Werden Kredite bei Unterhalt berücksichtigt?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Ricarda Kurz B.A.
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Ja, Kredite können beim Unterhalt berücksichtigt werden, aber nur bestimmte und nicht pauschal; es kommt auf Art, Zeitpunkt und Zweck des Kredits an, ob und wie viel davon (Zinsen, Tilgung) das bereinigte Nettoeinkommen mindert, wobei berufliche Kredite (z.B. Auto für Arbeit) und notwendige Konsumkredite oft anerkannt werden, Luxus- oder nachträglich aufgenommene Schulden jedoch nicht.

Wird ein Kredit beim Unterhalt berücksichtigt?

Kredite werden nicht direkt vom Unterhalt abgezogen. Die monatlichen Ratenzahlungen können lediglich das bei der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigende Nettoeinkommen mindern. Allerdings stellen auch nicht alle Kredite automatisch berücksichtigungsfähige Schulden dar. Für Kindesunterhalt gelten bspw.

Was reduziert den Kindesunterhalt?

Kindesunterhalt wird reduziert, wenn das Kind eigenes Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung) hat, der Unterhaltspflichtige hohe berufsbedingte Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel) hat, er sich erheblich an der Betreuung beteiligt (nur bei Minderjährigen), oder wenn das Einkommen des Zahlenden grundsätzlich zu niedrig ist, um den vollen Betrag zu decken (nach Abzug von Selbstbehalt und Einkommensminderungen). Wichtig sind auch Abzüge für berufsbedingte Aufwendungen (Pauschale oder Einzelnachweis) und anrechenbare Schulden.
 

Werden Kredite bei Alimenten berücksichtigt?

Die finanzielle Belastbarkeitsgrenze des Unterhaltspflichtigen: Bei der Berechnung des Unterhalts werden üblicherweise keine Kredite oder andere finanzielle Verpflichtungen des Unterhaltspflichtigen berücksichtigt.

Welche Schulden kann ich vom Kindesunterhalt abziehen?

Bei der Berechnung des Kindesunterhalts werden nicht alle Schulden des unterhaltspflichtigen Elternteils berücksichtigt. Grundsätzlich gilt, dass nur notwendige und unvermeidbare Schulden abgezogen werden können, um das unterhaltsrelevante Einkommen zu ermitteln.

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Haben Schulden Einfluss auf Unterhalt?

Beim Kindesunterhalt darf der Schuldenabzug aber nicht dazu führen, dass der Mindestunterhalt unterschritten würde, also der unterste Betrag der Düsseldorfer Tabelle. Anders ausgedrückt: Dieser Mindestunterhalt muss auf jeden Fall gezahlt werden, egal wie hoch die Schulden sind.

Was darf der Vater vom Unterhalt abziehen?

Abzugsfähig sind z.B.: Arbeitskleidung, Arbeitsmittel, Beiträge zu Berufsverbänden, vom Arbeitgeber nicht erstattete Fahrtkosten (0,42 Euro pro gefahrenem Kilometer hin und zurück, bei mehr als 30 Kilometern einfache Strecke 0,28 Euro für die Mehrkilometer), Gewerkschaftsbeiträge.

Wird ein Kredit als Einkommen angerechnet?

Bürgergeld Anrechnung: Kredit ist kein Einkommen. Das Bundessozialgericht hat unter dem Aktenzeichen B 4 AS 30/20 R entschieden, dass privat aufgenommene Darlehen von Bürgergeld-Empfängern nicht als Einkommen angerechnet werden dürfen.

Wird ein Autokredit beim Kindesunterhalt angerechnet?

Das OLG Brandenburg hat hierzu am 12.6.2020 eine Entscheidung verkündet (Az 9 UF 166/19, veröffentlicht in NJW Spezial 2021, 3) und folgendes ausgeführt: Pkw-Finanzierungskosten sind nicht – zusätzlich – zu berücksichtigen.

Was reduziert Alimente?

