Wer muss die Friedhofsgebühren bezahlen?

Gefragt von: Herr Willy Kraus B.Eng.
sternezahl: 4.1/5 (26 sternebewertungen)

Friedhofsgebühren sind Teil der Bestattungskosten, die vorrangig vom Erbe des Verstorbenen beglichen werden müssen; wenn das Erbe nicht reicht, müssen die Erben mit eigenem Vermögen zahlen, ansonsten haften unterhaltspflichtige Angehörige in einer bestimmten Rangfolge (Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister), und wenn alle Stricke reißen, können die Kommunen (Sozialamt) die Kosten für eine einfache Bestattung übernehmen.

Wer muss Friedhofsgebühren zahlen?

Die Kostentragungspflicht liegt bei den Erben eines Verstorbenen. Das heißt: Bestattungspflichtige Personen müssen nur dann für die Beerdigungskosten aufkommen, wenn sie Erben des Verstorbenen sind.

Muss man für einen Friedhof eine jährliche Gebühr bezahlen?

Ein Friedhof erhebt in der Regel eine Instandhaltungsgebühr, um die Pflege der Gräber und des Geländes zu decken. Diese Gebühr, oft 5 % bis 15 % des Grabplatzpreises, wird zu den Kosten des Grabes oder der Grabstätte hinzugerechnet, wobei einige Friedhöfe die Familie stattdessen jährlich in Rechnung stellen .

Welche Kosten müssen Erben übernehmen?

Bei einer Erbschaft fallen Kosten durch die Erbschaftsteuer (abhängig von Freibeträgen und Steuerklassen), notarielle Gebühren (für Testamentseröffnung, Erbschein), mögliche Anwaltskosten, Kosten für die Nachlassverwaltung (Räumung, Entrümpelung) und eventuell weitere Ausgaben für die Abwicklung an, wobei Erbfallkostenpauschalen (z.B. 15.000 € für Bestattung) helfen können, aber z.B. Grabpflegekosten nicht absetzbar sind. Die Gesamtkosten sind stark vom Wert des Erbes und dem Verwandtschaftsgrad abhängig, da es unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze gibt. 

Wer muss die Grabpflegekosten in einer Erbengemeinschaft bezahlen?

Grundsätzlich gilt: Derjenige, ob Erbe, Angehöriger oder Bekannter, der mit der Gemeinde einen Nutzungsvertrag für die Grabstelle abschließt bzw. diejenige Person, die einen entsprechenden Grabpflegevertrag unterzeichnet, ist zivilrechtlich zur Zahlung der anfallenden Grabpflegekosten verpflichtet.

Funeral costs Funeral costs - who has to pay and who doesn't?

24 verwandte Fragen gefunden

Ist man als Erbe zur Grabpflege verpflichtet?

Daher muss auch nicht automatisch der Erbe diese Kosten tragen. Verantwortlich für die Pflege der Ruhestätte ist vielmehr der Eigentümer des Grabplatzes. Er ist der Nutzungsberechtigte. Gehört das Eigentum freilich zum Nachlass, ist auch der Erbe verantwortlich.

Welche Kosten muss die Erbengemeinschaft zahlen?

Eine Erbengemeinschaft verursacht Kosten für Nachlassverwaltung (z.B. Hauskosten, Grundsteuer), Erbschein, Notar (bei Teilungsvertrag, Immobilien), Gericht (bei Streitigkeiten) und eventuell Anwalt oder Gutachter, wobei diese Kosten meist aus dem Nachlass selbst gedeckt werden, bevor der Rest verteilt wird; bei Einigkeit können viele Kosten (z.B. durch direkte Auszahlung) vermieden werden, während Konflikte die Ausgaben stark erhöhen, bis hin zu Anwalts- und Gerichtskosten für die Auflösung. 

Sind Kosten für Grabpflege Nachlassverbindlichkeiten?

