Welche Diagnosen führen zur Erwerbsminderungsrente?

Gefragt von: Andy Fischer
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Es gibt keine spezifischen Diagnosen, die automatisch eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) garantieren; entscheidend ist die gesundheitlich bedingte Einschränkung der Erwerbsfähigkeit, oft verursacht durch psychische Leiden (Depressionen, Angststörungen), Erkrankungen des Bewegungsapparats (Wirbelsäule, Gelenke), Krebs (Onkologie), Herz-Kreislauf-Probleme, neurologische Erkrankungen (MS, Parkinson) oder Stoffwechsel- und Lungenerkrankungen (COPD, Long-Covid), wobei psychische Leiden die häufigste Ursache darstellen. Ob Sie eine EM-Rente bekommen, hängt davon ab, ob Sie weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, nicht nur in Ihrem alten Beruf, sondern in irgendeiner Tätigkeit.

Bei welchen Krankheiten kann ich früher in Rente gehen?

Man kann bei vielen chronischen Krankheiten früher in Rente gehen, wenn diese zu einer Schwerbehinderung (GdB mind. 50) führen oder die Erwerbsfähigkeit so stark einschränken, dass man weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kann (Erwerbsminderungsrente), was z.B. bei MS, Krebs, schweren Rückenleiden, Rheuma, Asthma, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Fall sein kann, wobei die Entscheidung immer eine individuelle Prüfung durch die Rentenversicherung ist. Es gibt zwei Hauptwege: die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (oft 2 Jahre früher abschlagsfrei möglich) und die Erwerbsminderungsrente, die bei Erfüllung der Wartezeiten (z.B. 35 Jahre bei Schwerbehinderung) auch früher gestartet werden kann, teilweise mit Abschlägen. 

Wie krank muss man sein, um Erwerbsminderungsrente zu bekommen?

Um eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) zu bekommen, müssen Sie aus gesundheitlichen Gründen (Krankheit/Behinderung) dauerhaft weniger als drei Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können, wobei dieser Zustand mindestens sechs Monate andauern muss, und es müssen bestimmte versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein (z. B. 5 Jahre Wartezeit und 3 Jahre versichert in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Minderung). Es geht nicht um die Diagnose, sondern um die Funktionseinschränkung, die oft eine Kombination aus psychischen und körperlichen Problemen ist, und Sie müssen in ärztlicher Behandlung stehen und dies belegen können.
 

Wann hat man Chancen auf Erwerbsminderungsrente?

Sie erhalten eine Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als drei Stunden täglich arbeiten können. Und zwar nicht nur in Ihrer, sondern in allen Tätigkeiten. Wir prüfen das anhand ärztlicher Unterlagen.

Wann ist man psychisch erwerbsunfähig?

Die psychische Erkrankung muss im Einzelfall die Fähigkeit zur Berufsausübung so stark einschränken, dass man seinen Beruf zu weniger als 50% ausüben kann. In den meisten privaten BU-Versicherungsverträgen reicht bereits eine Berufsunfähigkeit von 50% für den Bezug der BU-Rente aus.

Die 4 häufigsten Erkrankungen für eine Erwerbsminderung

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Welche psychische Krankheit macht arbeitsunfähig?

Depressionen, Angststörungen und Belastungsstörungen sind in Deutschland mittlerweile die Hauptursache für langfristige Krankschreibungen. Aktuelle Daten zeigen, dass psychisch erkrankte Arbeitnehmer im Jahr 2024 durchschnittlich 35 bis 50 Tage pro Fall arbeitsunfähig waren.

Bei welchen Krankheiten steht mir eine Erwerbsminderungsrente zu Depressionen?

Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente bei Depression. Eine Erwerbsminderungsrente bei Depressionen kommt dann in Betracht, wenn Betroffene aufgrund ihrer psychischen Erkrankung dauerhaft nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können.

Welche Krankheiten bringen volle Erwerbsminderungsrente?

Bei welchen Krankheiten bekommt man eine Erwerbsminderungsrente?

  • Krebs und bösartige Geschwüre.
  • Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates.
  • Krankheiten des Herzens bzw. des Gefäßsystems.
  • Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen.

Warum wird die Erwerbsminderungsrente so häufig abgelehnt?