Betreut der Unterhaltspflichtige sein Kind im Schnitt mehr als einen Tag pro Woche, so darf er den Kindesunterhalt laut Rechtspraxis um 10 Prozent für jeden Tag reduzieren. Und das, obwohl die Kosten für das Kind, wie zum Beispiel Kindergarten, Hort, Freizeit, Kleidung, Schulmaterialien etc.

Wann zahlt Vater weniger Unterhalt?

Elternteile, die sich mehr als 29 und weniger als 50 Prozent an der Betreuung beteiligen, sollen finanziell entlastet werden. Derzeit müssen diese Elternteile dem Ministerium zufolge den vollen Unterhalt mit nur sehr geringen Abschlägen zahlen.

Was sollen Alimente abdecken?

Den sogenannten Naturalunterhalt leistet das betreuende Elternteil, bei dem das Kind wohnt. Laut Gesetz sind die Alimente für das Kindeswohl zu nutzen und zur Deckung der Kosten für Nahrung, Kleidung, Bildung, Wohnen, Urlaub, sowie Kultur- und Freizeitaktivitäten zu verwenden.

Wie viel Kindesunterhalt bei 3000 € netto?

Bei 3.000 € Nettoeinkommen liegt der Unterhaltsbedarf je nach Alter des Kindes laut Düsseldorfer Tabelle 2025 zwischen ca. 555 € (0-5 Jahre) und 797 € (ab 18) vor Abzug des Kindergeldes; nach Abzug des Kindergeldes (255 €) sind das grob 300 € bis über 500 €, wobei die genaue Höhe vom Alter abhängt und oft der Zahlbetrag (bedarf minus Kindergeld) maßgeblich ist, der sich nach den konkreten Einkommensgruppen und der Kinderzahl richtet.
 

Ist ein Bankkredit eine Ausgabe oder eine Einnahme?

Ein Darlehen gilt nicht als Einnahme, da das Unternehmen den Betrag voraussichtlich im Laufe der Zeit an den Gläubiger zurückzahlen wird. Es wird daher nur in der Bilanz ausgewiesen. Zinsen, die während des Zeitraums auf das Darlehen anfallen oder gezahlt werden, erscheinen jedoch als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Wann darf der Vater den Kindesunterhalt kürzen?

Ein Vater darf Kindesunterhalt nicht einfach eigenmächtig kürzen, sondern nur unter strengen Voraussetzungen und meist nur nach gerichtlicher Anpassung eines Titels, z.B. wenn sich das Kind für längere Zeit (mehr als ca. 10 Tage/Monat) beim umgangsberechtigten Elternteil aufhält (reduzierter Barunterhalt), das eigene Einkommen unter den Selbstbehalt fällt, das Kind eigene Einkünfte hat oder sich ein sittliches Verschulden des Kindes ergibt (z.B. Sucht). Ohne gerichtliche Abänderung drohen Zwangsvollstreckungen, auch wenn der Unterhaltspflichtige weniger verdient.
 

Was wird bei Unterhaltszahlungen berücksichtigt?

Beim Unterhalt werden vom Bruttoeinkommen Steuern, Sozialabgaben, berufsbedingte Kosten (Werbungskosten) und ggf. Wohnwert einer selbstgenutzten Immobilie abgezogen, um das bereinigte Nettoeinkommen zu ermitteln; auch Kindergeld (bei Minderjährigen hälftig, bei Volljährigen ganz) und eigene Einkünfte des Kindes werden angerechnet, wohingegen Kosten für Kinderbetreuung oder Kredite teilweise berücksichtigt werden können.
 

Wie kann man den Kindesunterhalt verringern?

Um den Kindesunterhalt zu verringern, müssen Sie eine Abänderungsklage beim Familiengericht einreichen, wenn sich Ihre Einkommensverhältnisse wesentlich geändert haben, und können Ihr unterhaltsrelevantes Einkommen durch bestimmte berufsbedingte Ausgaben (Fahrtkosten, Arbeitsmittel) oder Altersvorsorge (Riester, BU-Versicherung) mindern, die von der Einkommensberechnung abgezogen werden können. Auch das Wechselmodell (hälftige Betreuung) kann die Zahlungspflicht reduzieren.
 

