Was ist, wenn der Vater nicht genug Unterhalt zahlen kann?

Gefragt von: Frau Dr. Wera Wagner
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Wenn der Vater nicht genug Unterhalt zahlen kann, springt der Staat mit dem Unterhaltsvorschuss ein, wenn Sie alleinerziehend sind, das Kind unter 18 ist und der Vater gar nicht, nur unregelmäßig oder zu wenig zahlt; zudem können Sie sich beim Jugendamt beraten lassen, das bei Streitigkeiten auch eine Beistandschaft anbieten kann, um den Unterhalt einzufordern, notfalls über eine Unterhaltsklage beim Familiengericht. Bei Zahlungsunfähigkeit des Vaters wird eine sogenannte Mangelfallberechnung durchgeführt, die den Selbstbehalt des Vaters berücksichtigt, aber staatliche Hilfe gibt es meist nur für Kinder, nicht für Ex-Partner.

Was ist, wenn der Vater nicht den vollen Unterhalt zahlen kann?

Wenn der Vater den vollen Unterhalt nicht zahlen kann (Mangelfall), springt in Deutschland für minderjährige Kinder der Staat über den Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt ein, der den Mindestbedarf deckt; bei Erwachsenen oder Ehegatten gibt es keine staatliche Hilfe, aber der Unterhaltspflichtige kann Ratenzahlungen vorschlagen und muss sich ggf. mit dem Gericht einigen, um Pfändungen zu vermeiden, da sonst rechtliche Konsequenzen drohen. 

Was passiert, wenn der Vater zu wenig Unterhalt zahlt?

Wenn der Vater zu wenig oder gar keinen Kindesunterhalt zahlt, kann der betreuende Elternteil Unterhaltsvorschuss vom Staat beantragen, der die Lücke füllt und vom Vater zurückgefordert wird. Alternativ können Sie rechtliche Schritte einleiten, etwa über das Jugendamt zur Festsetzung des Unterhalts oder mit einer Unterhaltsklage beim Familiengericht, um den Anspruch gerichtlich durchzusetzen; zudem kann eine Strafanzeige wegen Verletzung der Unterhaltspflicht drohen. 

Was kann ich tun, wenn mein Ex-Partner zu wenig Unterhalt zahlt?

Zahlt der Ex-Partner immer noch nicht, können Unterhaltsberechtigte einen Antrag bei Gericht stellen. Zuständig ist in der Regel das Familiengericht am Wohnort des Kindes. Im Verlauf des Verfahrens kommt es zu einer mündlichen Verhandlung zwischen den beiden Parteien. Im Unterhaltsverfahren herrscht Anwaltszwang.

Was passiert, wenn der Mann zu wenig verdient, um Unterhalt zu zahlen?

Wer zum Kindesunterhalt verpflichtet ist, kann auch dann zur Zahlung verurteilt werden, wenn er nichts verdient. Anmerkung Maes zum Beschluss des OLG Hamm vom 10.04.2018, Az. 1 UF 186/17 in der Zeitschrift Juris Praxisreport Familienrecht und Erbrecht Ausgabe 5 vom 12.3.2019.

Volljährigenunterhalt - Was ist das? Und worum geht`s? | Andreas Mauritz Rechtsanwälte

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Kann zu wenig gezahlter Unterhalt zurückgefordert werden?

Ja, unter bestimmten Bedingungen ist eine rückwirkende Geltendmachung des Kindesunterhalts möglich. Dies kann in Fällen von Sonderbedarf oder wenn der unterhaltsberechtigte Elternteil an der Geltendmachung gehindert war, geschehen. Es ist jedoch wichtig, zeitnah zu handeln, um den Anspruch nicht zu verwirken.

Wann ist der Vater von Unterhalt befreit?

Ein Vater muss keinen Unterhalt zahlen, wenn das Kind volljährig und selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium), wenn es eigene ausreichende Einkünfte hat, eine Weltreise oder ein FSJ macht statt Ausbildung, wenn der Unterhaltspflichtige nicht leistungsfähig ist (unterhalb des Selbstbehalts liegt) oder wenn das Kind schwere Verfehlungen begeht oder die Vaterschaft angefochten wurde. Bei Minderjährigen entfällt der Unterhalt, wenn das Kind genug eigene Mittel hat oder der Vater nicht zahlen kann.
 

Kann der Vater die Zahlung von Unterhalt verweigern?

In manchen Ausnahmesituationen können Sie die Zahlung des Kindesunterhalts auch verweigern: Etwa, wenn das Kind eine vorsätzliche schwere Verfehlung begangen hat, wenn das Kind nicht ihr biologisches Kind ist und Sie die Vaterschaft angefochten haben und meist auch dann, wenn der Unterhalt für die Vergangenheit ...

