Bei welchem Ehrenamt bekommt man eine Aufwandsentschädigung?

Gefragt von: Paul Kunze
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Man bekommt eine Aufwandsentschädigung bei vielen Ehrenämtern, vor allem bei nebenberuflichen Tätigkeiten in gemeinnützigen Organisationen, die unter die Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale fallen, wie z.B. im Sport, bei der Alten- und Jugendhilfe, als Trainer, Betreuer oder in der Vorstandsarbeit (wenn in der Satzung vorgesehen). Auch öffentliche Ämter wie Schöffe oder Wahlhelfer werden entschädigt. Die Höhe ist steuerfrei bis zu 840 € (Ehrenamtspauschale) bzw. 3.000 € (Übungsleiterpauschale) pro Jahr, plus Erstattung tatsächlicher Kosten.

Bei welchem Ehrenamt gibt es Aufwandsentschädigung?

Eine Aufwandsentschädigung kann mit Ausnahme des Vorstandes jedem ehrenamtlich Tätigen gezahlt werden unabhängig davon, ob die Person Mitglied im Verein ist oder nicht.

Welche Beispiele gibt es für die Ehrenamtspauschale?

Die Ehrenamtspauschale (bis 840 €/Jahr) gilt für allgemeine, nebenberufliche Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen oder öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Vorstandsarbeit, Kassier, Platzwart, Schriftführer, Gerätewart, Reinigung, Betreuung, Fahrdienste oder als Schiedsrichter im Amateurbereich – nicht aber für Lehrtätigkeiten, die unter die höhere Übungsleiterpauschale fallen. Wichtig ist, dass die Tätigkeit nebenberuflich ist (max. 1/3 der Vollzeit-Zeit) und gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dient.
 

Wann steht mir eine Aufwandsentschädigung zu?

Eine Aufwandsentschädigung erhält man für nebenberufliche, ehrenamtliche Tätigkeiten in gemeinnützigen oder öffentlichen Bereichen (z.B. Sportverein, Feuerwehr, Pflege), wenn die Tätigkeit meist unter einem Drittel einer Vollzeitstelle liegt und die Auszahlung steuerfrei bis zu bestimmten Grenzen (Ehrenamtspauschale: 840 €/Jahr; Übungsleiterpauschale: bis zu 3.000 €/Jahr für bestimmte Tätigkeiten) erfolgt. Auch Betreuern (amtlich bestellt) oder bei tarifvertraglichen Ansprüchen (z.B. Auslöse im Baugewerbe) kann es eine Aufwandsentschädigung geben, die jedoch oft andere Regeln hat. 

Wer hat Anspruch auf Aufwandsentschädigung?

Der Empfänger der Aufwandsentschädigung muss nicht mal Vereinsmitglied sein. Zum Beispiel können externe Ehrenamtler, freiberufliche Trainer oder Dozenten sowie Rentner, je nach Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung in Form einer Ehrenamtspauschale oder Übungsleiterpauschale erhalten.

Ehrenamtlich tätig? 🏛️🚒 So ist die Entschädigung steuerfrei!

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Kann ehrenamtliche Tätigkeit vergütet werden?

Egal wie Sie sich in die Gesellschaft einbringen – freiwilliges Engagement lohnt sich. Sie können nicht nur eine Aufwandsentschädigung oder eine pauschale Vergütung bekommen, sondern auch Anwartschaften für Ihre spätere Rente aufbauen. Sogar ohne eigene Beiträge!

Wer kann eine Ehrenamtspauschale erhalten?

Jeder kann die steuerfreie Ehrenamtspauschale (bis zu 840 €/Jahr) erhalten, der nebenberuflich für eine gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisation tätig ist, z. B. als Kassierer, Schriftführer, Platzwart oder in der Pflege, solange die Tätigkeit die 1/3-Zeitgrenze eines Vollzeitjobs nicht überschreitet und nicht bereits über einen anderen Freibetrag (wie die Übungsleiterpauschale) vergütet wird. Auch Studenten, Rentner, Arbeitslose und Hausfrauen/-männer sind begünstigt. 

Was ist der Unterschied zwischen Ehrenamtspauschale und Aufwandsentschädigung?

Die Ehrenamtspauschale beträgt ab 1. Januar 2026 960 Euro (Steueränderungsgesetz 2025). Das heißt, bis zu diesem Betrag ist Deine Aufwandsentschädigung im Ehrenamt steuer- und sozialabgabenfrei. Zuvor lag der Wert noch bei 840 Euro.

