Welche Vor- und Nachteile hat die Betriebsrente?

Gefragt von: Kristin Rothe B.A.
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Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) bietet Vorteile wie staatliche Förderungen, Steuervorteile durch Bruttogehaltsumwandlung, Arbeitgeberzuschüsse (mind. 15 %) und Schutz vor Pfändung, wodurch der Lebensstandard im Alter gesichert werden kann, doch Nachteile sind die spätere Besteuerung und Sozialabgaben (Kranken-, Pflegeversicherung) auf die Rente, geringere Ansprüche in der gesetzlichen Rente sowie potenzielle Schwierigkeiten beim Jobwechsel oder bei der Übertragung des Vertrages.

Warum bleibt man von der Betriebsrente oft weniger übrig?

Durch Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung bekommen sie viel weniger Geld heraus als erhofft. Eine böse Überraschung erwartet Millionen Rentner mit betrieblicher Altersversorgung. Durch Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung bekommen sie viel weniger Geld heraus als erhofft.

Wie wirkt sich die Betriebsrente auf die gesetzliche Rente aus?

Die Betriebsrente wird nicht direkt auf die gesetzliche Rente angerechnet, aber sie wirkt sich indirekt negativ auf die Höhe der gesetzlichen Rente aus, weil durch die Entgeltumwandlung weniger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung fließen und damit die Bemessungsgrundlage sinkt. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung, um die Rentenlücke zu schließen, muss jedoch im Alter voll versteuert werden und verursacht bei Überschreiten bestimmter Freigrenzen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. 

Wird eine Betriebsrente ein Leben lang gezahlt?

Eine Betriebsrente lebenslang bedeutet, dass Sie nach dem Berufsleben monatlich eine Zusatzrente bis zu Ihrem Lebensende erhalten, die Ihre gesetzliche Rente ergänzt und in der Regel mit dem gesetzlichen Renteneintrittsalter (ca. 67) beginnt, aber auch früher (ab 62) möglich ist. Sie kann als lebenslange Rente, als Einmalzahlung oder als Kombination aus beidem ausgezahlt werden, wobei die Auszahlung über spezielle Durchführungswege wie Direktversicherung oder Pensionszusage läuft und oft steuerliche Vorteile bietet.
 

Wie hoch ist die durchschnittliche Betriebsrente in Deutschland?

Die durchschnittliche Betriebsrente in Deutschland lag laut einer Studie (ASID 2023) bei etwa 535 € brutto monatlich, wobei Männer mit ca. 696 € deutlich mehr erhielten als Frauen mit etwa 382 €; die Höhe variiert stark je nach Branche, Unternehmen und individuellen Beiträgen, oft sind es aber nur 4,4 bis 4,8 Prozent des letzten Gehalts. 

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Lohnt sich die Betriebsrente?

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Wie hoch ist eine sehr gute Betriebsrente?

Wie hoch sind die durchschnittlichen Betriebsrenten? Laut einer Studie der Unternehmensberatung Willis Towers Watson liegt das Versorgungsniveau der Betriebsrenten derzeit durchschnittlich bei etwa 4,4 bis 4,8 Prozent des letzten Grundgehalts.

Welche Nachteile hat die betriebliche Altersvorsorge?

Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) sind die Nachbesteuerung und Sozialabgaben im Alter, mangelnde Flexibilität (kein vorzeitiger Zugriff), potenziell hohe Kosten, Herausforderungen beim Jobwechsel (Mitnahme, Arbeitgeberzuschuss) und eine geringere gesetzliche Rente durch Entgeltumwandlung. Kosten und Rendite können je nach Vertrag stark variieren, weshalb eine genaue Prüfung der Konditionen wichtig ist, besonders bei rein arbeitnehmerfinanzierten Verträgen.
 

Wann lohnt sich eine Betriebsrente?

Lohnenswerte bAV-Verträge: Eine betriebliche Altersvorsorge lohnt sich für Arbeitnehmer in fast allen Fällen wirklich nur, wenn der Arbeitgeber mindestens 75 % der Beiträge zahlt. Individuelle Beratung: Lassen Sie Ihre bestehenden Verträge von unseren Experten gerne analysieren.

Wie viel bekommt eine Witwe von der Betriebsrente?

Die "große Betriebsrente für Witwen/Witwer" beträgt daher 60 Prozent bzw. 55 Prozent und die "kleine Betriebsrente für Witwen/Witwer" 25 Prozent der dem Verstorbenen zustehenden Betriebsrente.

