Kann ich einen Mitarbeiter kündigen, der sich im Langzeitkrankenstand befindet?

Gefragt von: Katja Ernst
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Ja, ein Arbeitgeber kann einen Mitarbeiter im Langzeitkrankenstand kündigen, da es keinen generellen Kündigungsschutz allein wegen der Krankheit gibt, aber die Kündigung muss strengen Voraussetzungen genügen (negative Gesundheitsprognose, erhebliche betriebliche Beeinträchtigung, Interessenabwägung), oft nach einem Betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM) und muss formal korrekt (schriftlich) erfolgen, wobei die Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen eingereicht werden kann.

Ist eine Kündigung bei langzeitkranken Arbeitnehmern möglich?

Eine Kündigung wegen Langzeiterkrankung ist möglich, aber nur unter strengen Voraussetzungen: Es muss eine negative Gesundheitsprognose (z.B. keine Besserung in den nächsten 2 Jahren), eine erhebliche betriebliche/wirtschaftliche Beeinträchtigung und eine Interessenabwägung vorliegen, wobei der Arbeitgeber Alternativen prüfen muss; das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) muss entweder nicht gelten oder die Kündigung muss sozial gerechtfertigt sein. Häufige Kurzerkrankungen (mehr als 30 Tage pro Jahr in 3 Jahren) oder eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit über 78 Wochen (Aussteuerung) können ebenfalls zu einer Kündigung führen. 

Kann man während eines Langzeitkrankenstands gekündigt werden?

Sie können gekündigt werden, wenn Sie aufgrund einer anhaltenden oder langfristigen Erkrankung Ihre Arbeit nicht mehr ausüben können . Bevor Ihr Arbeitgeber Maßnahmen ergreift, sollte er prüfen, wie er Sie unterstützen kann – beispielsweise, ob die Arbeit selbst Ihre Erkrankung verursacht und angepasst werden muss.

Kann der Arbeitgeber während Krankengeldbezug kündigen?

Ja, man kann während des Krankengeldbezugs gekündigt werden, da es keinen generellen Kündigungsschutz allein aufgrund von Krankheit gibt, auch wenn der Arbeitgeber Kündigungen wegen Krankheit nur unter strengen Voraussetzungen (z. B. bei häufigen Fehlzeiten oder schlechter Prognose) aussprechen darf, besonders wenn das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) greift. Die Kündigung beendet zwar nicht den Krankengeldanspruch, aber es ist wichtig, die Fristen zu beachten und bei einer Sperrzeit durch einen Aufhebungsvertrag auch den Krankengeldanspruch prüfen zu lassen.
 

Kann man jemanden im Krankenstand kündigen?

Ja, ein Arbeitgeber kann jemanden grundsätzlich auch während des Krankenstands kündigen, da es keinen generellen Kündigungsschutz während der Krankheit gibt. Es müssen jedoch dieselben Kündigungsfristen und -bedingungen eingehalten werden wie sonst auch, und eine krankheitsbedingte Kündigung (nicht nur während der Krankheit, sondern wegen der Krankheit) ist nur unter strengen Voraussetzungen zulässig, die eine negative Zukunftsprognose, erhebliche betriebliche Beeinträchtigung und Verhältnismäßigkeit erfordern. Innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung sollte eine Kündigungsschutzklage eingereicht werden, falls Sie die Kündigung angreifen möchten. 

Arbeitsrecht: Kündigung während Krankschreibung – geht das? SRH Lawcast klärt auf

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Kann ich meinen Mitarbeiter im Krankenstand kündigen?

Der:Die Arbeitgeber:in kann auch während eines Krankenstandes des:der Mitarbeiters:in die Kündigung aussprechen. Mit dem Zugang der Kündigungserklärung während des Krankenstandes wird der Lauf der Kündigungsfrist ausgelöst und das Arbeitsverhältnis endet zum Kündigungstermin.

Ist eine Kündigung während der Krankschreibung zulässig?

Ja, eine Kündigung ist auch während einer Krankschreibung möglich, da die AU keinen Kündigungsschutz bietet, aber der Arbeitgeber muss die gesetzlichen Fristen und Formalitäten (z.B. korrekter Zugang) einhalten und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen (personenbedingt, betriebsbedingt, verhaltensbedingt) wirksam kündigen. Bei einer Eigenkündigung während Krankheit bleibt der Anspruch auf Lohnfortzahlung bestehen, birgt aber Risiken für das Arbeitslosengeld (Sperrzeit). 

Was passiert, wenn ich im Krankenstand selber kündige?

Eine Eigenkündigung während einer laufenden Krankschreibung ist grundsätzlich zulässig, kann jedoch nachteilige Folgen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Krankengeld haben. Wer während des Bezugs von Krankengeld kündigt, riskiert unter Umständen eine Sperrzeit, in der keine Leistungen gezahlt werden.

Ist eine Kündigung während der Krankheit zulässig?

