Für was darf abgemahnt werden?

Gefragt von: Marlene Hein
sternezahl: 4.5/5 (6 sternebewertungen)

Man darf für die Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten abmahnen, wie z. B. bei Unpünktlichkeit, unentschuldigtem Fehlen, Arbeitsverweigerung, Pflichtverletzungen (z. B. private Internetnutzung, Alkohol), minderwertiger Arbeitsleistung, Beleidigungen/Mobbing und unerlaubten Nebentätigkeiten; sie dient als Warnung für eine mögliche Kündigung bei Wiederholung und muss konkrete Fälle benennen und das erwartete Verhalten beschreiben. Auch Arbeitnehmer können Arbeitgeber abmahnen, z.B. bei Lohnrückstand, www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Abmahnung_Gruende.html.

Für was kann man abgemahnt werden?

Gründe für eine Abmahnung sind meist Verstöße gegen arbeitsvertragliche Pflichten wie wiederholte Unpünktlichkeit, unentschuldigtes Fehlen, Arbeitsverweigerung, Beleidigungen, Verstöße gegen die Betriebsordnung (z. B. Alkohol am Arbeitsplatz, private Internetnutzung), unerlaubte Nebentätigkeiten oder das Nichteinhalten von Anweisungen. Eine Abmahnung ist eine Rüge, die vor einer Kündigung ausgesprochen wird, wenn der Arbeitnehmer sein Verhalten ändern soll, aber nur bei steuerbarem Verhalten (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) zulässig ist, nicht bei reiner Unfähigkeit oder Krankheit ohne Fehlverhalten.
 

Welches Fehlverhalten kann abgemahnt werden?

Zu den häufigsten Gründen für verhaltensbedingte Abmahnungen zählen Probleme im zwischenmenschlichen Bereich – so etwa in Bezug auf das Verhältnis zu Kollegen, zu Kunden oder zu Vorgesetzten. Hier können beispielsweise Beleidigungen, anhaltendes Mobbing oder Unfreundlichkeit gegenüber Kunden zählen.

Wann ist eine Abmahnung nicht rechtens?

Eine Abmahnung ist ungültig, wenn sie unkonkret, pauschal oder unvollständig ist (wer, was, wann, wo), keine Kündigungsandrohung enthält, von einem unzuständigen Vorgesetzten ausgesprochen wird, bei Bagatellverstößen, unwahren Tatsachenbehauptungen oder Verletzung Persönlichkeitsrechte erfolgt oder wenn der Arbeitgeber das Verhalten über eine unangemessene lange Zeit toleriert hat (Verwirkung). Auch formale Fehler oder fehlende Beweise können zur Unwirksamkeit führen, wobei eine gesetzliche Frist zur Abmahnung fehlt, die Zeitnähe aber wichtig ist. 

Welche Gründe für Abmahnungen gibt es?

Dies sind die 9 Gründe, die in der Praxis am häufigsten zu einer Abmahnung führen.

  • Schlechte Leistung. ...
  • Blaumachen. ...
  • Diebstahl. ...
  • Alkohol am Arbeitsplatz. ...
  • Unpünktlichkeit. ...
  • Verstoß gegen die Kleiderordnung. ...
  • Private Internetnutzung. ...
  • Verspätete Krankmeldung.

Abfindungskiller: Sage NIE diese 3 Wörter!

34 verwandte Fragen gefunden

Wie viel Abmahnung braucht man, um gekündigt zu werden?

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme gibt es im deutschen Arbeitsrecht keine gesetzlich festgelegte Anzahl von Abmahnungen, die zwingend einer Kündigung vorausgehen müssen.

Was ist die Vorstufe zur Abmahnung?

Die arbeitsrechtliche Missbilligung ist das Mittel der 1. Wahl, wenn ein Fehlverhalten eines Arbeitnehmers geahndet werden soll, ohne dass schon Konsequenzen angedroht werden sollen. Eine Missbilligung entfaltet keine arbeitsrechtliche Wirkung. Die Missbilligung ist die Vorstufe zur Abmahnung.

Wann ist eine Abmahnung unwirksam?

Eine Abmahnung ist unwirksam, wenn sie pauschal, unkonkret ist (fehlende Details wie Datum, Uhrzeit, Ort), der Vorwurf nicht beweisbar, eine Pflichtverletzung nicht vorliegt (z.B. Krankheit), die Abmahnung unverhältnismäßig ist (Bagatellverstoß) oder von einer nicht weisungsbefugten Person unterschrieben wurde; auch das Fehlen einer Androhung künftiger Konsequenzen (wie Kündigung) oder die lange Toleranz des Verhaltens machen sie ungültig. Um sie anzufechten, sollte man schriftlich die Entfernung verlangen und die Mängel genau benennen. 

