Wie alt muss man werden, damit sich Riester lohnt?

Gefragt von: Gerald Frank
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Damit sich eine Riester-Rente lohnt, muss man statistisch gesehen oft ein hohes Alter erreichen, um die eingezahlten Beiträge und Zulagen wieder „herauszubekommen“ – je nach Vertrag und Förderhöhe kann das bis zu einem Alter von etwa 90 oder sogar 100 Jahren dauern, wenn man nur das Guthaben betrachtet. Besonders für Familien mit Kindern durch die Kinderzulagen oder Berufseinsteiger (200 € Bonus) lohnt es sich früher, da sie mehr Förderung erhalten, während Kinderlose oft länger warten müssen, bis sich die geringere Grundzulage auszahlt.

Wie lange muss man leben, damit sich Riester lohnt?

Ob sich ein Riester-Vertrag lohnt, hängt von Deiner Lebenserwartung ab. Durchschnittlich musst Du rund 78 Jahre alt werden, damit Du mehr herausbekommst, als Du eingezahlt hast. Familien mit Kindern schaffen das oft schon früher, Gutverdiener brauchen meist länger.

Für wen lohnt sich Riester noch?

Die Riester-Rente lohnt sich besonders für Familien mit Kindern und Geringverdiener, da sie hohe staatliche Zulagen (Grundzulage von 175 € + Kinderzulagen bis 300 € pro Kind) erhalten, die einen großen Teil der Beiträge decken können, sowie für gutverdienende Singles und Paare, die von den steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge profitieren. Auch Arbeitslose, Beamte, landwirtschaftlich Beschäftigte und Personen mit Erwerbsminderungsrente können förderberechtigt sein, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. 

Wann lohnt es sich, Riester beitragsfrei zu stellen?

Wann ist es sinnvoll, Deine Riester-Rente beitragsfrei zu stellen? Wenn Du mit Deinem Riestervertrag unzufrieden bist, ist es sinnvoll, ihn beitragsfrei zu stellen. Zum Beispiel, wenn die Kosten zu hoch oder die Zinsen beziehungsweise die Rendite zu gering sind.

Wann rentiert sich eine Riester-Rente?

Riester lohnt sich, wenn Sie staatliche Zulagen (Grund- & Kinderzulagen) maximal ausschöpfen, was besonders für Familien mit Kindern und Geringverdiener attraktiv ist. Auch Berufseinsteiger unter 25 und Gutverdiener profitieren durch den Steuervorteil und die volle Förderung, wenn sie die 4%-Hürde knacken. Entscheidend ist, dass die Förderung die oft geringen Zinsen überkompensiert, aber man muss auch länger leben, damit sich der Vertrag rechnet (oft über 78 Jahre). 

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Warum macht Riester keinen Sinn?

Die Aussage „Riester-Rente lohnt sich nicht“ ist pauschal falsch, aber die Kritik ist berechtigt: Für viele ist die Riester-Rente wegen hoher Kosten, geringer Renditen (wegen der Garantien) und komplizierter Regeln unattraktiv, vor allem bei Neuverträgen; doch sie kann sich lohnen, wenn man Zulagen und Steuervorteile optimal nutzt (z.B. bei mittleren bis hohen Einkommen und Bedarf an Absicherung). Ob sich Riester lohnt, hängt stark von der individuellen Situation ab, wobei Verbraucherschützer oft zu Alternativen wie betrieblicher Altersvorsorge oder ETFs raten.
 

Sind die letzten 5 Jahre für die Rente wichtig?

Nein, die letzten 5 Jahre vor der Rente sind mathematisch nicht entscheidender als andere Jahre, da jedes Beitragsjahr gleich gewertet wird. Allerdings sind sie praktisch sehr wichtig, weil dort oft das höchste Einkommen erzielt wird, wodurch Rentenpunkte maximiert werden, und weil man hier noch die Möglichkeit hat, Lücken zu schließen, Steuern zu optimieren und die finanzielle Planung für den Ruhestand anzupassen. 

Wie viel sollte man in die Riester-Rente einzahlen?

Um die volle staatliche Förderung der Riester-Rente zu erhalten, müssen Sie mindestens 4 % Ihres rentenversicherungspflichtigen Brutto-Jahreseinkommens aus dem Vorjahr einzahlen, wobei dieser Betrag durch die staatlichen Zulagen (Grundzulage, Kinderzulage) reduziert wird und maximal 2.100 € pro Jahr betragen darf. Der Mindesteigenbeitrag liegt immer bei 60 € im Jahr (5 €/Monat), falls 4 % Ihres Einkommens weniger ergeben würden; weniger als dieser Betrag zahlt sich nicht aus, da sonst die Zulagen gekürzt werden. 

