Wie hoch ist der Versorgungsausgleich nach 35 Ehejahren?

Gefragt von: Frau Dr. Anna-Maria Moritz
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Der Versorgungsausgleich nach 35 Ehejahren ist nicht pauschal in Euro bezifferbar, da er individuell anhand der während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften berechnet wird: Jeder Partner gibt die Hälfte seiner Rentenpunkte und Versorgungsanrechte (gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente etc.) an den anderen ab, sodass beide am Ende eigene Rentenansprüche haben; maximal können bis zu 35 Versicherungsjahre übertragen werden, was die Wartezeiten für eine vorgezogene Altersrente erfüllen kann.

Wie hoch ist der Versorgungsausgleich nach 35 Jahren Ehe?

Werden Ihnen z.B. nach 35jähriger Ehe durch den Versorgungsausgleich 14 EP zuerkannt, könnte Ihnen zusätzlich eine maximale Wartezeit von 14 EP : 0,0313 = 447,28 Versicherungsmonate = 37 Jahre und vier Monate gutgeschrieben werden.

Was steht mir bei einer Scheidung nach 30 Jahren zu?

Nach 30 Jahren Ehe stehen Ihnen bei einer Scheidung in Deutschland wichtige Ansprüche zu, vor allem im Bereich der Altersvorsorge durch den Versorgungsausgleich (gleiche Teilung der Rentenansprüche) und potenziell nachehelicher Unterhalt, wenn Sie ehebedingte Nachteile erlitten haben (z.B. durch Kinderbetreuung oder weil Sie weniger gearbeitet haben) – oft in Form von Aufstockungsunterhalt, der auch nach langer Ehe unbefristet sein kann, sowie ein Anspruch auf Zugewinnausgleich für das während der Ehe erworbene Vermögen. 

Wie kann ich den Versorgungsausgleich selbst berechnen?

Der Verfahrenswert für den Versorgungsausgleich wird zum einen vom dreifachen monatlichen Nettoeinkommen der Ehegatten und zum anderen von der Anzahl der Anrechte auf Altersversorgung bestimmt. Für jedes Anrecht werden 10 % des zusammengerechneten dreifachen monatlichen Nettoeinkommens berechnet.

Wie hoch ist der Rentenanspruch meiner Ehefrau nach der Scheidung?

Eine geschiedene Ehefrau hat bei einer Scheidung durch den sogenannten Versorgungsausgleich Anspruch auf die Hälfte der Rentenanwartschaften, die ihr Ex-Mann während der Ehezeit erworben hat, was zu einer Aufteilung der Rentenpunkte führt. Zudem kann unter bestimmten Voraussetzungen (Ehe vor 1977, Unterhalt bezogen, keine Wiederheirat, Mindestversicherungszeit erfüllt) eine Witwenrente (Hinterbliebenenrente) möglich sein, auch nach einer Scheidung, falls der Ex-Partner verstirbt. Es gibt auch die Option einer einmaligen Ausgleichszahlung statt der Teilung der Rente, was steuerliche Folgen hat. 

Versorgungsausgleich: Halbe Rente nach der Scheidung?

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Wann bekommt die geschiedene Frau den Versorgungsausgleich?

Die geschiedene Frau bekommt den Versorgungsausgleich, sobald die Scheidung rechtskräftig ist, aber die tatsächliche Auszahlung der Rente erfolgt erst mit dem Renteneintritt (also wenn die Voraussetzungen für den Rentenbezug erfüllt sind). Das Familiengericht regelt den Ausgleich automatisch im Scheidungsverfahren, indem es die Rentenanwartschaften aufteilt, die während der Ehezeit erworben wurden.
 

Wie hoch ist die Ausgleichszahlung bei Scheidung?

Die Höhe des Versorgungsausgleichs richtet sich nach dem jeweiligen Rentenanspruch beider Seiten. Es erfolgt aber keine monatliche Rentenzahlung als Geldwert, sondern beide Eheleute erhalten einen 50-50-Ausgleich der erworbenen Entgeltpunkte (Rentenpunkte).

Wie hoch ist der Ausgleichswert für die Rente bei einer Scheidung?

Der Ausgleichswert entspricht bei Anrechten der gesetzlichen Rentenversicherung genau der Hälfte des Ehezeitanteils. Darüber hinaus nennt der Rentenversicherungsträger dem Familien gericht in seiner Auskunft auch den Ein kaufspreis der vorgeschlagenen Ausgleichswerte, den so genannten korrespondierenden Kapitalwert.