Warum wird die Erwerbsminderungsrente so oft abgelehnt? Beim Blick in die Statistik der DRV fallen drei Ursachen ins Auge, die dafür sorgen, dass EM-Renten versagt werden: Lücken bei der Wartezeit, gesundheitliche Gründe sowie fehlende Mitwirkung.

Wie kommt man am besten in die Erwerbsminderungsrente?

Um eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) zu bekommen, müssen Sie einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen, gesundheitlich (wegen Krankheit/Behinderung) weniger als 6 Stunden täglich arbeiten können, die Wartezeit erfüllt haben (5 Jahre versichert, 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen) und das Rentenalter noch nicht erreicht haben; eine gute ärztliche Dokumentation ist entscheidend und eine Prüfung durch Gutachten erfolgt. 

Was macht man, um aus gesundheitlichen Gründen früher in Rente gehen zu können?

Um aus gesundheitlichen Gründen früher in Rente zu gehen, beantragt man eine Erwerbsminderungsrente bei der Deutschen Rentenversicherung, wenn eine chronische Krankheit die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einschränkt (weniger als 3 Stunden täglich) und dafür ärztliche Gutachten vorliegen müssen. Eine Alternative ist die Altersrente für schwerbehinderte Menschen, die ebenfalls hohe Hürden hat und einen anerkannten Grad der Behinderung (GdB) erfordert. Der wichtigste Schritt ist eine umfassende Beratung bei der Rentenversicherung, um die beste Option zu finden. 

Was ist der Nachteil bei Erwerbsminderungsrente?

Nachteile der Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) sind oft niedrigere Rentenbeträge (wegen fehlender Beitragsjahre), strenge medizinische Hürden (hohe Ablehnungsquote), die Notwendigkeit, Hinzuverdienstgrenzen genau einzuhalten, sowie die Unsicherheit durch befristete Rentenbescheide und der psychische Druck. Viele Versicherte müssen zudem mit kleinen Renten leben und haben Schwierigkeiten, den Lebensunterhalt zu decken, was zu Grundsicherungs-Anträgen führen kann.
 

Wer entscheidet, ob ich eine Erwerbsminderungsrente bekomme?

Über die Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) entscheidet die Deutsche Rentenversicherung (DRV) auf Basis von medizinischen Gutachten und Aktenlage, wobei sie prüft, ob jemand weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann. Zuerst wird oft eine Reha angeboten, falls die Erwerbsfähigkeit verbessert werden kann, erst danach erfolgt die Entscheidung über die Rente. Die eigentliche Entscheidung trifft die Leistungsabteilung der DRV, gestützt auf die medizinische Einschätzung des Sozialmedizinischen Dienstes und externer Gutachter. 

Was zählt alles zu chronisch krank?

Chronisch krank sind Menschen mit lang andauernden Krankheiten (oft länger als 6 Monate), die eine kontinuierliche Behandlung erfordern, wie z.B. Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf-Leiden, Depressionen, psychische Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Krebs, Neurodermitis oder chronische Schmerzen. Für die Zuzahlungsbefreiung der Krankenkassen zählt man als chronisch krank, wenn man mindestens ein Jahr lang mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde. 

Welche Befunde gibt es für Erwerbsminderungsrente?

Wichtige Befunde:

Zur genauen Beurteilung der Erwerbsfähigkeit benötigen wir – neben relevanten Labor-, EKG- und bildgebenden Befunden – auch alle Facharzt- und Krankenhausberichte der letzten 3 Jahre.

Kann ich bei Rückenleiden eine Erwerbsminderungsrente erhalten?

Wer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, hat bei Erwerbsunfähigkeit Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Sind Sie aufgrund Ihrer Rückenschmerzen und Ihrer Wirbelsäule nicht mehr in der Lage zu arbeiten, können Sie die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhalten.

Wer hat Chancen auf Erwerbsminderungsrente?

Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hat, wer wegen einer physischen oder psychischen Krankheit weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten kann. Außerdem muss der Erwerbsunfähige die versicherungsrechtlichen Grundlagen erfüllen.

Wie lange ist man krank bis zur Erwerbsminderungsrente?

Um Erwerbsminderungsrente zu bekommen, muss man nicht durchgehend krankgeschrieben sein, aber mindestens sechs Monate aus gesundheitlichen Gründen weniger als drei Stunden täglich arbeiten können und zusätzlich die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen (5 Jahre Wartezeit, davon 3 Jahre Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren) erfüllen, wobei der Fokus auf der ärztlichen Dokumentation der dauerhaften Einschränkung liegt, nicht auf lückenlosen Krankmeldungen.
 