Sollte man seine Riester-Rente kündigen?

Nein, eine Kündigung der Riester-Rente ist in den allermeisten Fällen nicht sinnvoll, da Sie erhebliche finanzielle Verluste erleiden: Sie müssen alle erhaltenen staatlichen Zulagen und die Steuervorteile komplett zurückzahlen, oft bleiben am Ende sogar weniger übrig als eingezahlt, da auch Kosten und Erträge versteuert werden müssen. Bessere Alternativen sind Beitragsfreistellung (Vertrag ruhen lassen), um Förderung zu erhalten, oder ein Anbieterwechsel, wenn Sie unzufrieden sind, aber die Förderung behalten wollen. 

Was bleibt von Riester übrig?

Von der Riester-Rente bleibt am Ende eine lebenslange Rente übrig, von der Sie sich zu Beginn 30 % als Einmalzahlung auszahlen lassen können, aber der Rest wird besteuert. Die Auszahlungen werden nachgelagert besteuert, also im Alter versteuert, aber Sie müssen die staatlichen Zulagen zurückzahlen, wenn Sie vorzeitig kündigen oder das Kapital vor Rentenbeginn entnehmen (außer bei bestimmten Wohnzwecken). Bei einer Kündigung geht ein erheblicher Teil verloren, da Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen, der sogenannte Rückkaufswert ist deutlich niedriger als das gesamte Guthaben. 

Warum scheiterte die Riester-Rente?

Die Riester-Rente gilt als gescheitert, weil sie zu hohe Kosten und intransparente Verträge hatte, was zu geringen Renditen führte, die oft kaum die Inflation ausglichen und das angelegte Kapital aufzehrten. Zudem machten die komplizierten Regeln, hohe Gebühren und die Zinsgarantie die Produkte unattraktiv, weshalb viele Verträge gekündigt wurden oder nicht die gewünschte Wirkung erzielen. 

Wie lange zahlt man in die Riesterte ein?

Dem Riester-Sparer wird vom Anbieter des Riester-Produkts zugesagt, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen zur Verfügung stehen. Die Riester-Rente wird Ihnen lebenslang gezahlt.

Was spricht gegen die Riester-Rente?

Die Nachteile der Riester-Rente als Altersvorsorge im Überblick: Beitragsgarantie immer schwieriger für Riester-Anbieter. Nachgelagerte Besteuerung der Rente. Eingeschränkte Vererbbarkeit.

Ist eine Riester-Rente heute noch sinnvoll?

Wenn Sie gut verdienen, lohnt sich eine Riester-Rente besonders für Sie. Für die volle Riester-Zulage zahlen Sie höhere Sparbeiträge ein (4 Prozent aus dem Einkommen des Vorjahrs, begrenzt auf 2.100 Euro, abzüglich eventueller Zulagen). Dies wirkt sich aber auch positiv auf Ihren Steuervorteil aus.

Wie viel Geld sollte man mit 60 gespart haben?

Mit 60 Jahren sollten Sie idealerweise das 8- bis 10-fache Ihres jährlichen Nettoeinkommens angespart haben, was bei 40.000 € Jahresnetto etwa 320.000 € bis 400.000 € bedeutet; alternativ rechnen einige Experten mit dem 7-fachen des Jahreseinkommens oder konkreten Summen wie ca. 280.000 € für einen bestimmten Lebensstandard, wobei die tatsächliche Summe stark von individuellen Faktoren wie Lebensstil, Immobilienbesitz und Rentenansprüchen abhängt. 

Wie viele Rentner verdienen über 3000 € netto?

Nur ein sehr kleiner Teil der Rentner in Deutschland erreicht eine Rente von 3000 Euro netto, da dies eine sehr hohe Bruttorente erfordert (oft über 3500 €), wobei die Nettobeträge je nach individuellen Abzügen (Krankenkasse, Pflegeversicherung) variieren und es kaum Frauen schaffen, während die Zahl der männlichen Rentner in diesem Bereich deutlich höher liegt, mit nur einigen Tausend Personen insgesamt in diesem oberen Segment. 

Wann sollte man sich die Riester-Rente auszahlen lassen?

