Ist eine Selbstanzeige straffrei?

Gefragt von: Cordula Wilhelm
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Die strafbefreiende Selbstanzeige ist in § 371 der Abgabenordnung (AO) geregelt. Sie stellt die einzige gesetzliche Möglichkeit dar, um nach einer vollendeten - d.h. tatbestandsmäßig, rechtswidrig und schuldhaft verwirklichten - Steuerhinterziehung (§ 370 AO) Straffreiheit zu erlangen.

Ist eine Selbstanzeige bei der Steuer straffrei?

Was passiert bei einer Selbstanzeige? Wer Steuerhinterziehung begangen hat, kann durch Selbstanzeige bei seinem zuständigen Finanzamt straffrei ausgehen – sei es als Täter, Mittäter, Gehilfe oder Anstifter. Sind mehrere Täter beteiligt, müssen alle gleichzeitig bei Ihrer zuständigen Behörde Selbstanzeige erstatten.

Welche Konsequenzen hat eine Selbstanzeige?

Nachdem Sie die Selbstanzeige beim Finanzamt eingereicht haben, wird ein Ermittlungsverfahren durch die Bußgeld- und Strafsachenstelle eröffnet. Vor Einleitung des Verfahrens kann es auch passieren, dass das Finanzamt weitere Informationen und Unterlagen einfordert, die für die Prüfung erforderlich sind.

Was bringt eine Selbstanzeige bei der Polizei?

Die Selbstanzeige bietet dem Steuersünder die „goldene Brücke zur Rückkehr in die Straffreiheit“. Der Vorzug der Selbstanzeige sichert Straffreiheit und verhindert strafrechtliche Konsequenzen, wie z. B. eine öffentliche Anklage wegen Steuerhinterziehung.

Was bringt eine Selbstanzeige?

Die Selbstanzeige befreit von der Strafe aufgrund einer Steuerhinterziehung und ebnet damit den Weg in die Steuerehrlichkeit. Grundsätzlich gilt: gibt der Steuerpflichtige eine wirksame Selbstanzeige ab, wird er straffrei. die Steuern, Zinsen und ggf. einen Strafzuschlag fristgerecht nachzahlt.

Selbstanzeige: Wie du bei Steuervergehen straffrei bleibst! | Daub & Bürgelin (Steuerberater)

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Ist eine Selbstanzeige strafmildernd?

strafmildernd gewertet. Eine Selbstanzeige hat gemäß § 371 Abs. 2 Nr. 3 AO auch keine strafbefreiende Wirkung, wenn die verkürzte Steuer oder der erlangte nicht gerechtfertigte Steuervorteil einen Betrag von 25.000,- Euro je Tat übersteigt.

Wann sollte man sich selber anzeigen?

Wann kommt eine Selbstanzeige in Frage? Möglich ist die Selbstanzeige bei allen Delikten. Ob Mord oder Diebstahl, Steuerhinterziehung oder eine bloße Ordnungswidrigkeit. Sie können sich für jedwedes rechtswidriges Verhalten selbst den Behörden ausliefern.

Was kostet eine Selbstanzeige?

Was kostet eine strafbefreiende Selbstanzeige? Das Einreichen an sich ist kostenlos. Allerdings müssen die hinterzogenen Steuern nebst Zinsen natürlich nachgezahlt werden. Ab einer hinterzogenen Summe von 25.000 Euro werden zudem Strafzuschläge fällig.

Was ist eine straflose Selbstanzeige?

Bei der straflosen Selbstanzeige entfällt die Busse wegen Steuerhinterziehung und auch eine allfällige Bestrafung wegen Steuerbetrug und einer damit zusammenhängenden Urkundenfälschung. Die Nachsteuer bleibt jedoch bestehen und wird inklusive Verzugszins für höchstens zehn Jahre erhoben.

Welche Folgen hat eine Strafanzeige?

Das Wichtigste in Kürze. ✅ Eine Strafanzeige löst ein Ermittlungsverfahren aus: Sobald du eine Anzeige erstattest, prüfen die Behörden, ob ein Anfangsverdacht besteht. Liegt dieser vor, leitet die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein, bei denen Beweise gesammelt und mögliche Verdächtige befragt werden.

Wie lange ist eine Selbstanzeige möglich?

Eine wirksame Selbstanzeige hat somit in Zukunft gegebenenfalls einen Zeitraum von 15 Jahre zu umfassen. Inwieweit dies in Anbetracht der zehnjährigen Aufbewahrungspflicht von Unterlagen überhaupt tatsächlich möglich ist, dürfte fraglich sein. Ebenfalls sind verfassungsrechtliche Bedenken angebracht.

Was ist eine strafbefreiende Selbstanzeige?

Die strafbefreiende Selbstanzeige ist in § 371 der Abgabenordnung (AO) geregelt. Sie stellt die einzige gesetzliche Möglichkeit dar, um nach einer vollendeten - d.h. tatbestandsmäßig, rechtswidrig und schuldhaft verwirklichten - Steuerhinterziehung (§ 370 AO) Straffreiheit zu erlangen.

Kann ich eine Selbstanzeige zurückziehen?

