Wie viel kann eine Ehefrau von ihrem Ehemann erben?

Gefragt von: Sylke Metz
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Eine Ehefrau erbt in Deutschland gesetzlich die Hälfte des Nachlasses, wenn Kinder vorhanden sind (ein Viertel als gesetzliches Erbe plus ein Viertel als pauschaler Zugewinnausgleich), oder sogar das gesamte Erbe, wenn keine Kinder, Eltern oder Geschwister vorhanden sind. Wenn der Ehemann Verwandte der zweiten Ordnung (Eltern/Geschwister) hinterlässt, erbt die Witwe die Hälfte, die andere Hälfte teilen sich die Verwandten. Maßgeblich ist der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft, wenn nichts anderes vereinbart wurde.

Was erbt eine Ehefrau, wenn der Mann stirbt?

Gesetzlicher Erbteil: Neben Kindern des Erblassers erben Sie als Ehefrau grundsätzlich ein Viertel (1/4) des Nachlasses. Neben Verwandten der zweiten Ordnung (Eltern, Geschwister des Mannes) oder Großeltern erben Sie die Hälfte (1/2).

Was steht mir als Ehefrau zu, wenn mein Mann stirbt?

Bei der Witwenrente oder Witwerrente ist die Frage, wie sie berechnet wird, wie hoch sie ist und wie lange man sie bekommt. Die "große Witwenrente" beträgt 55 Prozent bzw. 60 Prozent der Rente des Verstorbenen.

Wie viel erbt die Ehefrau, wenn der Mann stirbt?

Wenn der Ehemann stirbt, erbt die Ehefrau nach deutschem Recht (gesetzliche Erbfolge) je nach Hinterbliebenen unterschiedlich viel: Mit Kindern erbt sie meist ein Viertel (1/4) des Nachlasses plus einen pauschalen Zugewinnausgleich (insgesamt ein Viertel oder mehr), mit Eltern/Geschwistern die Hälfte (1/2), und wenn keine näheren Verwandten da sind, erbt sie in der Regel alles. Hat der Mann ein Testament, gelten dessen Bestimmungen, falls es nicht die gesetzlichen Pflichtteile verletzt, erklärt YouTube. 

Wie hoch ist der Nachlasswert, den ein Ehegatte erbt?

Der Nachlasswert für einen Ehepartner hängt vom Güterstand ab: Bei der gesetzlichen Zugewinngemeinschaft erbt der Ehepartner neben Kindern 1/2 des Nachlasses plus einen pauschalen Zugewinnausgleich (erhöhtes Erbe, oft 1/4 oder 5/8 gesamt), während bei Gütertrennung nur das Vermögen des Verstorbenen zählt und der Ehepartner wie ein Kind erbt (z.B. 1/2 neben einem Kind, mindestens 1/4 bei vielen Kindern). Bei Gütergemeinschaft wird das Gesamtgut geteilt, und der Hinterbliebene erbt nur aus der Hälfte, die dem Verstorbenen gehörte. Der Ehegattenvoraus ( Hausrat, Hochzeitsgeschenke) kommt immer hinzu.
 

Legal inheritance in Germany - simply explained

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Wann muss ich als Ehepartner Erbschaftssteuer zahlen?

Als Ehepartner oder Ehepartnerin kann Erbschaftssteuer anfallen, wenn das geerbte Vermögen den Freibetrag von 500.000 Euro übersteigt.

Wer erbt zuerst, Ehefrau oder Kinder?

Ehefrau und Kinder erben nach dem deutschen Erbrecht gemeinsam, nicht nacheinander; sie sind beide Erben erster Ordnung und schließen entferntere Verwandte aus. Bei der gesetzlichen Erbfolge ohne Testament erbt der überlebende Ehepartner in der Regel die Hälfte (bei Zugewinngemeinschaft), die Kinder teilen sich die andere Hälfte, wobei die Kinder immer einen gesetzlichen Anteil haben. Das bedeutet: Ehefrau und Kinder sind gleichzeitig die ersten Erben. 

