Wie erhält der Patient das Geld von seiner privaten Krankenversicherung?

Gefragt von: Margot Hennig B.Eng.
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Der Patient erhält das Geld von seiner privaten Krankenversicherung (PKV) nach dem Kostenerstattungsprinzip: Der Arzt stellt die Rechnung direkt an den Patienten, der diese bezahlt und dann bei seiner PKV zur Erstattung einreicht. Die PKV prüft die Rechnung und erstattet den erstattungsfähigen Betrag gemäß dem vereinbarten Tarif, oft digital per App oder Post, wobei der Selbstbehalt abgezogen wird. Nach Erhalt der Erstattung zahlt der Patient den Arzt.

Wie funktioniert die Kostenerstattung in der privaten Krankenversicherung?

Die Kostenerstattung in der privaten Krankenversicherung (PKV) funktioniert nach dem Kostenerstattungsprinzip: Sie zahlen Arztrechnungen zunächst selbst (in Vorleistung treten), reichen diese dann bei Ihrer PKV ein (per App, Online-Portal, Mail oder Post) und erhalten das Geld gemäß Ihrem Tarif zurück, oft abzüglich Selbstbehalt; wichtig sind Fristen (3 Jahre) und die korrekte Einreichung der Rechnungen, die meist bis zum 3,5-fachen Satz erstattet werden.
 

Wann bekommt man Geld von der privaten Krankenversicherung?

Haben Sie die Rechnung eingereicht, prüft Ihre PKV, in welchem Umfang die Leistungen erstattungsfähig sind. Sobald der Versicherung alle notwendigen Unterlagen und Informationen vorliegen, muss sie Ihnen innerhalb eines Monats den entsprechenden Betrag überweisen.

Wer überweist eine private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung (PKV) wird hauptsächlich vom Versicherten selbst bezahlt, aber der Arbeitgeber beteiligt sich mit einem Zuschuss, der maximal der Hälfte des Beitrags entspricht (aber gedeckelt ist) und auch für Kinder gilt. Wenn Sie arbeitslos sind, übernimmt die Bundesagentur für Arbeit einen Teil, der dem Arbeitgeberzuschuss entspricht. Bei Selbstständigen trägt jeder die Beiträge komplett selbst, wobei die Höhe von Alter, Gesundheitszustand und Tarif abhängt. 

Wie funktioniert die private Krankenversicherung beim Arzt?

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist bei der privaten der Patient der Vertragspartner des Arztes. Der Versicherte erhält die Rechnung des Arztes und begleicht die Kosten. Erst danach erhält die Erstattung durch seine Krankenversicherung. Ein gewisser eigener "Verwaltungsaufwand" gehört also zur PKV.

The cost of private health insurance (2025)

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Wie erfolgt die Abrechnung bei Privatpatienten?

Die Abrechnung für Privatpatienten läuft nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), nicht nach dem EBM wie bei GKV-Patienten; der Arzt stellt eine Rechnung direkt an den Patienten, die nach der Behandlung bezahlt wird (oft mit höherem Spielraum als bei Kassenpatienten) und anschließend zur Erstattung bei der PKV eingereicht wird, was meist digital oder per Post möglich ist, wobei die PKV den Betrag dann erstattet. 

Was sind die Nachteile der privaten Krankenversicherung?

Nachteile der privaten Krankenversicherung

  • Beiträge im Alter: Es kann richtig teuer werden. ...
  • Gesundheitsprüfung: Wer Vorerkrankungen hat, zahlt mehr – oder kommt nicht rein. ...
  • Keine kostenlose Familienversicherung. ...
  • Wechsel zurück in die GKV ist fast unmöglich. ...
  • Private Pflegepflichtversicherung ist Pflicht.

Wie wird eine private Krankenversicherung bezahlt?

In der privaten Krankenversicherung (PKV) erfolgt die Erstattung nach dem Kostenerstattungsprinzip. Das bedeutet, dass Sie als Privatpatient nach einer Behandlung eine Rechnung vom Arzt erhalten und diese bei der Krankenversicherung einreichen.

Was kostet ein Arztbesuch als Privatpatient?

