Wie lange muss man zwischen 2 Krankschreibungen arbeiten gehen, damit wieder von vorne gezählt wird?
Gefragt von: Ulrike Stock B.Sc.sternezahl: 4.6/5 (25 sternebewertungen)
Damit die 6-wöchige Lohnfortzahlung bei einer erneuten Krankschreibung wegen derselben Krankheit von vorne beginnt, müssen mindestens 6 Monate (ein halbes Jahr) zwischen der ersten und der zweiten Arbeitsunfähigkeit liegen, in denen Sie nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig waren. Gehen Sie nur einen Tag arbeiten, sind die Krankheitszeiten bei derselben Diagnose zusammenzurechnen und Sie erhalten nur noch Krankengeld, es sei denn, die 6-Monats-Frist wurde eingehalten.
Wie lange muss man zwischen zwei Krankschreibungen arbeiten?
Zwischen zwei Krankschreibungen wegen derselben Krankheit müssen mindestens 6 Monate vergehen, damit Sie erneut volle 6 Wochen Lohnfortzahlung bekommen; bei verschiedenen Krankheiten entsteht ein neuer Anspruch oft schon nach einem kurzen Arbeitstag, da die erste Krankheit ausgeheilt sein muss, aber die 6-Monats-Frist für dieselbe Krankheit bleibt bestehen, um wieder neue 6 Wochen Lohnfortzahlung zu erhalten, sonst werden die Zeiten zusammengerechnet.
Werden Krankmeldungen zusammengerechnet?
Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter wiederholt aufgrund derselben Krankheit (Fortsetzungserkrankung) arbeitsunfähig wird, kann der Arbeitgeber die krankheitsbedingten Fehlzeiten zusammenrechnen. Es entsteht kein neuer sechswöchiger Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
Wie lange muss ich wieder arbeiten, um wieder Krankengeld zu bekommen?
Um wieder Krankengeld für dieselbe Krankheit zu bekommen, müssen Sie zwischen den Krankschreibungen mindestens sechs Monate lang gearbeitet haben (oder arbeitslos gemeldet gewesen sein) und eine neue dreijährige „Blockfrist“ begonnen haben, sodass Sie danach erneut arbeitsunfähig werden können; bei einer neuen, anderen Krankheit beginnt der Anspruch oft direkt nach den ersten 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber neu.
Welche Konsequenzen hat eine zweite Krankschreibung für einen Arbeitnehmer?
Eine zweite Krankschreibung (Folgebescheinigung) ist nötig, wenn eine Krankheit über das Ende der ersten AU-Bescheinigung hinaus andauert, wobei Sie vor Ablauf der ersten AU zum Arzt müssen, um eine nahtlose Fortsetzung zu gewährleisten, damit keine Lücke entsteht, die zu Problemen mit dem Arbeitgeber oder der Krankenkasse führen kann, auch rückwirkende Krankschreibungen sind in Ausnahmefällen möglich. Handelt es sich um eine neue Krankheit, startet der Anspruch auf Lohnfortzahlung neu (max. 6 Wochen), bei einer Fortsetzungserkrankung (gleiche Diagnose, aber nach mind. 6 Monaten Pause oder 12 Monaten seit Beginn) greifen andere Regeln, sonst werden die Zeiten oft zusammengerechnet.
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Welche Konsequenzen hat eine doppelte Krankschreibung für Arbeitnehmer?
Eine "doppelte Krankschreibung" kann zwei Dinge bedeuten: Entweder die erneute Meldung beim Arbeitgeber (z.B. telefonisch und per E-Mail für einen Beleg), was oft empfohlen wird, oder die aufeinanderfolgende Krankschreibung wegen derselben oder einer anderen Krankheit, was Auswirkungen auf die Lohnfortzahlung hat; bei gleicher Krankheit muss oft eine Pause eingehalten werden, bei neuer, unabhängiger Krankheit können die 6 Wochen Lohnfortzahlung neu starten, wenn eine 6-monatige Lücke bestand oder die Krankheiten völlig getrennt sind. Eine Folgebescheinigung ist entscheidend, um Lücken bei Krankengeldzahlungen zu vermeiden, insbesondere bei verschiedenen Ärzten oder neuen Diagnosen.
Wie lange Pause zwischen der gleichen Krankheit?
Zwischenzeitliche Zeiten von Arbeitsunfähigkeit wegen anderer Krankheiten sind ohne Bedeutung und verändern die Sechs-Monats-Frist nicht. Die Sechs-Monats-Frist ist eine rückwärtslaufende Frist. Sie beginnt mit dem Tag vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit. Sie endet sechs Monate vorher.
Wann beginnt die zweite Blockfrist?
Blockfrist Nummer 2 beginnt dann bereits am 10.01.2022 - auch wenn es in der Zwischenzeit eine Pause bei den Krankmeldungen gab und diese erst zum März 2022 wieder aufgenommen werden. Die zweite Blockfrist beginnt unmittelbar mit dem Ende der ersten. Und auch die zweite Blockfrist läuft dann abermals drei Jahre.
