Was passiert, wenn man die Hälfte eines Hauses erbt?

Gefragt von: Gesa Schmidt
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Wenn Sie die Hälfte eines Hauses erben, bilden Sie mit den anderen Erben eine Erbengemeinschaft, müssen sich mit ihnen über die Zukunft des Hauses einigen (Verkauf, Vermietung oder Übernahme) und sollten sich als neuer Miteigentümer ins Grundbuch eintragen lassen, wofür ein Erbschein oder notarielles Testament nötig ist; steuerliche Freibeträge gelten, besonders bei Ehegatten, aber auch hier kann die Erbschaftsteuer fällig werden, wenn die Freibeträge überschritten sind.

Kann man ein halbes Haus Erben?

Ein Wohnrecht kann nicht vererbt, übertragen oder verkauft werden.

Was passiert, wenn man die Hälfte eines Hauses erbt?

Was passiert, wenn ich einen Anteil am Eigentum erbe? Wenn Sie ein Eigentum zusammen mit anderen erben, hat jeder Begünstigte gleiche Rechte an dem Eigentum, es sei denn, im Testament ist etwas anderes festgelegt .

Welche Kosten entstehen, wenn man ein Haus erbt?

Beim Erben eines Hauses fallen Kosten für Erbschaftsteuer (abhängig von Wert und Verwandtschaft), Erbschein (ca. 150 € bis über 900 €, je nach Nachlasswert) und eventuell Notar- & Grundbuchkosten (für die Umschreibung), sowie Steuerberaterkosten an, aber es gibt große Freibeträge und Steuervorteile, besonders wenn Kinder das selbstgenutzte Haus für 10 Jahre bewohnen (bis 200m² steuerfrei). 

Muss ich das Haus verkaufen, um den Pflichtteil auszahlen zu können?

Um den Pflichtteil auszuzahlen, wenn ein Haus vererbt wird, muss der Erbe nicht zwingend verkaufen; Alternativen sind die Nutzung eigener Mittel, Verkauf anderer Nachlasswerte, Aufnahme eines Kredits mit Grundschuld auf das Haus oder Ratenzahlung, aber oft ist der Verkauf die einzige Lösung, wenn Liquidität fehlt, da der Pflichtteilsanspruch ein reiner Geldanspruch ist. Wichtig ist, dass der Anspruch schnell geltend gemacht wird (Verjährung 3 Jahre), der Pflichtteilsberechtigte Auskunft verlangen kann und der Erbe die Stundung bei Härtefällen beantragen kann.
 

Haus erben in Hamburg: Wenn das Geschenk zur teuren Falle wird (Teil 1) | NDR Info

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Wie hoch ist der Pflichtteil, wenn man ein Haus erbt?

Der Pflichtteil ist die gesetzliche Mindestbeteiligung am Erbe. Er beträgt 50 % des gesetzlichen Erbteils – und steht Familienangehörigen auch bei Enterbung zu. Wie hoch der Pflichtteil ist, hängt davon ab, wie nah Erblasser und Pflichtteilsberechtige miteinander verwandt sind und wie wertvoll der Nachlass ist.

Wann muss man Geschwister nicht auszahlen?

Wann muss man Geschwister nicht auszahlen? Geschwister müssen dann nicht ausgezahlt werden, wenn sie im Testament durch den Erblasser enterbt wurden oder einen Pflichtteilsverzicht vereinbart haben. Ein solcher Pflichtteilsverzicht wird oft bereits zu Lebzeiten durch eine notarielle Vereinbarung geregelt.

Wie viel Steuern muss ich bezahlen, wenn ich 100.000 € Erbe?

Ehe- und eingetragene Lebenspartner müssen für die 100.000 Euro oberhalb ihres Freibetrags 11.000 Euro Erbschaftssteuer bezahlen. Bei Kindern und Enkeln, deren Eltern schon verstorben sind, beträgt der zu versteuernde Anteil der Erbschaft 200.000 Euro; dafür werden 22.000 Euro Erbschaftssteuer fällig.