Wann verliert man die Betriebsrente?

Der Anspruch auf Betriebsrente verjährt gestaffelt: Das Rentenstammrecht (der grundsätzliche Anspruch) verjährt erst nach 30 Jahren, während die einzelnen laufenden Zahlungen (z.B. monatliche Renten) nach drei Jahren verjähren (§ 195 BGB), wobei die Frist mit dem Schluss des Jahres beginnt, in dem der Anspruch entstanden ist. Wichtig ist auch die Unverfallbarkeit der Anwartschaft, die erfüllt sein muss, damit die Rente auch wirklich ausgezahlt wird (z.B. Mindestalter 21 Jahre und 3 Jahre Betriebszugehörigkeit nach dem 1.1.2018). 

Was geht alles von der Betriebsrente ab?

Von der Betriebsrente gehen Einkommensteuer und Sozialabgaben (Kranken- und Pflegeversicherung) ab, wobei es bei den Sozialversicherungen Freibeträge gibt, insbesondere einen für die Krankenversicherung (ca. 187,25 € in 2025) für gesetzlich Pflichtversicherte, aber keinen für die Pflegeversicherung, erklärt das YouTube-Video von @bAV-Profis und die Techniker Krankenkasse. Zusätzlich können Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer anfallen. Generell müssen 100 % der Betriebsrente versteuert werden, aber die Abzüge sind abhängig vom individuellen Einkommen und Steuersatz. 

Wird die Betriebsrente 2025 erhöht?

Die Betriebsrente wird 2025 durch das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz gestärkt, was zu mehr Förderung für Arbeitgeber (z.B. höherer Arbeitgeberzuschuss auf 360 €), höheren Einkommensgrenzen für Geringverdiener und einer Angleichung der Beitragsbemessungsgrenzen führt, während der Krankenkassen-Freibetrag auf 187,25 €/Monat steigt, was die Beiträge für Rentner senkt, aber eine allgemeine Erhöhung der Betriebsrenten hängt vom Arbeitgeber und den Gesetzen ab, die teils noch beschlossen werden müssen. 

Sind Betriebsrenten sicher?

Ja, Betriebsrenten sind grundsätzlich sicher, besonders durch den gesetzlichen Insolvenzschutz des Pensions-Sicherungs-Vereins (PSVaG) bei Arbeitgeberpleiten, aber die Sicherheit hängt vom Durchführungswege ab. Während direkte Zusagen und einige Modelle durch den PSVaG abgesichert sind, haben bei Direktversicherungen mit unwiderruflichem Bezugsrecht Arbeitnehmer einen direkten Anspruch gegen die Versicherung. Es ist wichtig, die eigenen Unterlagen zu prüfen und bei Unsicherheiten rechtzeitig Beratung zu suchen, da auch große Systeme bei einer großen Insolvenzwelle an Grenzen stoßen können. 

Wie viele Abzüge hat man bei der Betriebsrente?

Bei der Betriebsrente fallen Einkommensteuer (nach deinem persönlichen Satz) und Sozialabgaben (Kranken- und Pflegeversicherung) an, aber es gibt Freibeträge: Seit 2020 einen Freibetrag für die Krankenversicherung (187,25 € in 2025), der die ersten 100% der Rente betrifft, während die volle Summe steuerpflichtig ist. Grob kann man sagen, dass etwa ein Drittel der Betriebsrente durch Steuern und Abgaben verloren gehen kann, die genaue Höhe hängt aber von deinem Gesamteinkommen ab. 

Was ist besser, Betriebsrente monatlich oder Einmalzahlung?

Besser ist oft die monatliche Rente, da sie steuerlich günstiger ist und Lebenshaltungskosten sicherer deckt, während eine Einmalzahlung bei größeren Investitionen oder zur Schuldentilgung attraktiv sein kann, aber durch hohe Steuern (Progression) und Sozialabgaben stark schrumpfen kann. Die Entscheidung hängt stark von Ihrer persönlichen Situation, Ihrem Lebensstandard im Alter, Ihrem Gesundheitszustand und dem genauen Vertrag ab. 

Wer zahlt die Krankenversicherung bei Betriebsrente?

Bei der Betriebsrente zahlen Sie als Rentner die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung allein, da der Arbeitgeberanteil entfällt. Ab 2025 gilt jedoch ein Freibetrag: Für gesetzlich Pflichtversicherte bleiben die ersten 187,25 € der monatlichen Betriebsrente beitragsfrei (Änderung ab 2025), darüber hinaus werden Beiträge fällig. Privatversicherte müssen in der Regel keine zusätzlichen Beiträge zahlen, aber freiwillig gesetzlich Versicherte schon. 