Was passiert, wenn der Mann stirbt und die Frau nicht im Grundbuch steht?

Auch, wenn die Frau nicht im Grundbuch steht, erbt sie vorbehaltlich eines Testaments zumindest einen Teil des Hauses, wenn der Mann stirbt – oder umgekehrt. Dem überlebenden Ehepartner steht gegenüber Erben erster Ordnung (Nachfahren in direkter Linie, also Kinder, Enkel, Urenkel) ein Viertel des Erbes zu.

Wie viel erbt die Ehefrau ohne Testament?

Haben die Ehegatten nichts vereinbart, gilt der Güterstand der Zugewinngemeinschaft, § 1363 Absatz 1 BGB. In diesem Fall erhält der Ehegatte bei Tod seines Partners ein Viertel des Nachlasses – plus ein weiteres Viertel als pauschalen Zugewinnausgleich, also die Hälfte des gesamten Nachlasses.

Wie viel Rente bekommt eine Frau, wenn der Mann gestorben ist?

Nach dem Tod des Ehemanns erhält die Witwe in Deutschland entweder die kleine Witwenrente (25 % der Rente des Verstorbenen, max. 2 Jahre) oder die große Witwenrente (55 %, meist 60 %, der Rente des Verstorbenen), abhängig von Alter, Kindererziehung und Heiratsdatum, wobei in den ersten drei Monaten das volle Einkommen des Mannes gezahlt wird. Die genaue Höhe hängt stark vom Einkommen des Mannes und dem eigenen Einkommen der Witwe ab, das angerechnet werden kann, aber es gibt Freibeträge. 

Wie lange bin ich steuerfrei nach dem Tod des Partners?

Steuererklärung für Verstorbene: Gesetze im Überblick

25 EStG – Veranlagung zur Einkommensteuer: Die Einkommensteuerpflicht des Verstorbenen bleibt bis zum Todestag bestehen. Die Steuererklärung ist bei Bestehen einer Abgabepflicht für das Jahr des Todes noch von den Erben einzureichen.

Wann bekomme ich 60% Witwenrente?

Die 60 % Witwenrente (große Witwenrente) bekommt man, wenn die Ehe vor dem 1. Januar 2002 geschlossen wurde und mindestens ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren ist ("Altes Recht"), oder unter den Bedingungen des "Neuen Rechts", wenn der Hinterbliebene entweder ein Kind unter 18 Jahren/behindertes Kind erzieht, erwerbsgemindert ist, oder ein bestimmtes Mindestalter erreicht hat, das jährlich ansteigt (z.B. 46 Jahre und 4 Monate in 2025), wobei die Höhe seit der Rentenreform 2002 grundsätzlich 55 % beträgt, aber bei Erfüllung der genannten Kriterien unter "Altem Recht" 60 % sein können. 

Was bekommt mein Mann, wenn ich Erbe?

Neben Verwandten der 1. Ordnung (Kinder, Enkel, Urenkel des Verstorbenen) steht dem Ehegatten grundsätzlich 1/4 des Nachlassvermögens zu. Allerdings erben der überlebende Partner und die Kinder des verstorbenen Ehegatten grundsätzlich zu gleichen Teilen.

Wann braucht die Ehefrau einen Erbschein?

In vielen Fällen ist es bei Vorliegen eines oder mehrerer Testamente/Erbverträge ausreichend, wenn der Erbe sich durch Vorlage von beglaubigten Abschriften der Testamente/Erbverträge und des Eröffnungsprotokolls als Erbe ausweist. Sofern ein Grundstück zum Nachlass gehört ist in jedem Fall ein Erbschein erforderlich.

Was erbt die Ehefrau, wenn der Ehemann stirbt?

