Wo trage ich die Scheidungskosten in der Einkommensteuererklärung ein?

Gefragt von: Sandra Martin
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Scheidungskosten nicht von der Steuer absetzbar Seit 2013 können Sie die Anwaltskosten oder Gerichtsgebühren für eine Scheidung nicht mehr als außergewöhnliche Belastung in Ihre Steuererklärung eingetragen.

Wo trägt man Scheidungskosten in der Steuererklärung ein?

Seit 2013 sind Scheidungskosten grundsätzlich nicht mehr steuerlich absetzbar. Zu den nicht abziehbaren Kosten zählen unter anderem Anwalts-, Gerichts-, Gutachter- und Fahrtkosten. Eine Ausnahme besteht nur, wenn ohne die Aufwendungen die Existenzgrundlage gefährdet wäre – was in der Praxis äußerst selten ist.

Sind Anwaltskosten bei einer Scheidung steuerlich absetzbar?

Nach neuer Rechtslage seit 2013 sind Prozesskosten im Zusammenhang mit einer Scheidung nicht mehr steuerlich absetzbar: weder für Scheidungsfolgesachen, z.B. nachehelichen Unterhalt, Kindschaftssachen, Zugewinnausgleich und Vermögensauseinandersetzung (wie schon bisher), noch für die eigentliche Scheidungssache mitsamt ...

Sind Scheidungskosten außergewöhnliche Belastungen?

Scheidungskosten nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen abziehbar - Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt.

Welche Sonderausgaben kann ich nach der Scheidung geltend machen?

Es erlaubt es dem Unterhaltspflichtigen, bis zu 13.805 Euro pro Jahr als Sonderausgaben abzusetzen (§ 10 Abs. 1a EStG). Zusätzlich können auch gezahlte Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung des Empfängers steuerlich berücksichtigt werden.

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Welche Unterhaltsleistungen an einen geschiedenen Ehegatten können in der Steuererklärung abgesetzt werden?

Nach der Scheidung gibt es Unterhalt für einen geschiedenen Ehegatten nur in Ausnahmefällen (nachehelicher Unterhalt), wenn er seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann, z. B. wegen Kinderbetreuung (bis 3 Jahre), Krankheit, Alter oder fehlender Erwerbsfähigkeit, wobei die Ehezeit, der Trennungsgrund und das eigene Einkommen entscheidend sind. Der Anspruch richtet sich nach dem bereinigten Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen (ca. 43-45%, abzüglich Selbstbehalt) und kann zeitlich begrenzt oder ausgeschlossen werden, etwa bei Wiederheirat oder fester Lebensgemeinschaft des Berechtigten.
 

Kann man Gerichts- und Anwaltskosten von der Steuer absetzen?

Grundsätzlich gilt: Private Rechtsstreitigkeiten sind in der Regel nicht absetzbar, während beruflich oder betrieblich bedingte Aufwendungen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkannt werden können. Zu den absetzbaren Prozesskosten gehören beispielsweise: Gerichtskosten. Anwaltsgebühren.

Sind Anwaltskosten für Unterhalt steuerlich absetzbar?

Kosten für einen Unterhaltsrechtsstreits kann der Unterhaltsempfänger als Werbungskosten steuermindernd geltend machen. Voraussetzung ist, dass der Unterhaltsschuldner den Unterhalt als Sonderausgabe abziehen darf und der Unterhaltsempfänger den Unterhalt als Einnahme versteuert (sogenanntes Realsplitting).

Welche Steuererstattungen gibt es nach einer Scheidung?

Steuererstattungen: Wer hat Anspruch? Erhält ein Ehegatte eine Steuererstattung nach einer Trennung, bleibt diese Auszahlung wirksam, auch wenn sie beide Ehepartner betrifft (§ 36 Abs. 4 Satz 3 EStG). Die Ehegatten müssen sich dann im Innenverhältnis selbst über die Verteilung der Steuererstattung einigen.

Kann ich Versorgungsausgleich steuerlich absetzen, ja oder nein?

Der Ausgleichsverpflichtete kann die Zahlungen im Rahmen des Versorgungsausgleichs in dem Umfang als Sonderausgaben absetzen (nach § 10 Abs. 1a Nr. 4 EStG 2015), in dem die den Ausgleichszahlungen zugrunde liegenden Einnahmen bei ihm der Besteuerung unterliegen.

Kann man Anwaltskosten von der Steuer absetzen im Familienrecht?

Rechtsanwaltskosten im Familienrecht sind für die Steuererklärung in den meisten Fällen nicht absetzbar. Das liegt daran, dass solche Kosten in der Regel der privaten Lebensführung zugeordnet werden.

Wie hoch sind die Anwaltskosten beim Versorgungsausgleich?

Anwaltskosten für den Versorgungsausgleich (VA) hängen vom Verfahrenswert ab, der sich aus dem dreifachen monatlichen Nettoeinkommen beider Ehegatten plus 10 % pro Rentenanrecht berechnet. Sie richten sich nach dem RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) und umfassen eine Verfahrens- und Terminsgebühr. Bei einvernehmlichen Scheidungen wird oft nur ein Anwalt beauftragt, wodurch die Kosten für den anderen Ehepartner entfallen (ggf. durch Kostenteilung vereinbart). Es gibt auch die Möglichkeit der Verfahrenskostenhilfe und steuerlichen Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung, so die Kanzlei Hasselbach.
 