Welche 3 Funktionen hat eine Abmahnung?

Die Abmahnung beinhaltet eine Erinnerungs- und Ermahnungsfunktion, eine Warnfunktion und auch eine Dokumentationsfunktion.

Wie reagiere ich auf eine Abmahnung?

Auf eine Abmahnung reagieren Sie am besten, indem Sie ruhig bleiben, die Abmahnung genau prüfen (inhaltlich und formal) und nicht sofort emotional reagieren, da Sie mehrere Optionen haben: Eine Gegendarstellung verfassen, den Betriebsrat einschalten, das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen oder, bei Unberechtigtheit, Klage auf Entfernung erheben, wobei eine Reaktion oft strategisch ist und eine sofortige Entschuldigung voreilig sein kann. 

Was ist grobes Fehlverhalten am Arbeitsplatz?

Die Schwere der vom Arbeitnehmer begangenen Handlung kann die Beziehung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zerstören. Grobes Fehlverhalten kann Betrug, Gewalt, Diebstahl, Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften, Gesundheitsverstöße, Trunkenheit und mehr umfassen.

Was ist eine Abmahnung wegen Respektlosigkeit?

Ja, respektloses Verhalten am Arbeitsplatz, wie Beleidigungen, Anschreien oder herablassende Äußerungen gegenüber Vorgesetzten oder Kollegen, kann eine Grundlage für eine Abmahnung sein, da es den Betriebsfrieden stört und arbeitsvertragliche Pflichten verletzt; die Abmahnung dient als formelle Warnung, dass bei Wiederholung arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung drohen. Wichtig ist eine konkrete Beschreibung des Vorfalls, der Bezug zu betrieblichen Regeln und die Aufforderung zur Verhaltensänderung. 

Was ist ein gravierendes Fehlverhalten?

Das unerwünschte Verhalten muss so gravierend sein, dass das Vertrauensverhältnis unwiederbringlich zerstört ist. Allerdings werden der Entscheidung keine subjektiven Überlegungen zugrunde gelegt. Hier muss schon ein gravierendes Fehlverhalten vorliegen, wie z.B. strafrechtliche Verfehlungen, Betrug o. ä..

Wann ist eine Abmahnung unverhältnismäßig?

Eine Abmahnung ist unverhältnismäßig, wenn die Pflichtverletzung geringfügig und einmalig war, keine ernsthafte Wiederholungsgefahr besteht und ein klärendes Gespräch oder eine Ermahnung ausreichend wären.

Muss ein Personalgespräch vor einer Abmahnung stattfinden?

Ein Gespräch vor einer Abmahnung dient dazu, Fehlverhalten zu klären, dem Mitarbeiter eine Chance zur Verbesserung zu geben und Unklarheiten auszuräumen, obwohl es rechtlich nicht immer vorgeschrieben ist (außer im öffentlichen Dienst). Arbeitgeber sollten sachlich die konkreten Vorfälle schildern, dem Mitarbeiter Gehör schenken und die Erwartungen klar kommunizieren; Mitarbeiter sollten ihre Sichtweise darlegen und wichtig: nur den Empfang, nicht die inhaltliche Richtigkeit bestätigen, falls eine schriftliche Abmahnung folgt. 

Welche Beispiele gibt es für Fehlverhalten am Arbeitsplatz?

Fehlverhalten am Arbeitsplatz umfasst alles von geringfügigen Pflichtverletzungen (Unpünktlichkeit, überzogene Pausen, private Internetnutzung) bis zu schweren Verstößen wie Diebstahl, Betrug, Körperverletzung, Mobbing, Diskriminierung, Arbeitsverweigerung, Drogenkonsum, Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften oder die Fälschung von Dokumenten. Es kann verbal (Beleidigungen, Mobbing, Schikane) oder nonverbal (z. B. mangelnde Kooperation) auftreten und Konsequenzen von Abmahnung bis zur fristlosen Kündigung haben, je nach Schwere. 

Was können Gründe für eine Abmahnung sein?

Gründe für eine Abmahnung sind meist Verstöße gegen arbeitsvertragliche Pflichten wie wiederholte Unpünktlichkeit, unentschuldigtes Fehlen, Arbeitsverweigerung, Beleidigungen, Verstöße gegen die Betriebsordnung (z. B. Alkohol am Arbeitsplatz, private Internetnutzung), unerlaubte Nebentätigkeiten oder das Nichteinhalten von Anweisungen. Eine Abmahnung ist eine Rüge, die vor einer Kündigung ausgesprochen wird, wenn der Arbeitnehmer sein Verhalten ändern soll, aber nur bei steuerbarem Verhalten (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) zulässig ist, nicht bei reiner Unfähigkeit oder Krankheit ohne Fehlverhalten.
 