Wie viel Geld bekommt man für Ehrenamtliche Arbeit?

Zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements wird die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale auf (von 3.000 auf) 3.300 Euro bzw. (von 840 auf) 960 Euro angehoben.

Was ist eine hoheitliche ehrenamtliche Tätigkeit?

Mit öffentlichem Dienst sind hoheitliche Tätigkeiten gemeint. Beispiele: kommunale Wahlbeamte, ehrenamtlich Tätige bei Berufsorganisationen und Angehörige der freiwilligen Feuerwehr.

Was zählt alles als ehrenamtliche Tätigkeit?

Welche Tätigkeiten werden als Ehrenamt anerkannt?

  • Übungsleiter und Trainer.
  • Freiwillige Feuerwehr und Unterstützung der Polizei.
  • Jugendarbeit und Sozialarbeit.
  • Rettungsdienste und Sanitäter.
  • Pflegetätigkeiten und Seniorenbegleiter.
  • Palliativbegleiter.
  • Arbeit in religiösen Gemeinden bzw. ...
  • Ehrenamtliche Richter und Schöffen.

Was ist die häufigste ehrenamtliche Tätigkeit?

Die meisten Menschen im Sport aktiv

Besonders viele - 13,5 Prozent der Bevölkerung - engagieren sich im Bereich Sport und Bewegung. Es folgen Kultur und Musik mit 8,6 Prozent, der soziale Bereich mit 8,3 Prozent und Schule und Kindergarten mit 8,2 Prozent (Freiwilligensurvey 2019).

Wie hoch darf eine Ehrenamtspauschale pro Stunde sein?

Somit beträgt der stündliche Lohn der Ehrenamtspauschale 5,80 Euro und die jährlichen 840 Euro sind erreicht. Bei einer Überschreitung der 840-Euro-Grenze würden sie keine Aufwandsentschädigung mehr erhalten, sondern den stündlichen Mindestlohn.

Wie hoch ist der Aufwendungsersatz?

Die Aufwandspauschale gemäß § 1878 BGB beträgt zurzeit 425,00 € pro Jahr.

Was ist eine unentgeltliche ehrenamtliche Tätigkeit?

Freiwillig unentgeltlich arbeiten bedeutet Ehrenamt, sich für das Gemeinwohl ohne Bezahlung in Vereinen, Organisationen oder privat zu engagieren, wobei Aufwandsentschädigungen (wie Fahrtkosten) erlaubt sind, solange sie kein Entgelt darstellen. Wichtig ist die Abgrenzung zur Schwarzarbeit: Ehrenamt ist altruistisch, nicht gewinnorientiert und dient dem Gemeinwohl (z.B. Sport, Kultur, Soziales, Rettung). Für Praktika gelten spezielle Regeln: Unentgeltlich nur bei echten Pflicht- oder Orientierungspraktika, sonst besteht Mindestlohnanspruch. 

Wird das Ehrenamt auf die Rente angerechnet?

Ehrenamtliche Aufwandsentschädigungen werden bei Rentnern über der Regelaltersgrenze nicht auf die Rente angerechnet, da unbegrenzter Hinzuverdienst erlaubt ist. Bei vorzeitiger Altersrente oder Erwerbsminderungsrente hängt es davon ab: Steuerfreie Beträge (Ehrenamtspauschale bis 840 €/Jahr, Übungsleiterpauschale) sind unbedenklich. Höhere Entschädigungen, die einen konkreten Verdienstausfall ersetzen, zählen als Hinzuverdienst und können angerechnet werden, bis zu bestimmten Grenzen. 

Wie hoch ist die monatliche Aufwandsentschädigung für ein Ehrenamt?

Der Steuerfreibetrag von 720 € jährlich kann nur dann in Anspruch genommen werden, wenn man für die ehrenamtlich ausgeübte Tätigkeit tatsächlich Einnahmen erhält. Das bedeutet also, dass pauschale Aufwandsentschädigungen ohne Einzelnachweis in Höhe von bis zu 720 € pro Jahr E also durchschnittlich 60 € pro Monat.

Welche Vorteile hat man, wenn man ehrenamtlich arbeitet?

