Welche Anrechnungszeiten gibt es für Krankheitszeiten in der Rente?

Gefragt von: Artur Brunner
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Für Krankheitszeiten gibt es Anrechnungszeiten in der Rente, die helfen können, die Wartezeit von 35 Jahren zu erfüllen und die Rentenhöhe zu verbessern, aber sie zählen nur, wenn sie eine versicherte Tätigkeit unterbrochen haben (z. B. Schule, Studium, Job) und in bestimmten Altersphasen liegen, hauptsächlich zwischen dem 17. und 25. Geburtstag. Sie sind wichtig für die "große" Wartezeit (35 Jahre) und werden auch in die Rentenberechnung einbezogen, ähnlich wie Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Schwangerschaft, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Werden Krankheitszeiten auf die Rente angerechnet?

Ja, Krankheit zählt zur Rente, da sie oft als Anrechnungszeit angerechnet wird und somit die Wartezeit für eine vorgezogene Altersrente erfüllt, aber sie kann auch zu geringeren Rentenbeiträgen (wegen Krankengeldbezug) und damit zu einer niedrigeren späteren Rente führen, es sei denn, es liegt eine Erwerbsminderung vor, die zu einer eigenen Rente berechtigt. 

Was gehört zu Anrechnungszeiten?

Zu den Anrechnungszeiten gehören: schulische Ausbildung und Studium, Schwangerschaft und Mutterschutz, Kindererziehung, Arbeitslosigkeit sowie Arbeitsunfähigkeit, Krankheit und Rehabilitation.

Welche Anrechnungszeiten zählen zu den 45 Beitragsjahren?

Für die 45-jährige Wartezeit zählen hauptsächlich Pflichtbeiträge aus Beschäftigung/Selbstständigkeit, Kindererziehungs- und Pflegezeiten, Wehr-/Zivildienst sowie bestimmte Zeiten des Bezugs von Sozialleistungen (wie ALG I, Krankengeld), wobei ALG I in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn oft ausgenommen ist, es sei denn, es liegt eine Insolvenz vor. Freiwillige Beiträge werden nur mitgezählt, wenn mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge vorhanden sind, und auch hier gelten Einschränkungen für die letzten zwei Jahre. Nicht angerechnet werden z.B. Fachschulzeiten oder Bürgergeld (ALG II).
 

Wie viel Rentenpunkte gibt es bei Krankheit?

Sollte ein Monat Krankengeldbezug vorliegen, werden die Beiträge aus (3.000 Euro x 80 Prozent) 2.400 Euro entrichtet. Damit werden monatlich (2.400 Euro / 38.901 Euro) 0,0617 Entgeltpunkte (bzw. auf ein Jahr hochgerechnet: 0,7403 Entgeltpunkte) aufgebaut.

Warum SIE so FRÜH wie möglich in Rente gehen sollten! (6 Gründe)

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Wie wirkt sich eine lange Krankschreibung auf die Rente aus?

Die Zeit des Bezugs von Übergangsgeld rechnet die Krankenkasse auf die Höchstbezugsdauer des Krankengelds an. Bekommt sie eine volle Erwerbsminderungsrente, endet der Krankengeldbezug. Bekommt sie eine teilweise Erwerbsminderungsrente, kürzt die Krankenkasse das Krankengeld um die Höhe der Erwerbsminderungsrente.

Wird bei Krankheit weiter in die Rentenkasse eingezahlt?

Krankengeldzeiten werden dem zuständigen Rentenversicherungsträger von der Krankenkasse gemeldet und die Rentenversicherungsbeiträge dorthin überwiesen.

Was ist der Unterschied zwischen Anrechnungszeiten und Beitragszeiten?

Berücksichtigungszeiten unterscheiden sich von Beitragszeiten (Pflicht- oder freiwillige Beiträge) und Anrechnungszeiten (z. B. wegen Krankheit oder Ausbildung).

Was ändert sich 2026 bei der Rente?

2026 steigt der Steuergrundfreibetrag auf 12.348 Euro. Für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente ebenfalls: Menschen, die 2026 in Rente gehen, müssen diese zu einem Anteil von 84 Prozent versteuern. Die übrigen 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente sind steuerfrei.