Wenn Sie also als GKV-Versicherter in eine Privatpraxis gehen, treten Sie als sogenannter „Selbstzahler“ auf. Die anfallenden Kosten zeigen wir Ihnen im Rahmen dieses Artikels noch detailliert auf. Bei einer einfachen Praxissprechstunde können Sie jedoch mit etwa 25 € bis 50 € an Kosten rechnen.

Welche Nachteile hat das Primärarztprinzip in der PKV?

Die Nachteile des Primärarztprinzips sind vor allem die eingeschränkte freie Arztwahl (erst zum Hausarzt, dann Überweisung nötig), was zu längeren Wegen und Zeitverzögerungen führen kann, sowie die geringere Flexibilität, besonders bei der Suche nach Zweitmeinungen oder im Ausland, was bei Nichterfüllung zu Erstattungskürzungen führen kann. Zudem besteht das Risiko, dass Hausärzte überlastet werden und die Qualität der Koordination hinterfragt werden kann, wenn der Hausarzt als „Gatekeeper“ agiert, statt eine sofortige Spezialistenkonsultation zu ermöglichen.
 

Wie bezahlen Privatpatienten ihre Rechnungen?

Privatversicherte Patientinnen und Patienten erhalten von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt eine Rechnung über die erbrachte medizinische Leistung. Der Rechnungsbetrag kann von der privaten Krankenkasse (teilweise) erstattet werden. Privatpatientinnen und Privatpatienten bezahlen die Leistung letztendlich also nicht selbst.

Warum müssen Privatpatienten in Vorkasse gehen?

Für die Kosten von Heil- und Hilfsmitteln müssen Privatpatienten immer in Vorleistung gehen. Denn die Gebühren sind direkt in der Apotheke bzw. dem Sanitätshaus zu begleichen. Für eine Kostenerstattung seitens des Versicherers ist es unerlässlich, den Beleg aufzubewahren und einzureichen.

Wann zahlt die private Krankenversicherung (PKV) nicht?

Häufige Ablehnungsgründe bei der PKV sind schwerwiegende Vorerkrankungen wie Krebs, HIV, insulinpflichtiger Diabetes, schwere Herz- oder Lungenerkrankungen sowie neurologische Leiden (MS, Parkinson) und Suchterkrankungen, die ein zu hohes Risiko darstellen. Auch psychische Erkrankungen (Depressionen, Essstörungen), chronische Leiden (Asthma, Morbus Crohn) und laufende Behandlungen können eine Ablehnung, Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse zur Folge haben. Auch das Verschweigen von Vorerkrankungen führt zu Problemen. 

Wie funktioniert die Abrechnung bei Patienten mit Kostenerstattung?

Das Abrechnungsmodell per Kostenerstattung

Behandelnde Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und -ärzte oder andere Leistungserbringer stellen Ihnen dann die Kosten der Behandlung privat in Rechnung. Diese zahlen Sie selbst. Anschließend können Sie sich dann einen Teil des Geldes von der Krankenkasse wieder zurückholen.

Wann bekommt man von der privaten Krankenkasse Geld zurück?

Das Wichtigste in Kürze. In der privaten Krankenversicherung (PKV) kannst du eine Beitragsrückerstattung erhalten, wenn du ein Jahr lang keine Rechnungen bei deinem Versicherer einreichst. Kleinere Rechnungen kannst du privat bezahlen und trotzdem eine Rückerstattung erhalten.

Warum zahlen Privatpatienten mehr als Kassenpatienten?

Privatpatienten zahlen mehr, weil Ärzte und Kliniken bei ihnen höhere Honorare abrechnen dürfen, die nicht durch Budgets begrenzt sind, was zu höheren Einnahmen führt, die auch die Lücke bei geringerer Vergütung von Kassenpatienten schließen. Das System der privaten Krankenversicherung (PKV) finanziert sich über einkommensabhängige Beiträge, die die tatsächlichen Kosten für teurere Behandlungen und den medizinischen Fortschritt decken müssen, während Kassenleistungen über die Sozialversicherungsbeiträge finanziert werden.
 

Was bekommt ein Hausarzt pro Privatpatient?

Laut KBV Honorarbericht verdienten Allgemeinmediziner und Internisten pro Behandlungsfall (also Patient pro Quartal) zwischen 55,51 Euro (Hamburg) und 70,46 Euro (Thüringen). Die gesamten Honorarumsätze pro Quartal betragen zwischen 45.213 Euro (Hamburg) und 70.457 Euro (Sachsen-Anhalt).

