Welches Land hatte die schlimmste Inflation aller Zeiten?

Gefragt von: Alice Keßler-Großmann
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Das Land mit der schlimmsten Inflation aller Zeiten ist Ungarn in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (1945–1946), als die Preise sich täglich verdoppelten oder verdreifachten, was eine Hyperinflation mit astronomischen Zahlen (z.B. eine 100 Quintillionen Pengö-Note) zur Folge hatte, bis die Währung mit dem neuen Forint stabilisiert wurde, wobei auch das Deutsche Reich (Weimarer Republik, 1923) und Venezuela (jüngere Geschichte) extreme Fälle von Hyperinflation erlebten.

Welches Land hatte die größte Inflation?

Die höchste Inflation der Welt schwankt, aber Länder wie Simbabwe und Argentinien gehören regelmäßig zu den Spitzenreitern, mit Werten von über 100 % oder sogar mehreren Hundert Prozent, wie Simbabwes 736,1 % (2024) und Argentiniens 219,89 % (2024), während Ungarn 1945 die extremste Hyperinflation der Geschichte mit bis zu 40 Billiarden Prozent erlebte, als Preise sich alle 15 Stunden verdoppelten.
 

Welches Land hat die schlimmste Inflation in der Geschichte?

Österreich . Im Jahr 1922 erreichte die Inflation in Österreich 1.426 %. Von 1914 bis Januar 1923 stieg der Verbraucherpreisindex um das 11.836-fache, wobei die höchste Banknote einen Nennwert von 500.000 Kronen aufwies.

Welches Land hat die höchste Inflation in Europa?

Die Türkei verzeichnete laut neuesten Daten (Dezember 2025) mit 58,51 % die höchste Inflation in Europa, gefolgt von Russland (8,44 %) und der Ukraine (6,5 %), während innerhalb der EU-Staaten Rumänien oft an der Spitze stand, aber die Raten aktuell sinken. Die Zahlen variieren je nach Quelle und Zeitpunkt, aber die Türkei bleibt durchweg ein Ausreißer.
 

Welches Land hat die niedrigste Inflationsrate?

Afghanistan ist mit einer Inflationsrate von rund -4,26 Prozent gegenüber dem Vorjahr das Land mit der niedrigsten Inflationsrate weltweit im Jahr 2024. Die Statistik zeigt die 20 Länder mit der niedrigsten Inflationsrate im Jahr 2024.

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Welches Land hat die niedrigste Inflationsrate?

Weltweit stellt der Südsudan eine Ausnahme dar. Politische Instabilität und Gewalt haben das Wachstum und die Inflation gebremst; im Dezember lag die Inflation bei -11,6 %. Trotz einer schweren humanitären Krise weist das Land die niedrigste Inflationsrate weltweit auf.

Wann hatte Deutschland die höchste Inflationsrate?

Die höchste Inflation in Deutschland war die extreme Hyperinflation 1923 in der Weimarer Republik, mit monatlichen Raten von bis zu 29.525 %, als Preise astronomische Höhen erreichten (Brot kostete Milliarden Mark). Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hohe Inflationsraten in den 1970er Jahren (Ölkrisen), während die jüngste starke Teuerung in den Jahren 2022 (7,9 % Jahresdurchschnitt) und 2023 (5,9 % Jahresdurchschnitt) stattfand, angetrieben durch Energiepreise, was die höchsten Werte seit den frühen 90ern waren.
 

Wie viel waren 1000 € vor 20 Jahren wert?

1.000 Euro waren vor 20 Jahren (also um 2005) deutlich mehr wert, weil die Inflation die Kaufkraft gemindert hat; mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von rund 2 % pro Jahr entspricht 1.000 Euro heute nur noch etwa 660 bis 700 Euro Kaufkraft. Das bedeutet, um das zu kaufen, was Sie sich 2005 für 1.000 Euro leisten konnten, müssten Sie heute 1.300 bis 1.500 Euro ausgeben, da die Preise gestiegen sind. 

Welches Land hat Deflation?

Aktuell kämpft vor allem China als große Volkswirtschaft mit Deflationsdruck, da dort die Verbraucherpreise und Erzeugerpreise fallen, getrieben von einer schwachen Nachfrage, insbesondere nach der Immobilienkrise, was zu Preiskämpfen und Unsicherheit führt. Auch die Schweiz stand kürzlich an der Schwelle zur Deflation, da ihre Inflationsrate ins Negative rutschte. Japan hatte ebenfalls eine lange Deflationsphase, die aber tendenziell endet.
 

Wie hoch ist die Inflationsrate in China?

Die Inflationsrate in China betrug im Zeitraum von 1986 bis 2025 durchschnittlich 4,51 Prozent. Der Höchststand wurde im Februar 1989 mit 28,40 Prozent erreicht, während der niedrigste Wert im April 1999 bei -2,20 Prozent lag.

Wer ist schuld an der hohen Inflation?

Preissteigerungen können verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel die Verknappung bestimmter Güter oder Dienstleistungen. Wegen einer höheren Nachfrage erhöhen sich dann die Preise der Produkte. Preisanstiege bei Produktionsgütern und Rohstoffen werden von den Unternehmen in der Regel an die Verbraucher weitergegeben.