Wie lange muss ein Mann seiner geschiedenen Frau Unterhalt zahlen?

Man muss Unterhalt für die Ehefrau mindestens bis zur rechtskräftigen Scheidung (Trennungsunterhalt) zahlen und danach nachehelichen Unterhalt bei Vorliegen bestimmter Gründe (z.B. Kinderbetreuung, Alter, Krankheit), der befristet oder in Ausnahmefällen auch lebenslang sein kann, wobei die Dauer stark von der Ehedauer, dem Grund der Bedürftigkeit und der Erwerbsfähigkeit abhängt – oft gibt es eine Begrenzung auf ein Drittel bis ein Viertel der Ehedauer, aber bei langen Ehen oder besonderen Umständen kann der Anspruch länger bestehen.
 

Wer ermittelt den Versorgungsausgleich?

Über den Versorgungsausgleich entscheidet das Familiengericht. Der Versorgungsausgleich ist Teil des Scheidungs- bzw. Aufhebungsverfahrens. Sie müssen den Versorgungsausgleich nicht gesondert beantragen.

Was ist finanziell besser, Scheidung oder Trennung?

Bis zur rechtskräftigen Scheidung zahlt die finanziell besser gestellte Seite im Normalfall Trennungsunterhalt . Nach der Scheidung kann in bestimmten Ausnahmesituationen nachehelicher Unterhalt bezahlt werden müssen. Neben dem Ehegattenunterhalt können die Unterhaltspflichten auch Kindesunterhalt umfassen.

Was ist der größte Fehler nach einer Trennung?

Der größte Fehler nach einer Trennung besteht nach Faucks Ansicht darin, den Ex-Partner nicht loslassen zu können. "Wer verlassen wird, liegt emotional am Boden und erwartet, dass der ehemals liebende Partner Mitleid hat", so die Expertin.

Wie wird die Scheidungsrente geteilt?

Die Scheidungsrente wird von der Pensionskasse Swiss Re lebenslang an den Ehepartner ausgezahlt. Ist der Ehegatte noch erwerbstätig, so wird der vom Gericht zugesprochene Anteil der Altersrente jährlich an die Pensionskasse des Ehepartners überwiesen.

Was steht mir nach 35 Jahren Ehe zu?

Auch auf diese Frage kann es keine allgemeingültige Antwort geben. Es ist möglich, dass nachehelicher Unterhalt nach 15, 25 oder 35 Jahren Ehe nur für vier Jahre zu leisten ist. Der Anspruch kann aber auch weit darüber hinaus bestehen.

Kann man den Versorgungsausgleich neu berechnen lassen?

Ja, ein Versorgungsausgleich kann nachträglich neu berechnet werden, wenn sich die Werte der Versorgungen wesentlich geändert haben oder der frühere Ehepartner frühzeitig stirbt (innerhalb von 3 Jahren nach Rentenbeginn). Der Antrag muss beim Familiengericht gestellt werden, da dies nicht automatisch geschieht, auch nicht bei Gesetzesänderungen wie der Mütterrente. Eine vorherige Beratung durch einen Rentenberater ist ratsam, um die Erfolgsaussichten zu prüfen und Fehler zu vermeiden.
 

Wie berechnet man den Versorgungsausgleich?

Um die Ausgleichszahlung für Rentenabschläge zu berechnen, gibt es Online-Rechner und Faustformeln (z.B. Abschlag x 250), die den nötigen Betrag ermitteln, um vorzeitige Rentenabschläge von 0,3 % pro Monat zu eliminieren, wobei Sie die Summe an die Deutsche Rentenversicherung zahlen, um eine höhere Frührente zu erhalten; die genaue Höhe hängt von Ihren individuellen Entgeltpunkten ab und kann bei spezialisierten Seiten oder der DRV berechnet werden, was sich oft lohnt, wenn Sie langfristig Rente beziehen.
 

Wann muss ein Mann bei einer Scheidung Unterhalt zahlen?

Hat das Gericht entschieden, dass die Ehegattin/der Ehegatte, der die Scheidung verlangt hat, das Verschulden an der Zerrüttung der Ehe trägt, so hat die/der andere Gattin/Gatte, wenn sie/er den Haushalt führt und nicht erwerbstätig ist, Anspruch auf Unterhalt.

Wann muss der Mann keinen Unterhalt für die Frau zahlen?