Während einer Krankheit darf der Arbeitgeber kündigen, da es keinen generellen Kündigungsschutz gibt, aber die Kündigung muss die gesetzlichen Fristen einhalten und darf nicht wegen der Krankheit erfolgen, wenn KSchG greift. Eine Kündigung während der laufenden Kündigungsfrist unterbricht diese nicht automatisch, aber bei einer Kündigung wegen Krankheit muss ein Arbeitgeber strenge Voraussetzungen erfüllen, da die Kündigung sonst unwirksam ist. Ein Arbeitnehmer sollte eine Kündigung immer prüfen lassen, da oft nur 3 Wochen Zeit für eine Kündigungsschutzklage bleiben. 

Wann darf der Arbeitgeber bei Krankheit kündigen?

Ein Arbeitgeber darf nur unter strengen Voraussetzungen wegen Krankheit kündigen, wenn eine negative Gesundheitsprognose (z.B. wiederholte Kurz- oder anhaltende Langzeiterkrankungen über Jahre) und eine erhebliche betriebliche Beeinträchtigung vorliegen, keine milderen Mittel (wie BEM) verfügbar sind und eine Interessenabwägung zugunsten des Arbeitgebers ausfällt; eine einfache Krankschreibung schützt nicht, aber eine Kündigung ist nur selten wirksam und meist erst nach einer langen Zeit der Ausfallzeiten (z.B. mehr als 30 Tage pro Jahr über mehrere Jahre) zulässig.
 

Kann man bei einem unbefristeten Vertrag gekündigt werden wegen Krankheit?

Ja, auch ein unbefristeter Vertrag kann wegen Krankheit gekündigt werden. Das gilt auch dann, wenn er sehr lange (z.B. für über 25 Jahre) besteht. Zu beachten sind aber die engen Voraussetzungen solcher Kündigungen.

Wann endet das Arbeitsverhältnis bei langer Krankheit?

Der Anspruch endet, wenn Arbeitnehmende länger als 78 Wochen innerhalb von drei Jahren wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig sind. Dieses Ende des Anspruchs wird als „Aussteuerung“ bezeichnet.

Ist eine Kündigung trotz psychischer Erkrankung rechtens?

Eine Kündigung wegen psychischer Erkrankung ist in Deutschland nur unter strengen Voraussetzungen möglich: Arbeitgeber müssen eine negative Gesundheitsprognose (z.B. > 6 Wochen Fehlzeit/Jahr), erhebliche betriebliche Störungen und die Unzumutbarkeit einer Weiterbeschäftigung (auch auf leidensgerechtem Arbeitsplatz) nachweisen, was oft durch ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) geprüft wird, wobei Arbeitnehmer bei Eigenkündigung wegen Krankheit (ärztlich attestiert) ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG) behalten können, um nicht Nachteile zu haben.
 

Ist eine Kündigung während der Krankheit im Kleinbetrieb möglich?

Ja, eine Kündigung während Krankheit ist auch im Kleinbetrieb grundsätzlich möglich, da das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) dort nicht gilt, aber der Arbeitgeber muss trotzdem allgemeine zivilrechtliche Grenzen (Sittenwidrigkeit, Treu und Glauben, Maßregelungsverbot) und Sonderkündigungsschutz beachten; Krankheit allein ist kein Schutz, aber eine Kündigung wegen der Krankheit muss oft durch erhebliche betriebliche Beeinträchtigungen gerechtfertigt sein und darf nicht diskriminierend sein, wobei die Anforderungen für Kleinbetriebe gelockert sind. 

Was machen, wenn Mitarbeiter ständig krank sind?

Wenn Mitarbeiter ständig krank sind, sollten Sie das Gespräch suchen, um Ursachen wie Stress oder Überforderung zu verstehen, gemeinsam Lösungen wie flexible Arbeitszeiten finden und die Arbeitssituation anpassen, ergänzt durch betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und den Betriebsarzt, um die Gesundheit zu fördern und die Fehlzeiten zu reduzieren, bevor arbeitsrechtliche Schritte (wie die Kündigung) nötig werden. 

Was ist eine krankheitsbedingte Kündigung?

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist eine spezielle Form der personenbedingten Kündigung, die nur unter strengen Voraussetzungen zulässig ist: Es muss eine negative Gesundheitsprognose vorliegen, es dürfen keine mildernden Alternativen (z.B. Umorganisation) bestehen und es muss eine erhebliche betriebliche/wirtschaftliche Beeinträchtigung durch die Krankheit entstehen, wobei eine Interessenabwägung zugunsten des Arbeitgebers ausfallen muss. Gründe sind oft häufige Kurzerkrankungen oder lang andauernde Krankheiten. Arbeitnehmer haben nur 3 Wochen Zeit für eine Kündigungsschutzklage. 

Was passiert, wenn man im Krankenstand gekündigt wird?

Wenn Sie während der Krankschreibung gekündigt werden, ist die Kündigung grundsätzlich zulässig, aber nur unter strengen Voraussetzungen, wenn das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) gilt (mehr als 10 Mitarbeiter, 6 Monate Betriebszugehörigkeit) – dann braucht der Arbeitgeber einen triftigen Grund (z.B. verhaltens- oder krankheitsbedingt). Handeln Sie schnell: Melden Sie sich sofort bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend und lassen Sie die Kündigung innerhalb von drei Wochen gerichtlich prüfen (Kündigungsschutzklage), um Ihre Rechte zu wahren und ggf. eine Abfindung zu verhandeln. 