Wie lange bekomme ich Betriebsrente von meinem verstorbenen Mann?

Abhängig vom Todesjahr gelten daher unterschied- liche Altersgrenzen. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, zahlen wir die kleine Betriebs rente für Witwen/Witwer. Diese Rente wird längstens für 24 Monate gezahlt.

Wie hoch darf die eigene Rente sein, damit die Witwenrente nicht gekürzt wird?

Damit Ihre eigene Rente die Witwenrente nicht kürzt, müssen Sie den Freibetrag beachten: Ab dem 1. Juli 2025 liegt dieser bei 1.076,86 € monatlich (brutto) für Arbeitseinkommen und kann sich mit Waisenkindern erhöhen. Nur das Nettoeinkommen, das diesen Freibetrag übersteigt, wird zu 40 % auf die Witwenrente angerechnet; höhere Einkommen werden ab dem Folgejahr stärker berücksichtigt, es gibt aber politische Absichten, die Regeln zu verbessern.
 

Was steht mir als Ehefrau zu, wenn mein Mann stirbt?

Wenn Ihr Mann stirbt, stehen Ihnen als Ehefrau die Witwenrente (groß oder klein), das Sterbevierteljahr (Sofortzahlung) und ein gesetzlicher Erbteil zu, der je nach Situation (Kinder, Zugewinngemeinschaft) variiert, wobei die Witwenrente meist 55 % der Partnerrente beträgt, nach den ersten drei Monaten aber eigenes Einkommen angerechnet wird. 

Welche Nachteile hat die Betriebsrente für den Arbeitgeber?

Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) für Arbeitgeber sind vor allem Verwaltungsaufwand, Kosten (z.B. durch gesetzliche Zuschusspflicht von min. 15%) und die Bindung an den Arbeitgeber (durch Unverfallbarkeitsfristen und mögliche Jobwechsel-Probleme), aber auch das Risiko bei Insolvenz (PSV-Grenzen). Moderne Modelle minimieren das Risiko, indem Arbeitgeber nur Beiträge zahlen und die Anlageentscheidung dem Arbeitnehmer überlassen, aber der Aufwand bleibt.
 

Ist es besser, eine Rente oder Ersparnisse zu haben?

Inflationsrisiko: Bargeldersparnisse können im Laufe der Zeit durch Inflation an realem Wert verlieren. Steuervorteile: Im Gegensatz zu Renten bieten Sparkonten nicht die gleichen Steuervorteile wie Renten . Zu den Nachteilen von Sparkonten zählen der Wertverlust durch Inflation und der Verlust der großzügigen Steuervorteile, die bei Rentenversicherungen gewährt werden.

Ist es sinnvoll, die Betriebsrente auszahlen zu lassen?

Die ausgezahlte Betriebsrente kann dazu beitragen, den bisherigen Lebensstandard im Rentenalter beibehalten zu können. Denn die gesetzliche Rente, die Rentner mit Beginn des Ruhestandes erhalten, ist meist wesentlich niedriger als das bisherige Gehalt. Man spricht dabei von der Rentenlücke.

Welche Nachteile hat es, die betriebliche Altersvorsorge privat weiterzuführen?

Die private Weiterführung einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nach einem Jobwechsel hat Nachteile wie den Verlust des Arbeitgeberzuschusses, mögliche höhere Kosten und schlechtere Konditionen (Garantiezinsen, Kollektivrabatte), die Komplexität der Übertragung und die fehlende Flexibilität, aber auch Vorteile wie den Erhalt der bisherigen Anwartschaften und steuerlichen Vorteile. Hauptkritikpunkte sind oft die nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter und die Kürzung von Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Elterngeld) während der Ansparphase durch die Entgeltumwandlung. 

Warum ist eine Betriebsrente wichtig für Arbeitgeber und Mitarbeiter?

Vorteile der Betriebsrente für Arbeitgeber: Der Rechtsanspruch des Mitarbeiters auf Gehaltsumwandlung wird erfüllt – mit oder ohne Arbeitgeberbeteiligung. Die Beiträge sind im Rahmen der Fördergrenzen von der Steuer und der Sozialversicherung befreit. Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen.

Welche Risiken gibt es bei der Altersvorsorge?

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