Wird man nach 3 Abmahnungen fristlos gekündigt?

Fristlose Kündigung nach einer Abmahnung – oder doch nach drei? Es ist ein häufiger Irrglaube, dass eine fristlose Kündigung erst nach drei bzw. zwei Abmahnungen erfolgen darf, denn das ist nicht immer der Fall. Es kommt darauf an, wie schwerwiegend der Grund für die Kündigung ist und ob eine Besserung in Sicht ist.

Welche Kriterien muss eine Abmahnung erfüllen?

Die Abmahnung muss genau formuliert sein und folgende wesentliche Bestandteile enthalten:

  • Konkrete Feststellung und Beschreibung des beanstandeten Verhaltens unter Angabe von Datum, Ort und Zeit. ...
  • Exakte Rüge der begangenen Pflichtverletzung.

Wann ist eine Abmahnung rechtswidrig?

Eine Abmahnung ist ungültig, wenn sie unkonkret, pauschal oder unvollständig ist (wer, was, wann, wo), keine Kündigungsandrohung enthält, von einem unzuständigen Vorgesetzten ausgesprochen wird, bei Bagatellverstößen, unwahren Tatsachenbehauptungen oder Verletzung Persönlichkeitsrechte erfolgt oder wenn der Arbeitgeber das Verhalten über eine unangemessene lange Zeit toleriert hat (Verwirkung). Auch formale Fehler oder fehlende Beweise können zur Unwirksamkeit führen, wobei eine gesetzliche Frist zur Abmahnung fehlt, die Zeitnähe aber wichtig ist. 

Kann ich mich gegen eine Abmahnung wehren?

Ja, gegen eine Abmahnung kann man definitiv vorgehen, sei es durch eine schriftliche Gegendarstellung oder durch Klage, um sie aus der Personalakte entfernen zu lassen, besonders wenn sie unberechtigt ist oder Fehler enthält, wobei eine anwaltliche Beratung für die beste Strategie ratsam ist, da man oft keine gesetzlichen Fristen beachten muss, aber schnell handeln sollte.
 

Wann ist eine Abmahnung nicht mehr gültig?

Eine Abmahnung im Arbeitsrecht verjährt formal nicht, aber ihre rechtliche Wirkung lässt nach, oft nach 2-3 Jahren störungsfreiem Verhalten, da Arbeitgeber sich dann nicht mehr darauf berufen können. Bei wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen (z.B. Filesharing) verjähren die Ansprüche (Anwaltskosten, Schadenersatz) hingegen nach der regelmäßigen Frist von drei Jahren (§ 195 BGB), beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger Kenntnis erlangte (z.B. 31.12.2024 für einen Verstoß vom 10.03.2024).
 

Wie viel Abmahnung bekommt man, bevor man gekündigt wird?

Es gibt keine gesetzliche Regel für eine bestimmte Anzahl von Abmahnungen; die Kündigung kann bereits nach einer einzigen Abmahnung bei schweren Verstößen erfolgen, während bei leichteren Pflichtverletzungen oft mehrere (2-3) Abmahnungen nötig sind, bevor eine Kündigung gerechtfertigt ist, da dies vom Einzelfall, der Schwere des Vergehens und dem Verhalten des Arbeitnehmers abhängt. Der Mythos der "Drei-Abmahnungen-Regel" ist eine Falschannahme.
 

Kann man nach einer Abmahnung direkt gekündigt werden?

Schließlich gibt es hierzu keine gesetzliche Vorschrift. Vielmehr haben Arbeitgeber:innen im Grundsatz die Möglichkeit, nach nur einer Abmahnung oder schlimmstenfalls sogar ohne Abmahnung eine verhaltensbedingte Kündigung auszusprechen. In der Praxis kommt es aber äußerst selten zu diesen Fällen.

Wann ist eine Abmahnung unbegründet?

Eine Abmahnung ist unberechtigt, wenn sie auf unzutreffenden Tatsachen beruht, auf Tatsachen beruht, die vor Gericht nicht nachgewiesen werden können, unverhältnismäßig ist, verwirkt ist, ehrverletzende Äußerungen enthält, wenn der Arbeitgeber eine unzutreffende rechtliche Wertung vorgenommen hat oder wenn er kein ...