Wie viel Krankengeld bekomme ich netto?

Gefragt von: Reimund Rudolph
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Krankengeld netto ist das Krankengeld, das nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge übrig bleibt; es beträgt grundsätzlich 70 % des Bruttoeinkommens, aber maximal 90 % des Nettoeinkommens, wobei Einmalzahlungen einbezogen werden und ein gesetzlicher Höchstbetrag (2025: 128,63 € pro Tag) gilt, von dem noch Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen werden, bis das Nettokrankengeld übrig ist. Die genaue Höhe hängt also von Ihrem individuellen Brutto- und Nettoverdienst ab, es gibt aber eine Obergrenze.

Was bleibt Netto vom Krankengeld?

Das Krankengeld beträgt 70 % des zuletzt bezogenen Bruttogehalts, maximal jedoch 90 % des Nettogehalts. Zudem gibt es einen Höchstbetrag, der jährlich angepasst wird. Im Jahr 2025 liegt er bei 128,63 Euro pro Tag.

Wie viel Krankengeld bekomme ich bei 3.000 € brutto?

Bei 3.000 € Brutto erhalten Sie in der Regel rund 70 € pro Tag als Krankengeld, was monatlich etwa 2.100 € (70 % von 3.000 €) entspricht, wobei Sonderzahlungen (wie Weihnachtsgeld) einbezogen werden und die Obergrenze 90 % des Nettogehalts beträgt, also etwa 63 € täglich, wenn 70 % des Brutto höher sind als 90 % des Netto.
 

Wie viel Krankengeld bekomme ich bei 2000 € Netto?

Bei 2000 € Netto (was ca. 2500-2800 € Brutto entsprechen dürfte) erhalten Sie ungefähr 1350 € bis 1400 € Krankengeld pro Monat, da es sich um 70 % Ihres Bruttoverdienstes handelt, aber höchstens 90 % Ihres Nettoeinkommens (also rund 1800 €) – die genaue Summe hängt von Ihrem Bruttogehalt und Steuerklasse ab, wird aber meist durch die 70 % Brutto-Regel bestimmt, solange es unter 90 % Netto bleibt. 

Wie viel Prozent vom Gehalt bekommt man, wenn man ins Krankengeld fällt?

Die Höhe des Krankengeldes ist gesetzlich vorgeschrieben: 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdienstes ist der Grundsatz, um das Krankengeld zu berechnen. Generell gilt jedoch ein jährlich gesetzlich festgesetzter Höchstbetrag.

Krankengeld - Berechnung und Auszahlung einfach erklärt

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Wer bekommt 90% Krankengeld?

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nach 6 Wochen

Wenn du länger als 6 Wochen krank bist, solltest du dich zwar auf finanzielle Einbußen einstellen. Bis zu 90 % des Netto-Einkommens erhältst du aber als Krankengeld von deiner Krankenkasse erstattet.

Wie lange erhalte ich 100% Lohn bei Krankheit?

Dienstjahr einen gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung von maximal 3 Wochen. In diesem Fall erhält sie ihren Lohn während insgesamt 4 Wochen voll ausbezahlt (während 2 Wochen 100%-Arbeitsunfähigkeit und 2 Wochen 50%-Arbeitsunfähigkeit).

Wie viel Prozent beträgt das Krankengeld nach 6 Wochen?

Nach 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber zahlt die Krankenkasse Krankengeld in Höhe von grundsätzlich 70 % des Bruttoeinkommens, maximal jedoch 90 % des Nettoeinkommens, wobei es eine tägliche Obergrenze gibt (ca. 128,63 € in 2025). Es wird also ein niedrigerer Prozentsatz als das volle Gehalt, aber eine wichtige finanzielle Stütze bis zu 72 Wochen. 

Warum ist Krankengeld höher als Arbeitslosengeld?

Während beim Krankengeld die rechnerische Obergrenze beim Netto bei 90 Prozent liegt, ist der Satz beim ALG I auf 60 bis 67 Prozent begrenzt. Hinzu kommt: Beim Krankengeld gehen noch eigene Sozialversicherungsbeiträge ab, beim ALG I übernimmt die Agentur für Arbeit die Beiträge vollständig, ohne das ALG zu kürzen.

Wie kann ich mein Krankengeld selbst berechnen?

