Was passiert, wenn wir kein Bargeld mehr haben?

Gefragt von: Christof Hiller
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Wenn es kein Bargeld mehr gäbe, würden alle Transaktionen digitalisiert, was die Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit erleichtern würde, aber auch zu einem "gläsernen Bürger" führt, da alle Zahlungen nachvollziehbar wären; gleichzeitig würde die Abhängigkeit von Technologie und Finanzinstituten steigen, was Risiken wie Cyberkriminalität und Ausfallmöglichkeiten bei Strom- oder Internetausfällen birgt, wobei Vorteile wie niedrigere Transaktionskosten für Händler und potenziell einfachere Umsetzung negativer Zinsen durch Zentralbanken auch eine Rolle spielen.

Wie lange wird es in Deutschland noch Bargeld geben?

Bargeld wird in Deutschland nicht vollständig abgeschafft, aber es gibt EU-weite Regulierungen, die die Nutzung einschränken: Ab 2027 gilt eine EU-weit einheitliche Obergrenze von 10.000 Euro für Barzahlungen, um Geldwäsche zu bekämpfen. Es gibt auch bereits praktische Einschränkungen, wie das Auslaufen bestimmter Bargeldauszahlungsoptionen für Bürgergeld-Empfänger bei der Postbank ab 2026 und die zunehmende Akzeptanz von Bargeld durch Händler. Eine komplette Abschaffung ist jedoch nicht geplant, und die Bundesbank sieht weiterhin eine Zukunft für Bargeld. 

Welche Nachteile hat das bargeldlose Bezahlen?

Nachteile bargeldloser Zahlungen sind das Risiko von technischen Ausfällen (Strom/Internet), Datenlecks und Missbrauch (Cyberkriminalität), der Verlust der Anonymität (Rückverfolgbarkeit der Ausgaben), mögliche Gebühren, die Verlockung zu Überkonsum durch den "unsichtbaren" Geldfluss und die fehlende Akzeptanz bei manchen Händlern oder in bestimmten Situationen, was besonders für digital-affine Menschen mit Behinderungen oder ohne festen Wohnsitz eine Hürde darstellt. 

Kann man 2026 noch mit Bargeld bezahlen?

Ja, 2026 kann man definitiv noch mit Bargeld bezahlen, aber es gibt Einschränkungen: Renten werden nur noch unbar gezahlt, für große Summen (über 10.000 €) gelten EU-weite Verbote und Händler müssen Daten erfassen, doch ein generelles Bargeldverbot kommt nicht – Bargeld bleibt wichtiges Zahlungsmittel, aber es gibt weniger Barauszahlungsmöglichkeiten.
 

Was spricht für die Abschaffung von Bargeld?

Die Abschaffung von Bargeld wird hauptsächlich zur Bekämpfung von Kriminalität, Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung diskutiert, da digitale Transaktionen nachvollziehbar sind, sowie zur Senkung von Transaktionskosten und Produktionskosten von Geld. Auch der Einsatz von Geldpolitik (z.B. Negativzinsen) und die Förderung von hygienischeren, digitalen Zahlungsformen sind Gründe, aber starke Kritik kommt von Befürwortern von Freiheit, Datenschutz und dem Schutz sozial Schwacher. 

Was passiert, wenn es kein Bargeld mehr gibt

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Was würde passieren, wenn das Bargeld abgeschafft wird?

Wenn es kein Bargeld mehr gäbe, würden alle Transaktionen digitalisiert, was die Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit erleichtern würde, aber auch zu einem "gläsernen Bürger" führt, da alle Zahlungen nachvollziehbar wären; gleichzeitig würde die Abhängigkeit von Technologie und Finanzinstituten steigen, was Risiken wie Cyberkriminalität und Ausfallmöglichkeiten bei Strom- oder Internetausfällen birgt, wobei Vorteile wie niedrigere Transaktionskosten für Händler und potenziell einfachere Umsetzung negativer Zinsen durch Zentralbanken auch eine Rolle spielen. 