Wie hoch sind die Kosten für eine Unterhaltsklage?

Die Kosten für eine Unterhaltsklage hängen vom geforderten Unterhaltsbetrag ab (Streitwert) und umfassen Anwalts- und Gerichtskosten, die sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) richten und bei höheren Beträgen mehrere Hundert bis über Tausend Euro betragen können, wobei bei erfolgreicher Klage der Unterhaltspflichtige oft die Kosten tragen muss. Eine Alternative bietet das Jugendamt, das Kindesunterhalt kostenfrei durchsetzen kann, aber nur für Minderjährige.
 

Ist es strafbar, keinen Unterhalt zu zahlen?

Ja, die vorsätzliche Nichtzahlung von gesetzlichem Unterhalt ist eine Straftat nach § 170 des deutschen Strafgesetzbuches (StGB) und kann mit Geld- oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden, weil sie den Lebensbedarf des Unterhaltsberechtigten gefährdet. Dies gilt für Kindes- und Ehegattenunterhalt, wenn man sich verwerflich und vorsätzlich seiner Pflicht entzieht. Bei finanziellen Schwierigkeiten sollte man aktiv das Familiengericht aufsuchen (Mangelfall) oder sich an Schuldnerberatungen wenden, um Strafbarkeit zu vermeiden.
 

Was tun bei Mangelfall Unterhalt?

Wenn zu wenig Unterhalt gezahlt wird, ist der erste Schritt, sich an das Jugendamt zu wenden, um Unterhaltsvorschuss zu beantragen und Unterstützung bei der Durchsetzung zu bekommen (z.B. durch die Beistandschaft), die den unterhaltspflichtigen Elternteil vertritt. Zusätzlich können Sie rechtliche Schritte erwägen, da Nichtzahlung strafbar ist. Auch andere staatliche Hilfen wie Bürgergeld könnten je nach Situation greifen, aber der Fokus liegt auf den oben genannten Maßnahmen. 

Wie viel Unterhalt muss ich bei 2000 € netto bezahlen?

Bei 2.000 € Nettoeinkommen hängt der Unterhalt vom Alter des Kindes ab (Düsseldorfer Tabelle), liegt aber oft bei ca. 400-500 € für jüngere Kinder (nach Kindergeldabzug), während für den Ehegattenunterhalt der Selbstbehalt von ca. 1.600 € (bei Erwerbstätigkeit) berücksichtigt wird, sodass dann nur ein Restbetrag (ca. 400 €) gezahlt werden müsste, wenn der Unterhaltspflichtige arbeitet. 

Ist es möglich, Unterhalt in Raten zu zahlen?

Kann ich den aufgelaufenen Unterhaltsrückstand in monatlichen Raten bezahlen? Eine monatliche Ratenzahlung ist grundsätzlich möglich. Machen Sie dem Landesamt für Finanzen gerne einen geeigneten Vorschlag.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man Unterhalt nicht zahlen kann?

Wenn Sie Unterhalt nicht zahlen können, drohen rechtliche Konsequenzen wie Zwangsvollstreckung (Pfändung), Strafverfahren (§ 170 StGB) und im schlimmsten Fall Haft, auch wenn dies selten ist. Wichtig ist, sofort Kontakt mit dem Jugendamt oder einer Schuldnerberatung aufzunehmen, den Mangel an Zahlungsfähigkeit offen zu kommunizieren und sich rechtlich beraten zu lassen, um die Situation zu klären und eine Eskalation zu vermeiden, da der Staat bei Zahlungsausfall Unterhaltsvorschuss zahlt und sich das Geld zurückholt. 

Was passiert, wenn man zu wenig Kindesunterhalt zahlt?

Tritt bei der Zahlung von Kindesunterhalt für minderjährige Kinder ein Mangelfall auf, wird Unterhaltsvorschuss von Seiten des Staates erbracht. Kommt es jedoch beim Ehegattenunterhalt oder Elternunterhalt zu einem Mangelfall, gleicht der Staat die Zahlungen nicht aus. Der Ex-Partner oder die Eltern gehen leer aus.

Was kann ich tun, wenn der Selbstbehalt nicht reicht?

Reicht der Selbstbehalt nicht zum Leben, können sowohl der notwendige als auch der angemessene Selbstbehalt erhöht werden, wenn Ihre Wohnkosten beim notwendigen Eigenbedarf 520 € und beim angemessenen Eigenbedarf 650 € übersteigen und nicht unangemessen sind.

Wer trägt die Anwaltskosten bei einem Unterhaltsstreit?