Die Riester-Rente wird normalerweise mit dem gesetzlichen Renteneintrittsalter ausgezahlt, aber frühestens ab 62 Jahren (bei Verträgen vor 2012 ab 60 Jahren) und kann flexibel als lebenslange Rente oder teilweise als Einmalbetrag (bis 30%) erfolgen, wobei der genaue Zeitpunkt vertraglich festgelegt ist und oft mit dem Bezug der gesetzlichen Rente zusammenfällt, aber unabhängig davon starten kann, um das angesparte Kapital zu nutzen. 

Welche Nachteile hat es, die Riester-Rente beitragsfrei zu stellen?

Nachteile der Beitragsfreistellung einer Riester-Rente sind der Wegfall zukünftiger staatlicher Zulagen (Grund- und Kinderzulage) sowie steuerlicher Vorteile, da Sie weiterhin Kosten tragen müssen, die das Guthaben schmälern, ohne neue Förderung zu erhalten. Ihr Rentenanspruch bleibt zwar erhalten, aber ohne neue Einzahlungen wird das Vermögen durch Gebühren reduziert, und bei einer Kündigung müssten Sie bereits erhaltene Zulagen zurückzahlen, was die Freistellung meist besser macht als eine Kündigung. 

Wie viel Geld bekomme ich zurück, wenn ich meine Riester-Rente kündige?

Eine Auszahlung der Riester-Rente bei Kündigung ist möglich, aber mit hohen Verlusten verbunden, da alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen und der sogenannte Rückkaufswert meist deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Sie erhalten nur den Restbetrag nach Abzug von Kosten und der Rückforderung von Förderung, was oft zu finanziellen Einbußen führt und in manchen Fällen sogar dazu, dass Sie mehr zurückzahlen müssen, als Sie erhalten. 

Wie alt muss man werden, damit Riester sich lohnt?

Die rechnet sich oft nur, wenn man 95 Jahre und älter wird. Ein Riester-Vertrag muss auch Ihrem Bedarf entsprechen. Es gibt oft passendere Optionen, für das Alter vorzusorgen.

Wie viel muss ich für 1000 Euro Rente einzahlen?

Hier jedoch ein grober Richtwert: Um ab einem Alter von 40 Jahren bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren eine monatliche Rente von 1.000 EUR zu erhalten, müsste man ungefähr 500 EUR monatlich bei einer angenommenen Rendite von 3 Prozent jährlich einzahlen.

Was kostet es 3 Jahre früher in Rente?

3 Jahre früher in Rente kostet 10,8 Prozent der Rente

Ein Beispiel: Ein Mann erwartet eine reguläre Rente von 1.500 Euro pro Monat (vor Steuern). Bezieht er die Rente drei Jahre vorher, wird sie um 10,8 Prozent gekürzt, das ergibt 182 Euro. Statt 1.500 Euro erhält er lebenslang nur 1.318 Euro pro Monat.

Wie viele Rentenpunkte sollte man mit 40 Jahren haben?

Mit 40 Jahren gibt es keine starre Zahl an Rentenpunkten, aber als Orientierung gilt: Wer durchschnittlich verdient, hat nach ca. 20 Jahren (40 minus 20) um die 20 Rentenpunkte, wobei die Zahl je nach Einkommen schwankt – ein Eckrentner bei 40 Jahren Berufstätigkeit sammelt idealerweise 40 Punkte, also sollten Sie mit 40 Jahren ungefähr bei 20 Punkten liegen, wenn Sie konstant über die Hälfte Ihres Berufslebens verdient haben. Um eine sichere Rente zu gewährleisten, strebt man eher 40+ Punkte an, aber mit 40 sollte man gut im Rennen liegen. 

Kann ich mit 63 Jahren und 45 Arbeitsjahren in Rente gehen?

Abschlagsfreie Rente mit 63

Wer 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, gilt als "besonders langjährig versichert" und kann damit abschlagsfrei vor seiner Regelaltersgrenze in Rente gehen. Abschlagsfrei ist die Rente mit 63 allerdings nicht mehr möglich.

Was ändert sich 2026 in der Rente?

Wer 2026 in den Ruhestand geht, muss einen höheren Anteil seiner Rente versteuern. Ab Januar 2026 steigt der steuerpflichtige Rentenanteil von 83,5 auf 84 Prozent. Somit bleiben 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Bestandsrenten sind hiervon nicht betroffen.