Wie viel kostete 1923 ein Ei?

1920 kostete in Deutschland ein Ei 0,75 Mark. Im Oktober 1923 musste man dann für ein Ei 1.900 Mio. Mark bezahlen (Frank und Bazydło, 2022): Deutschland wurde von einer Hyperinflation heimgesucht.

Wer war schuld an der Inflation 1923?

Zu den hintergründigen Ursachen der Hyperinflation zählten in erster Linie die Schulden, die das Deutsche Reich zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs aufgenommen hatte, sowie die im Versailler Vertrag von 1919 von den Siegermächten festgeschriebenen Reparationszahlungen, die die Weimarer Republik an die alliierten ...

Welche Währung hat die stärkste Inflation?

Die Jahresinflationsrate wurde mit 926 Prozent angegeben. Alleine von Ende Mai 2020 bis Anfang Juli 2020 hat der Simbabwe-Dollar gegenüber dem Euro von 27,755 für einen Euro auf 71,61975 zum Euro nachgegeben. Anfang April 2021 gestand die Regierung Simbabwes ein, dass der Simbabwe-Dollar eine gescheiterte Währung ist.

Was war die höchste Inflation jemals?

Im Oktober 1921 betrug der Wert noch ein Hundertstel und im Oktober 1922 noch ein Tausendstel. Im Juli 1923 musste man schon eine Million Mark für einen einzigen Dollar zahlen. Auf dem Höhepunkt der Krise im November 1923 entsprach der Kurs für einen US-Dollar 4,2 Billionen Mark.

Warum ist Deflation schlimmer als Inflation?

Deflation ist gefährlicher als Inflation, weil sie eine Abwärtsspirale auslöst: Erwartung fallender Preise führt zu geringerem Konsum und Investitionen, was die Nachfrage senkt und Unternehmen zwingt, Preise weiter zu senken, was zu Entlassungen, sinkenden Löhnen und einem Wirtschaftseinbruch führt (Deflationsspirale) – ein Teufelskreis, aus dem die Zentralbanken kaum herauskommen, da die realen Schuldenlast steigt und Investitionen ausbleiben.
 

Wann war die schlimmste Inflation in Deutschland?

Die höchste Inflation in Deutschland war die extreme Hyperinflation 1923 in der Weimarer Republik, mit monatlichen Raten von bis zu 29.525 %, als Preise astronomische Höhen erreichten (Brot kostete Milliarden Mark). Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hohe Inflationsraten in den 1970er Jahren (Ölkrisen), während die jüngste starke Teuerung in den Jahren 2022 (7,9 % Jahresdurchschnitt) und 2023 (5,9 % Jahresdurchschnitt) stattfand, angetrieben durch Energiepreise, was die höchsten Werte seit den frühen 90ern waren.
 

Wie viel sind 100.000 € in 10 Jahren Wert?

100.000 € sind in 10 Jahren nominal immer noch 100.000 €, aber durch die Inflation verliert Ihr Geld an Kaufkraft, also an realem Wert; bei einer durchschnittlichen Inflation von 2 % wären es nur noch ca. 81.700 € (Kaufkraftverlust), bei 4,5 % sogar nur rund 64.000 €. Der tatsächliche Wert hängt stark von der zukünftigen Inflationsrate ab, die Schwankungen unterliegt und den Wert Ihres Geldes mindert, es sei denn, Ihre Anlage übersteigt die Inflationsrate.
 

Wie teuer war ein Brot 1923?

Ein Brot kostete 1923 während der Hyperinflation in Deutschland zunächst noch moderate Beträge (z.B. 250 Mark im Januar), aber die Preise stiegen explosionsartig an, bis ein Kilo Brot im November 1923 schließlich 200 Milliarden oder sogar bis zu 840 Milliarden Mark kosten konnte, da die Währung praktisch wertlos wurde und Menschen das Geld in Schubkarren transportierten.
 

Wer ist der Gewinner der Inflation?

Gewinner der Inflation sind oft Schuldner (Staaten, Unternehmen, Privatpersonen), da ihre realen Schulden sinken, sowie Besitzer von Sachwerten (Immobilien, Rohstoffe) und bestimmte Unternehmen (z.B. Energie, Banken, Landwirtschaft), die höhere Preise durchsetzen können, während Arbeitnehmer und Rentner oft zu den Verlierern zählen. 

Was passiert bei einer Inflation mit meinem Bargeld?

Bei einer hohen Inflation wird Ihr Bargeld nicht weniger, Sie können sich allerdings von Ihrem Ersparten weniger kaufen als zuvor, weil die Preise für Waren steigen.

Welches Land hat die schlimmste Inflation?

Sinkende Inflation seit 2023

Die höchste Inflationsrate weltweit hat im Jahr 2024 Simbabwe mit rund 736,1 Prozent gehabt, gefolgt von Argentinien (219,9 Prozent), Sudan (176,8 Prozent) und Südsudan (128,4 Prozent).

In welchem Land ist die Inflation am niedrigsten?

Im Jahre 2023 reichte die Inflationsrate von −1,7 Prozent in Turkmenistan bis 667,4 Prozent in Simbabwe. Die durchschnittliche weltweite Inflationsrate lag bei 8,7 Prozent.