Der Bundesgerichtshof hat mit diesem Urteil nun abschließend entschieden, dass Grabpflegekosten keine Nachlassverbindlichkeiten im Sinne von § 1968 BGB darstellen, die beim Pflichtteilsanspruch mindernd in Abzug gebracht werden können.

Welches Kind muss die Beerdigung bezahlen?

Kinder sind generell verpflichtet, die Eltern zu bestatten. Hat das die Gemeinde übernommen, darf sie die Kosten zurückverlangen. Das gilt unabhängig davon, wie zerrüttet das familiäre Verhältnis war. Kinder müssen für Kosten der Beerdigung ihrer Eltern aufkommen.

Welche Kosten dürfen von der Erbmasse abgezogen werden?

Von der Erbmasse können die Nachlassverbindlichkeiten (Schulden, Darlehen, Steuerschulden) und die Kosten der Bestattung (inkl. Grabpflege, Trauerkleidung, Todesanzeigen) abgezogen werden, was die Bemessungsgrundlage für die Erbschaftsteuer mindert, ebenso wie Ansprüche des Ehepartners (Zugewinnausgleich). Auch Kosten für die Nachlassregelung (Erbschein, Notar, Anwalt bei Erbauseinandersetzung) sind abzugsfähig, nicht jedoch Vermächtnisse. 

Wie oft muss man Friedhofsgebühren bezahlen?

Friedhofsgebühren werden in der Regel als Einmalzahlung zu Beginn der Nutzungszeitraumes des Grabes erhoben.

Was ist eine Friedhofsunterhaltungsgebühr?

Friedhofsunterhaltungsgebühren sollen die allgemeinen laufenden Unterhaltungs- und Verwaltungskosten decken, so dass der Friedhof auf Dauer seinen Zweck erfüllen kann.

Welche Gebühren fallen für die Bestattung auf dem Friedhof Stoffeln an?

Welche Gebühren fallen auf dem Friedhof Stoffeln an? Die Preise für Grabstätten auf dem Friedhof Stoffeln variieren je nach Art der Bestattung, z.B. 2.258 € für eine Urnen-Wahlgrabstätte oder 3.024 € für eine Sarg-Wahlgrabstätte. Weitere Bestattungskosten ab 1.900 € kommen hinzu.

Wer bestimmt Friedhofsgebühren?

Der sogenannte "Nutzungsberechtigte" ist für die Zahlung der Friedhofsgebühren verantwortlich. Das ist in der Regel das Familienmitglied, welches das Grab erwirbt. Üblicherweise beträgt die Liege- und Nutzungszeit 20 bis 30 Jahre. Dahingegen sind es bei Kindergräbern in der Regel 5-10 Jahre.

Wann verjähren Friedhofsgebühren?

Dies ist in § 199 BGB festgelegt. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt gemäß § 195 BGB drei Jahre.

Kann ich die Beerdigungskosten verweigern?

Nein, man kann die Beerdigungskosten nicht einfach ausschlagen, selbst wenn man das Erbe ausschlägt; die gesetzliche Pflicht zur Bestattung bleibt bei den nächsten Angehörigen (Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister) bestehen, die dann die Kosten tragen müssen, falls der Nachlass nicht ausreicht, es sei denn, sie können eine Sozialbestattung beantragen oder ihre Unzumutbarkeit nachweisen. Das Erbe auszuschlagen befreit nicht automatisch von der Bestattungspflicht, da diese eine eigene gesetzliche Verpflichtung darstellt, die primär vom Nachlass, dann von den Angehörigen und schließlich vom Staat getragen wird. 

Was passiert, wenn du deine eigene Beerdigung nicht bezahlen kannst?

Wenn Sie Ihre eigene Beerdigung nicht bezahlen können, werden die Kosten in Deutschland in der Regel durch eine Sozialbestattung gedeckt, wenn Sie vorab keine Vorsorge getroffen haben und die Erben die Kosten nicht tragen können; das Sozialamt übernimmt die „erforderlichen“ Kosten einer einfachen Bestattung nach einem Antrag durch die verpflichteten Angehörigen. Falls kein Erbe vorhanden ist oder das Erbe ausgeschlagen wird, springt der Staat ein, indem er die Beerdigung organisiert und die Kosten trägt. 