Was passiert, wenn wir bargeldlos werden?

Der Vorteil bargeldloser Zahlungen liegt in ihrer Bequemlichkeit und ihrer zunehmenden Verbreitung. Man muss nicht mehr Unmengen an Münzen oder Scheinen mit sich führen, wenn man etwas Teures kaufen möchte. Und während Bargeld leicht verloren gehen kann, ist man in der Regel abgesichert, falls die Bankkarte verloren geht oder gestohlen wird .

Was passiert mit meinem Bargeld, wenn der digitale Euro kommt?

Wenn der digitale Euro kommt, bleibt Ihr bisheriges Geld auf Konten und als Bargeld bestehen, denn der digitale Euro ergänzt, ersetzt es aber nicht, sondern wird eine zusätzliche, freiwillige Zahlungsoption. Sie können Euro-Bargeld in digitale Euro umwandeln (und umgekehrt), die digitalen Euro werden in einer Wallet (z.B. auf dem Smartphone) gespeichert, auch offline funktionieren und sollen die Anonymität des Bargelds bei Online-Zahlungen nachahmen. Eine gesetzliche Höchstgrenze pro Wallet soll verhindern, dass zu viel Geld von Bankkonten in digitale Euro fließen kann, um die Banken nicht zu schwächen. 

Wird es Bargeld im Jahr 2030 noch geben?

Eine Analyse der Barclays Investment Bank prognostiziert unterdessen, dass der weltweite Übergang von Bargeld zu digitalen Zahlungen im Jahr 2025 einen Wendepunkt erreichen wird, an dem der absolute Bargeldverbrauch von 41 Prozent im Jahr 2019 auf 20 Prozent im Jahr 2030 sinken wird.

Wird es 2050 noch Bargeld geben?

Im Jahr 2050 existiert kein Bargeld mehr, der Handel basiert ausschließlich auf den "wahren Kosten" der Produkte.

Welche Nachteile hat bargeldloses Bezahlen?

Sie könnten von Zahlungen ausgeschlossen werden, und Betrüger könnten Geld von Ihren Konten abheben . Eine bargeldlose Gesellschaft würde außerdem bedeuten, dass jeder Ihrer Einkäufe erfasst wird, sodass ein unbefugter Zugriff auf Ihre Daten Ihre Privatsphäre gefährdet.

Ist eine Barzahlung teurer als eine Kartenzahlung?

Jede Barzahlung kostet im Durchschnitt knapp 24 Cent, was sie insbesondere bei kleineren Beträgen kostengünstiger macht als Kartenzahlungen. Barzahlungen verursachen relativ geringe Fixkosten und etwas höhere variable Kosten, wodurch sie bis zu einem Betrag von etwa 50 Euro günstiger sind als Debitkartenzahlungen.

Ist eine bargeldlose Gesellschaft der Weg in die Zukunft?

Es gibt weiterhin Belege dafür, dass Händler und Verbraucher ohne Bargeld schlechter gestellt wären, insbesondere Menschen mit niedrigem Einkommen, ältere Menschen und Menschen ohne Bankkonto. Daher werden bargeldlose Zahlungen zwar voraussichtlich weiter zunehmen, aber die Verwendung von Banknoten und Münzen wird dadurch in naher Zukunft nicht überflüssig werden.

In welchen Ländern gibt es keine Bargeldzahlung mehr?

Im Alltag wird heute tatsächlich fast nur noch mit Kreditkarte oder Mobile-App bezahlt. Schweden und Norwegen haben gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) den geringsten Bargeldfluss weltweit, berichtet der «Guardian». Manche Bankfilialen in Schweden nehmen kein Bargeld mehr an und zahlen auch keines mehr aus.

Wie viel Bargeld darf man zuhause aufbewahren?