Man muss keinen Unterhalt für die Ehefrau zahlen, wenn sie selbst ihren Bedarf decken kann (keine Bedürftigkeit), der Ehepartner in einer verfestigten Lebensgemeinschaft mit einem neuen Partner lebt, eine kurze Ehe (< 2 Jahre) geschieden wird, ein schwerwiegendes Fehlverhalten vorliegt oder der Unterhaltspflichtige nicht leistungsfähig ist (unter dem Selbstbehalt liegt). Auch wenn die Ehefrau mutwillig einer Erwerbsobliegenheit nicht nachkommt, kann der Anspruch entfallen. 

Wann muss man Ex-Frau Unterhalt zahlen?

Man muss als Ehemann Unterhalt für die Frau zahlen, wenn die Ehe getrennt ist (Trennungsunterhalt) oder nach der Scheidung (nachehelicher Unterhalt), und sie bedürftig ist (z.B. wegen Kinderbetreuung, Krankheit, Arbeitslosigkeit) und der andere Partner leistungsfähig ist, also mehr verdient. Die Pflicht beginnt oft mit der Trennung, selbst wenn man noch zusammenwohnt, und dauert während des Trennungsjahres und danach unter strengeren Bedingungen, bis die Ex-Partnerin selbst für sich sorgen kann oder die Ehe kurz war. 

Kann eine geschiedene Frau die Rente ihres Ex-Mannes beziehen?

Die Witwenrente steht grundsätzlich verheirateten Ehepartnern und Lebenspartnern zu, aber Ausnahmen gelten auch für geschiedene Ehepartner. Witwen und Witwer haben gleiche Ansprüche. Voraussetzung für die Witwenrente ist eine bestehende Ehe oder Lebenspartnerschaft zum Zeitpunkt des Todes.

Wie viele Rentenpunkte bekommt die Ehefrau im Versorgungsausgleich?

Die Grundidee im Versorgungsausgleichsgesetz ist einfach: Jede Rentenanwartschaft, die während der Ehe entstanden ist, wird halbiert und dem anderen Partner jeweils zu 50 Prozent gutgeschrieben.

Wie wird der Versorgungsausgleich berechnet?

Der Versorgungsausgleich wird bei einer Scheidung vom Familiengericht berechnet, indem alle während der Ehezeit erworbenen Rentenansprüche (gesetzlich, betrieblich, privat) ermittelt, halbiert und geteilt werden, sodass jeder Partner die Hälfte der in der Ehe erwirtschafteten Anrechte erhält, um die Altersvorsorge fair aufzuteilen. Die Berechnung erfolgt durch das Gericht anhand spezieller Formulare und die Auskünfte der Renten- und Versorgungsträger, wobei nur die Anrechte während der Ehe (vom 1. bis zum letzten Tag) ausgeglichen werden. 

Wie viel Geld steht einer Frau nach der Scheidung zu?

Bei einer Scheidung bekommt die Frau je nach Situation Unterhalt (Trennungs- und nachehelicher Unterhalt, oft ca. 45% des bereinigten Nettoeinkommens des Ex-Partners), einen Ausgleich des während der Ehe erwirtschafteten Vermögens (Zugewinnausgleich) und eine hälftige Teilung der während der Ehe erworbenen Rentenansprüche (Versorgungsausgleich) – falls kein Ehevertrag etwas anderes regelt. Der konkrete Anspruch hängt von Einkommen, Ehedauer, Kinderbetreuung und Vermögensentwicklung ab.
 

Was wird bei Scheidung nicht geteilt?

Bei einer Scheidung werden in der Zugewinngemeinschaft Erbschaften und Schenkungen, die ein Partner allein erhalten hat, sowie deren Wertsteigerung, nicht geteilt, sondern bleiben sein Vermögen (als sogenanntes privilegiertes Anfangsvermögen). Auch persönliche Gegenstände (Kleidung, Schmuck), Vermögen, das bereits vor der Ehe existierte, und in bestimmten Fällen Betriebsvermögen, das vor der Ehe da war, bleiben grundsätzlich unberührt oder werden nur eingeschränkt berücksichtigt. 

Wann bekommt die geschiedene Frau den Versorgungsausgleich ausgezahlt?

Im Normalfall wird der Versorgungsausgleich immer automatisch nach Beantragung der Scheidung durch das Familiengericht durchgeführt. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass derjenige Ehegatte, der während der Ehe z.B. den Haushalt geführt und die Kinder betreut hat, im Alter eine eigene soziale Absicherung haben soll.