Ehrenamtliche Tätigkeit bietet viele Vorteile: Sie ermöglicht persönliche Weiterentwicklung, das Erlernen neuer Fähigkeiten (wie Erste Hilfe, Organisation, Konfliktlösung), neue Kontakte und Freundschaften mit Gleichgesinnten sowie mehr Selbstbewusstsein und Zufriedenheit. Berufliche Vorteile sind ein Pluspunkt im Lebenslauf, da Engagement, soziale Kompetenzen und praktische Erfahrungen signalisiert werden; zudem gibt es oft steuerfreie Aufwandsentschädigungen (Ehrenamtspauschale bis 840 €/Jahr) und regionale Vergünstigungen (Ehrenamts-Card). Es stärkt den sozialen Zusammenhalt und die Gemeinschaft und kann gesundheitlich (z.B. gegen soziale Isolation) förderlich sein.
 

Ist ein Ehrenamt meldepflichtig?

Ehrenamt und Sozialhilfe

Wenn Sie mehr als 15 Stunden in der Woche ehrenamtlich tätig sind, müssen Sie die Betätigung bei der Agentur für Arbeit unverzüglich anzuzeigen.

Was fällt alles unter Aufwandsentschädigung?

Aufwandsentschädigung (hierzu zählen unter anderem Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale) und Aufwandsersatz (auch Aufwendungsersatz genannt. Vor allem bei Tätigkeiten wie dem Ausstellen von Bescheinigungen für Rückspenden sollten Sie mit großer Sorgfalt verfahren.

Welche Fahrtkosten werden im Ehrenamt erstattet?

Fahrtkosten im Ehrenamt werden idealerweise vom Verein steuerfrei erstattet, meist über eine Kilometerpauschale (z.B. 30 Cent/km), was unkompliziert ist. Werden sie nicht erstattet, können sie in der Steuererklärung nur begrenzt als Werbungskosten geltend gemacht werden, oft nur über die sogenannte Ehrenamtspauschale (bis 840 € pro Jahr steuerfrei) hinaus, wobei Nachweise nötig sind. Grundsätzlich gilt: Ehrenamtliche sollen nicht auf Kosten sitzen bleiben, aber die Erstattung muss ordnungsgemäß abgewickelt werden, oft durch interne Regelungen oder Verträge. 

Wer darf Ehrenamtspauschale bekommen?

Die Ehrenamtspauschale können alle bekommen, die nebenberuflich für eine gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisation tätig sind, z.B. als Platzwart, Kassierer, Schriftführer oder in der Vorstandschaft (wenn die Satzung es erlaubt) – solange die Tätigkeit nicht hauptberuflich ist (max. 1/3 Vollzeit) und nicht mit einem anderen Freibetrag (z.B. Übungsleiterpauschale) für dieselbe Tätigkeit verrechnet wird, und die Einnahmen bis zu 840 Euro pro Jahr (ab 2026: 960 Euro) steuerfrei bleiben. 

Was zählt alles unter Ehrenamt?

Ehrenamt zählt als freiwillige, unentgeltliche Tätigkeit zum Wohle der Gemeinschaft oder anderer Menschen, oft im gemeinnützigen Bereich, wie bei Sportvereinen, Rettungsdiensten, Jugendarbeit oder der Tafel, wobei auch kleine, flexible Aufgaben wie Nachbarschaftshilfe oder Gassi gehen zählen und Wertschätzung über das Geld hinausgeht. Wichtig ist der Einsatz aus Überzeugung, der Verantwortungsübernahme zeigt, auch wenn es nur punktuelle oder zeitlich begrenzte Hilfe ist.
 

Wie beantrage ich eine Ehrenamtspauschale?

Die Ehrenamtspauschale muss nicht bei einer Behörde beantragt werden. Sie wird direkt vom Verein oder der Organisation ausgezahlt, bei der das Ehrenamt ausgeübt wird. Voraussetzung ist eine nebenberufliche Tätigkeit für eine gemeinnützige Einrichtung.

Kann ich mein Ehrenamt steuerlich absetzen?

Wer sich ehrenamtlich engagiert und dafür Geld erhält, hat Anspruch auf den sogenannten Ehrenamtsfreibetrag. Aktuell beträgt er 840 Euro pro Jahr. Auch wenn Sie mehrere Ehrenämter ausüben, gibt es diesen bestimmten Freibetrag nur einmal jährlich.