Kann der medizinische Dienst mich in Rente schicken?

Wenn Sie arbeitsunfähig sind und Krankengeld beziehen, kann Ihre Krankenkasse Sie nicht zwingen, einen Rentenantrag zu stellen. Das Urteil stärkt Ihre Rechte als Versicherter. Es reicht aus, wenn Sie fristgerecht einen Antrag auf medizinische Rehabilitation stellen.

Bei welcher Krankheit kann man Erwerbsminderungsrente beantragen?

Eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) steht nicht pauschal für bestimmte Krankheiten zu, sondern wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als 6 Stunden täglich arbeiten können; häufige Ursachen sind aber psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen), Muskel-Skelett-Erkrankungen, Krebs sowie Herz-Kreislauf- und neurologische Leiden wie Multiple Sklerose oder Parkinson. Die Entscheidung hängt von der individuellen, ärztlich nachgewiesenen Einschränkung der Erwerbsfähigkeit ab, nicht nur von der Diagnose selbst.
 

Welche chronischen Krankheiten ermöglichen eine Frührente?

Man kann bei vielen chronischen Erkrankungen früher in Rente gehen, wenn die Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist, oft über die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (ab 62 mit Abschlägen oder abschlagsfrei mit 65 bei GdB 50+ und 35 Versicherungsjahren) oder die Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) (unabhängig vom GdB, wenn weniger als 3 Stunden/Tag arbeitsfähig). Häufige Krankheitsbilder sind Rückenleiden, Diabetes, Asthma, Rheuma, Krebs, psychische Erkrankungen (Depressionen), Multiple Sklerose, Herz-Kreislauf-Leiden und chronische Schmerzen. Der Schlüssel ist die erheblich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, nicht die Diagnose allein. 

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Erwerbsminderungsrente zu bekommen?

Für die Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) müssen Sie gesundheitlich weniger als 6 Stunden täglich arbeiten können, die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben und die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen: Mindestens 5 Jahre Wartezeit in der Rentenversicherung, davon 3 Jahre Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren vor der Erwerbsminderung. Zudem darf die Erwerbsfähigkeit durch Reha-Maßnahmen nicht wiederherstellbar sein, was der Grundsatz "Reha vor Rente" ist. 

Welche psychischen Krankheiten führen zur Erwerbsminderungsrente?

Man kann Erwerbsminderungsrente bei vielen psychischen Erkrankungen bekommen, wobei Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, psychosomatische Leiden und Suchterkrankungen (Alkohol, Medikamente) zu den häufigsten Ursachen zählen, die die Erwerbsfähigkeit dauerhaft einschränken. Entscheidend ist nicht die Diagnose allein, sondern dass die Erkrankung die Fähigkeit, länger als drei Stunden täglich zu arbeiten, dauerhaft mindert, oft durch die Kombination mehrerer Störungen oder chronische Verläufe. 

Wie viel Prozent Behinderung bekommt man bei Depressionen?

Der Grad der Behinderung (GdB) bei Depressionen variiert stark je nach Schwere der Erkrankung und den daraus resultierenden Einschränkungen im Alltag, typischerweise zwischen 20 und 100, wobei leichte Fälle oft 10-20, mittelschwere 30-50 und schwere Fälle 60-70 oder sogar 80-100 betragen können, wobei der Fokus auf den tatsächlichen Auswirkungen liegt, nicht nur auf der Diagnose. Ab 50 GdB besteht Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. 

Bei welchen Krankheiten früher in Rente?

Man kann bei vielen chronischen Krankheiten früher in Rente gehen, wenn die Erwerbsfähigkeit stark eingeschränkt ist, was entweder über die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (GdB ≥ 50) oder die Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) möglich ist, z.B. bei schweren Herz-Kreislauf-, Lungen-, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes), Autoimmunerkrankungen (Rheuma), neurologischen Leiden (MS, Parkinson) oder schweren Rückenleiden/Folgen eines Schlaganfalls, wobei die Anerkennung als Schwerbehinderung (GdB 50) für die Altersrente ohne Abschläge nötig ist und die EM-Rente weniger Stunden täglich arbeiten zu können bedeutet.