Ist der Zugewinnausgleich steuerlich absetzbar?

Da es sich hierbei um eine Zahlung aus versteuertem Vermögen handelt, liegt keine steuerlich abziehbare Aufwendung zu. Beim Empfänger unterliegt der gezahlte Zugewinnausgleich nicht der Einkommensteuer.

Welche Unterhaltszahlungen sind steuerlich absetzbar?

Wenn Sie gesetzlich verpflichtet sind, jemandem Unterhalt zu zahlen, dann können Sie diesen Unterhalt von der Einkommensteuer absetzen als "außergewöhnliche Belastung". Das kann zum Beispiel der Unterhalt sein für Ihre Eltern, Ihre älteren Kinder sowie geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehepartner.

Wird eine Scheidung dem Finanzamt gemeldet?

Im Falle einer Trennung von Ihrem Ehepartner/Lebenspartner müssen Sie beim Finanzamt eine Erklärung über das dauernde Getrenntleben abgeben (auch wenn Sie z.B. weiterhin in einer gemeinsamen Wohnung wohnen). Der tatsächliche Scheidungstermin ist steuerlich nicht zu beachten.

Wie macht man eine Steuererklärung im Trennungsjahr?

Wenn Sie sich scheiden lassen wollen und bereits getrennt leben, dürfen Sie nur noch im Trennungsjahr die Zusammenveranlagung wählen – wenn Sie das denn wollen. Danach müssen Sie einzeln Ihre Steuererklärungen abgeben. Ob Sie weiterhin am gleichen Wohnsitz gemeldet sind, spielt dabei keine Rolle.

Wo werden Scheidungskosten in der Steuererklärung eingetragen?

Scheidungskosten nicht von der Steuer absetzbar

Seit 2013 können Sie die Anwaltskosten oder Gerichtsgebühren für eine Scheidung nicht mehr als außergewöhnliche Belastung in Ihre Steuererklärung eingetragen.

Wann kann ich Scheidungskosten von der Steuer absetzen?

Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung

Grundsätzlich kannst du deine Scheidungskosten nur noch absetzen, wenn du durch die Scheidung Gefahr läufst, dass du deine Lebensgrundlage verlierst oder du nicht mehr deinen lebensnotwendigen Bedürfnissen nachkommen kannst.

Kann ich Unterhaltszahlungen an meinen geschiedenen Ehegatten von der Steuer absetzen?

Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten können bis zum Höchstbetrag von 13.805 Euro als Sonderausgaben abgesetzt werden. Im Gegenzug muss der Empfänger den gleichen Betrag als sonstige Einkünfte versteuern (sog. begrenztes Realsplitting).

Ist nachehelicher Unterhalt als außergewöhnliche Belastung absetzbar?

Unterhaltszahlungen sind steuerlich entweder als Sonderausgabe (bereits ab dem Jahr des Getrenntlebens) oder als außergewöhnliche Belastung (erst ab dem Folgejahr) absetzbar. Es geht immer nur eins von beiden. Als Sonderausgaben kann der Unterhaltspflichtige bis zu 13.805,- Euro im Jahr an Unterhaltskosten absetzen.

Wo trage ich Anwaltskosten in der Steuererklärung ein?

Je nach Zusammenhang trägt man die Kosten in unterschiedliche Anlagen der Steuererklärung ein. Berufsbedingte Anwaltskosten als Werbungskosten gehören in Anlage N, Kosten im Zusammenhang mit Vermietung und Verpachtung werden in Anlage VuV und außergewöhnliche Belastungen in der gleichnamigen Anlage eingetragen.

Welche privaten Kosten kann man von der Steuer absetzen?

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du einige private Kosten steuerlich absetzen. Dazu zählen zum Beispiel: Krankheitskosten, Unterhaltsleistungen, Spenden, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, Kinderbetreuungskosten, Schulgeld, Kirchensteuer und Beiträge zu einem Riester-Vertrag.

Wo trage ich Anwaltskosten bei Elster ein?

Die Anwaltskosten tragen Sie in der Anlage N Ihrer Steuererklärung in der Zeile „Werbungskosten, die Sie hier eintragen können“ ein. Wichtig: Bewahren Sie alle Rechnungen und Belege sorgfältig auf, um die Kosten im Falle einer Prüfung durch das Finanzamt nachweisen zu können.

Sind Amtsgerichtskosten steuerlich absetzbar?

Uneinigkeit zwischen BFH und Bundesfinanzministerium

2011 hatte der Bundesfinanzhof zunächst entschieden: Verklagen Sie jemanden zivilrechtlich, können Sie die Anwalts- und Gerichtskosten als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen – egal, worum es in Ihrer Klage geht (Urteil vom 12.05.2011, VI R 42/10).

Können Anwaltskosten von den Steuern abgezogen werden?

Die Steuergesetze sehen keinen allgemeinen Abzug von Anwaltskosten vor. Die Anwaltskosten sind deshalb nur dann abzugsfähig, wenn sie im Zusammenhang mit der Erzielung oder Durchsetzung von steuerbaren Einkünfte entstanden sind. Sie können als sog. Gewinnungskosten in Abzug gebracht werden.