Wenn der Ehemann stirbt, erbt die Ehefrau nach deutschem Recht (gesetzliche Erbfolge) je nach Hinterbliebenen unterschiedlich viel: Mit Kindern erbt sie meist ein Viertel (1/4) des Nachlasses plus einen pauschalen Zugewinnausgleich (insgesamt ein Viertel oder mehr), mit Eltern/Geschwistern die Hälfte (1/2), und wenn keine näheren Verwandten da sind, erbt sie in der Regel alles. Hat der Mann ein Testament, gelten dessen Bestimmungen, falls es nicht die gesetzlichen Pflichtteile verletzt, erklärt YouTube. 

Welche Ansprüche habe ich im Todesfall meines Partners/meiner Partnerin?

Eine Trauerzahlung

Dies ist eine einmalige, steuerfreie Pauschalzahlung. Sie erhalten diese Zahlung, wenn Sie zum Zeitpunkt des Todes Ihres Partners/Ihrer Partnerin: noch nicht im Rentenalter waren oder bereits im Rentenalter waren und Ihr Partner/Ihre Partnerin aufgrund eigener Beiträge zur Nationalversicherung keinen Anspruch auf staatliche Rente hatte.

Welche Nachteile hat der Ehemann, wenn die Ehefrau nicht im Grundbuch steht?

Zudem ist der Ehepartner, der nicht im Grundbuch steht, von den Steuern und Abgaben sowie möglichen aufkommenden Unterhalts- und Instandhaltungskosten befreit. Hierfür ist dann der alleinige Eigentümer verantwortlich, wenngleich es vielleicht innerhalb der Ehe andere Absprachen und Regelungen gibt.

Was bekomme ich, wenn mein Mann stirbt?

Verwitwete und Waisen erhalten zur Absicherung nach einem Todesfall eine Hinterbliebenenrente. Wenn Sie einen Elternteil oder gar beide verloren haben, können Sie eine Waisenrente bekommen. Wenn Ihr Ehemann oder Ihre Ehefrau verstorben ist, können Sie die Witwenrente oder Witwerrente bekommen.

Was Erben die Kinder, wenn der Vater stirbt und die Mutter noch lebt?

Wenn der Vater stirbt und die Mutter lebt, erben Kinder und Mutter zusammen nach der gesetzlichen Erbfolge: Die Mutter erhält als „Voraus“ einen pauschalen Zugewinnausgleich und einen pauschalen Erbteil (oft ein Viertel), während die Kinder den Rest zu gleichen Teilen erben, wobei die genaue Quote vom Güterstand (z.B. Zugewinngemeinschaft) abhängt. Die Kinder erben also nicht alles allein, sondern bilden mit der Mutter eine Erbengemeinschaft, bis der Nachlass aufgeteilt wird. 

Hat mein Ehepartner Anspruch auf das Erbe meiner Eltern?

Nein. Nach rechtskräftiger Scheidung hat weder die/der Ex-Partner:in noch deren/dessen Kinder einen gesetzlichen Erbanspruch.

Wie hoch ist der Pflichtteil der Ehefrau?

Wie hoch ist der Pflichtteil für Ehegatten ohne Kinder? Der gesetzliche Erbteil für Ehegatten beträgt ½ und somit 100.000 Euro. Der Pflichtteil für den Ehegatten ohne Kinder beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils und demnach 50.000 Euro. Zusätzlich wird der Zugewinnausgleich konkret berechnet.

Welche Familie hat die höchste Erbschaftssteuer in Deutschland gezahlt?

Die Familie des verstorbenen Unternehmers Heinz Hermann Thiele hat in Deutschland die höchste Erbschaftssteuer der Geschichte gezahlt. Das Finanzamt Kaufbeuren erhielt im April 2025 eine gigantische Überweisung.

Welche Schulden können vom Pflichtteil abgezogen werden?

Neben Erblasserschulden können vom Erben auch so genannte Erbfallschulden nachlasswert- und damit auch pflichtteilsmindernd ins Spiel gebracht werden. Hierzu gehören unter anderem die Kosten der Beerdigung, Kosten einer Nachlassverwaltung oder gegebenenfalls auch Kosten einer Testamentsvollstreckung.