Wann muss ich die Beerdigung meiner Mutter nicht bezahlen?

In erster Linie muss der Erbe für die Beerdigungskosten aufkommen – je nach Testament oder gesetzlicher Erbfolge. Ist dies nicht möglich, treten andere Angehörige an dessen Stelle. Wer das Erbe ausschlägt oder seine Zahlungsunfähigkeit nachweist, muss als Erbe erst einmal keine Bestattungskosten tragen.

Sind Geschwister verpflichtet, die Beerdigung zu zahlen?

Ja, Geschwister können zur Zahlung der Beerdigungskosten verpflichtet sein, aber erst in nachrangiger Rolle, wenn Ehepartner, Kinder oder Eltern nicht zahlen können oder nicht vorhanden sind, und sie werden als Gesamtschuldner herangezogen, was bedeutet, dass die Stadt oder der Bestatter einen von ihnen für die gesamten Kosten in Anspruch nehmen kann, der dann versuchen muss, die anderen zur Erstattung heranzuziehen. Es hängt stark von der gesetzlichen Rangfolge der Bestattungspflicht ab, die in den Bundesländern geregelt wird, und wenn der Nachlass nicht ausreicht, können sie herangezogen werden, es sei denn, es gibt Härtefälle. 

Sind Erben zur Grabpflege verpflichtet?

Nimmt der Erbnehmer das Erbe an, so geht mit der Annahme des Erbes auch die rechtliche Verpflichtung zur Grabpflege einher. Der Erbe ist in diesem Fall zu der Grabpflege verpflichtet und trägt auch die rechtliche Verantwortung hierfür.

Welche Beerdigungskosten fallen in die Nachlassverbindlichkeiten?

10 Beerdigungskosten

Beerdigungskosten gehören zu den Nachlassverbindlichkeiten. Die Kosten einer standesgemäßen Beerdigung zählen zu den Erbfallschulden. Die Grabpflegekosten sind jedoch keine Nachlassverbindlichkeiten i.S.v. § 1968 BGB.

Welche Kosten können vom Pflichtteil abgezogen werden?

Vom Pflichtteil können alle Schulden und Verbindlichkeiten des Erblassers vor seinem Tod (z.B. Kredite, Rechnungen, Steuerschulden) sowie Kosten, die durch den Erbfall selbst entstehen, abgezogen werden, wie Bestattungskosten, Kosten der Nachlassverwaltung oder gerichtliche Kosten im Zusammenhang mit dem Erbe, um den Netto-Nachlasswert zu ermitteln, der die Basis für die Pflichtteilsberechnung darstellt. Nicht abzugsfähig sind dagegen Vermächtnisse, Erbschaftsteuer oder Auflagen. 

Welche Rechnungen müssen in einer Erbengemeinschaft bezahlt werden?

Rechnungen, die mit einem Erbe einhergehen, müssen gemeinschaftlich von den Miterben bezahlt werden. Es besteht die Pflicht aller Teile einer Erbengemeinschaft sich zu finanziell an den Kosten zu beteiligen.

Wann muss man Geschwister nicht auszahlen?

Wann muss man Geschwister nicht auszahlen? Geschwister müssen dann nicht ausgezahlt werden, wenn sie im Testament durch den Erblasser enterbt wurden oder einen Pflichtteilsverzicht vereinbart haben. Ein solcher Pflichtteilsverzicht wird oft bereits zu Lebzeiten durch eine notarielle Vereinbarung geregelt.

Welche Nachteile hat eine Erbengemeinschaft?

Die Nachteile einer Erbengemeinschaft

In einer Erbengemeinschaft haften alle Erben solidarisch für die Schulden des Verstorbenen. Gläubiger können also einen einzelnen Erben belangen, der dann wiederum auf seine Miterben zurückgreift.