Was passiert, wenn Sie keine Schenkungssteuererklärung abgeben?

Gefragt von: Ayse Simon
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Wenn Sie in Deutschland eine Schenkung erhalten, sind Sie (und auch der Schenker) gesetzlich verpflichtet, diese dem Finanzamt anzuzeigen. Die Nichtabgabe einer erforderlichen Schenkungssteuererklärung kann schwerwiegende Konsequenzen haben, die von Verspätungszuschlägen bis hin zum Vorwurf der Steuerhinterziehung reichen.

Was passiert, wenn man eine Schenkung nicht dem Finanzamt meldet?

Führt die fehlende Meldung beim Finanzamt jedoch dazu, dass eine etwaige Schenkungsteuer von der Finanzverwaltung nicht festgesetzt wird, kann im Ergebnis aber eine Strafbarkeit vorliegen. Gegebenenfalls sind auch Hinterziehungszinsen zu zahlen.

Wird man zur Schenkungssteuererklärung aufgefordert?

Ob und von wem das Finanzamt eine Steuererklärung verlangt, liegt im Ermessen der Behörde. Die Schenkungssteuererklärung ist auch dann abzugeben, wenn der Steuerpflichtige zur Auffassung gelangt, dass Schenkungssteuer nicht anfällt. In der Regel wird nur der Erwerber und nicht auch der Schenker zur Abgabe aufgefordert.

Wie lange kann das Finanzamt Schenkungssteuer nachfordern?

Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich vier Kalenderjahre (§ 169 Abs. 2 Nr. 2 AO). Sie beginnt nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Erbschaft- und Schenkungsteuer entstanden ist (§ 170 Abs.

Wie kontrolliert das Finanzamt Schenkungen?

Wie erfährt das Finanzamt von einer Schenkung? Das Finanzamt weiß von einer Schenkung entweder durch die Meldepflicht der beteiligten Personen oder dadurch, dass es Nachforschungen anstellt – zum Beispiel dann, wenn eine Wohnung oder ein Haus gekauft wird, aber unklar ist, woher das Geld dafür stammt.

Was passiert, wenn man keine Erbschaftsteuererklärung beim Finanzamt einreicht?

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Wann meldet sich das Finanzamt wegen Schenkungssteuer?

Nach § 30 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes ist jede Schenkung vom Er- werber binnen einer Frist von drei Monaten nach erlangter Kenntnis von dem Erwerb dem für die Verwaltung der Erbschaftsteuer zuständigen Finanzamt anzuzeigen.

Was ist Schenkungsteuerhinterziehung?

Wenn man eine Schenkung, die den Freibetrag überschreitet, nicht binnen 3 Monaten meldet, so gilt dies als Steuerhinterziehung. Dasselbe gilt allerdings auch, wenn man eine Schenkung nur unvollständig oder fehlerhaft deklariert, so zum Beispiel, wenn man versäumt, relevante Vorschenkungen zu erwähnen.

Was passiert, wenn ich eine Schenkung zu spät melde?

Wird eine Schenkung nicht oder zu spät gemeldet, kann eine Steuerhinterziehung aus 2 Gründen erfüllt sein: Steuerhinterziehung wegen zu niedriger Steuer (keiner Steuer), und. Steuerhinterziehung wegen einer zu späten Steuerfestsetzung.

Wie viel kostet eine Schenkungsteuererklärung beim Steuerberater?

5. Honorar der Steuerberater: So viel kostet eine Schenkungsteuererklärung. Das Honorar und die Steuerberaterkosten für die Schenkungsteuererklärung bestimmen sich dabei nach der StBVV und hängen vom übertragenen Vermögenswerten ab. Erfahrungsgemäß beginnen die Gebühren hier bei EUR 1.500,00.

Wie lange kann das Finanzamt rückwirkend prüfen?

Die Festsetzungsfrist beträgt bei der Einkommenssteuer vier Jahre.

Wie lange Zeit für eine Schenkungssteuererklärung?

Sowohl als Schenker als auch als Beschenkter sind Sie grundsätzlich verpflichtet, den Erwerb binnen einer Frist von drei Monaten dem für die Verwaltung der Schenkungsteuer zuständigen Finanzamt schriftlich anzuzeigen.

Wer kontrolliert die Schenkungssteuer?

Das Finanzamt prüft den Vorgang und entscheidet, ob es möglicherweise zu einer Steuerpflicht kommen könnte. Nur dann erhalten Sie eine Rückmeldung, indem Sie zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert werden.

Wer muss eine Schenkungssteuererklärung ausfüllen?

Bei einer Schenkung haben der Schenker und der Beschenkte die Pflicht, dem zuständigen Schenkungsteuer-Finanzamt die Schenkung formlos anzuzeigen (§ 30 ErbStG).