Wie kann ich kündigen, ohne Sperre zu bekommen?

Um eine Sperre beim Arbeitslosengeld zu vermeiden, wenn Sie selbst kündigen, benötigen Sie einen wichtigen, nachweisbaren Grund, wie z. B. Mobbing, gesundheitliche Gründe (ärztlich attestiert) oder die Pflege eines Angehörigen, und müssen sich frühzeitig arbeitssuchend melden; ohne diesen Grund verhängt die Agentur für Arbeit normalerweise eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen, da Eigenkündigungen als selbstverschuldete Arbeitslosigkeit gelten. 

Kann man bei längerer Krankheit gekündigt werden?

Ja, eine Kündigung während langer Krankheit ist grundsätzlich möglich, aber nur unter sehr strengen Voraussetzungen, da Arbeitnehmer während der Krankschreibung nicht generell vor Kündigung geschützt sind. Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass die Krankheit den Betrieb unzumutbar belastet (z.B. durch ständige Fehlzeiten), eine negative Gesundheitsprognose besteht und die Kündigung das letzte Mittel ist. Innerhalb von drei Wochen nach Erhalt muss eine Kündigungsschutzklage eingereicht werden, um die Wirksamkeit zu prüfen. 

Kann mir der Arbeitgeber kündigen, wenn ich krankgeschrieben bin?

Ja, eine Kündigung wegen Krankheit ist in Deutschland möglich, aber nur unter sehr strengen Voraussetzungen und ist an spezielle Regeln geknüpft, da sie eine sogenannte personenbedingte Kündigung darstellt und oft angreifbar ist. Es muss eine negative Zukunftsprognose (erhebliche zukünftige Ausfälle) vorliegen, der Betrieb muss erheblich gestört werden und die Interessenabwägung (Arbeitgeberbelastung vs. Arbeitnehmer-Sozialschutz) muss zugunsten des Arbeitgebers ausfallen. Ein häufiger Grund sind wiederkehrende Kurzerkrankungen oder eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit mit schlechter Genesungsaussicht, wobei ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) vorher stattgefunden haben muss. 

Ist es möglich, trotz Krankschreibung zu kündigen?

Grundsätzlich ist eine Krankschreibung kein Hindernis für eine Kündigung und Ihr Arbeitgeber darf Ihnen auch während einer Krankheit kündigen. Hier ist die fristlose Kündigung aus wichtigem Grund ebenso möglich wie die ordentliche Kündigung mit Frist. Eine Kündigung wegen "genesungswidrigen Verhaltens" ist möglich.

Kann ich im Krankenstand selbst kündigen?

Kann ich gekündigt werden, während ich krank bin? Dr. Till Bender: Ja. Entgegen anderslautenden Gerüchten ist es dem Arbeitgeber nicht verwehrt, eine Kündigung während einer Arbeitsunfähigkeit auszusprechen.

Kann man Mitarbeiter während Krankschreibung kündigen?

Ja, man kann im Krankenstand gekündigt werden, da es keinen generellen Kündigungsschutz während der Krankheit gibt; Arbeitgeber können kündigen, müssen aber die normalen Kündigungsfristen einhalten und der Arbeitnehmer kann die Kündigung innerhalb von drei Wochen gerichtlich angreifen, falls das Kündigungsschutzgesetz greift oder andere Gründe vorliegen. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist nur unter strengen Voraussetzungen zulässig, z. B. bei negativer Gesundheitsprognose und erheblicher Beeinträchtigung des Betriebs, aber die Kündigung während des Krankenstands ist grundsätzlich erlaubt. 

Wie lange darf ein Hausarzt bei Depressionen krankschreiben?

Ein Hausarzt darf bei Depressionen so lange krankschreiben, wie es zur Genesung nötig ist – es gibt keine gesetzliche Höchstgrenze, aber meist werden zunächst Wochen verordnet und dann verlängert; wichtig ist die individuelle Prognose, der Behandlungsverlauf und das Erreichen einer Therapie (Psychotherapie), wobei nach 6 Wochen Lohnfortzahlung endet und Krankengeld von der Kasse gezahlt wird.
 

Kann man im Krankenstand fristlos kündigen?

Ja, eine Kündigung (auch fristlose) während der Krankschreibung ist grundsätzlich möglich, aber eine fristlose Kündigung wegen der Krankheit selbst ist kaum durchsetzbar, da Krankheit kein vorwerfbarer Pflichtverstoß ist. Der Arbeitgeber braucht einen sehr wichtigen Grund, der die Fortführung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht (z. B. vorgetäuschte Krankheit oder grob genesungswidriges Verhalten). Betroffene sollten sofort rechtliche Hilfe suchen, da die Kündigungsschutzklagefrist nur drei Wochen beträgt, um ihre Rechte zu wahren.