Berechnungsbeispiel

  1. Berechnungsgrundlage für das tägliche Krankengeld, errechnet aus dem monatlichen Bruttolohn: 3.000 € : 30 = 100 €
  2. davon 70 % = 70 €
  3. Berechnung des täglichen Nettolohns aus dem monatlichen Nettolohn: 2.100 € : 30 = 70 €
  4. davon 90 % = 63 €

Wie viel Krankengeld erhalte ich bei 4000 € Brutto?

Wie viel Krankengeld erhalten Arbeitnehmer mit einem Gehalt von 4000 Euro Brutto und 2550 Euro Netto? Der Arbeitnehmer erhält den niedrigeren beider Beträge, also 2295 € monatliches Krankengeld.

Wie viel Krankengeld bei 2500 € Brutto?

Bei 2.500 € Brutto erhalten Sie etwa 70 % davon als Krankengeld, also ungefähr 1.750 € monatlich (brutto), wobei der genaue Betrag durch Abzug der Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung) noch reduziert wird und 90 % des Netto-Einkommens nicht übersteigen darf, wobei der tägliche Höchstbetrag von ca. 128,63 € (2025) zu beachten ist. Das bedeutet, nach Sozialversicherungsabzug liegt Ihr tägliches Krankengeld irgendwo zwischen 70-90 % Ihres Nettoeinkommens, aber nicht über dem gesetzlichen Maximalbetrag. 

Was passiert, wenn ich länger als 72 Wochen krank bin?

Wenn Sie länger als 72 Wochen krank sind, endet der Anspruch auf Krankengeld der Krankenkasse ("Aussteuerung") nach maximal 78 Wochen (wegen der ersten 6 Wochen Lohnfortzahlung). Danach müssen Sie sich bei der Agentur für Arbeit melden, um Arbeitslosengeld (ALG I) zu beantragen, da Sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, aber auch nicht arbeitslos gemeldet sind – dies wird oft über die sogenannte Nahtlosigkeitsregelung (§ 145 SGB III) abgedeckt, die eine Lücke schließt, bis eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) bewilligt wird, falls die Arbeitsfähigkeit dauerhaft gemindert ist. 

Wie viele Abzüge gibt es vom Krankengeld?

Vom Krankengeld werden die Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen, nicht aber die Krankenversicherungsbeiträge selbst, da diese vom Krankengeld bezahlt werden. Es fällt auch keine Einkommensteuer an, aber das Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt, was Ihren persönlichen Steuersatz erhöhen kann und in der Steuererklärung angegeben werden muss. 

Wie lange dauert es, bis die Krankenkasse mein Krankengeld überweist?

Das Krankengeld wird von der Krankenkasse rückwirkend ausgezahlt, nachdem Ihr Arbeitgeber die Lohnfortzahlung nach sechs Wochen eingestellt hat. Es gibt kein festes Datum, sondern die Zahlung erfolgt, sobald alle notwendigen Unterlagen (wie die elektronische AU-Bescheinigung des Arztes) bei der Kasse eingegangen und geprüft sind, oft innerhalb weniger Tage nach Einreichung der Bescheinigung oder deren Verlängerung. Die Auszahlung erfolgt für die tatsächlich bescheinigten Kalendertage der Arbeitsunfähigkeit. 

Wie viel Krankengeld erhalte ich bei 3000 € brutto?

Bei 3.000 € Brutto erhalten Sie in der Regel rund 70 € pro Tag als Krankengeld, was monatlich etwa 2.100 € (70 % von 3.000 €) entspricht, wobei Sonderzahlungen (wie Weihnachtsgeld) einbezogen werden und die Obergrenze 90 % des Nettogehalts beträgt, also etwa 63 € täglich, wenn 70 % des Brutto höher sind als 90 % des Netto.
 

Welche Nachteile hat der Bezug von Krankengeld?

Der offensichtlichste Nachteil liegt in der Höhe der Leistung. Krankengeld ersetzt in der Regel 70 Prozent des Brutto- bzw. höchstens 90 Prozent des Nettogehalts. Durch die Deckelung greift bei höheren Einkommen eine Beitragsbemessungsgrenze, sodass Besserverdienende spürbare Abschläge hinnehmen müssen.

Wie viel Arbeitslosengeld bekomme ich bei 1800 € netto?