Ist man verpflichtet, eine Schenkungsteuererklärung abzugeben?

Zunächst besteht keine direkte Verpflichtung, unaufgefordert eine Erbschaft- oder Schenkungsteuererklärung abzugeben. Allerdings sind Sie nach einer Erbschaft oder Schenkung verpflichtet, diese dem Finanzamt anzuzeigen. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in dem Beitrag "Anzeigepflicht bei Erbe und Schenkung".

Sind 1000 Euro eine Schenkung?

Die Grenze, ab der Sie dem Finanzamt Geldgeschenke melden müssen, ist nicht in Stein gemeißelt. Die Ämter behandeln das unterschiedlich. Grundsätzlich stellen 20.000 Euro einen Richtwert dar, ab dem die Schenkung gemeldet werden sollte. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Finanzamt nach.

Was passiert bei versteckter Schenkung?

- Versteckte Schenkungen: Schenkungen, die nicht offen deklariert werden, etwa durch die Übertragung von Bankkonten oder Bargeld ohne schriftliche Festlegung. Die Steuerhinterziehung nach § 370 AO (Abgabenordnung) ist eine schwerwiegende Straftat, die empfindliche Strafen nach sich ziehen kann.

Sind Notarkosten bei Schenkung steuerlich absetzbar?

Sind die Kosten für Schenkungs- und Erbschaftsteuererklärungen steuerlich abziehbar? Ja, die Kosten für die Erstellung von Schenkungs- und Erbschaftsteuererklärungen sind vollständig vom steuerpflichtigen Erwerb abziehbar.

Wer bezahlt die Steuer bei Schenkung?

In den meisten Fällen soll der oder die Beschenkte die Steuer tragen. Deshalb wird sich das Finanzamt in der Regel auch zunächst an diese Person wenden. Wird vereinbart, dass die Schenkerin oder der Schenker die Steuer trägt, besteht in der Übernahme der Steuer eine weitere Schenkung.

Was kostet eine Beratung beim Notar wegen Schenkung?

Eine Notarberatung zur Schenkung kostet meist nichts extra, da die Kosten für die Beratung in der späteren Gebühr für die Beurkundung enthalten sind, wenn ein Vertrag entsteht. Die eigentlichen Notarkosten richten sich nach dem Geschäftswert (z.B. Immobilienwert), basierend auf dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), wobei für eine Schenkung in der Regel eine 1,0-fache Gebühr anfällt, plus Grundbuchkosten und Auslagen, was je nach Wert schnell in den vierstelligen Bereich gehen kann. 

Was passiert, wenn man Schenkungen nicht angibt?

Solange die Schenkung den Freibetrag nicht übersteigt, fällt auch keine Schenkungsteuer an. Führt aber eine spätere Schenkung, bzw. Erbschaft dazu, dass die Summe der Zuwendungen den steuerlichen Freibetrag übersteigt, führt die fehlende Anzeige der Vorschenkung zu einer Steuerhinterziehung.

Welche Strafe droht bei Nichtabgabe einer Schenkungssteuererklärung?

Eine Fristverlängerung befreit Sie nicht von der Zahlung der Steuer zum regulären Abgabetermin. Versäumen Sie die Abgabe der Schenkungssteuererklärung, wird eine Schenkungssteuerstrafe in Höhe von 5 % pro Monat der fälligen Steuer, maximal jedoch 25 %, erhoben.

Wann meldet sich das Finanzamt nach einer Schenkung?

Grundsätzlich müssen Erben das Finanzamt innerhalb von drei Monaten informieren, nachdem sie von der Erbschaft erfahren haben (§ 30 ErbStG). Diese Frist von drei Monaten gilt auch, wenn Vermögen noch zu Lebzeiten verschenkt wird. Dann müssen das sowohl die beschenkte Person als auch der Schenker anzeigen.

Wie lange rückwirkend Schenkungssteuer?

Grundsätzlich beträgt die Verjährungsfrist für Schenkungsteuer vier Jahre, vgl. § 169 Abs. 2 Nr. 2 AO.

Wird man bestraft, wenn man keine Steuererklärung macht?

Verpasst du den Termin für die Abgabe der Steuererklärung um bis zu 14 Monate, kann dich das Finanzamt mit einem Verspätungszuschlag bestrafen. Das muss es aber nicht. Erst wenn sich die Abgabe um mehr als 14 Monate verspätet, gibt es keinen Spielraum mehr.

Welche Schenkungen müssen nicht angezeigt werden?

So sind beispielsweise bei Schenkungen an Kinder bis zu 400.000 Euro innerhalb von zehn Jahren steuerfrei möglich – diese Schenkungen müssen nicht gemeldet werden, sofern der Freibetrag nicht überschritten wird. Auch eine Geldschenkung fällt unter diese Regelung, wenn sie innerhalb der Freibeträge bleibt.