen bei Pleite?

Insolvenz: Bei Insolvenz des Emittenten besteht für den Anlegerinnen oder Anleger ein Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust. Durch den Nachrang wird diese Art der Anleihe erst nach „normalen“ Anleihen und sonstigen Schulden bedient.

Was ist das Risiko bei einer Anleihe?

Anleihen bergen Risiken wie das Bonitätsrisiko (Ausfall des Schuldners), das Zinsänderungsrisiko (Kursverlust bei steigenden Zinsen), das Inflationsrisiko (sinkende Kaufkraft der Rendite), das Währungsrisiko (bei Fremdwährungsanleihen) und das Liquiditätsrisiko (schwerer Verkauf), auch wenn sie oft als sicherer gelten als Aktien; das Risiko steigt mit der Bonität des Emittenten und der Höhe der Zinsen. 

Werden die Zinsen 2026 wieder steigen?

Die Bauzinsen steigen aktuell wieder an und bewegen sich in Richtung 4 % für 10-jährige Darlehen. Für 2026 sollte man sich auf ein höheres Zinsniveau einstellen: Zwei Drittel der Experten des Interhyp-Bankenpanels rechnen mittel- bis langfristig mit steigenden Zinsen.

Haben Anleihen einen Zinseszinseffekt?

Die Höhe des Kupons ist unter anderem von der Bonität des Emittenten, der Laufzeit, dem Besicherungsumfang sowie dem allgemeinen Zinsniveau abhängig. Dabei sollte der Kupon jedoch nicht mit der Rendite gleichgesetzt werden. Zu beachten ist, dass bei einer Anleihe kein Zinseszins existiert.

Wie hoch werden die Zinsen in 5 Jahren sein?

Aktuell liegen die Zinsen für eine 5-jährige Sollzinsbindung bei Baufinanzierungen meist um die 3,4 % bis 3,5 %, je nach Anbieter und Beleihung, mit einem effektiven Jahreszins um die 3,5 %. Für Festgeld liegen die Zinsen für 4-5 Jahre bei etwa 2,9 % bis 3,1 %, aber die Entwicklung der Bauzinsen ist volatil und hängt stark von EZB-Entscheidungen und der Konjunktur ab.