Wie läuft ein Arztbesuch ab, wenn man privat versichert ist?

Privatpatient haben Sie in der Arztpraxis einen anderen Status als gesetzlich Versicherte, denn Sie sind Vertragspartnerin bzw. Vertragspartner. Wenn Sie einen Arzttermin vereinbaren oder die Sprechstunde aufsuchen, schließen Sie automatisch einen Behandlungsvertrag ab.

Was sind Nachteile der privaten Krankenversicherung?

Zu den Nachteilen der privaten Krankenversicherung zählen insbesondere die folgenden: Jedes Familienmitglied muss einen eigenen Beitrag zahlen. Zum Vergleich: In der GKV sind Kinder kostenlos familienversichert. Vorerkrankungen können zu höheren Beiträgen oder Ausschlüssen führen.

Was passiert, wenn man die PKV nicht mehr bezahlen kann?

Wenn Sie Ihre PKV-Beiträge nicht mehr zahlen können, droht nicht sofort der komplette Verlust des Schutzes, sondern eine automatische Umstellung in den gesetzlich vorgeschriebenen Notlagentarif, der nur grundlegende Leistungen abdeckt und Sie in eine Schuldenfalle führen kann. Der Versicherer mahnt Sie vorher ab, aber bei Nichtzahlung wird in diesen Notlagentarif umgestellt, der nur Akutversorgung leistet; bei vollständiger Begleichung der Schulden können Sie in Ihren Ursprungstarif zurückkehren, oft ist ein Wechsel in die GKV bei Einkommensänderungen eine Alternative. 

Ist eine private Krankenversicherung für Ärzte sinnvoll?

Eine private Krankenversicherung (PKV) ist für Ärzte oft sinnvoll, da sie spezielle, günstigere Ärztetarife mit besseren Leistungen (z. B. Einbettzimmer, Chefarztbehandlung) und maßgeschneiderten Absicherungen bietet, die unabhängig vom Einkommen sind und auch Kinder einschließen. Der Wechsel ist für Angestellte möglich, sobald die jährliche Versicherungspflichtgrenze (2026 ca. 77.400 €) überschritten wird, wobei spezialisierte Versicherer wie Allianz, Barmenia, Continentale oder SDK spezielle Tarife für verschiedene Berufsphasen (Assistenzarzt, niedergelassen) anbieten.
 

Warum nehmen Ärzte lieber Privatpatienten?

Ärzte bevorzugen Privatpatienten hauptsächlich wegen höherer und unbegrenzter Einnahmen, da die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oft lukrativer ist als die Pauschalen der gesetzlichen Kassen (GKV). Dies ermöglicht Praxen, wirtschaftlich zu arbeiten, und führt zu weniger Bürokratie und mehr therapeutischer Freiheit, was wiederum schnellere Termine und intensivere Betreuung für Privatpatienten ermöglicht, um die Praxis stabil zu halten und die Versorgung für alle zu sichern.
 

Was ist im Alter besser, gesetzliche KV oder privat?

Im Alter lohnt sich die GKV eher bei geringer Rente und Familienversicherung, da Beiträge einkommensabhängig sind und die Familienversicherung erhalten bleibt. Die PKV ist vorteilhaft für Gutverdiener mit konstantem Einkommen, die bessere Leistungen, Beitragsstabilität durch Altersrückstellungen und Beihilfeansprüche (z.B. Beamte) schätzen; hier müssen jedoch Rücklagen für höhere Beiträge im Alter gebildet werden, da ein Wechsel zurück in die GKV oft schwierig ist. PKV-Beiträge sind nicht vom Einkommen abhängig, aber bilden durch Alterungsrückstellungen Puffer, um die Steigerungen zu dämpfen, was oft zu geringeren Durchschnittsbeiträgen als in der GKV führt, wenn frühzeitig vorgesorgt wird. 

Was kostet eine gute private Krankenversicherung im Monat?

Im Durchschnitt liegen die Kosten 2025 für eine PKV bei rund 623 Euro im Monat. Für Beamte sind es 256 Euro. 2026 soll der Beitrag bei etwa 617 Euro liegen. Für Gutverdiener kann die PKV günstiger sein als die gesetzliche Krankenkasse.