Wie oft kann man 6 Wochen krank sein?
Sie können mehrmals im Jahr sechs Wochen krank sein, solange es sich um unterschiedliche Krankheiten handelt; bei derselben Krankheit gilt der Anspruch auf Lohnfortzahlung von sechs Wochen innerhalb von 12 Monaten, danach greift das Krankengeld (max. 78 Wochen innerhalb 3 Jahre), und eine Kündigung droht erst bei über 30 Fehltagen/Jahr (ca. 6 Wochen) oder bei Fehlen von 18 Monaten in 3 Jahren bei derselben Krankheit, aber es gibt keine feste Obergrenze, sondern es kommt auf die Prognose und die Gesamtdauer an.
Ist es erlaubt, trotz Krankschreibung zu arbeiten und dann wieder krank zu werden?
Man darf trotz Krankschreibung arbeiten, ist versichert, aber riskiert bei Unfällen Leistungskürzungen; wird man dann wieder krank, beginnt die Lohnfortzahlung bei neuer, unabhängiger Krankheit nach einer Pause von mindestens einem Tag, ansonsten zählt die Fehlzeit zusammen. Wichtig: Arbeitgeber dürfen nicht zwingen, man muss die Genesung priorisieren und nicht-genesungsförderliches Verhalten (z.B. schwere Privat-Arbeit) kann abgemahnt werden.
Was passiert, wenn die Krankmeldung nicht lückenlos ist?
Sie können bei einer Lücke in der Krankschreibung sowohl ihren Anspruch auf Krankengeld als auch ihren Versicherungsschutz verlieren. Aber auch für Ärztinnen und Ärzte wird das Thema relevant, da sie bei falscher Beratung regresspflichtig (für das Krankengeld und die Krankenversicherung) werden können.
In welchem Zeitraum sind Krankheiten anrechenbar?
Vorerkrankungen werden nur angerechnet, wenn sie auf derselben Grunderkrankung beruhen. Die Vorerkrankung darf dabei nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Dabei kommt es nicht allein auf den Diagnoseschlüssel an: Es muss ein ursächlicher Zusammenhang bestehen.
Kann ein Arzt 4 Wochen am Stück krankschreiben?
Ja, ein Arzt kann einen Patienten durchaus für vier Wochen am Stück krankschreiben, besonders bei schweren oder komplexen Erkrankungen; es gibt grundsätzlich keine feste Höchstgrenze, aber die Dauer hängt von der individuellen Genesung ab und wird oft in kürzeren Intervallen (z.B. 2 Wochen) angelegt und bei Bedarf verlängert, wobei die Erstbescheinigung oft nicht über 14 Tage hinausgeht, aber Ausnahmen bis zu vier Wochen möglich sind.
Wie berechnet man die 6 Wochen krank?
6 Wochen Krankmeldung werden als 42 aufeinanderfolgende Kalendertage gezählt, wobei auch Samstage, Sonntage und Feiertage mitzählen, und der erste Tag der Arbeitsunfähigkeit (sofern Sie nicht zur Arbeit erscheinen) der erste Tag der Frist ist, die die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber (bis zu 6 Wochen) begrenzt, bevor Krankengeld von der Kasse gezahlt wird. Der Anspruch beginnt nach einer Wartezeit von vier Wochen und endet nach 42 Tagen; danach springt die Krankenkasse ein, aber bei einer erneuten Erkrankung innerhalb von 12 Monaten aufgrund derselben Ursache kann der Anspruch reduziert werden.
Wer muss bezahlen, wenn die gleiche Krankheit innerhalb 6 Monaten wieder auftritt?
Wenn es eine neue, unterschiedliche Krankheit ist beginnt der Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber grundsätzlich neu. Das heißt, du hast wieder einen Anspruch auf bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch deinen Arbeitgeber, sofern du wegen dieser neuen Krankheit arbeitsunfähig bist.
Wer zahlt bei Krankheit bei Neueinstellung?
Wenn du in den ersten vier Wochen eines neuen Jobs krank wirst, zahlt der Arbeitgeber nicht den vollen Lohn, sondern deine Krankenkasse Krankengeld (ca. 70-90% des Brutto-/Nettogehalts), da eine gesetzliche Wartezeit gilt; danach springt der Arbeitgeber bei erneuter oder längerer Krankheit für bis zu sechs Wochen ein, sofern der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag keine früheren Ansprüche regelt.
Wie viel Zeit muss zwischen zwei Krankschreibungen liegen?
Zwischen zwei Krankschreibungen wegen derselben Krankheit müssen mindestens sechs Monate liegen, damit Sie erneut sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber bekommen; bei einer anderen Krankheit genügt es, wenn die erste AU endet und Sie wieder arbeiten, da dann ein neuer Anspruch entsteht, aber die 6-Wochen-Frist für jede AU gilt. Liegen zwischen zwei gleichen Erkrankungen weniger als sechs Monate, werden die Krankheitstage addiert, bis die 42 Tage (sechs Wochen) voll sind, danach gibt es nur noch Krankengeld.