Wer trägt in letzter Konsequenz die Gebühren? Tragen Sie den Unterhaltsstreit im Zusammenhang mit der Scheidung im Scheidungsverbund aus, trägt jeder Ehepartner im Regelfall seine Anwaltskosten selbst. Die Gerichtskosten werden insbesondere bei der einvernehmlichen Scheidung geteilt.

Wie lange dauert eine Unterhaltsklage bei Gericht?

Eine Unterhaltsklage dauert meist zwischen 3 und 6 Monaten, kann aber je nach Gerichtsauslastung und Komplexität des Falls auch länger dauern – im Durchschnitt oft 2 bis 4 Monate bis zum ersten Termin, aber bis zur endgültigen Entscheidung auch länger, weshalb eine einstweilige Anordnung bei Dringlichkeit schneller zu einer vorläufigen Entscheidung führen kann. 

Wie komme ich aus Unterhaltszahlungen raus?

Unterhaltsschulden loswerden ist schwierig, da sie oft von der Restschuldbefreiung bei Privatinsolvenz ausgenommen sind (§ 302 InsO), besonders wenn sie vorsätzlich und pflichtwidrig nicht gezahlt wurden. Ein Weg ist die Insolvenz für andere Schulden, wobei Unterhaltsschulden bestehen bleiben, aber oft durch Verhandlungen mit Gläubigern (Jugendamt, Ex-Partner) und Schuldnerberatung reduziert oder in Ratenpläne umgewandelt werden können, um die Last zu mindern. Wichtig ist, die laufende Unterhaltspflicht zu erfüllen, den Unterhaltstitel überprüfen zu lassen und professionelle Hilfe (Schuldnerberatung, Anwalt) zu suchen, um die Situation zu klären und weitere Schulden zu vermeiden. 

Was passiert, wenn der Vater nicht vollen Unterhalt zahlen kann?

Wenn der Unterhaltspflichtige zunächst nicht zahlen will oder kann, besteht die Möglichkeit einen Unterhaltsvorschuss bei der jeweiligen Unterhaltsvorschusskasse zu beantragen. Diese ist in der Regel beim Jugendamt, zuweilen aber auch beim Sozialamt angegliedert.

Wie lange kann man zu wenig gezahlten Kindesunterhalt nachfordern?

Zu wenig gezahlten Kindesunterhalt können Sie grundsätzlich rückwirkend für bis zu drei Jahre nachfordern, wobei die Verjährungsfrist am Ende des Jahres beginnt, in dem der Anspruch entstanden ist; bei einem Titel (gerichtl. Beschluss, Jugendamtsurkunde) verlängert sich die Frist auf 30 Jahre, aber eine zügige Geltendmachung (innerhalb eines Jahres) durch Auskunftsverlangen, Mahnung oder Klage ist ratsam, um den Anspruch nicht durch Fristhemmung zu verlieren oder durch Verwirkung (Nicht-Geltendmachung über lange Zeit) zu gefährden. 

Wann ist man von der Unterhaltspflicht befreit?

Man muss keinen Unterhalt zahlen, wenn man leistungsunfähig ist (Eigenbedarf gedeckt), das Kind selbstständig ist (z.B. nach abgeschlossener Ausbildung/Studium und mit eigenem Einkommen), das Kind schwere Verfehlungen begeht, eine Ausbildung abbricht (ohne triftigen Grund), sich „auf Weltreise“ begibt oder eine verfestigte Partnerschaft mit eigenem Einkommen eingeht, sowie bei bestimmten Einkommensgrenzen für den Elternunterhalt (z.B. 100.000 € brutto bei den Sozialhilfeträgern). 

Unter welchen Umständen muss man keinen Unterhalt mehr zahlen?

Wenn das Kind seine Ausbildung oder sein Studium abgeschlossen hat und in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten, endet die Unterhaltspflicht der Eltern. Auch mit der Heirat eines volljährigen Kindes endet die Unterhaltspflicht der Eltern.

Was reduziert den Unterhalt?

Unterhalt wird durch berufsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel), eigene Einkünfte der unterhaltsberechtigten Person (bes. bei volljährigen Kindern/Partnern) sowie durch abzugsfähige Verbindlichkeiten (Kredite) und Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gemindert, wobei auch erweiterter Umgang mit dem Kind oder ein Wohnvorteil (mietfreies Eigenheim) eine Rolle spielen können, was das bereinigte Nettoeinkommen senkt. 

Was passiert, wenn ein Vater keinen Unterhalt zahlt?

Erfolgt trotz Aufforderung und Fristsetzung weiterhin keine Zahlung, muss der Kindesunterhalt im Rahmen eines Gerichtsverfahrens eingeklagt werden. Das Familiengericht entscheidet dann, ob und in welcher Höhe ein Unterhaltsanspruch der Kinder besteht.