Wie läuft es ab, wenn man ein Haus erbt?

Wenn Sie eine Wohnung oder ein Haus erben, müssen Sie als neuer Eigentümer das Grundbuch berichtigen und sich als neuer Eigentümer eintragen lassen. Um Ihre Rechtsnachfolge nachzuweisen, benötigen Sie einen Erbschein. Sie erhalten den Erbschein auf Antrag beim Nachlassgericht.

Wie wird der Wert eines Hauses im Erbfall berechnet?

Der Wert eines Hauses bei einer Erbschaft wird primär durch das Finanzamt anhand der Grundvermögensbewertungsverordnung mit Standardverfahren (Sachwert-, Vergleichs-, Ertragswertverfahren) ermittelt, wobei oft der Verkehrswert zum Todeszeitpunkt maßgeblich ist. Oft unterschätzt das Finanzamt wertmindernde Faktoren, weshalb ein unabhängiges Sachverständigengutachten sinnvoll ist, um den Wert realistisch anzusetzen und Steuern zu optimieren, indem es den tatsächlichen Marktwert durch Besichtigung, Analyse von Zustand, Lage und Unterlagen (Grundbuch, Baupläne) ermittelt.
 

Kann ich meinen Erbteil vom Haus verkaufen?

„Ja, das geht“, sagt der Bonner Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht, Eberhard Rott. Er verweist auf Paragraph 2033 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Darin heißt es: „Jeder Miterbe kann über den Anteil an dem Nachlass verfügen. “ Mit anderen Worten: Jede hinterbliebene Person kann den Erbanteil verkaufen.

Wer erbt, wenn beide im Grundbuch stehen?

Grundsätzlich gilt: Eigentümer ist, wer im Grundbuch steht. Stehen beide Partner zu 50 Prozent im Grundbuch, gehört die Immobilie auch beiden jeweils zur Hälfte. Steht nur einer der Partner im Grundbuch, gehört ihm die Immobilie allein.

Was passiert, wenn der Staat ein Haus erbt?

Fiskalerbrecht nach § 1936 BGB. Laut BGB (§ 1936) erbt der Staat, wenn keine anderen Erben vorhanden sind. Der Staat kann einen Nachlass nicht beliebig übernehmen. Der Bund steht in der gesetzlichen Erbreihenfolge an letzter Stelle, also hinter Verwandten, Ehegatten und Lebenspartnern.

Ist ein Erbe eines Hauses steuerfrei?

Das Erbe des Hauses ist steuerfrei, wenn das Kind zehn Jahre als Eigentümer darin wohnen bleibt und die Immobilie nicht weitervermietet wird. Die Steuerbefreiung gilt bis zu 200 Quadratmeter Wohnfläche. Die darüber hinaus gehende Wohnfläche muss anteilig versteuert werden.

Was ist der Nachteil einer Erbengemeinschaft?

Die Nachteile einer Erbengemeinschaft

In einer Erbengemeinschaft haften alle Erben solidarisch für die Schulden des Verstorbenen. Gläubiger können also einen einzelnen Erben belangen, der dann wiederum auf seine Miterben zurückgreift.

Ist es sinnvoll, eine Immobilie zu Lebzeiten auf meine Kinder zu überschreiben?

Eine Immobilie an Kinder zu überschreiben bedeutet eine Schenkung zu Lebzeiten, die steuerliche Vorteile bringen kann (400.000 € Freibetrag alle 10 Jahre pro Kind), aber notariell beurkundet werden muss und Pflichtteilsansprüche der Geschwister berührt, was eine 10-Jahres-Frist zur vollständigen Wirksamkeit wichtig macht. Wichtige Aspekte sind die Absicherung der Schenkenden (z.B. durch Nießbrauchrecht), die Berücksichtigung anderer Kinder (z.B. durch Ausgleichszahlungen) und die Kosten für Notar und Grundbuchamt. 