Wie lange kann ein Hausarzt auf Psyche krankschreiben?
Ein Hausarzt kann Sie bei psychischen Problemen (wie Stress, Burnout, Depression) beliebig lange krankschreiben, solange die Genesung dauert, es gibt keine starre Obergrenze, oft beginnt man mit kurzen Zeiträumen (z.B. 1-2 Wochen) und verlängert bei Bedarf, oft in Absprache mit einem Psychotherapeuten, wobei die Dauer von der Schwere und dem Verlauf abhängt.
Wann gilt man als oft krank?
Man ist "zu oft" krank, wenn die Fehlzeiten die arbeitgeberseitige Toleranzschwelle überschreiten, meist nach über 30 Krankheitstagen pro Jahr (ca. 6 Wochen), was auf Dauer als unzumutbar gilt und arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung haben kann, auch wenn es keine exakte gesetzliche Grenze gibt; bei Kindern gelten mehr als acht Infektionen pro Jahr als häufig. Ärztlich ist man aufmerksam, wenn Infekte länger als eine Woche dauern oder das Immunsystem versagt, was eine Ursachenabklärung beim Arzt nötig macht.
Wann beginnt erneuter Anspruch auf Krankengeld?
Nach dem Krankengeld haben Sie sofort wieder Anspruch, wenn Sie nach einer kurzen Pause wieder krank werden und es sich um eine neue, andere Erkrankung handelt, die eine neue 78-Wochen-Frist (Blockfrist) startet, oder Sie müssen mindestens sechs Monate (nicht zwingend am Stück) nicht wegen derselben Krankheit krankgeschrieben gewesen sein und in dieser Zeit Beiträge gezahlt haben, um einen neuen Anspruch bei der gleichen Krankheit zu bekommen, nachdem die erste Frist abgelaufen ist.
Wie lange Lohnfortzahlung bei 2 verschiedenen Krankheiten?
Wird eine beschäftigte Person kurzfristig hintereinander wegen verschiedener Krankheiten arbeitsunfähig, besteht jeweils ein Anspruch auf bis zu 6 Wochen Entgeltfortzahlung. Dies gilt selbst dann, wenn die 2. Erkrankung unmittelbar nach Abschluss der ersten Arbeitsunfähigkeit eintritt (Beispiel 9).
Wie lange muss man wieder arbeiten, um kein Krankengeld zu bekommen?
Um nicht ins Krankengeld zu fallen, wenn Sie wegen derselben Krankheit wiederholt krank werden, müssen zwischen den Krankschreibungen mindestens 6 Monate liegen, in denen Sie gearbeitet oder ALG bezogen haben und Beiträge gezahlt wurden, damit ein neuer Anspruch auf die 6-wöchige Lohnfortzahlung besteht. Bei neuen/anderen Erkrankungen beginnt der Anspruch auf die volle Lohnfortzahlung von vorne, aber für Berufseinsteiger gibt es in den ersten 4 Wochen oft sofort Krankengeld von der Kasse.
Kann man von zwei Ärzten gleichzeitig krankgeschrieben werden?
Ja, es ist möglich, von zwei Ärzten gleichzeitig krankgeschrieben zu werden, insbesondere bei unterschiedlichen Erkrankungen oder wenn ein Facharzt eine Zweitmeinung gibt, aber es muss sauber getrennt und der Arbeitgeber muss umfassend informiert werden, damit es nicht zu Problemen mit der Entgeltfortzahlung kommt; wichtig ist, dass die Ärzte sich über die gegenseitige Krankschreibung nicht gegenseitig die AU-Bescheinigungen überlappen lassen, da ein Zeitraum meist nur eine AU zulässt, aber bei zwei separaten Erkrankungen (z.B. Hausarzt und Psychotherapeut) kann das funktionieren.
Ist Urlaub während einer Krankschreibung erlaubt?
Ja, Urlaub trotz Krankschreibung ist grundsätzlich erlaubt, aber nur, wenn die Reise der Genesung dient und diese nicht gefährdet wird; eine Rücksprache mit dem Arzt und ggf. der Krankenkasse ist ratsam, da ein nicht heilungsfördernder Urlaub arbeitsrechtliche Konsequenzen (Abmahnung, Kündigung) haben kann. Kranke Tage werden nicht auf den Erholungsurlaub angerechnet.
Wann beginnt eine neue Blockfrist?
Eine Blockfrist beginnt mit dem erstmaligen Eintritt der Arbeitsunfähigkeit für die ihr zugrunde liegende Krankheit. Bei jeder Arbeitsunfähigkeit wegen einer anderen Erkrankung beginnt eine neue Blockfrist. Es ist möglich, dass mehrere Blockfristen nebeneinander laufen.