Welche Darlehen werden beim Kindesunterhalt berücksichtigt?

Zu den berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten gehören auch Immobilienkredite, mit denen der unterhaltspflichtige Elternteil ein Eigenheim oder eine selbst genutzte Eigentumswohnung finanziert hat. Auch Immobilienkredite reduzieren das unterhaltsrelevante bereinigte Nettoeinkommen.

Darf ein Kreditgeber fragen, ob Sie Kindesunterhalt zahlen?

Grundsätzlich nur dann, wenn Sie möchten, dass der Kreditgeber diese Zahlungen bei Ihrer Kreditanfrage berücksichtigt. Ein Kreditgeber oder Kreditvermittler kann fragen, ob die in Ihrem Antrag angegebenen Einkünfte aus Unterhaltszahlungen, Kindesunterhalt oder Trennungsunterhalt stammen.

Zählt die Rückzahlung eines Kredits als Einkommen?

Nein, ein Privatkredit gilt im Allgemeinen nicht als steuerpflichtiges Einkommen, da es sich um eine Schuld handelt, die zurückgezahlt werden muss. Auch wenn Sie den gesamten Betrag auf einmal erhalten, wird er nicht als Einkommen betrachtet, solange Sie ihn vereinbarungsgemäß zurückzahlen.

Sind Kredite Einnahmen?

Ein Darlehen wirkt sich nicht auf das zu versteuernde Einkommen aus. Aus diesem Grund können Tilgungsbeiträge bei der Rückzahlung grundsätzlich nicht steuerlich geltend gemacht werden. Sie stellen keine Einnahme dar und sind daher auch keine Ausgabe.

Wird der Hauskredit bei Kindesunterhalt berücksichtigt?

Ja, Hauskredite (Zins und Tilgung) werden beim Kindesunterhalt berücksichtigt, aber nur bis zur Höhe des „Wohnvorteils“ des unterhaltspflichtigen Elternteils, der durch das selbstgenutzte Eigenheim entsteht, um eine doppelte Berücksichtigung zu vermeiden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass diese Zahlungen das Einkommen mindern dürfen, aber der Mindestunterhalt für das Kind immer gewährleistet sein muss. Kredite, die erst nach der Trennung aufgenommen wurden, sind schwieriger abzugsfähig, es sei denn, sie waren unvermeidbar. 

Werden Schulden bei Unterhaltszahlungen berücksichtigt?

Ja, Schulden werden bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt, indem sie das bereinigte Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen mindern, was zu einem niedrigeren Unterhaltsbetrag führt; abzugsfähig sind vor allem eheliche oder vor der Ehe entstandene, notwendige Schulden, die den Lebensstandard prägten (z.B. Immobilienkredite), nicht aber leichtfertig nach der Trennung aufgenommene oder geringfügige Raten. Die monatlichen Raten werden als Verbindlichkeiten vom Einkommen abgezogen, bevor der Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle ermittelt wird. 

Was mindert Unterhaltszahlungen?

Unterhalt wird durch berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), eigene Einkünfte der unterhaltsberechtigten Person (bes. bei volljährigen Kindern/Partnern) sowie durch abzugsfähige Verbindlichkeiten (Kredite) und Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gemindert, wobei auch erweiterter Umgang mit dem Kind oder ein Wohnvorteil (mietfreies Eigenheim) eine Rolle spielen können, was das bereinigte Nettoeinkommen senkt. 

Für was muss der Vater außer Unterhalt noch zahlen?

Über den regulären Unterhaltsbedarf hinaus besteht die Möglichkeit Sonderbedarf von dem Unterhaltsschuldner zu verlangen. Dies beinhaltet beispielsweise Zahlungen für Arztrechnungen, allergiebedingte Einrichtung oder Klassenfahrten.