Bei 1800 € Netto bekommst du ungefähr 1080 € bis 1206 € Arbeitslosengeld (ALG I), da es sich um 60 % bis 67 % deines letzten fiktiven Nettogehalts handelt, wobei 67 % gilt, wenn du Kinder hast, und der genaue Betrag vom fiktiven Nettogehalt abhängt, das von deinem Brutto-Einkommen abgeleitet wird (nach pauschalen Abzügen).
 

Wie wirkt sich ein Jahr Krankengeld auf meine Rente aus?

Ein Jahr Krankengeld wirkt sich rentenmindernd aus, da auf Basis des geringeren Krankengeldbetrags (ca. 80% des Brutto-Einkommens) weniger Rentenbeiträge gezahlt werden, was zu weniger Entgeltpunkten führt, aber die Wartezeiten für die Rente nicht negativ beeinflusst; es ist finanziell ein Nachteil im Vergleich zu einem Jahr voller Erwerbstätigkeit, aber keine kompletten Nachteile. Die Minderung ist spürbar, aber nicht dramatisch, und bei späterem Rentenbeginn wird die Zeit mit Krankengeld durch die gezahlten Pflichtbeiträge aufgewertet. 

Wie lange bekomme ich 90% Krankengeld?

Du erhältst 70 Prozent Deines Bruttogehaltes, maximal 90 Prozent Deines Nettogehaltes als Krankengeld – als Arbeitnehmer höchstens 72 Wochen lang. Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung können Krankengeld extra absichern.

Wie lange erhalte ich mein volles Gehalt während meiner Krankheit?

Die Zahlung kann für bis zu 28 Wochen erfolgen. Anspruchsberechtigte Arbeitnehmer haben Anspruch auf gesetzliches Krankengeld für die Tage, an denen sie gearbeitet hätten, mit Ausnahme der ersten drei Tage. Diese Tage werden als „Anrechnungstage“ bezeichnet.

Wann darf die Krankenkasse Krankengeld verweigern?

Die Krankenkasse darf Krankengeld verweigern oder einstellen, wenn formale Fehler (z.B. verspätete AU-Meldung) vorliegen, der Anspruch durch den MDK (Medizinischer Dienst) entfällt, weil keine Arbeitsunfähigkeit mehr besteht, oder wenn vorrangige Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld) bezogen werden; auch fehlende Mitwirkung (z.B. Ablehnung einer Reha-Maßnahme) oder Beitragsrückstände können Gründe sein, wobei viele Ablehnungen angefochten werden können, da die Kasse eine umfassende Prüfung durchführen muss.
 

Was kann ich tun, wenn mein Krankengeld nicht ausreicht?

Wenn das Krankengeld nicht reicht, können Sie beim Jobcenter Bürgergeld (Hartz IV) beantragen, wenn Ihr Bedarf (Grundbedarf + Miete/Heizung) das Krankengeld übersteigt und Ihr Vermögen die Freigrenzen nicht überschreitet. Alternativ können Sie Wohngeld beim Amt für Soziales beantragen oder eine Befreiung von Zuzahlungen bei der Krankenkasse beantragen, falls Sie hohe Belastungen haben. Wichtig ist, frühzeitig zu handeln und die Anträge bei den jeweiligen Stellen zu stellen. 

Ist Urlaub trotz Krankschreibung erlaubt?

Ja, Urlaub trotz Krankschreibung ist grundsätzlich erlaubt, solange die Reise der Genesung dient und sie nicht gefährdet oder verzögert, etwa durch anstrengende Aktivitäten oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustands. Wichtig ist, dass Sie sich so verhalten, wie es für Ihre Heilung förderlich ist, im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Arzt halten und bei Krankengeldbezug die Krankenkasse informieren, da sonst der Anspruch ruhen kann. 

Was bedeutet 50 arbeitsunfähig?

„50 % arbeitsunfähig“ bedeutet, dass jemand gesundheitlich nur noch die Hälfte seiner üblichen Arbeitsleistung erbringen kann, oft als Teil der Wiedereingliederung nach Krankheit (50 % arbeiten, 50 % krankgeschrieben). Dies wird als "teilweise Arbeitsunfähigkeit" definiert und führt zu anteiligem Lohn (50 % Lohn für die Arbeit, 50 % Lohnfortzahlung) und wirkt sich auf Kündigungsschutz aus, aber der genaue Umfang wird vom Arzt festgelegt.