Kann ich nach 45 Dienstjahren abschlagsfrei in Pension gehen?

So steigt dieser mit Erhöhung der gesetzlichen Altersgrenze auf 14,4 % (4 Jahre x 3,6 %). Bei 45 Dienstjahren ist ein abschlagfreier Ruhestand mit dem 65. Lebensjahr möglich.

Welche Beispiele gibt es für Anrechnungszeiten bei der Rente?

Anrechnungszeiten sind Zeiten ohne Beitragszahlung, die trotzdem für die Rente zählen, wie Schule/Studium ab 17 (max. 8 Jahre), Arbeitslosigkeit, Krankheit/Reha, Schwangerschaft/Mutterschaft und Erziehung (bis 10 Jahre), sie helfen, die 35-jährige Wartezeit zu erfüllen und können die Rentenhöhe beeinflussen. 

Was sind Anrechnungszeiten ohne Bewertung?

Anrechnungszeiten ohne Bewertung sind Zeiten eines Versicherten, die bei der Berechnung der Rente nicht berücksichtigt werden, bei der Sicherung einer Rentenanwartschaft hingegen schon.

Welche Zeiten zählen nicht zur Rente?

Welche Zeiten sind keine Grundrentenzeiten?

  • Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe und Arbeitslosengeld II.
  • Zeiten der Schul- und Hochschulausbildung.
  • Beitragszeiten nach dem Beginn einer Altersrente.
  • Monate, die aufgrund eines Versorgungsausgleichs/ Rentensplittings erlangt wurden.

Welche Krankheiten werden bei der Rente angerechnet?

Bei diesen Krankheitsbildern besteht häufig Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung

  • Epilepsie.
  • Lähmungen.
  • Chorea Huntington.
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Parkinson.
  • Tremor.
  • Spinale Muskelatrophie.
  • Polyneuropathie.

Was sind Anrechnungszeiten in der Rentenversicherung?

<<!Anrechnungszeiten bei der Rente>> sind beitragsfreie Zeiträume, in denen Sie zwar keine Beiträge eingezahlt haben, die aber für die Rentenberechnung wichtig sind, weil sie Wartezeiten erfüllen (z.B. 35 Jahre) und den lückenlos machen, etwa bei Schulzeit, Studium, Krankheit, Mutterschutz oder Arbeitslosigkeit. Sie verhindern Rentenkürzungen und sichern Ansprüche, auch wenn sie nicht immer so hoch bewertet werden wie reine Beitragszeiten. 

Welche Nachteile hat der Bezug von Krankengeld?

Zudem ist das Krankengeld in den ersten sechs Wochen eines Krankheitsfalls bei Arbeitnehmern durch die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers abgedeckt. Allerdings gibt es auch Nachteile beim Krankengeld, wie beispielsweise die begrenzte Höhe der Leistung, die steuerliche Belastung und den Progressionsvorbehalt.

Kann ich 2026 noch mit 63 Jahren in Rente gehen?

Rente mit 63: Jahrgang 1963

Wurden Sie im Jahr 1963 geboren, müssen Sie für die Rente mit 63 noch bis 2026 arbeiten. Die Regelaltersgrenze für den Geburtsjahrgang 1963 ist 66 Jahre und zehn Monate. Wenn Sie zum 63. Geburtstag in Rente gehen, fehlen 46 Monate und die Rente wird um 13,8 Prozent gemindert.

Was bedeutet Rentenniveau auf 48%?

Das Rentenniveau von 48 Prozent bedeutet, dass ein Standardrentner (45 Jahre Durchschnittslohn gezahlt) heute etwa 48 % des aktuellen Durchschnittsverdienstes als Brutt Rente bekäme, z.B. bei 3.000 € Durchschnittslohn ca. 1.440 € Rente. Es ist ein technischer Wert, der das Verhältnis zwischen einer Standardrente und dem Durchschnittslohn beschreibt und nicht direkt Ihre persönliche Rente (z.B. 48 % Ihres letzten Netto-Gehalts) darstellt. Die Bundesregierung hat das Rentenniveau bis 2031 gesetzlich auf diesem Niveau stabilisiert, um Altersarmut vorzubeugen und Renten nicht von der Lohnentwicklung abzukoppeln.
 