Grundsätzlich ist die Rücknahme einer Selbstanzeige möglich, sinnvoll ist dies aber nicht! Liegt tatsächlich eine Steuerhinterziehung vor, ist die Steuerhinterziehung nämlich mit der Selbstanzeige regelmäßig entdeckt.

Was passiert bei 1000 € Steuerhinterziehung?

Die Strafe bei einer Steuerhinterziehung von 1000 Euro liegt in Deutschland im Bereich der leichten Steuerhinterziehung. Für solche Fälle drohen Geldstrafen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Die genaue Strafe hängt von der Einschätzung der Behörden bezüglich der Schwere des Vergehens ab.

Kann ich mich Selbstanzeigen?

Wie bei jeder anderen Straftat steht es dem Täter frei, seine Tat selbst anzuzeigen. Im Unterschied zu allen anderen Delikten stellt eine wirksame Selbstanzeige hinsichtlich einer Steuerhinterziehung einen persönlichen Strafaufhebungsgrund dar.

Was passiert bei einer Selbstanzeige wegen Schwarzarbeit?

10.3 Welche Auswirkung hat eine Selbstanzeige auf die Strafe? Oftmals wird gegen eine Geldstrafe das Verfahren gegen den sich selbst anzeigenden Täter eingestellt. Hat der Täter während der Zeit der Schwarzarbeit Sozialleistungen bezogen, so müssen diese in jedem Fall zurückerstattet werden.

Ist eine Selbstanzeige sinnvoll?

Eine Selbstanzeige erscheint nur sinnvoll, solange die Steuerhinterziehung noch nicht durch die Finanzbehörde entdeckt wurde. Wurde die Steuerhinterziehung bereits entdeckt, so ist auch eine Selbstanzeige aussichtslos. Der Steuerpflichte sollte auch in der Lage sein, die steuerlichen Nachzahlungen leisten zu können.

Welche Strafe droht bei Selbstanzeige?

Eine strafbefreiende Selbstanzeige ist nur für hinterzogene Beträge bis zu 25.000 € möglich. Für höhere Summen ist die Voraussetzung zur Erlangung von Straffreiheit die Entrichtung der folgenden Zuschläge bei der Finanzbehörde: für Beträge über 25.000 €: ein Zuschlag von 10 %

Welche Auswirkungen hat eine Selbstanzeige auf die Steuererklärung?

Als Selbstanzeige wird eine nachträgliche Erklärung über verschwiegene oder unrichtige Angaben gegenüber dem Finanzamt verstanden. Unter bestimmten Voraussetzungenkönnen Sie mit einer Selbstanzeige Straffreiheit für eine begangene Steuerhinterziehung erhalten.

Ist eine Selbstanzeige bei nicht agegebener Steuererklärung strafbar?

Straffreiheit dank einer Selbstanzeige? Gibt der säumige Steuerpflichtige seine Steuererklärung verspätet ab, kann hierin eine strafbefreiende Selbstanzeige gesehen werden. Eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung scheidet bei einer ordnungsgemäßen Selbstanzeige aus. Aber auch hierbei ist Vorsicht geboten!

Was passiert bei Anzeige wegen Steuerhinterziehung?

Das Strafmaß für Steuerhinterziehung kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren umfassen. In besonders schweren Fällen kann die Strafe auf bis zu zehn Jahre Freiheitsentzug erhöht werden. Die genaue Strafe hängt vor allem von der Höhe der hinterzogenen Steuern ab.

Wer zahlt die Kosten bei Strafanzeige?

Grundsätzlich müssen Verurteilte die Kosten des Gerichtsverfahrens tragen – also Gerichtskosten, sämtliche Anwaltskosten sowie die Kosten für andere beteiligte Personen wie Sachverständige.

Was wirkt strafmildernd?

Ein Beispiel: Ein Täter, der einen Raub begangen hat, gesteht die Tat, zeigt aufrichtige Reue und bemüht sich, den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. Das Gericht könnte diese Umstände als strafmildernd bewerten und eine geringere Strafe verhängen, als es ohne diese Faktoren getan hätte.

Wann ist eine Strafanzeige sinnvoll?

Eine Strafanzeige ist sinnvoll, wenn Sie Opfer einer Straftat geworden sind (Diebstahl, Betrug, Körperverletzung, Belästigung), eine geplante schwere Straftat (Mord, Raub) verhindern wollen oder als Zeuge eine Straftat melden, um die Ermittlungsbehörden zu informieren und rechtliche Schritte zu initiieren – auch um Beweise zu sichern oder zivilrechtliche Ansprüche (Schadensersatz) durchzusetzen. Auch bei komplexen Konflikten kann eine Anzeige Klarheit bringen und die Ermittlung von Schuldnern unterstützen.
 

Wann ist eine Selbstanzeige noch möglich?

Grundsätzlich ist eine Selbstanzeige jederzeit möglich. Auch in Fällen, in denen Sie mit einem allgemein gehaltenen Schreiben des für Sie zuständigen Finanzamts um die Überprüfung Ihrer Angaben oder Einreichung von Belegen gebeten werden, ist eine Selbstanzeige noch möglich.