Was für Kosten kommen auf einen zu, wenn man ein Haus erbt?

Beim Erben eines Hauses fallen Kosten für Erbschaftsteuer (abhängig von Wert und Verwandtschaft), Erbschein (ca. 150 € bis über 900 €, je nach Nachlasswert) und eventuell Notar- & Grundbuchkosten (für die Umschreibung), sowie Steuerberaterkosten an, aber es gibt große Freibeträge und Steuervorteile, besonders wenn Kinder das selbstgenutzte Haus für 10 Jahre bewohnen (bis 200m² steuerfrei). 

Kann ein Miterbe eine Teilungsversteigerung verhindern?

Die Teilungsversteigerung ist ein gerichtliches Verfahren: Sie wird notwendig, wenn Miterben sich nicht auf einen freihändigen Verkauf einigen können. Jeder Miterbe kann jederzeit einen Antrag stellen, was die Versteigerung ohne Zustimmung der anderen auslösen kann.

Warum zahlen Millionäre keine Erbschaftssteuer?

Durch die sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung kann es vorkommen, dass Millionenerben von der Steuerbehörde als bedürftig eingestuft werden und sie keine Erbschaftssteuer zahlen müssen. Die Regelung gilt ab einem Erbe von mehr als 26 Millionen Euro.

Kann ich meinem Kind 50000 € überweisen?

Kann ich meinem Kind 50.000 Euro überweisen, ohne Steuern zu zahlen? Ja, Eltern können ihren Kindern bis zu 400.000 Euro alle zehn Jahre steuerfrei schenken.

Wann meldet sich das Finanzamt wegen Erbschaftssteuer?

Jeder der Erbschaft- und Schenkungsteuer unterliegende Erwerb ist von der erwerbenden Person (bei Schenkungen auch von der schenkenden Person) innerhalb von drei Monaten nach erlangter Kenntnis von dem Vermögensanfall dem für die Erbschaft- und Schenkungsteuer zuständigen Finanzamt anzuzeigen.

Muss ich meine Geschwister auszahlen, wenn ich das Haus meiner Eltern kaufe?

Wenn ein Geschwisterteil das Elternhaus kauft oder übernimmt, müssen die anderen Geschwister meist ausgezahlt werden, was über einen notariellen Erbauseinandersetzungsvertrag geregelt wird. Um Streit zu vermeiden, ist eine transparente Einigung über den Wert mittels Gutachten wichtig, und es sollten die finanziellen und steuerlichen Aspekte (Grunderwerbsteuer entfällt oft, Schenkungssteuer/Pflichtteilsergänzung beachten) geklärt werden. Dies geschieht entweder zu Lebzeiten der Eltern durch einen Kauf/Schenkung oder nach dem Erbfall. 

Wer schätzt Haus bei Erbe?

Den Wert einer Immobilie im Erbfall legt primär das Finanzamt für die Erbschaftsteuer fest, basierend auf dem Verkehrswert nach dem Bewertungsgesetz (BewG), oft mittels typisierter Verfahren (Vergleichs-, Sach-, Ertragswert). Die Erben machen die Angaben und können durch ein unabhängiges Gutachten eines zertifizierten Sachverständigen einen niedrigeren Wert nachweisen, was die Steuerlast senken kann. Auch für den Erbschein beim Nachlassgericht werden die Werte benötigt und die Erben machen Angaben, wobei das Gericht bei Zweifeln auch einen Sachverständigen hinzuziehen kann.
 

Wie berechnet man die Auszahlung eines Hauses?

Für die Auszahlung wird der aktuelle Wert der Immobilie abzüglich der Restschuld bestimmt und anschließend durch zwei geteilt. Nehmen wir also an, der Immobilienwert liegt bei 280.000 Euro, die Restschuld beträgt noch 100.000 Euro. So ergibt sich folgende Rechnung: 280.000 € - 100.000 = 180.000 €