Bei welchem Jahrgang fällt die Doppelbesteuerung der Rente weg?

Doppelte Besteuerung von Renten: Bei welchen Jahrgängen fällt die Doppelbesteuerung weg? Ab 2025 sind alle Rentenbeiträge, die Menschen vor dem Renteneintritt einzahlen, steuerfrei, sodass es nicht mehr zu einer Doppelbesteuerung kommen kann. Die Doppelbesteuerung der Rente fällt dann also weg.

Wie wirken sich Krankheitstage auf die Rente aus?

Krankheitstage wirken sich auf die Rente aus, indem sie die Beiträge zur Rentenversicherung reduzieren und damit die Rentenhöhe leicht mindern, da Beiträge aus dem niedrigeren Krankengeld gezahlt werden (ca. 80% des Lohns). Gleichzeitig zählen Krankheits- und Rehabilitationszeiten als sogenannte Anrechnungszeiten, die für die Wartezeiten für eine frühere Altersrente (z.B. Schwerbehinderung) angerechnet werden können und somit den Rentenbeginn sogar vorziehen können. Langfristig können sie bei chronischen Krankheiten auch zu einer Erwerbsminderungsrente führen, die eine Alternative darstellt. 

Welche Anrechnungszeiten gibt es?

Welche Zeiträume gelten laut SGB VI als Anrechnungszeiten?

  • Schul- und Hochschulausbildung.
  • Schwangerschaft und Mutterschaft.
  • Arbeitsunfähigkeit, Rehabilitation und Krankheit.
  • Weitere Anrechnungszeiten.

Wie beeinflussen Anrechnungszeiten die Rentenhöhe?

Einfluss auf die Rentenberechnung

Anrechnungszeiten erhöhen die Rentenhöhe nicht in gleicher Weise wie Beitragszeiten. Sie können jedoch im Rahmen besonderer Bewertungsmechanismen mit durchschnittsorientierten Werten einbezogen werden.

Wie viele Rentenpunkte bekomme ich bei Krankheit?

Wer 2025 vor der Erkrankung 50.493 € brutto im Jahr verdient hat, bekäme im Normalfall 1,0 Rentenpunkt pro Jahr. Fällt die Person ein volles Jahr in den Krankengeldbezug, werden die Beiträge nur aus 80 Prozent davon berechnet – das ergibt 0,8 Rentenpunkte.

Wie lange darf man vor dem Renteneintritt krank sein?

Sie können vor der Rente lange krank sein, zunächst 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, dann bis zu 72 Wochen Krankengeld von der Krankenkasse, was zusammen etwa 18 Monate sind; danach kann eine Erwerbsminderungsrente greifen, wenn Sie dauerhaft nicht arbeiten können, oder Sie müssen Arbeitslosengeld beantragen, wobei der Übergang von Krankengeld zu Arbeitslosengeld finanziell besser ist als umgekehrt, um Abzüge zu vermeiden. Es ist wichtig, Fristen einzuhalten und eine ärztliche Reha-Maßnahme (die zur Rente führen kann) ernst zu nehmen, um nahtlos abgesichert zu bleiben. 

Kann ich abschlagsfrei in Rente gehen, wenn ich vorher 2 Jahre arbeitslos war?

Wenn Sie 2 Jahre vor der Rente arbeitslos werden, erhalten Sie in der Regel Arbeitslosengeld 1, welches auch Rentenbeiträge zahlt und damit Ihre Rente weiter aufbaut, aber die Zeit zählt nicht für die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren (außer bei Insolvenz/Betriebsschließung) – es kann also eine Lücke entstehen, die Sie durch Minijobs o.Ä. füllen oder eine abschlagsfreie Rente gefährden. Für Ältere (ab 58) gibt es bis zu 24 Monate ALG 1, was eine gute Brücke sein kann.