Das Wichtigste in Kürze. Gesetzliche Regelung: Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für Bargeld zuhause, doch die Hausratversicherung deckt oft lediglich begrenzte Summen ab. Risiko: Das Aufbewahren von Bargeld zuhause birgt Risiken wie Diebstahl, Verlust oder Schäden durch Feuer und Wasser.

Wann darf man nicht mehr mit Bargeld bezahlen?

Die EU hat eine Obergrenze von 10.000 Euro bei Zahlungen mit Bargeld beschlossen. Damit soll vor allem die Geldwäsche bekämpft werden. Die Regeln gelten erst ab 2027, außerdem gibt es Ausnahmen für Privatpersonen.

Wird es 2026 noch Bargeld geben?

Geplant ist außerdem eine Kartenzahlungspflicht im Handel: Künftig sollen Geschäfte neben Bargeld mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit anbieten. Für Sie bedeutet das mehr Flexibilität beim Bezahlen – auch in kleineren Läden. Bargeld bleibt aber gesetzliches Zahlungsmittel und wird nicht abgeschafft.

Hat Bargeld noch eine Zukunft?

Bargeldzahlungen werden weniger

In 2023 fanden laut Deutscher Bundesbank 51 Prozent der Bezahlvorgänge mit Scheinen und Münzen statt. 2017 lag dieser Anteil noch bei 74,3 Prozent, 2021 bei 58 Prozent. Manche Händler und Gastronomen nehmen bereits kein Bargeld mehr an.

Wie lange bleibt noch Bargeld in Deutschland?

Die neue Beschränkung wird nun im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und schränkt ab 2027 die Nutzung von Bargeld auch in Deutschland ein.

Wann kommt die neue Währung für Deutschland?

November 2025 ist das Eurosystem in die nächste Projektphase zum digitalen Euro übergegangen. Diese zielt darauf ab, das Eurosystem auf eine mögliche Ausgabe des digitalen Euro im Laufe des Jahres 2029 vorzubereiten.

Ist Bargeld noch sicher?

Mit Banknoten und Münzen ist eine Zahlung sofort erledigt. Es ist sicher. Bargeld hat sich als sicheres Zahlungsmittel in Bezug auf Cyberkriminalität, Betrug und Fälschung bewährt. Da es sich bei Bargeld um Zentralbankgeld handelt, besteht weder für den Zahler noch für den Zahlungsempfänger ein finanzielles Risiko.

Wann wird Euro-Bargeld abgeschafft?

Wird das Bargeld jetzt abgeschafft? Die Europäische Zentralbank (EZB) macht Tempo: Ab 2029 soll es den digitalen Euro geben, also Geld direkt von der EZB, das auf dem Handy oder Computer gespeichert ist.

Warum wird Bargeld niemals verschwinden?

Es fallen keine Bearbeitungsgebühren an, Zahlungen werden sofort abgewickelt und es besteht kein Risiko von Rückbuchungen oder Zahlungsstreitigkeiten . Da viele US-Verbraucher Bargeld bevorzugen, kann die Akzeptanz von Bargeld die Kundenzufriedenheit steigern.

Wieso will man Bargeld abschaffen?

Die Abschaffung von Bargeld soll zum einen die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und der Schwarzarbeit verbessern, zum anderen soll sie den Einsatz unorthodoxer Instrumente der Geldpolitik erleichtern. Weiterhin geht es darum, die Transaktionskosten des Zahlungsverkehrs zu senken.

Warum läuft alles bargeldlos ab?

Reduzierte Geschäftsrisiken und -kosten . Bargeldlose Zahlungen eliminieren mehrere Risiken, darunter Falschgeld (obwohl gestohlene Karten weiterhin ein Risiko darstellen), Diebstahl von Bargeld durch Mitarbeiter, Fehlzählungen beim Wechselgeld und Einbrüche oder Raubüberfälle auf Bargeld.